Heilstatue des Harchebis in Moskau
Übersetzung und Kommentar
Heilstatue des Harchebis (Moskau I.1.a.5319)
Vorderseite, unter den gefalteten Armen: Die Augen des Sched
Das rechte Auge ist mit seinem Bedarf gefüllt. Seine Iris steht fest an ihrem Platz. Der Uräus, sein Gesicht ist hell (oder: Der Uräus erstrahlt).1 Der Westen des Himmels ist in Jubel. Die Götter erstrahlen mit dem Licht des Herrn der Sonnenscheibe (?).2 (Solange) es (das rechte Auge) wohlbehalten ist, ist jeder 〈Mensch〉3 und jedes Stück Vieh4 〈wohlbehalten〉.
Das linke Auge ist ausgestattet5 mit seiner ⸢Sache⸣,6 geregelt am 2. Mondmonatstag (Neulicht) am Abend (?).7 Atum, seine Hände sind hinter dem Auge (oder: um das Auge herum). Das bedeutet, dass Schu es (d.h. das Auge) trägt.8 Der Osten des Himmels ist in Jubel. Die Sterne sind gemäß ihrem Lauf (wörtl. ihren Schritten/Bewegungen).9 (Solange) es (das linke Auge) wohlbehalten ist, ist jeder Mensch und jedes Stück Vieh wohlbehalten.
1 ḥr=s ḥḏ oder ḥr sḥḏ: ḥr ist gemäß der Version der Metternichstele aus wn korrigiert: ⸮ḥr.jt-tp? ḥr=s ḥḏ oder ⸮ḥr.jt-tp? ḥr sḥḏ. Beide Lesungen sind möglich, im zweiten Fall ist sḥḏ als absolut verwendetes Verb zu verstehen (siehe dazu Wb. 4, 225.24 bis 226.3).
2 m ḥḏ(.t) n(.t) ⸮nb? ⸮n(.j)? ⸮jtn?: Panov liest nṯr.w ḥr sḥḏ m ḥḏ n ⸮jtn? (sicherlich für ḥḏ.t/ḥd.wt n(.t) ⸮jtn?): „Die Götter leuchten mit dem Licht der Sonnen[scheibe].“ Auf der Metternichstele steht m ḥḏ(.t) n(.t) bꜣ ꜥnḫ: „mit dem Licht des lebenden Bas“.
3 wḏꜣ〈=s〉 〈wḏꜣ〉 z: Korrigiert gemäß der Parallele in Kol. 19. Auf der Metternichstele steht ꜥnḫ Rꜥw ꜥnḫ nsw-bj.tj: „Solange Re lebt, solange lebt der König“.
4 {j}〈ꜥ〉w(.t): Lesung nach Panov, 20 mit Anm. 40. Ob tatsächlich die Hieroglyphe der jungen Kuhantilope (E9) verwendet wird, lässt sich nicht auf einem Foto überprüfen.
5 ḏbꜣ.tj: Auf der Statue des Harchebis (Z. 11) steht das Verb ḏbꜣ (mit phonetischem Komplement b), das laut Wb. 5, 558.2 auch in weiteren Texten verwendet wird, um das Mondauge mit seinen Teilen zu versehen (mehrere Belege in Dendara; Altmann-Wendling, 908, 909: ḏbꜣ m rʾ.w). Dieselbe Konstruktion findet sich auch mit dem Verb ꜥpr: jꜣb.t ꜥpr.tj m nfrw=s (Dend. XV, 39.6); vgl. jꜣb.t ꜥpr.tj m dbḥ.w=s (Edfou I, 417.14, rechts); jꜣb.t=f ꜥpr m jḫ.t=s (Edfou I, 274.1); ꜥpr jꜣb.t m jr.jw=s (Edfou I, 86.17-87.1); vgl. die Konstruktionen bei Altmann-Wendling, 906-907, 908.
6 ⸢(j)ḫ(.t)⸣=s: So nach Panov, 21 mit Anm. 42. Auf der Metternichstele steht nfr.w=s.
7 gsgs.tj m ꜣbd ⸮rꜥw-nb-(ḥr-)nḥm(≡f)?: Belege für die Verwendung von gsgs in Zusammenhang mit dem Mond bei Altmann-Wendling, MondSymbolik – MondWissen, SSR 22, Wiesbaden 2018, 392-393, 906. Für ⸮rꜥw-nb-(ḥr-)nḥm(≡f)? siehe Panov, 21, Anm. 44; Wilson, Ptol. Lexikon, 576.
8 Šw pw 〈ḥr〉 fꜣi̯ jm=s: Auf der Metternichstele ist die Präposition ḥr vorhanden. Die Verben fꜣi̯, ꜣṯp, kꜣwt, twꜣ oder ꜥḫi̯ werden normalerweise transitiv verwendet. jm=s erklärt sich vielleicht gemäß der Jernstedtschen Regel im Präsens-I, was für eine Redaktion in einer jüngeren Phase der Sprachgeschichte spricht. Sollte das Verb ein Stativ sein, ergibt jm=s einen Sinn: „Es bedeutet, dass Schu mit ihm beladen ist“.
9 sbꜣ{.wj}.w: Auf der Metternichstele steht sbꜣ.w nṯr.w „die Sterne der Götter“ (oder sind die drei nṯr-Zeichen Determinativ zu den „Sternen“?).
Auf dem rechten Arm: Anrufung des Re durch Isis zugunsten von Horus
Oh, Du, der sich im Horizont befindet, wende mir dein Gesicht zu (oder: schenke mir deine Aufmerksamkeit)! Ich bin Isis, die Tochter deiner Tochter, die Ehefrau deines Sohnes/Enkels Osiris. Komm zu mir, dass du meinen Sohn Horus, der aus mir hervorgekommen ist, in diesem Augenblick/Höhepunkt der Panik (?) rettest! Sein Name ist dein Name am Tag, als er geboren wurde. Wende mir dein Gesicht zu als (?) Widder (?), der ruht ...,1 (oh) Prächtiger, der im Udjatauge ruht! Siehe, ich rufe zu dir, damit du meinen Sohn Horus vor dem rettest, der heute (wörtl.: an diesem Tag) gegen ihn agiert, zusammen mit jedem Menschen und jedem Stück Vieh ebenso. (Denn) jener ist der Sohn deines Sohnes/Enkels Osiris-𓍹Onnophris𓍺-des-Gerechtfertigten.
Bewege/gib deinen Mund mit (?) dem Atem des Lebens,2 damit du ihn rettest vor dem Gift jeder männlichen Schlange, jeder weiblichen Schlange, jedes Skorpions und jedes Gifttiers, das mit seinem Mund beißt oder [mit] seinem Schw[anz] sticht, damit gesund werde [sein] Leib [von] (?) jedem Leiden,3 das in jedem Glied eines jeden Mannes ist und eines jeden Stücks Vieh ebenso. Oh Re zusammen mit seiner Mannschaft,4 oh Götter und Göttinnen [...] in dem ganzen Körper.5 Kommt zu mir, damit ihr gnädig seid für (meinen) Sohn Horus und (für) jeden Menschen und jedes Stück Vieh ebenso. Rettet sie (?) vor [...] an [diesem (?)] Tag (?).6 [Seh]t (?), ihr werdet nicht irgendein Böses davon (?) geben.7 Ihr werdet für mich das Gift8 von jedem Gifttier, (von) jedem männlichen Untoten und jeder weiblichen Untoten zurücktreiben, welches im ganzen Körper des Horus, Sohn des Osiris, ist, welches ebenso im ganzen Körper eines jeden Mannes und eines jeden Stücks Vieh ist.
(Oh Gift,) Gehorche meinen Worten! Wenn du nicht sofort auf den Boden hinuntergehst und wenn du nicht auf [meine] Worte hörst, dann hüte dich! Das Meer wird sich umwenden9 und Sobek wird denjenigen, der über/auf seinem Wasser ist (der ihm loyal ist?), umwenden/umdrehen. Man wird vernichten/berühren (?) das Tor der Djat-Höhle, und der, der darin ist, wird nicht kühl sein.10 Man wird veranlassen, dass der Dahintreibende (?) nach Djeme (?) fährt, indem er in ein Widderfell gehüllt ist. Man wird veranlassen, dass der Dahintreibende (?) nach Memphis geht, indem [...]11 mit dem Licht seiner Göttin als der Gerechtfertigte/Triumphierende in seiner Halle. Man wird sich zum Tor der Höhle des Atum begeben. [...] sagt man zu/über [...],12 den großen Fürsten, der in Heliopolis ist. Nicht wird [sich] festsetzen das (?) [Gift (?), das im ganzen Körper eines jeden Mannes ist] und im ganzen Körper eines 〈jeden〉 Tieres!13 Er wird gesund sein, um zu essen (?),14 und jedes Tier 〈ebenso〉.
Wenn du (?, d.h. das Gift) wirklich (?)15 hinuntergehst auf den Boden aus dem ganzen Körper eines jeden Mannes und eines jeden Tieres, der/das einer (Gift)verletzung hat, dann werden sie gesund sein von jeder Schwäche/Benommenheit (?) ebenso. (Dann) werden die Götter zufrieden sein, [...] gereinigt von dem, was sie verabscheuen, indem nichts Böses gegen sie ist. (Dann) wird Re [... in] Frieden. Dann werden der Himmel und die Erde mit deinem Leib erfüllt (?) sein (oder: deinen Leib packen).16 Stehe doch gesund auf! Die große Neunheit [ist ...], weil du ihr Leiden vertrieben (?) hast. Stehe [doch] gesund auf! Es gibt keine einzige Schwäche/Benommenheit (?) bei dir ebenso.
Worte zu sprechen über diesen (hierunter abgebildeten?) Göttern!
1 ⸮m? ⸮bꜣ? ḥtp ⸮ḥr?=s: Lesung gemäß Panov, 24 mit Anm. 63. Berlev, 349 übersetzt „Turn to me your countenance, [O] Harkhebe, son of Khnumhotep, the magnificent idol, which has been laid to rest in the Eye of the West.“ (d.h. er liest (j)my n=j ḥr=k Ḥr.w-ḫb.t zꜣ H̱nm.w-ḥtp ⸮bꜣ? šps.j n.tj ḥtp m wḏꜣ.t).
2 wdi̯ rʾ oder wḏ rʾ: Orthographisch liegt das Verb wḏ „befehlen“ oder „aussenden“ vor, die Kollokation ist jedoch wdi̯ rʾ „den Mund bewegen (wörtl.: ausstoßen)“.
ḫr/ẖr: Panov liest ḫr, aber sprachlich würde ẖr besser passen. Das erste Zeichen könnten sowohl Aa2 als auch ein kleines T28 sein.
3 snb.j ḥꜥ.w[=f m/r] mr nb: Panov, 25 übersetzt „Heile den Leib [des ... Vertreibe] jedes Böse (...)“. Er gibt nur eine Lücke von einem Quadrat an, was kaum zu dieser Übersetzung und Ergänzung passen kann. Berlev, 349 hat „May the flesh of the Sun-God be whole 〈from〉 all manner of stinging (...)”. Die hier ergänzte Präposition kann m (DZA 29.307.850: 2 Belege) oder r (DZA 29.307.880: 3 Belege) sein.
4 jzt.yw: Diese Lesung passt zu Re und zu den Hieroglyphen auf dem Foto. Panov, 26 hat ḥnw.t.yw=f „seine Gefolgsdamen“ gelesen. Berlev, 349 hat „O Sun, together with the followers [of] his.“
5 j nṯr.w nṯr.[w]t --2Q-- m ḥꜥ.w nb r: Lesung gemäß Panov, 26-27. Vielleicht auch m ḥꜥ.w=f nb o.ä. (dann stünde nb für =f und r für nb). Berlev, 349 übersetzt „Cure (?) him (?) of their stings!“ (dann nicht nb r, sondern =sn).
6 nḥm=〈t〉n m-ꜥ [___] n/m ⸮hrw? [⸮pn?]: Lesung teilweise gemäß Panov, 26-27. Vielleicht nḥm s〈n〉.w: „rettet sie!“ oder nḥm n „rettet uns!“. Berlev, 349 übersetzt „Deliver ye us from (54) ... of the Sun!“
7 [⸮m?]=tn n rḏi̯=tn ḏw nb ⸮jr.j?: Lesung gemäß Panov, 26-27. Berlev, 349 übersetzt „May ye heal him! May ye deliver each evil-doer bound [to us]“.
8 ⸮tꜣ? mtw.t: Panov, 26 und 27 liest m, das er nicht in seiner Transkription aufnimmt. Das Foto könnte zu tꜣ passen (mit einem t vor der Brust des Vogels).
9 jri̯ wḏb: Panov, 27 übersetzt „Das Meer wird ein Ufer schaffen (?)“ (mit dem Substantiv wḏb) und verweist auf Wb. 1, 409.7 im medizinischen jri̯ wḏb (Eb. 204a). Ebenso Berlev, 349 „I will command the sea that it produce shore“. Wegen des folgenden mtw dürfte hier jedoch eher ein Futur III vorliegen, mit jri̯ vor einem nominalen Subjekt, gefolgt von dem Infinitiv des Verbs wḏb. Später im Text (Z. 52-53) findet sich jw nṯr.w r ḥtp mit jw statt jri̯.
10 dmj „berühren“: Lesung von Panov, 28, Anm. 69. n qb n.tj jm=s: Panov, 28 liest n(n) qb 〈n〉 nt.j jm=s: „Es ist nicht kühl (für) den, der sich dort befindet.“
11 jw [...] ...: Lesung gemäß Panov, 26-27. Berlev, 349 übersetzt „(White Walls), with Harkhebe shining – in the capacity of the Avenger of his father, Khnumhotep – his torch.“
12 [...] ḏd=tw ...: Lesung gemäß Panov, 26-27. Berlev, 349 übersetzt „so that they will not call (by his name) the Wrapped One, the great judge, who is in On.“
13 Die Lücke ist vermutlich nicht lang genug für die hier vorgeschlagene Ergänzung. Vielleicht ist die Lesung ꜥw.t 〈nb(.t)〉 von Panov nicht richtig oder ist eine Emendierung zu z nb erforderlich. Vgl. Berlev, 349: „there will be no pain (65=49) from the stings, [that are] in all flesh of each [man].“ (vielleicht etwa nn mn(.t) (65=49) n.t tꜣ mtw.t [n.tt] m ḥꜥ.w nb n [z] nb).
14 wnm: Panov, 28 liest und übersetzt „Er wird gesund, um zu essen“. Ähnlich Berlev, 349: „there will be no pain (65) from the stings, [that are] in all flesh of each [man], who (, on the contrary,) is [so] healthy as to partake (of food).“ In Kol. 52 und 56 scheint snb mit dem Substantiv nqm.t nb(.t) „jedes Leiden“ verbunden zu sein. Vielleicht ist das auch hier der Fall und steht am Ende nicht ꜥw.t nb(.t) 〈mj.tt〉.
15 ḥmi̯ =t: Unklar. Ob hier jr hꜣi̯ tꜣ mtw.t r tꜣ steht? Berlev, 349 hat „If you do fall[, extracting yourself] from (67=51) the gods (?) to the ground (...).“
16 mḥ m ḥꜥ.w=k: Panov, 29 übersetzt mit „Der Himmel und die Erde halten (?) deinen Leib fest“, was das Verb mḥ m „packen“ wäre. Dann müsste man jw p.t tꜣ (ḥr) mḥ m ḥꜥw=k lesen. Berlev, 349 liest „and the Sun-God (70=54) [and his entourage (?)] are pacified in heaven and on earth. Master your flesh (...).“
Auf der rechten Seite: Isis und die sieben Skorpione
Isis und die sieben Skorpione: auf der rechten Seite der Statue unter der Schulter, am Ende des ersten Bildregisters (Z. 57-59, 3 Kolumnen), dann in 14 kurzen horizontalen Zeilen hinunter am Rücken (Z. 60-74); wenn die Bildregister aufhören, in weiteren 10 langen Zeilen (Z. 75-84) auf den Unterschenkeln und dem Gesäß.
Bild zum Text, Darstellung der stehenden Isis, die ihre Hand über den Kopf eines vor ihr sitzenden Kindes hält; vor und hinter Isis die Namen von sechs Skorpionen.
(Name eines Skorpions:) Petet.
(Name eines Skorpions:) Tschetet.
(Name eines Skorpions:) Matet.
(Name eines Skorpions:) Mestetef.
(Name eines Skorpions:) Mestet.
(Name eines Skorpions:) Befen(et).
Ich bin Isis. Ich bin aus der Weberei (o.ä.) weggegangen, in die mein Bruder Seth mich gesteckt hatte. Thoth, der große/alte Gott, der Vorsteher der Maat im Himmel und auf Erden, hat nämlich zu (mir)1 gesagt: „Komme doch, Isis, (du) Göttliche/Göttin! Wie gut2 ist es doch,3 zuzuhören! (Denn/damit) Einer (d.h. Isis oder Horus) lebt, wenn ein Anderer (d.h. Thoth) ihn führt. Verstecke (dich) doch mit dem nḫn-kindlichen4 Sohn (oder: den kleinen Sohn tragend)! Er soll (erst dann) zu uns kommen, wenn sein Körper {vereinigt} 〈fest〉5 ist und seine ganze Kraft sich manifestiert/entwickelt hat. Wir werden veranlassen, dass er auf dem Thron seines Vaters ruht, indem ihm das Amt des Herrschers der Beiden Länder verliehen/bestätigt wird.“
Ich (d.h. Isis) kam hinaus zur Zeit der Abenddämmerung. (Mein?) Herauskommen bedeutete (?),6 dass sieben Skorpione7 hinter mir waren. Tefen(et) und Befen(et) waren ganz kurz (?, oder: die eine und die andere) hinter mir; Mestet und Mestetef waren unter meinem/r {Schlafzimmer} 〈Trage(?)-Bett/Sänfte〉; Petet, Matet und Tschetet hielten mir den Weg frei (oder: schirmten für mich den Weg ab). Ich befahl ihnen eindringlich (wörtl.: in großem Maße), (mit dem Ergebnis, dass) meine Worte in ihren Ohren8 präsent waren (wörtl.: sich manifestierten) (?).
„Kennt keinen Schwarz(haarig)en!9 Sprecht keinen Rot(haarig)en an! Gewinnt keine Erkenntnisse10 über den Sohn eines (wohlhabenden) Mannes, nicht eher als (über den Sohn) eines Armen/Geringen! Eure Gesichter nach unten auf den Pfad! Hütet euch, den, der mich (oder: das Meinige?) sucht, herbeizuführen,11 so dass wir Per-sui (wörtl.: Das Haus des swy-Krokodils) erreichen können, die 〈Stadt〉12 der beiden Schwestern, (zwischen? dem) Anfang der Papyrussümpfe (und dem) Pehu-Gewässer (oder: Ende) von 〈Deb13 (Buto?)〉.“
Als ich die Häuser der/von verheirateten Frauen14 erreicht hatte, [da hatte mich eine Edeldame (schon)] von Weitem [bemerkt/beobachtet,]15 (und) sie hatte16 ihre Tür vor/wegen mir zugezogen (wörtl.: eingeholt). Ein Leiden gehörte ihr (d.h. sie verdiente eine Strafe)17 nach Meinung derer, die bei mir waren. Sie (d.h. die begleitenden Skorpione) berieten sich deswegen. Nachdem sie ihr Gift alle zusammen oben auf den Stachel (wörtl.: Horn) von (dem Skorpion) Defen(et) gelegt hatten, öffnete mir eine Aufschließerin (?)18 ihr Tor, damit man in [ihr heruntergekommenes/schäbiges (wörtl.: „mattes“)] Haus (oder: in das Haus [des Unglücks])19 eintreten konnte. Als Defenet unter dem Türflügel jedes (?)20 Tores eingetreten war, stach sie zugleich den Sohn der reichen Frau. Als Feuer aus dem Haus der reichen Frau 〈heraus〉gekommen war (oder: im Haus 〈aus〉gebrochen war), gab es dort kein Wasser, um es zu löschen. Der Himmel, er gewitterte/regnete21 im Haus der reichen Frau, (obwohl) es nicht die betreffende Jahreszeit war.22
Also, (weil) sie mir nicht (die Tür) geöffnet hatte, war ihr Herz (jetzt) betrübt (oder: traurig, krank vor Sorge),23 indem/wobei (man/sie) nicht wusste, [ob er (über)leben würde.]24 Sie durchstreifte ihre Stadt in großem Wehklagen, (aber) es gab keinen, der auf ihre Stimme herbeigekommen ist. Mein Herz, das bezüglich des Kleinen deshalb/ihretwegen betrübt (oder: traurig, krank vor Sorge) war, strebte danach, den, der unschuldig (wörtl.: ohne sein Verbrechen) war, wiederzubeleben. Ich rief25 zu ihr (mit den Worten):
„Komme zu mir, komme zu mir! Siehe, mein Mund enthält das Leben (oder: mein (Zauber?-)Spruch ist voller Leben).26 Ich bin die Tochter einer Heilerin/Wahrsagerin (wörtl.: einer Wissenden) [in ihrer Stadt,] die die bṯw-Giftschlange (oder: unheilbare Krankheit/Vergiftung) mit ihren Formulierungen vertreibt.27 (Und) mein Vater hat mich zum Wissen (oder: zu einer weisen Frau)28 erzogen. Ich bin seine geliebte, leibliche Tochter.“
Isis29 legte ihre Hände auf das nḫn-Kind, um den mit beengter Kehle (d.h. der in Atemnot war) und den Gebissenen (?)30 wiederzubeleben. (Sie sprach:)
(Oh) Gift der Tefnet, komme auf den Boden! Du sollst nicht herumziehen und [du] sollst nicht (in einen Körper) eintreten!31 (Oh) Gift der Befenet, komme auf den Boden! Ich bin Isis, die Göttliche/Göttin, die Herrin der Magie, groß an Ma[gie]. [Auf mich] hört (?)32 jede beißende Ra-Schlange. Falle hinunter, (oh) Gift der Mestet! Du sollst dich nicht erheben, 〈oh〉 Gift der Mestetef! Du sollst nicht (in einen Körper) eintreten, 〈oh〉 Gift der Petet und Tschetet! Du sollst nicht (irgendwo) hinreisen,33 〈oh〉 Gift der Ma[tet]! Falle hinunter, Mu〈nd〉 der/des Beißenden (?, oder: beißende rʾ-〈Schlange〉), gemäß dem, was [We]rethekau34 an der Spitze der Götter, der Geb seine Zaubersprüche gegeben hat, um das Gift mit Macht (?)35 abzuwehren, gesagt hat.
„Wende dich ab! Ziehe dich zurück! Nach hinten mit dir, (oh) Gift, das aufspringt!“,36 〈gemäß dem (oder: ist das),〉 was das Ei der [Nil]gans, der aus der Sykomore (?) 〈hervorgegangen ist〉, 〈sagt〉. [Siehe] also, [meine] Wor[te sind in Kraft (wörtl.: angeordnet und gültig)] seit der Dunkelheit. (Und) Ich habe zu euch gesagt:
„Ich bin allein(stehend). Zerstört/tilgt nicht 〈unseren〉 Namen (d.h. unseren guten Ruf) in den Gauen! Kennt keine Schwarz(haarig)e! Sprecht keine Rot(haarig)e an! Späht nicht das Haus (?) einer Edelfrau (?) aus / wenn [sie hinausgehen (?)]! [Eure Gesichter nach unten auf den Pfad], so dass wir die Versteck[e in Chemmis] erreichen können! Es lebe das nḫn-Kind, es st〈erbe〉 das Gift! Dann wird dieser Mann/Patient, der unter (meinen) Fingern ist, für seine Mutter ebenfalls (zwangsläufig) wieder gesund werden. Das Feuer ist (jetzt) gelöscht, der Himmel ist zufriedengestellt/beruhigt [wegen des Namens (d.h. des guten Rufes?) der Isis, der Göttlichen].38
[Die reiche Frau ist gekommen und sie brachte ihren Besitz.] [Sie] füllte [das Haus ...], sie [...] das, was [bei ihr ist (?)], um zu vergrößern (?) als [Nahrung (?)] der Aufschließerin (?), die mir ihre Halle (?; für: ihren Stall?) geöffnet hat.39 Aber die reiche Frau leidet an dem Schaden / der Verletzung in der Nacht, während sie allein(gelassen) ist. [Nachdem sie] ihren {Namen/Ruf} 〈Spruch〉 (bzw. deren Folgen) [gespürt (wörtl.: gekostet) hat], indem ihr Sohn ge[bissen] wurde, bringt sie [ihre] Sachen [als Ausgleich für die Tatsache, dass sie] mir [nicht] geöffnet hat. Oh, es lebe Re, es sterbe das Gift! Salz (?), seine Glut, es wird vertreiben [...] für/in (?) dein Herz (?) wegen (?) dem, der [eine Biss-/Stichverletzung hat (?)].40
Worte zu sprechen über Gerste41 (?).
1 ḏd n=(j): In den übrigen Handschriften (Synopse bei Klasens, 9) ist das Suffixpronomen 1. P. Sg. Fem. ausgeschrieben. Auf der Heilstatue Moskau ist das Suffixpronomen 1. P. Sg. in diesem Text manchmal ungeschrieben (siehe Z. 65, 66, 68), manchmal ausgeschrieben (siehe Z. 65 als Ideogrammstrich, 67, 68, 69 als Frauenhieroglyphe B1), ansonsten könnte man aber auch mit einem sḏm.n=f statt eines sḏm=f + Dativ übersetzen.
2 nfr.wj: In einem pw-Satz kann möglicherweise im klassischen Mittelägyptischen kein dekliniertes Adjektiv stehen (anders Gardiner, EG, § 140), sondern nur ein substantiviertes, unveränderliches Adjektiv. Auf der Metternichstele, Z. 49 steht nfr gr pw sḏm.
3 {m}〈ꜣ〉: Auf der Metternichstele steht die enklitische Partikel gr, auf dem Papyrus BM EA 9961 (pHay), Z. 4 ist es die Partikel ꜣ. Es kann nicht die Partikel m sein, denn die ist nicht-enklitisch. Es ist nicht vorstellbar, dass m aus orthographischen Gründen vorangestellt wurde, aber eigentlich phonetisches Komplement zu sḏm ist (so jedoch anscheinend bei Panov, 32, wenn man seine Transkription nfr wj sḏm pw mit Hintanstellung von pw betrachtet).
4 zꜣ nḫn: nḫn ist in den übrigen Handschriften phonetisch ausgeschrieben (siehe die Synopse bei Klasens, 10).
5 ḥꜥ.w=f {dmḏ} 〈rwḏ〉: Vermutlich ist das dmḏ-Zeichen (S23) nur fehlerhaft statt des ähnlichen rwḏ-Zeichens (T12) eingraviert worden. Oder hat der Schreiber fälschlicherweise an das Vereinigen der Glieder (dmḏ ꜥ.wt und dmḏ ḥꜥ.w) gedacht? rwḏ ist in den übrigen Handschriften phonetisch ausgeschrieben (siehe die Synopse bei Klasens, 10).
6 pri̯.t ⸮ḏꜣr.t? 7: Das t bei pri̯ ist in allen Handschriften vorhanden, auf der Heilstatue Moskau und der Horusstele Leiden A 1053 stehen sogar zwei t. Laut Sander-Hansen, Metternichstele, 42 ist dieses pri̯.t ein sḏm.t=f „der unbeabsichtigten Tätigkeit“ im Hauptsatz (mit Verweis auf seine AR-Grammatik) und er übersetzt (S. 41) „Als ich ... herauskam, geschah es, daß sieben Skorpione ... herauskamen“. Die Existenz eines solchen sḏm.t=fs ist jedoch sehr fraglich, sowohl im Altägyptischen wie auch im Mittelägyptischen. Auf der Metternichstele könnte man pri̯ t(ꜣ) 7 (n.j) ḏꜣr.t: „die Siebenergruppe an Skorpionen kam heraus“ lesen, aber das ist in den übrigen Handschriften nicht möglich und außerdem wird der Artikel bzw. das Demonstrativpronomen tꜣ sonst im Text nicht bzw. nur ausnahmsweise verwendet. Ist pri̯.t dann ein Infinitiv? Eine Möglichkeit wäre ein narrativer Infinitiv, dessen Existenz ebenfalls in Frage gestellt wird. Eine Überschrift mit Infinitiv passt jedenfalls nicht im Textzusammenhang. Ein Substantivalsatz (ohne pw) oder Adverbialsatz mit dem Infinitiv als Subjekt wäre eine Notlösung. In der Handschrift BM EA 9961 (pHay), Kol. 8-9 könnte man eventuell einen Adverbialsatz lesen: pri̯.t=j n/m 7=⸮j? ẖr-pḥ(.wj)=j: „Mein Herausgehen war mit (?) meinen (?) Sieben (oder: mit der Siebenergruppe) hinter mir.“ Auf der Horusstele Leiden A 1053 (Klasens, Magical Statue Base, 10) sowie der Heilstatue Moskau steht die doppelte Setzung von t vielleicht ebenfalls für eine pronominale Markierung des Infinitivs: pri̯.t(=j) ḏꜣr.t 7 ẖr-pḥ(.wj)=j: „Mein Herausgehen war, indem 7 Skorpione hinter mir waren.“ oder „Mein Herausgehen bedeutete, dass 7 Skorpione hinter mir waren.“ Oder sind die zwei t doch als pri̯.t t(ꜣ) ḏꜣr.t 7 zu lesen? Ein zweigliedriger pw-Satz mit Null-Subjekt wäre „(Das ist) das Herauskommen der sieben Skorpione hinter mir.“
7 ḏꜣr.t oder wḥꜥ.t: In keiner der von Klasens zusammengetragenen Parallelhandschriften ist das Wort für „Skorpion“ phonetisch ausgeschrieben, auch nicht auf der Heilstatue Moskau. Der nur auf der Handschrift BM EA 9961 (pHay), Kol. 1 vorhandene Spruchtitel ist gegen einen wḥꜥ.t-Skorpion gerichtet, ein mögliches Indiz, aber kein eindeutiger Beweis, dass hier wḥꜥ.t zu lesen ist (oder so vom späten Autor der Titelüberschrift verstanden wurde). Panov, Die Statue des Horchebe, Novosibirsk 2014, 32 transkribiert wḥꜥ.t. Beide Wörter ḏꜣr.t und wḥꜥ.t werden in der Metternichstele gemeinsam verwendet (in Z. 73 in Alliterationen; ḏꜣr.t steht dort außerdem noch in Z. 189 und ist in Z. 10 nach einer Textparallele ebenfalls zu lesen).
8 ꜥnḫ.wj =sn: Ist phonetisch ausgeschrieben auf der Metternichstele und dem Papyrus London (siehe die Synopse bei Klasens, 11).
9 {q}〈km〉: Panov, 31 gibt ein q (Hügel: N29) als Hieroglyphe, vielleicht ist es auch das km-Zeichen (Schuppe des Krokodils: I6).
10 {š}〈sjꜣ〉: Panov, 31 gibt einen See š (N37), es ist sicherlich ein unvollständig ausgearbeitetes sjꜣ-Zeichen (Lappen Stoff mit Fransen: S32).
11 ḥḥ nwj: Das Wort hinter ḥḥ steht so auch auf der Handschrift BM EA 9961 (pHay), Kol. 16 und auf der Metternichstele (siehe die Textsynopse bei Klasens, 12). nwj ist als spätes Pronomen absolutum bekannt (Wb. 2, 210.5). Junker, Grammatik der Dendaratexte, 43, § 55 nennt ein Beispiel, in dem das Personalpronomen nwj in der Art eines abhängigen Pronomens verwendet wird in der Konstruktion m=k nwj statt m=k wj. Kurth, Einführung ins Ptolemäische, II, 611, § 62 kennt kein weiteres Beispiel aus den ptolemäischen Tempeltexten. Klasens, Magical Statue Base, 72, Anm. zu M 52 listet noch ein Beispiel aus Petosiris, Text 103.2 ḏi̯=f sḫꜣ nwj Wsjr: „er ließ Osiris sich an mich erinnern“. Schenkel, Tübinger Einführungen (mehrere Auflagen zwischen 1987 und 2012) listet beim abhängigen Pronomen wj die Form nw(j) als eine Art Sandhi-Form nach vorangehendem Suffixpronomen auf n (sḏm=sn nwj) (ausführlicher Borghouts, Egyptian, EU 24, Leiden 2010, 87, § 19.c.NB 2), aber das ist hier nicht der Fall. Es gibt auch das Demonstrativpronomen nw mit Suffixpronomen: nw=j/nwy: „das Meinige“ (s. Wb. 2, 216.18; Jansen-Winkeln, SpMägGr, 144, § 236), aber das ist eigentlich für ein Neutrum oder einen Plural gedacht und kann deshalb nur schwer „der Meinige“ im Sinne von „mein Kind“ bedeuten. Eine ungewöhnliche Schreibung für das abhängige Pronomen n/n.w: „wir“ ist ebenfalls zweifelhaft.
12 {n.tt} 〈nʾ.t〉: Vielleicht steht n.tt auch für den femininen Genitiv n.t oder es ist 〈nʾ.t〉 n.t sn.tj zu ergänzen.
13 ḥꜣ.t mḥy.t pḥ ⸮r? ⸮bw?: Panov, 33 übersetzt: „..., bis wir Persui, (die Stadt) der beiden Schwestern (in) Hat-mehit, erreicht haben! Und (wir) haben einen Ort erreicht.“ (seine Umschrift: ... r pḥ(.t)=n Pr-swy n.tj sn.tj Ḥꜣ.t-mḥ.yt pḥ〈=n〉 r bw). Er fragt sich (S. 32, Anm. 97) ob mit Hat-mehit der Name des Gaues von Mendes gemeint sein kann, weil die Statue aus inhaltlichen Gründen nach Mendes gehört. Der Gau von Mendes wird jedoch in Z. a3 mit dem Delphin auf der Standarte geschrieben. Auf der Metternichstele steht nicht mḥy.t, sondern jd〈ḥ〉: „Deltasümpfe“ und auf dem Papyrus BM EA 9961 (pHay), Kol. 17 würde man eher Mḥw (logographisch geschrieben) lesen, was gut zu mḥy.t passt. pḥ ist ohne Komplementierung geschrieben und kann als Verb mit der Präposition r verbunden werden (gleich zuvor in Z. 72 jedoch mit direktem Objekt), was die Graphie r b(w) erklären könnte. Allerdings sieht das mutmaßliche r auf dem Foto (Berlev & Hodjash 2004, 338 = Hodjash 2004, 24) wie ein d aus und man könnte also auch db.t lesen. Außerdem liegt in den übrigen Textvertretern eher das Substantiv pḥ.wj als das Verb pḥ vor. In den übrigen Handschriften steht db (Verwirrung von r und d), wobei db möglicherweise eine Graphie von Ḏb(ꜣ) (Ortsname bei Buto) oder Ḏb(ꜥw.t): „Buto“ ist. Siehe den ausführlichen Kommentar zu dieser Stelle auf der Metternichstele (Z. 52-53).
14 ⸮ḥm.wt?: In den übrigen Handschriften steht jd.wt (siehe die Synopse bei Klasens, 12), auf der Heilstatue des Harchebis könnte ḥm.wt stehen. Der Ausdruck ḥm.t ṯꜣy ist gut belegt (Wb. 3, 77.16), aber, der Schreibung nach zu urteilen, nicht lexikalisiert.
15 [jw] [dgꜣ.n] [wj]: In der Handschrift BM EA 9961 (pHay), Kol. 19 steht ein sḏm=f mit n=j als indirektem Objekt (jw dgꜣ n=j šps.t) (ältere Konstruktion), während auf der Metternichstele ein sḏm.n=f mit direktem Objekt (jüngere Konstruktion) steht (jw dgꜣ.n wj šps.t).
16 jni̯=s oder jni̯.n=s: In der Handschrift BM EA 9961 (pHay), Kol. 20 steht ein sḏm.n=f, auf der Metternichstele sowie auf der Heilstatue Moskau kann das n auch phonetisches Komplement in einem sḏm=f sein.
17 mn(.w) oder mn(.t): In der Handschrift BM EA 9961 (pHay), Kol. 20-21 steht mn.t n=s ḥr jb n(.j) n.tj ḥnꜥ=j.
18 ptḥ: In den übrigen Handschriften steht tꜣḥ.t, was möglicherweise „Schlammmädchen“ o.ä. bedeutet. Hier kann eine Zeichenverwirrung zwischen p und tꜣ-Ofen (U30) passiert sein, aber als Wortspiel ergibt eine Ableitung des Verbs ptḥ: „aufsperren“ ebenfalls einen Sinn. Panov, 13 betrachtet ptḥ als den Namen der Frau.
19 pr [snnj] oder pr[=s nni̯]: Klasens, Magical Statue Base, 52 übersetzt mit „the shabby dwelling“ (ebenso Borghouts, Ancient Egyptian Magical Texts, 60) und erkennt (Z. 75) das Substantiv znn/znnj: „Unglück; Schmutz“ (Wb. 3, 461.2-3), das in der Handschrift BM EA 9961 (pHay), Kol. 23 znnj geschrieben ist. Wb. 3. 461.2 hat die Stelle der Metternichstele (DZA 28.694.370: „Unglückshaus“ nach Möller) ebenfalls beim Substantiv znnj eingetragen (ebenso Moret, in: RHR 72, 1915, 262: „la maison du malheur“). In seinem Kommentar übersetzt Klasens, Magical Statue Base, 78 abweichend „house of dirt“, was eher pr sjn: „Haus von Lehm“ oder pr sꜣt/zꜣṯw: „Haus des Schmutzes“ ist. Sander-Hansen, Metternichstele, 41 übersetzt „ihr unglückliches Haus“, was dann die Transkription pr=s nni̯ voraussetzt (mit nni̯: „müde, träge sein“?); ebenso Sternberg-el-Hotabi, in: TUAT II, 377: „ihr schäbiges Haus“; Panov 33: „ihr unglückliches Haus“ (ebenfalls mit der Transkription pr[=s nnj]). Bei Vandenbeusch, in: JEA 104, 2018, 188 findet man die Transkription pr.s n nı͗(t) „her unlucky house“, womit möglicherweise nj.t in Wb. 2, 201.7 „Böses das man tut“ gemeint ist. Auf der Metternichstele und auf Horusstele Kairo CG 9404 erscheint die Lösung n(.j) n(j).t von der Schreibung her unwahrscheinlich. In allen Handschriften, in denen das Determinativ erhalten ist, ist der schlechte Vogel (G37) Determinativ und nicht der müde Mann (A7). Eventuell könnte man an eine Haplographie denken pr=s 〈s〉nnj. Eine Interpretation, die sich bislang kaum in den Übersetzungen findet, ist nni̯ als Pseudopartizip zum Subjekt zu stellen: „damit man erledigt in ihr Haus eintreten konnte.“ (so Drioton, Le théâtre égyptien, 84: „j’entrai dans sa maison, fatiguée“).
20 sbꜣ: Das nb-Zeichen wird ein Fehler für das Hausdeterminativ sein. Panov, 33 behält nb bei und übersetzt „Da [Tefe]n unter den Flügeln jeder Tür eingedrungen war (..)“ (ähnlich Berlev, in: Hodjash 2004, 32; Berlev & Hodjash 2004, 351).
21 p.t ḥ(wi̯)=s: Gemeint ist nicht, dass der Regen das Feuer löscht, sondern dass der Regen zur falschen Jahreszeit ebenfalls Schaden anrichtet, oder dass infolge des Bisses eine kosmische Störung auftritt, bei der die Ordnung der Jahreszeiten durcheinander ist (so Borghouts, Ancient Egyptian Magical Texts, 107, Anm. 202). Nicht zutreffend ist die Übersetzung von Drioton, Le théâtre égyptien, 84: „le ciel qui aurait plu dans la maison de la dame, ce n’en était pas le temps.“ (mit der Erklärung als Parabel in Anm. 9: Isis als Himmel kann das Feuer nicht mittels Regen löschen, weil ihr der Zugang verweigert wurde).
22 n(n) tr j{ṯ}〈r〉.w: In den übrigen Handschriften steht gutes Mittelägyptisch n tr jr.j js pw.
23 jsk: So auch die Transkription von Panov, 33. Diese Textstelle ist hier vermutlich fehlerhaft. Sie ist sonst nur auf der Metternichstele (Z. 56) erhalten und dort steht n tr jr.j js pw / tm=s wn n=j / jb=s jnd (ohne jsk). Auf der Horusstele Kairo CG 9404 ist hinter pw nur noch ein unklares Zeichen vorhanden.
24 jw n rḫ: Sowohl auf der Metternichstele als auch auf der Heilstatue Moskau ist jw wie r geschrieben (auf der Heilstatue Moskau ist die Fortsetzung hinter rḫ zerstört). Sicherlich liegt ein neuägyptischer Umstandssatz mit unpersönlichem sḏm=f vor. Vgl. Erman, Neuäg. Gr., § 529: jw ḥꜣ.tj(=j) ḥwꜣ jw bw rḫ(=j) hꜣb n=k „weil mein Herz sich grämt und ich nicht in der Lage bin, dir (einen Brief) zu schicken“ (pBologna 1094, 5.6-7 = LEM 5.9). Klasens emendiert das s von spẖr (nur in der Version der Metternichstele) im nächsten Satz zu n rḫ〈=s〉 und übersetzt „and she did not know whether he was alive“. Allen, Art of Medicine, 61 hat: „since it was not known whether he would live” (ob unpersönliches sḏm=f?). Sander-Hansen, Metternichstele, 41 übersetzt: „Sehr betrübt und ohne ja zu wissen ob er lebte, ...“ (mit nn + Infinitiv?). Borghouts, Ancient Egyptian Magical Texts, 60 hat einen parenthetischen Hauptsatz: „she did not know whether he was alive”, was eine mittelägyptische Konstruktion wäre, wobei jw und nn sich im klassischen Mittelägyptischen eigentlich ausschließen. Schenkel erwägt in anderem Zusammenhang die Möglichkeit von mittelägyptischem jw + negativer Existenzsatz (Schenkel, in: LingAeg 15, 2007, 179-183; Schenkel, Tübinger Einführung, 2012, 159-160, § 6.2.3.a). Die Konstruktion jw + n(n) + Infinitiv könnte dann lauten: „Es (war dies), als es kein Wissen gab, ob er (über)leben würde.“
25 ꜥš: Ist phonetisch ausgeschrieben in der Handschrift BM EA 9961 (pHay), Kol. 31 (siehe die Synopse bei Klasens, 14), weshalb die Lesungen njs oder j.n nicht in Betracht kommen.
26 Vgl. auf dieser Statue in einer Anrufung von Isis an Re in Z. 30-31: wdi̯ rʾ=k ḫr ṯꜣw n ꜥnḫ: „Bewege/gib deinen Mund mit (?) dem Atem des Lebens“.
27 Ergänzung der Lücke gemäß der Textparallelen auf der Metternichstele und auf BM EA 9961 (pHay), Kol. 32-33 (siehe die Synopse bei Klasens, 15).
28 rḫ.t: In den übrigen Handschriften steht eher der Infinitiv rḫ und auch hier könnte das t aus einer Fehlinterpretation einer hieratischen Buchrolle entstanden sein. Aber rḫ.t: „Heilerin“ passt im Kontext.
29 {=j}〈Ꜣs.t〉: Panov, 34 kopierte die Frauenhieroglyphe B1. Der Frauenhieroglyphe B1 fehlt vermutlich das Isissymbol auf dem Kopf. Oder es liegt eine Verwirrung zwischen B1 und dem Thron (Q1) vor. Dem Foto nach zu urteilen (Berlev & Hodjash 2004, 336; Hodjash 2004, 22), ist eine Lesung als Thron über t (statt B1) nicht ausgeschlossen. In drei Versionen ist „Isis“ mit dem Thron, t und Ei geschrieben (siehe die Synopse bei Klasens, 15).
30 ⸮ẖr.j? dm.wt: Das Messer ist normalerweise nicht Determinativ von gꜣw-ḥt.jt, so dass hier vielleicht eine Texterweiterung vorliegt.
31 n(n) ꜥq [=t]: Ein Viertelquadrat wurde nicht eingraviert. Man erwartet die laufenden Beinchen (D54) sowie das Suffixpronomen =t. Man braucht zweimal t, einmal für =t und einmal für t(ꜣ) im nächsten Satz.
32 ⸮sḏm? [n=j]: Panov, 34 gibt eine k-Hieroglyphe an, die an dieser Stelle keinen Sinn ergibt (wohl nicht sḏm=k „du sollst gehorchen!“). Es betrifft ein beschädigtes Zeichen gleich am Anfang der Zeile. In den übrigen Versionen steht sḏm n=j (siehe die Synopse bei Klasens, 16).
33 n(n) nꜥi̯=t: Die Lesung nn ꜥq=t (ohne Determinativ D54 bei ꜥq) ist vielleicht auch möglich (so Panov). Auf der Metternichstele (Z. 59) steht nꜥi̯.
34 [W]r[.t]-ḥkꜣ.t: Laut Panov, 36 mit Anm. 101 reicht für eine Ergänzung Ꜣs.t nṯr.t, das in zwei weiteren Handschriften vorhanden ist (siehe die Synopse bei Klasens, 17), der Platz nicht aus. Möglicherweise wurde das Epitheton „die mit großer Magie“ in den Götternamen Werethekau umgedeutet (siehe das Frauendeterminativ am Ende).
35 t(ꜣ) mtw.t m sḫm: So auch auf der Metterichstele und dem pHay. Man erwartet m sḫm=s: „wenn es/das Gift mächtig ist“, das nur auf dem Socle Béhague so ausgeschrieben ist (siehe die Synopse bei Klasens, 17). Laut Panov, 36, Anm. 103 sind die unteren Zeilen (d.h. Z. 80-84) kaum lesbar. Es gibt auch keine publizierten Fotos.
36 nhp: Hinter nhp ist eine kleine Stelle unbeschriftet geblieben, vielleicht weil die Vorlage an der Stelle beschädigt war. In anderen Handschriften steht hier m nhp r-ḥr.j: „Springe nicht hinauf!“ (siehe die Synopse bei Klasens, 17). Dort folgt m ḏd mri̯(.t) Rꜥw swḥ.t smn pri̯ m nh.t „gemäß dem (oder: ist das), was die Geliebte des Re, das Ei der Nilgans, die/der aus der Sykomore hervorgegangen ist, sagt“.
37 m ⸮nw? [r] ⸮pr? ⸮šps.t? m [pr.w=sn / pri̯=s]: Gelesen und übersetzt nach den Parallelen (siehe die Synopse bei Klasens, 18).
38 In den Textparallelen steht p.t ḥtp.tj ḥr rn n(.j) Ꜣs.t nṯr.t / wsr.t jyi̯.tj jni̯=s jḫ.t=s (siehe die Synopse bei Klasens, 18-19).
39 Die von Panov, 34 und 36 gelesenen Hieroglyphen lassen sich nicht zu einem brauchbaren Satz zusammenführen. Auf anderen Handschriften (siehe die Synopse bei Klasens, 19) steht jni̯=s n=j jḫ.t=s / mḥ.n=s pr n.j tꜣḥ.t m kꜣ.w n tꜣḥ (o.ä.): „Die reiche/mächtige Frau ist gekommen, und sie bringt mir ihre Sachen, nachdem sie das Haus der ‚Schlammfrau‘ mit Nahrung für die ‚Schlammfrau‘ gefüllt hat, die mir ihren Stall geöffnet hatte.“ ⸮h(ꜣy).t?=s: Auf anderen Handschriften steht sꜣ: „Stall“.
40 ḥm{nm}〈ꜣ.t〉 h〈h〉=f dr =f n --2Q-- n ⸮jb?=k: Der Text scheint verstümmelt überliefert zu sein. In den Parallelhandschriften steht ḥmi̯=s / jn ḥm hh n(.j) ḥḏ dr=f nbj m ḥꜥw „Es zieht sich zurück. Es ist Salz (?) und der Gluthauch von Zwiebeln/Knoblauch, der die Hitze im Körper vertreiben wird.“ und ḥmi̯=s jn ḥmꜣ.t „Es wird durch das Salz zurückgetrieben werden“ (siehe die Synopse bei Klasens, 20).
41 jt: Gerste oder Brot aus Gerste ist eine Zutat des Heilmittels, für das dieser Spruch rezitiert wird (siehe pHay und Metternichstele).
Auf dem linken Arm: Die Hand des Atum
Vorderseite, auf dem linken Unterarm (unter der rechten [Objektperspektive] Hand, Kol. 85-88), auf dem linken Ellenbogen (zerstört), auf dem linken Oberarm (Kol. 89-103).
[Diese (Hand hier)] ist jene (bekannte) Hand des Atum, die das Gewitter [im Himmel und die [Unruhe] in Heliopolis ver]treibt, [die siegreiche Kämpferin, die ihren Herrn beschützt, Useret/die Mächtige, die Re behütet/rächt an diesem Tag des großen Kampfes im Norden und Westen (oder: im Nordwesten) des Tempels des Uräus-Iusaas, (...)] (...) [nachdem Re seine Verwandlung] in einen Ichneumon von 4[6] Ellen (Länge) [gemacht hatte, um Apophis in dessen Rage niederzuwerfen.]
Du (d.h. Apophis) mögest [zugrunde gehen], (der,) dessen Gesicht heruntergefallen sei und [auf den] gespuckt werde!
[Sie (die Hand-Göttin) ist gekommen und sie hat vertrieben jedes] böse [Unheil], jede böse [Unreinheit], das Gift jeder männlichen Schlange, [jeder weiblichen] Schlange, [jedes Gewürms und jedes Skorpions, das in jedem Glied] dieses [Mannes] ist, der unter meinen (untersuchenden/behandelnden) Fingern ist.
Los, auf den Boden, gemäß dem, [was Horus, der Triumphierende/Gerechtfertigte, gesagt hat!] [Dies ist jene Hand, die ich genannt habe (?).] [Ich] bin Horus, der Triumphierende/Gerechtfertigte, der Skorpionbeschwörer der Selkis. Ich bin aus Horbeit gekommen. [Ich bin herausgekommen bei Tagesanbruch auf die Stimme des Herrn der Menschheit per]sönlich [hin], an jenem Tag des „Umwendens“ auf dem Feld gemäß dem, [was Atum über (?) mich] gesagt [hat.]
[Spruch (?) des Schutzes (durch den) Sohn. (??)]
Ich wurde [begrüßt (?)] (mit) „Willkommen!“ in jenem Namen als „Beschützer-seines-Vaters“. [Ich] habe [meine Arme um Re] gelegt. [Meine Hand ist auf ihm] mit Leben, Heil und Gesundheit. Ich habe (jedes) Glied von ihm geschmückt. [Ich habe seinen Körper] gereinigt/bekleidet. [Ich habe] all seinen [Staub abgeschüttelt.] Ich habe [sein Unheil (oder: seine Schäden)] gereinigt. [Sein] Leiden / seine Verletzung [ist für den Erdboden bestimmt.] [Ich habe sein Unheil (oder seinen Schaden) des/seitens Apophis], das in [seinem ganzen] Fleisch ist, [vertrieben.]
[Re] ist aufgestanden (oder: steht jetzt aufrecht). Wie viel besser ist er (jetzt), als er (zuvor) war! [Ich habe alles Böse von ihm entfernt.] [Möge] dieser Mann, der unter [meinen] (untersuchenden) Fingern ist, [aufstehen]! [Wie viel besser ist] er [(jetzt), als er (zuvor) war!] [Das Gift wird keine Macht über seinen Körper haben.] Sein Herz wird [nicht] wegen seines (des Giftes) Gluthauchs [ermatten]. [Nicht wird die Einwirkung (oder: der Arm) eines Gottes Macht über ihn haben;] [nicht gibt es eine Göttin, die ein Unheil] gegen ihn [verhängt]. (Denn) meine Hand ist über ihm mit [Leben, Heil und Gesundheit.] [Ich bin Haroeris, der Arzt, der Gottesberuhiger,] [der Erb]fürst und Graf, der die beiden Götter trennt, der Vorsteher der Armee, [... Harchebis.]
Auf der linken Schulter: Spruch den Sonnengott betreffend
Am Ende des linken Oberarms [Objektperspektive] und Rückseite (auf der linken Schulter): Kol. 103-111).1
[... ... ...] Glieder [dieses(?)] Mannes, [der unter meinen Fingern ist (?).] [...] Heiligtum (?)2 [... ... ... ... ... ...] sieben3 [... ... ...] Ich habe veranlasst, dass ihr eintretet (??)4 [... ... ... ...] Licht des Re (?) [... ...] Ich habe den Mond (??)5 gegeben [...] [Sei gegrüßt,]6 du (?), der in seiner Sonnenscheibe aufgeht, der herauskommt [... ...] dein (fem.) Gesicht nach unten richten! Das Gift der Schlange ist (jetzt) tot/erledigt(?).
1 Laut Panov, 46 könnten zwei Sprüche in den Z. 103-111 vorliegen. Ohne eine Textparallele ist keine sichere Lesung der Hierolgyphen oder Übersetzung möglich.
2 ⸮ḫw.yt?: Panov, 46 liest n n(ꜣ)y.t „aus der Weberei“, aber das passt nicht zu seiner Textkopie oder zum Foto (Hodjash, Bes 2004, 26; Berlev und Hodjash, Sculpture 2004, 340). Berlev, 350 hat wohl eher recht mit seiner Übersetzung „of sanctuary“.
3 7: Panov, 46 mit Anm. 125 denkt an eine Lesung [ḥw.t] mḥ-7 n(.j) 〈s〉ḫ[r] [ḫft.j ...]: „Kapitel 7 zum Niederwerfen des Feindes ...“ und er vergleicht mit pBremner Rhind 24.21: ḥw.t mḥ-2 n.t sḫr ꜥꜣpp ḫft.j n.j Rꜥw.
4 ⸮rḏi̯.n? ⸮=j? ⸮ꜥq? =tn: Berlev, 350 übersetzt „[I] will command that ye become whole [...]“. Panov, 47 bietet keine Übersetzung an.
5 rḏi̯.n =j ⸮jꜥḥ?: Berlev, 350 hat „I gave battle on the shore“ (vielleicht rḏi̯.n=j ḥwi̯ ḥr sp.t). Panov, 47, hat „Ich habe den Mond [an den Himmel] gesetzt.“
6 [⸮j:nḏ] [ḥr] ⸢=k⸣: Ergänzung gemäß Panov, 47.
Auf der linken Seite: Beschwörung von Gift durch Isis
Auf der linken Seite der Statue, im Rückenbereich hinter den Götterdarstellungen (5 Textkolumnen).
Ich bin Isis, die Herrin von Chemmis, mit effektiven Reden/Worten am geheimen Ort, diejenige, der Geb seine Zaubermacht gegeben hat,1 um den Schutz meines (!) Sohnes Horus zu bereiten, um das Maul eines jeden Gewürms/Gifttieres zu verschließen, 〈um〉 jeden Löwen in der Wüste (oder: auf dem Plateau), jedes Krokodil im Fluss und alle beißenden rʾ-Schlangen in ihren (der Schlangen) Höhlen zurückweichen2 zu lassen, um das Gift (oder: dieses Gift hier) in seinem (Aktions-)Moment abzuwehren, um Atemluft zu geben dem, der eine beengte Kehle hat (d.h. in Atemnot ist), durch (?)3 die Zaubermacht ihrer (d.h. der Isis) Formeln/Äußerungen, in Anwesenheit des Geb, des Erbfürsten der Götter. Komme hinunter (zur) Öffnung des Bisses (?; oder: auf den Boden?),4 (oh) Gift, das in irgendeinem Glied irgendeines Menschen ist, der (Hilfe suchend) zu mir gekommen ist! Du wirst nicht nach oben hinaufsteigen! (Sondern) du wirst zur Öffnung des Bisses (?),5 zu der Stelle, an der (?)6 du eingetreten bist, hinuntersteigen! (So) sprach (?) Isis (?), die Göttin.7
1 rḏi̯ n=s: In anderen Textversionen steht rḏi̯ n=j jt=j Gbb ꜣḫ.w=f (Socle Béhague) und rḏi̯.n n=s Gbb. Dieser Satz könnte auch ein Hauptsatz und kein Relativsatz sein.
2 sḫti̯: Die übrigen Textversionen haben sḫtḫt (pTurin CGT 54051, pBrooklyn 47.218.138 und Socle Béhague), einmal auch nur ḫtḫt.
3 m-ẖr: In den übrigen Handschriften steht nur die Präposition m. Berlev übersetzt „via her who brings the light (of enchantment) of her mouth“, was eine Lesung als m ẖr(.jt) ꜣḫ.t „durch die, die die Zaubermacht ihrer Äußerungen trägt” impliziert.
4 r-ẖr.w 〈r〉 r〈ʾ〉 n(.j) ⸮dm.wt?: Vgl. erneut in Kol. 116, wo 3 x r steht und dort ist r-ẖrw r rʾ n ⸮dm.wt? sicher. In den übrigen Handschriften steht mj-n r-bnr nꜣ mw mr.w: „Kommt nach draußen, (ihr) schmerzende Säfte/Wasser!“. Das unklare 〈r〉 r〈ʾ〉 n(.j) ⸮dm.wt? wird von Panov als 〈r〉 rʾ n šꜥd(?) „(Fall nieder) in das Gemetzel (?)“ transkribiert und übersetzt. Er erklärt seine Lesung nicht. Ob er an die Konstruktion rʾ-ꜥ-n + Inf. denkt? Wir denken an eine abgekürzte Schreibung, die auch bei ẖr.j dm.wt „einer mit Biss(verletzung)“ vorkommt. In Kol. 116 wird das genauer erläutert als die Stelle, an der das Gift in den Körper eingedrungen ist (r bw ꜥq{r}=ṯ 〈r〉=f). Ansonsten könnte auch eine Fehlschreibung (n ist sicher!) für r-ẖrw r tꜣ „zum Boden“ vorliegen (Berlev, 351 übersetzt „Come out, (O) venom“ und liest vielleicht r tꜣ).
5 r rʾ n ⸮dm.wt?: Vgl. schon in Kol. 115. Panov transkribiert erneut hꜣi̯=t r-ẖr r rʾ n šꜥd(?) „Fall nieder in das Gemetzel (?)“.
6 r b(w) ꜥq.n=ṯ 〈r〉⸢⸮=f?⸣: Lesung nicht eindeutig. Panov transkribiert r bw ꜥq=t r=[f] (S. 51), aber seine Hieroglyphen lauten r bw ꜥq{r}=ṯ ⸢f⸣[_] (S. 50).
7 ⸮ḏd.n? ⸮Ꜣs[.t]? nṯr(.t): Lesung gemäß Panov, 50-51. Der Text ist auf den publizierten Fotos nicht erkennbar. Nur nṯr(.t) erscheint plausibel, ⸮ḏd.n? ist sehr unsicher, aber passt zu den Textparallelen. Berlev (in: Hodjash 2004, 33; Berlev & Hodjash 2004, 351) scheint hier ganz anders gelesen zu haben: „give breath to Him-who-is-on-the-horizon!“ Das wäre etwas wie jmy ꜥnḫ n jm.j-ꜣḫ.t, was jedoch ebenfalls nicht auf den publizierten Fotos erkennbar ist und vielleicht bloß auf den Textparallelen basiert.
Auf der linken Seite: Die Hand des Aker
Auf der linken Seite der Statue, im Rückenbereich hinter den Götterdarstellungen, in Anschluss an einem Spruch der Isis (4 Kol.).
Dies ist jene Hand des Aker. Es ist (der Pavian?) Benenti (oder: die Türschwelle),1 den/die Isis gemacht/erzeugt hat, um den Feind abzuwehren. Thoth hat ihn für sie2 mit seinen Händen3 ...?... Er spricht (?) mit wirkmächtigen Sprüchen über ihn4. ODER: Thoth hat ihn für sie2 mit seinen eigenen Händen3 ...?... als (?) ...?... bei ihm4. 〈Dies ist〉 jene Hand des A[ker] (?).5 Nicht gibt es [ein Unwetter (?)]6 wegen ihr gegen (?) den Himmel. Re ist von selbst entstanden, um Horus vor dem Gift der Skorpione7 und vor allen beißenden rʾ-Schlangen zu retten, und (um) diesen Mann/Patienten (hier) vor dem Gift der Skorpione und vor allen beißenden rʾ-Schlangen zu retten. Worte zu sprechen über ...?... ...?... von jeder rʾ-Schlange (?) ist tot.8
1 bnn.tj: Ist ohne Determinativ geschrieben. Berlev versteht es als „doorstep“, d.h. bnn.t „Türschwelle (?)“ (WCN 55910). Das Wort „Türschwelle“ wird in einem anderen magischen Text verwendet: j bnn.t twy ḥwi̯.n rd.wj=j „Oh diese Türschwelle, gegen die meine Füße angeschlagen sind“. Panov, 52 erkennt den Gott „Benti“ (LGG II, 807).
2 ⸮ḥꜣ? s(w/j) n=s: Die Gruppe ⸮ḥꜣ? und das anschließende s(w/j) sind unklar. Berlev übersetzt „Thot made it with his hands“, d.h. er erkennt jri̯.n s(w) Ḏḥw.tj. Die vorangehenden Zeichen ⸮ḥꜣ? scheint er noch zum Feind-Wort “rebel” zu ziehen. Panov, 52 transkribiert ḥꜣj(?).n s(w) Ḏḥw.tj, aber kann das horizontale Zeichen vor n nicht deuten (er gibt N17 als Hieroglyphe). Dem Foto (Berlev und Hodjash, Sculpture, 341 = Hodjash, Bes, 27) nach zu urteilen, könnte es ein Riegel-s sein. Die Reihenfolge abhängiges Pronomen vor pronominaler Dativ entspricht dem jüngeren Ägyptischen.
3 ḏd=f/ḏs=f: Lesung ḏd=f gemäß Panov, 50 52, der nicht ausschließt, dass am Anfang (ꜥ.wj=f) ḏs=f steht. Das Foto (Berlev und Hodjash, Sculpture, 341 = Hodjash, Bes, 27) spricht eher für ḏs=f. Berlev hat ganz anders gelesen: „(so that) his daugh[ter] guards it.“ (etwa zꜣ[.t]=f m ⸮zꜣ.w? ḥr=f) mit zꜣ=f statt ḏd=f/ḏs=f.
4 ḥr/ḫr=f: Panov, 50 und 52 liest ḥr, ḫr erscheint auch möglich. In Kol. 118 ist ḥr=s von der Schreibung nicht als Status pronominalis erkennbar.
5 ḏr.t [t]w(y) n.t Ꜣ[kr]: Lesung gemäß Panov, 50 und 52 „Was diese Hand des A[ker] anbelangt, so gibt es ihretwegen kein [Unwetter] im Himmel.“ Vgl. Berlev, 351: „[Th]is Hand is Akore, because of which there is no ... sickness in heavens.“
6 [⸮nšn.j?]: Ergänzung gemäß Panov, 52. Berlev, 351 hat „because of which there is no ... sickness in heavens.“ Nach der Negation nn hat Panov, 50 eine schraffierte Pyramide als Hieroglyphe vermerkt. Ob „sickness“ für mr/mḥr steht? In dem mehrfach auf dem rechten Arm von Heilstatuen belegten Spruch „Dies ist jene Hand des Atum“ findet sich dr nšn.j m p.t „(die Hand,) die das Unwetter im Himmel vertreibt“. Die Präposition r in r p.t ist unerwartet.
7 ⸮tꜣ? mtw.t n.t ḏꜣr.wt: Das Foto (Berlev und Hodjash, Sculpture, 341 = Hodjash, Bes, 27) erweckt den Eindruck, dass tꜣ oder tw zwischen m-ꜥ und mtw.t steht (nicht bei Panov, 50).
8 Die von Panov, 50 wiedergegebenen Hieroglyphen sind unverständlich und auf dem Foto (Berlev und Hodjash, Sculpture, 341 = Hodjash, Bes, 27) nur teilweise nachvollziehbar. Berlev liest „(... from the mouth of each snake that bites) their calves and from the venom 〈of scorpion〉, from the venom of each mouth, and vice versa. The venom of each mouth is dead!“.
Auf der linken Seite: Spruch gegen Skorpiongift, Isis wird zu ihrem Sohn gerufen
Im Rückenbereich hinter den Götterdarstellungen, in horizontalen Zeilen (Z. 121-133) fortgesetzt unter den Darstellungen über die ganze linke Seite (Z. 134-135).
„(Oh) Isis, (oh) Isis, komme zu Horus! (Oh du,) die ihren Spruch kennt, komme zu deinem Sohn!“
– so sagten1 die Götter in ihrer (d.h. der Isis) Straße (oder: in ihrem Viertel), so, wie wenn (?)2 / weil ein ḏꜣr.t-Skorpion ihn bedrängt/getroffen hat (ḏꜣi̯ Alliteration),3 ein wḥꜥ.t-Skorpion 〈ihn〉 gepikst/aufgelöst/eingefangen (?)4 hat (wḥꜥ Alliteration),5 eine jntš-Tarantel (?) ihn abgepasst / ihm aufgelauert (?)6 hat (sjn/sjni̯ Alliteration mit Metathese). Isis kam heraus, ein msd.t-Kleidungstück (?)7 auf ihrer Brust, indem/nachdem (?) sie ihre Arme ausgebreitet hatte.
Hier bin ich, hier bin ich, mein Sohn Horus! Fürchte dich nicht, fürchte dich nicht, (du) Sohn der/einer zaubermächtigen Frau! Nicht wird irgendetwas Böses in/mit 〈dir〉8 geschehen, ebenso (nicht in/mit) diesem Mann, der unter meinem (untersuchenden) Finger ist. (Denn) der 〈göttliche〉 Same (wörtl.: das Wasser9) in dir gehört Dem, der das, was ist, gemacht hat (d.h. Osiris als Schöpfergott). Du bist [der Sohn Dessen, der in]10 der (mythischen) msq.t-Region ist, der aus dem Nun hervorgekommen ist. Du wirst nicht sterben in/wegen/an der Hitze des Feuers des Giftes. Du bist der große11 Phönix, groß an Gestalt12 oben auf der Weide,13 die sich im großen Füstenhaus14 in Heliopolis befindet. Du bist der Bruder des Abdju-Fisches, der das, was geschehen wird, ankündigt. Die Katze(ngöttin) hat dich im Haus der Neith aufgezogen.15 (Die Nilpferdgöttin) Reret und (die Zwergin) Hit sind der Schutz deines Körpers. Dein Kopf wird nicht dem, der (sich) gegen dich aufstellt (?),16 zufallen!17 ODER: Dein Kopf wird nicht hinunterfallen wegen dem, der (sich) gegen dich aufgestellt (?) hat! Dein Körper wird nicht die Hitze des Gifts aufnehmen! Du wirst auf dem Land nicht zurückweichen.18 [Du] wirst [auf] dem Wasser nicht ⸢schwach/elend⸣19 sein. Keine beißende Ra-Schlange wird Macht (?)20 über dich haben. Nicht wird das Gesicht irgendeines sich nähernden (?) Löwen angreifen können (?).21 Du bist der Sohn des heiligen/abgeschirmten Gottes, der aus Geb hervorgekommen ist. Du bist Horus und (〈ebenso〉 ist es) dieser Mann, der unter meinen (untersuchenden) Fingern ist. Du bist der Sohn des heiligen/abgeschirmten Gottes, der aus Geb hervorgekommen ist. Die vier Schepset-Göttinnen agieren als der Schutz deines Körpers.22
1 j j〈n〉: Auf der Metternichstele (Z. 72) steht j jn. j ist PsPart (Gardiner, EG, § 437, Anm. 9c; Schenkel, Einführung, 232; Schenkel, ı͗n-/= „sagt“ 〈 ı͗(.ı͗) ı͗n- „sagt(e), nämlich“, in: LingAeg 25, 2017, 231-279).
2 n-⸮mj?: Auf der Metternichstele (Z. 72) steht mj-n.tt ḏdb.n s(w) ḏꜣr.t „so wie, wenn / weil ein ḏꜣr.t-Skorpion ihn gestochen hat“. mj-n.tt: Wb. 2, 37.13: „als ob ...; dieweil ....“. Borghouts, Ancient Egyptian Magical Texts, 69: „since a scorpion had stabbed him.“ Ebenso Allen, The Art of Medicine, 62: „since a scorpion has stung him.” Kurth, Einführung, II, 960 (§ 258) mit Anm. 2 übersetzt mj-n.tt- Sätze mit: „denn“, „weil“, eventuell auch mit „während“ oder „so wie“. Die Übersetzung „als ob“ findet sich bei Jansen-Winkeln, Spätmittelägyptische Grammatik, 415, § 668.
3 ḏꜣi̯.t: Auf der Metternichstele steht das Verb ḏdb „stechen“. Ist hier das Verb ḏꜣi̯ mit direktem Objekt „bedrängen, treffen“ gemeint (Wb. V, 515.1-2)?
4 wḥꜥ: Verb, das auf der Metternichstele mit dem Messer und dem schlagenden Arm determiniert ist. Verwendet in Spruch VII der Metternichstele und dort in einer Alliteration zum wḥꜥ.t-Skorpion verwendet, sowie in der Formulierung wḥꜥ m sd „mit dem Schwanz stechen“. Brugsch, Hierogl.-demot. Wb., 4, 1708, schlägt „stechen, verwunden“ vor, wobei er das wḥꜥ.t-Tier noch nicht hat bestimmen können: „Scorpion? Tarantel?“. Wb. 1, 351.3 gibt keine Übersetzung, sondern umschreibt: „vom stechen des Skorpions.“ Ein ähnlich determiniertes Verb wird in Wb. 1, 351.4 separat aufgenommen und umschrieben als „vom zerstören eines Grabes“ (verwendet in Edfou I, 173.13-14; von Wilson, Ptol. Lex., 250 mit „to destroy (a tomb)“ übersetzt). Borghouts, Ancient Egyptian Magical Texts, 69 übersetzt mit „to sting“ (in der Alliteration „since a stinger had stung him“). Geht das Verb auf dieselbe Wurzel wie die Verben wḥꜥ „lösen“ oder wḥꜥ „(Fische und Vögel) fangen“ zurück (nicht laut Satzinger und Stefanović, Egyptian Root Lexicon, Hamburg 2021, 101)? Sander-Hansen, Die Metternichstele, 45 übersetzt „damit ihretwegen der Skorpion abläßt“, d.h. er erkennt wḥꜥ n=s wḥꜥ.t (mit wḥꜥ als „(sich) lösen (von)“), obwohl der Satz vom Aufbau genau wie ḏdb.n s(w) ḏꜣr.t aussieht. Allen, The Art of Medicine, 62 denkt an das Verb wḥꜥ „(Fische und Vögel) fangen“, denn er übersetzt „a spiny scorpion has hunted him.“ Berlev, 352 hat „he was made feeble by the one that makes feeble.“
5 ḏꜣr.t und wḥꜥ.t: Die beiden Wörter für „Skorpion“ sind auf der Metternichstele (Z. 73) phonetisch ausgeschrieben und entsprechen durch Alliteration dem vorangehenden Verb.
6 sjni̯: Ist auf der Metternichstele mit den Beinchen determiniert, d.h. es ist ein Bewegungsverb. Es wird analog zu ḏdb ~ ḏꜣr.t und wḥꜥ ~ wḥꜥ.t in der (weniger gelungenen) Alliteration =s jn(tš) oder in der Alliteration mit Metathese sjn ~ jntš verwendet. Es gibt zwei mit den Beinchen geschriebene Verben: sjn: „eilen“ und sjni̯ „warten (auf)“ (kaus. III-Inf.). Wb. 4, 38.6 hat die Stelle der Metternichstele beim Verb sjni̯ „warten“ eingetragen, mit der kontextuellen Angabe „vom Skorpion der auf den Vorbeigehenden lauert“ (von „warten“ 〉 „auf jem. warten“ 〉 „auflauern“). Ähnlich Borghouts, Ancient Egyptian Magical Texts, 69: „since a spider (?) had lain in waiting for him.“ Andere Forscher arbeiten mit dem Verb „eilen“. Sander-Hansen, Die Metternichstele, 45 übersetzt „damit ihretwegen Inteschet sich schnell davonmacht“, d.h. er erkennt sjn n=s jntš mit dem Verb sjn „eilen“, obwohl der Satz vom Aufbau genau wie ḏdb.n s(w) ḏꜣr.t aussieht. Auch Moret, Horus sauveur, 265 scheint irgendwie mit sjn „eilen“ zu arbeiten: „(celui) que l’animal Intesh a fait s’enfuir“ („eilen“ 〉 „eilen weg von“ = „fliehen“). Noch andere Übersetzungen arbeiten mit „sich nähern“ oder „herbeikriechen“, was nicht als Übersetzung von sjn „eilen“ in den Wörterbüchern registriert ist: Sternberg-el Hotabi, Die Metternichstele, 379: „ein Intesch-Tier hat sich ihm genähert.“ („eilen“ 〉 „herbeieilen“ 〉 „sich nähern“?). Das Gleiche gilt für Drioton, Le théâtre égyptien, 89: „sur qui un insecte venimeux a rampé.“ An ein ganz anderes Verb denkt Allen, The Art of Medicine, 62: „an insect has rubbed him“, d.h. er erkennt das Verb zjn: „reiben“, das normalerweise nicht mit den Beinchen determiniert ist. Berlev, 352 hat „[he was] smitten by a tarantula (?).“
7 msd.t oder m sd: Während auf der Statue des Harchebis die Determinative Kreuz, Strick und schlagender Arm stehen, findet sich auf der Metternichstele (Z. 74) ein Messer und der schlagender Arm. Beides passt zu einem Verb. Allerdings gibt es kein entsprechendes Verb (nur msd Wb. 2, 152.13 „bekleiden“ mit dem Strick V6 nach Edfou I, 176.11-12: 4 jnp.w msd ḥꜥ.w n.j Bꜣ-dmḏ: „vier Anubisgötter, die den Körper des Vereinten Bas bekleiden“). Sander-Hansen, Metternichstele, 45 kommentiert: das Messer-Determinativ könnte von mds: „gewalttätig“ (Verwirrung msd ~ mds) stammen. Er vermutet, dass etwas „auf“ der Brust liegt, weshalb er statt eines Verbs an das Substantiv msd.t „ein Kleidungsstück“ (Wb. 2, 152.12) denkt: „Möge Isis kommen, das msd(.t)-Kleid auf ihrer Brust“. DZA 30.176.780 bietet keine Lesung an. Alle jüngeren Übersetzungen folgen Sander-Hansen: Borghouts, Ancient Egyptian Magical Texts, 69: „Isis went forth with a msḏ-cloth on her breast.” Sternberg-el Hotabi, Die Metternichstele, 379: „Isis (aber) trat hervor mit dem Mesedet-Tuch an ihrer Brust.“ Allen, The Art of Medicine, 62: „Isis came, a mesh shirt on her chest.“ Das msd.t-Gewand wird von Allen, The Ancient Egyptian Pyramid Texts, 2005, 52 mit „tailed kilt“ übersetzt („der mit einem Stierschwanz versehene Schurz“ – m-Instrumentalis + sd „Schwanz“). In den frühen Übersetzungen wird in Präposition m und Verb oder Substantiv sd aufgespalten. Brugsch, Hierogl.-dem. Wb., 1402 s.v. šnb.t hat in Präposition m und Verb sd aufgespalten: „es zeigte sich Isis indem sie öffnete den Anblick ihres Leibes.“ (Brugsch denkt an das Verb sḏ „zerbrechen“, das er noch als „öffnen“ übersetzt). Golenischeff, Die Metternichstele, 10 geht ähnlich vor, aber übersetzt sd ein wenig anders: „es kommt Isis, sich ausstreckend in ihrem Leibe.“ (ebenfalls mit einer veralteten Bedeutung von sḏ „zerbrechen“). Moret, Horus sauveur, 265 hat: „Et Isis sort avec un couteau (?) sur sa poitrine”, was zu einer Lesung m ds (und nicht m sd) passen würde. Bei Drioton, Le théâtre égyptien, 1942, 89 findet man: „Isis sort comme blessée à la gorge.“ Wb. 4, 365.13 hat ein eigenes Lemma śd, das nicht übersetzt wird, mit dem Kommentar „in der Verbindung m śd ḥr šnb.t: von der betrübten Isis“ (Beleg DZA 28.791.340: „unklar“). Es findet sich bei Berlev, 352 als „her breast [clad] in (a dress of the) sed (fabric).“
8 jm〈=k〉: Auf der Metternichstele (Z. 75) steht nn ḫpr (j)ḫ.t nb(.t) ḏw(.t) r=k.
9 mw: Nur auf unserer Statue (nicht auf der Metternichstele, Z. 75) findet sich hinter mw noch ein weiteres Wort, das Panov hieroglyphisch mit sḫm und in der Transkription mit 〈nṯr〉j wiedergibt. Die Übersetzung „Same“ für mw schon bei Golenischeff, Die Metternichstele, 10; Möller (DZA 23.949.590); Moret, Horus Sauveur, 265; Wb. 2, 52.11 (DZA 23.949.590). Borghouts, Ancient Egyptian Magical Texts, 69: „the seed embodied in you is of the one who created that which exists“. Allen, The Art of Medicine, 62: „The water of him who made what exists is in you.“ Gehört der Phallus noch zu mw?
10 ntk [zꜣ ḥr.j-jb]: So ergänzt gemäß der Metternichstele (Z. 76).
11 {tꜣ.w}〈ꜥꜣ〉 wr{km}: Emendierungen gemäß Panov, 55, Anm. 146: die drei Landzeichen stünden für Pfeiler-Arm-Buchrolle (O29:D36:Y1), das km-Zeichen für den Mund r.
12 wr msw.t: Auf der Metternichstele (Z. 77) fehlt wr und msi̯ wird als Verb aufgefasst: „Du bist der große Phönix, der oben auf den Weiden im großen Fürstenhaus in Heliopolis geboren ist.“
13 ṯr.t: Sander-Hansen, Metternichstele, 45 liest „Röhricht“, d.h. twr. Ebenso Allen, The Art of Medicine, 62-63: „You are the big heron that was born on top of the reeds.“ Für die Identifikation von ṯr.t als „Weide“ und für den Zusammenhang mit dem Phoenix in Heliopolis, siehe u.a. Keimer, in: BIFAO 31, 1931, 190. Vgl. in einem Buch vom Atmen: bnw nṯr.j ḥr.j-tp ṯr.wt: Herbin, in: BIFAO 84, 1984, 258 und 280-281.
14 Ḥw.t-sr wr(.t) ⸮jm.jt? Jwn.w: Zwischen dem alten Mann und der Eule findet sich noch ein senkrechtes Zeichen, das Panov, 54 nicht wiedergibt. Wir gehen davon aus, dass jm.j (Z11) gemeint ist. Borghouts, Ancient Egyptian Magical Texts, 70 übersetzt „the house of the Great Magistrate in Heliopolis“, d.h. ḥw.t sr wr m Jwn.w. Allen, The Art of Medicine, 63: „the great Official’s Enclave in Heliopolis.“ Raue, Heliopolis, 346, Anm. 4: „großes Ḥw.t-sr in Heliopolis.“
15 mnꜥ{.t} tw mjw(.t): Auf der Metternichstele (Z. 78) steht mnꜥ{.t}.n 〈t〉w mjw.t.
16 ḏꜣi̯: Wb. 5, 514.17 (DZA 31.536.970) selbst trägt den Beleg unter dem Lemma ḏꜣi̯ ein: „sich feindlich einer Person (mit m) in den Weg stellen“, d.h. Partizip + Präposition m. Allen, The Art of Medicine, 63: „your head will not fall to one who crosses you.“ Panov, Die Statue des Horchebe, 55: „Dein Kopf soll niemandem, der sich dir in den Weg stellt, anheimfallen.” (n(n) ḫr tp =k n ḏꜣi̯ jm=k). Abweichend mit Substantiv + Präposition m „in”. Borghouts, Ancient Egyptian Magical Texts, 70: „Your head will not sink down on account of an opponent in you.” Sternberg, 379: „Dein Kopf wird nicht durch den Feind fallen, der in dir ist.” Auf der Metternichstele könnte auch ḏꜣ.t stehen: Sander-Hansen, Die Metternichstele, 45 übersetzt mit „Widersacherin“. Allerdings vermerkt Wb. 5, 518 dass ḏꜣy.t „Widersacherin“ nur in Verbindung mit dem männlichen „Widersacher“ vorkommt, weshalb hier eher das Substantiv „Widersetzlichkeit; Unheil, Böses“ vorliegen wird. Das feminine Substantiv würde sich dann auf mtw.t „Gift“ beziehen, das implizit im gestochenen Kind vorhanden ist.
17 ḫr n: Bedeutet laut Wb. „fallen wegen“; „fallen zu/an“ wäre ḫr r. Borghouts, Ancient Egyptian Magical Texts, 70: „Your head will not sink down on account of an opponent in you.” Anders Allen, The Art of Medicine, 63: „your head will not fall to one who crosses you“ und Panov, Die Statue des Horchebe, 55: „Dein Kopf soll niemandem, der sich dir in den Weg stellt, anheimfallen.“ (n(n) ḫr tp =k n ḏꜣi̯ jm=k).
18 ḥnḥn: Auf der Metternichstele (Z. 80) steht ḥni̯. Berlev, 352 übersetzt „You will not be sick on the ground.“
19 n(n) ẖsi̯=[k ḥr] mw: Ergänzt gemäß der Metternichstele (Z. 80-81). Panov, 55 liest nn s⸮ḥꜣ? [... ḥr] ⸢mw⸣ „[du sollst auf dem Wasser] nicht [schwach(?) werden]“. Das Zeichen unter den negativen Armen ist ein Strich und steht vielleicht für den Tierbauch mit Schwanz (F32).
20 sḫm: Lesung gemäß der Metternichstele (Z. 81), wo das Verb phonetisch ausgeschrieben ist.
21 nn hꜣi̯.n ḥr n(.j) mꜣj nb: Wir verstehen hꜣi̯ hier als transitives Verb im n sḏm.n=f. Auf der Metternichstele (Z. 82) steht nn rhn mꜣy nb sḫm jm=k: „Kein mächtiger Löwe wird sich auf (?) dir abstützen (?).“ Panov, Die Statue des Horchebe, 55 liest unsere Textversion als: nn {hs}〈ḥsꜣ〉 ḥr n(.j) mꜣy nb 〈m〉 ḫsf〈=k〉: „Kein Löwe ist grimmig, wenn er dich trifft“.
22 ⸮šps.wt?: Auf der Metternichstele (Z. 82-83) steht jw 4 šps.wt m zꜣ n(.j) ḥꜥw=k.
Rückseite: Horusstelen-Spruch A
Rückseite, die ersten 4 von 6 Kolumnen, nach rechts orientiert.
Sei gegrüßt, Gott, Sohn eines Gottes. Sei gegrüßt, Erbe, Sohn eines Erben. Sei gegrüßt, Stier, Sohn eines Stieres, den die göttliche Kuh geboren hat. Sei gegrüßt, Horus, der aus Osiris hervorgegangen ist, den Isis, die Göttliche/Göttin, geboren hat.
Besprich für mich mit deinem Namen! Rezitiere (?)1 für mich mit/aus deiner Magie! Besprich für mich mit deinen (?) Formeln/Klugheit (?)2 und deinen (wirksamen) Zaubersprüchen! Beschwöre für mich mit deinen Rezitationen (?),3 die deine Magie für dich ersonnen hat. 〈Es sind〉 (?) die kunstfertigen Sprüche, die dein (Groß-)Vater Geb dir anvertraut hat, die deine (Groß-)Mutter Nut dir gegeben hat, die dich gelehrt hat dein Bruder/Onkel (?) (oder: und die dir eröffnet hat),4 die Majestät des Vorstehers von Letopolis, um deinen zꜣ-Schutz zu bereiten, um deine mk.t-Protektion/Sicherheit zu wiederholen, um das Maul von jedem giftigen Gewürm zu verschließen, (von) denen, die in der Luft, auf dem Land oder im Wasser sind, um die Menschen wiederzubeleben, um die Götter zufriedenzustellen, um Re mit deinen Lobpreisungen/Gebeten zu verklären.
Komme zu mir, schnell, schnell, heute, so wie als du gesteuert hast (oder: so wie es für dich getan hat der Steuermann)5 im Gottesschiff. Mögest du für mich jeden Löwen in der Wüste, jedes Krokodil im Fluss, alle beißende (Schlangen-)Mäuler in [ihren] Höhlen abwehren. Mögest du ⸢sie mir⸣ [machen] wie einen Kieselstein auf dem Gebirge, wie eine Scherbe eines Topfes auf/entlang der Straße.6 Mögest du mir das/dieses (zuvor genannte) aufgesprungene/pulsierende (?) Gift beschwören, das in jedem Glied eines jeden Mannes ist, der zu mir gekommen ist, und das in jedem Glied eines jeden Kleinviehs ist, das zu mir kommt.
Hüte dich, dass deine Worte deswegen (oder: wegen ihr, d.h. des Gifts) lächerlich gemacht (oder: weggelacht) werden. Siehe, (wenn) sie (d.h. das Gift) gegen dich vorgeht, (dann) ⸢gehst du⸣ (ebenfalls) [gegen] ⸢sie vor⸣. Siehe, dein Name ist [in] mir heute. Lass für ⸢mich⸣ dein Ansehen mittels deiner Magie entstehen! Er[höhe] (es) für dich mit deinen wirksamen Zaubersprüchen, um zu beleben den, 〈der〉 eine beengte Kehle hat! Möge dir Lobpreis gegeben werden durch die Untertanen. Möge Maat in deiner Gestalt (oder: wegen deines Wesens) gepriesen werden. Möge man einen Gott deiner Art herbeirufen. Siehe, möge (man) rufen „der Erbfürst, der die beiden Götter trennt, Harchebis“ als dein Na〈me〉7 heute: „Er ist Horus, der Retter/Beschwörer!“8
1 ⸮šdi̯?: Panov, 64 liest erneut ḏd, aber den Fotos (Berlev und Hodjash, Sculpture, 2004, 328 = Hodjash, Bes, 2004, 14) nach zu urteilen, geht das hintere Ende nicht so weit hinunter, wie bei der ḏ-Schlange erforderlich ist.
2 ⸮šsr.w?=k: Panov, 64-65 verwendet die Hieroglyphe U19, transkribiert stpw und übersetzt „Aussagen“. Die Hieroglyphe könnte auch die Rinderzunge (F20) oder die Schriftschlaufe (H27 oder V62) sein. Welches Wort sich hinter dem Logogramm verbirgt, ist ohne Parallelen schwer zu entscheiden: ob stp.w „das Auserwählte“ (vgl. ṯs stp und ḏꜣjs stp)? Gutekunst, Textgeschichtliche Studien, 128 listet kein entsprechendes Wort. Die Orthographie passt nicht für ḏd.w=k in der Horusstele CG 9407, Z. 4, auf die Panov, 65, Anm. 187 verweist. Die englische Wiedergabe von Berlevs russischer Übersetzung (Berlev und Hodjash, 337; Hodjash 2004, 15) lautet „I have uttered thy words in the form of thy charms“. Ob er an šsr.w denkt?
3 šdi̯.w=k ⸢qmꜣ⸣ n=k ḥkꜣ.w=k ⸮ḥmw.t-rʾ? 〈⸮pw?〉: Eine Zusammenstellung der Textparallelen wäre erforderlich, um die Konstruktion und ihre Abänderungen eindeutig zu bestimmen. Die englische Übersetzung von Berlevs russischer Übersetzung (Berlev und Hodjash, 337; Hodjash 2004, 15) erweckt den Eindruck, dass er ns sp.wt statt šdi̯.w gelesen hat: „I chanted with thy tongue and lips“.
4 ⸮sn?=k: Panov, 64-65 liest wbꜣ n=k: „(die die Person des Chenti-chem) dir anvertraut hat“ (ähnlich Berlev, 16: „(the incantations) which were revealed to thee by the Majesty of Him-Who-Stands-before-(the city of)-Ushem“). Die Zeichen sind nicht eindeutig und vor allem das phonetische Komplement des Beines b ist unsicher.
5 ⸮m? hrw pn: Das erste Zeichen sieht eher wie der schlagende Arm (D40) aus. Es handelt sich sicher um einen Gravurfehler.
6 sḏ ḥn.w n.j qrḥ.t: Diese Formulierung ist für Panov, 2014, 13 ein Grund, die Statue in die „mittlere Hochphase“ der Objekttypologie von Sternberg-El Hotabi zu setzen (s. Sternberg-El Hotabi, 1999, I, 133).
7 m r〈n〉=k: Panov, 18 und 66 liest m r〈ʾ〉 nb „(man ruft) aus jedem Mund“.
8 Horusstelen-Spruch B schließt in der nächsten Kolumne an.
Rückseite und linke Seite: Horusstelen-Spruch B
Rückseite, Kol. 5-6, nach rechts orientiert, mit Fortsetzung auf der linken Seite der Statue auf den Beinen und dem Gesäß.
[Oh] alter Mann, der sich zu seiner Zeit verjüngt, (oh) Greis, der als Jugendlicher agiert (wörtl.: den Jugendlichen spielt), mögest du veranlassen, dass Thoth zu mir auf meine Stimme hin kommt, damit er für mich das Wildgesicht (Neha-her) vertreibt. Siehe, Osiris ist auf dem Wasser; das Horusauge ist bei ihm; der große Flügelskarabäus steht mit gespreizten Flügeln (schützend) über ihm.
Erhebt nicht eure Gesichter, (ihr) Wasserbewohner, bis Osiris, der große Fürst,1 an euch vorbeigegangen sein wird! (Denn) seht, [er ist auf dem Weg nach Busir]is. Seine Hand (?)2 ist mächtig gegen/über euch; sein Sohn Horus ist auf seinem Thron. Versperrt wurde euer Maul, blockiert/verstopft wurde euer Schlund!
Zurück mit dir, (du) Rebell! Erhebe nicht dein Gesicht gegen Osiris! Re steigt hinauf zu seiner Barke, um die Neunheit von Babylon zu betrachten! Die Herren der Unterwelt stehen bereit, dich zu bestrafen. Das Wildgesicht (Nehaher) soll sich von Osiris entfernen,3 während dieser auf dem Wasser ist, (oder) ihr Gesicht wird umgedreht werden, auf ihren Rücken gesetzt (d.h. zum Rücken hin orientiert).4
(Oh Wasserbewohner,) euer Maul wurde von Re verschlossen. Euer Schlund wurde von Thoth verstopft/blockiert. Eure Zunge wurde von Sachmet abgeschnitten. Eure Augen wurden von Heka geblendet. Die Vierergruppe [der großen Götter, die den Schutz des Osiris bereiten,] [sie sind es, die den Schutz]5 bereiten für den, [der] auf dem Wasser ist, sowie den, der eine Bissverletzung hat, und den, der 〈heute〉6 auf dem Wasser ist. Der Klang eines großen Aufschreis ist im Haus-der-Neith; ein großes Gejammer ist im Mund des Katers (oder: der Katze).
Die Götter und Göttinnen sagen: „Was ist los? Was ist los?“ bezüglich (?) des Abdu-Fisches bei seiner Geburt. Bremse für mich deine Schritte, (oh) Rebell! (Denn) ich bin Chnum, der Herr von Herwer. Hüte dich davor, deine Verletzung (oder: dein Leid) ein zweites Mal zu wiederholen, wegen dessen, was mit dir gemacht wurde (?; oder: was du getan hast) in Anwesenheit der Großen Neunheit!7 Ziehe dich zurück! Wende dich ab vom großen Gott, (und von) dem, der eine Bissverletzung hat, und (von) dem, der auf dem Wasser ist, ebenfalls! Hui, hui!
Oh Re! Bekanntlich hast du nicht (mehr) eine aufschreiende Stimme gehört seit dem Abend auf dem Ufer von Nedit. (Es ist) die heftig schreiende Stimme jedes Gottes und jeder Göttin. Die großen Gött〈er〉 sind in Klage wegen des Übels, das du angerichtet hast. Zurück (?), (du) Rebell, der Böses tut. Siehe, Re tobt vor Wut deswegen. Er hat befohlen, dass 〈deine〉 Zerstückelung durchgeführt wird. Zurück mit dir, (du) Rebell! Hui, hui!
1 Wsjr pꜣ sr wr: Diese Variante fehlt in der Auflistung von Gutekunst, Textgeschichtliche Studien, 113 und 173. Er kennt nur drei Beispiele mit Wsjr pꜣ wr.
2 ⸮ḏr.t?: Ein schmales Zeichen (siehe Berlev und Hodjash, Sculpture 2004, 327 = Hodjash, Bes 2004, 13). Panov, 69 liest ns.t „Zunge“ (so auch Berlev, 339) (was wir als den Ideogrammstrich lesen, ist für Panov und Berlev der Abstrich der Zunge), er erachtet ḏr.t und jr.t ebenfalls für möglich. Für die Kombination mit ḥr=tn listet Gutekunst, Textgeschichtliche Studien, 175 nur jr.t=f nḫt(.tj) ḥr=tn. Die Schreibung von ḥr mit phonetischem Komplement r ist in diesen Texten unüblich.
3 rwjꜣ: In vielen Textversionen steht hier jr jwi̯ Nḥꜣ-ḥr r Wsjr oder nn jyi̯ Nḥꜣ-ḥr r Wsjr: siehe die Zusammenstellung der Varianten bei Gutekunst, Textgeschichtliche Studien, 116, der eine Version mit rwj nicht auflistet. Panov, 69 und Berlev, 339 lassen den Satz mit rwj aufhören: „Entferne dich!“ bzw. „Get away!“
4 pnꜥ ḥr=sn ḏi̯ ḥr ꜣ{n}.t=sn: Panov, 54 und 57 liest ḥr=ṯn und ꜣ.t=ṯn, aber das ist nicht auf dem Foto (siehe Berlev und Hodjash, Sculpture 2004, 342 = Hodjash, Bes 2004, 28) erkennbar.
5 pꜣ 4 [nṯr.w] [ꜥꜣ.w] [n.tj] (ḥr) [jri̯] [zꜣ] [ḥr] [Wsjr]: Die von Panov, 54 angegebene Lücke ist zu kurz: Die Textzeile fing vorn an der Plinthe der Horusstele an (siehe das Foto bei Hodjash, Bes, 2004, 28 und vgl. symmetrisch 22 = Berlev und Hodjash, Sculpture 2004, 342 und vgl. symmetrisch 336). Die ersten erhaltenen Spuren ḥr mw n.t[j] sind vielleicht als pꜣ 4 [nṯr.w] [ꜥꜣ.w] [n.tj] (ḥr) [jri̯] [zꜣ] [ḥr] [Ws]⸢jr⸣ ḥr mw nts[n] [jri̯] ⸮sꜣ? 〈n〉 n.t(j) ẖr dm.wt zu ergänzen. Vgl. Gutekunst, Textgeschichtliche Studien, 118-119. Allerdings ist zu bezweifeln, ob die Lücke wirklich so lang gewesen ist.
6 〈m〉 p(ꜣ) ⸮hrw?: Panov, 54 und 57 liest ḥr mw pn „auf diesem Wasser“, aber eine solche Version wird von Gutekunst, Textgeschichtliche Studien, 119 nicht gelistet. Eine Emendierung zu 〈m hrw〉 pn oder 〈m〉 p(ꜣ) {nw}〈hrw〉 ist erforderlich.
7 m-bꜣḥ psḏ.t-⸮ꜥꜣ.t?: Passt vermutlich zu den Spuren und entspricht der üblichen Formulierung (siehe die Varianten bei Gutekunst, Textgeschichtliche Studien, 123). Panov, 58 liest m grḥ / nṯr.w nṯr.wt (ḥr) / ḥmi̯ (j)r=k: „(...) wegen dessen, was du in der Nacht getan hast. / Die Götter und Göttinnen (sagen): ‚Entferne dich, wende dich ab vom großen Gott‘“.
Auf der linken Seite: Horusstelen-Spruch C
Auf der linken Seite auf dem Gesäß, unmittelbar anschließend bei dem Ende von Spruch B.
Oh (du), der aus der Unterwelt gekommen ist, der im (oder: aus dem) Nun aufgegangen ist, der die Beiden Länder mit seinen beiden Augen erhellt: Siehe, deine Mannschaft ist in Freude zu1 deiner Barke gekommen. ODER: Siehe, deine Mannschaft ist angekommen. Deine Barke ist in Freude. Das Leben (?)2 ist bei dem, der deinen Namen nicht kennt. (?) Bremse für mich deinen Schritt, (oh) Maga, Sohn des Seth! Lass deinen Schritt zurückweichen, (oh) Rebell! Man sagt zu dir (oder: über dich) in (dem Ort) Wadjwadj: „Der Gott in ihm (ist) Re“. Zurück mit dir, (du Apophis,) jene Windung der Eingeweide! Es gibt nicht deinen Körper, in dem du entstanden bist. (Du) 〈diese〉 Nabelschnur, 〈weiche zurück vor Re! ...〉3
1 r oder jw: Berlev, 352: „Behold, your retinue hurries to your barque in joy and life, but (still) in ignorance of your name!“ Panov, 61: „Siehe, deine Mannschaft ist gekommen, deine Barke ist froh, mit (?) Leben (?).“
2 ⸮ꜥnḫ?: Lesung nach Berlev und Panov. Berlev, 352: „Behold, your retinue hurries to your barque in joy and life, but (still) in ignorance of your name!“ Panov, 61: „deine Barke ist froh, mit (?) Leben (?). O du, der seinen Namen nicht kennt!“ In weiteren Textvertretern lautet dieser Satz sehr unterschiedlich, oft mit nḏ und nḏ rʾ „beraten“, vermutlich als individuelle Umarbeitungen einer unverstandenen Textstelle.
3 Textende aus Platzmangel. Ob es eine ursprünglich Fortsetzung auf der Plinthe gab?
Auf der Oberseite: kurze Beschwörungen
16 Kol. auf der Oberseite, zwischen Hals, Schultern und den beiden Armen angefangen an der linken Schulter teilweise kaum lesbar.
[...] der Erbfürst [... ... ...], Vorsteher der Armee,1 Harchebis, Sohn des Kammerherrn, der die beiden Götter trennt, Chnumhotep, den [die Hausherrin ...] erzeugt hat [...]2 [Was die Hand des Re angeht,3 ... ...] jede [...] eines jeden Mannes, auf das Maul der [...-Schlange(?) ...] jeden [...], auf das Maul der [...-Schlange(?) ...] jeden [...], auf das Maul der Maak-[...-Schlange(?) ... ...] ... [___]-Göttin von (?) Sais (?) [... ... ...]-Göttin des Re. Worte zu sprechen über ... ... ... Worte sprechen [... ... ...] Schrecken. ...?... ...beißen mit (?) dem Maul ... ... Flamme (?) Heilmittel (?) ... ... ebenso. Ich gebe Leben [... ...] nach unten. Ich habe alles Böse kentern (?) lassen auf dem Maul der Tt-[__]-mꜣꜣ-Schlange, auf dem Maul der Nṯr.t-Schlange,4 (...) auf dem [Maul der] Dbḥ-sqr≡f-Schlange, auf dem Maul der Bꜣ-tḫꜣḫꜣ-Schlange,5 auf dem Maul der Nmḥ-Schlange, auf dem Maul der 〈Ḫsf-Schlange, auf dem Maul jeder männlichen Schlange und jeder weiblichen Schlange, die mit ihrem Maul beißen oder mit ihrem Schwanz/Stachel stechen.〉
1 ḥr.j-mšꜥ: Die Hieroglyphe des Soldaten ist auf dem Foto nicht erkennbar. An anderer Stelle (Bildbeischriften auf der rechten Seite) ist dieser Soldat mindestens einmal stehend dargestellt, mit etwa A211, nicht A12.
2 Berlev, 348 übersetzt „(20) ... the only friend, who has arbitrated between the Two Gods ... the amhant-priest, general Harkhebe, son of the amhant-priest, who has arbitrated between the Two Gods, (21) Khnumhotep, born of the lady of the house ...“, aber in der hieroglyphischen Kopie von Panov, 18 und 62 ist weniger erhalten und ist der Anfang anders. Panov denkt statt [⸮ḏd-mdw?] [⸮jn?] an [zꜣ] „Sohn“, was voraussetzt, dass vor Kol. 144 noch mehr Kolumnen verloren sind, was jedoch nicht der Fall ist.
3 [jr] [ḏr.t] [n.t] [Rꜥw]: Die Ergänzung geht von der Hypothese aus, dass der von Spruch VII des Socle Béhague (Klasens, Magical Statue Base, 39-40) und von der Heilstatue des Anchhep/Anchapis (Kairo JE 41677, Z. 46-52: Daressy, in: ASAE 11, 1911, 189) bekannte Spruch schon hier anfängt. Der Titel ist auf der Heilstatue des Anchapis erhalten.
4 nṯr.t: Auf dem Socle Béhague steht hier die Wꜣmm.t(j)-Schlange.
5 Bꜣ-tḫꜣḫꜣ: Klasens, 101 liest tḫꜣḫꜣ: „the evil soul“; LGG II, 705c hat tḫꜣ((t))ḫꜣ (für tḫꜣtḫꜣ wird auf Wb. 5, 325.21 tjḫtjḫ verwiesen).
Auf der Plinthe: Beschwörungen
zwei Textfragmente mit Spuren von 4 bzw. 5 Kolumnen mit Hieroglyphen auf der Plinthe.Siehe/Komm [... ...] er/sein ... [... ...]. Geh hinaus auf den Boden! [...] ...?... [...] Wasser. [Auge des (?)] Horus [...] ...?... das Gesicht blenden (??) [... ...] jeden/alle/dein [...]. Weiche zurück (?), ... [...]
Auf der Horusstele: Bildbeischriften
(Beischrift vor dem Falken auf dem Papyrusstängel:) Horus, der auf 〈seinem〉 Papyrusstängel ist, 〈der Sohn〉 der Sachmet.1
(Beischrift zwischen der Nefertemstandarte und dem Kopf des Horuskindes:) Nefertem, der Sohn des Ptah, der die beiden Länder beschützt.2
(Mittig unter den Armen des Harchebis, über dem Kopf des Horuskindes:) Sched, der den Kampf (?)3 beschwört (?) im Himmel, (auf der) Erde, (im) Wasser, der im Tempel beschwört.
(Rechts vom (zerstörten) Beskopf:) Sched, der beschwört [...] im Tempel des (?) Himmels (?).4
1 Berlev und Hodjash 2004, 336 (Nr. A.1) übersetzen „Horus, who is on papyrus, 〈the son〉 of Sokhme.“ Siehe das Foto bei Berlev und Hodjash 2004, 330 = Hodjash 2004, 16. Besseres Foto in CLES.
2 Berlev und Hodjash 2004, 336 (Nr. Б) übersetzt „Neftem, the son of Ptah, protecting the Two Lands, (〈the son of〉 Sokhme).“ Siehe das Foto bei Berlev und Hodjash 2004, 326. Besseres Foto in CLES.
3 ꜥḥꜣ: Wird hier als substantivierter Infinitiv „das Kämpfen“ 〉 „der Kampf“ verstanden (Wb. I, 215.20). Panov 2014, 20, Anm. 33 übersetzt mit „das Widrige (?)“ und vermutet eine Substantivierung des Adjektivs ꜥḥꜣ „widrig, schlecht“. Er erwägt als Alternative, dass ꜥḥꜣ ein Partizip sein könnte „der errettet und kämpft“. Er listet auch noch einen Vorschlag von Vittmann: „der einen Mann (ꜥḥꜣwtj) errettet“. Berlev, 348 scheint teilweise anders gelesen zu haben: „The Healer (Savior), who saves, who fights like a winner. The water that saves in the temple“ („a winner“ statt p.t tꜣ).
4 n(.t) ⸮p.t?: Sehr unsicher. Panov, 20, Anm. 33 denkt an ḥw.t-nṯr n.t Ḥr.j-[š≡f].
Auf der rechten Seite: Bildbeischriften
5 Bildregister auf dem Körper, rechts von der Horusstele.
Register I: 3 Gottheiten rechts vom (zerstörten) Beskopf.
Register II: Harchebis vor Harpokrates, Banebded, Hatmehit, dahinter 2 Subregister.
Register III-V: Götterfiguren.
Register I
3 Gottheiten in einem kurzen Register über Harchebis (von Reg. II) Nefertem mit Lotosblütensymbol, falken(?)köpfiger Gott mit Sonnenscheibe auf dem Kopf, Göttin mit unklarer Ikonographie; ohne Beischriften.
Register II
Harchebis verehrt den kleinen Harpokrates, Banebded und Hatmehit; dahinter 2 Subregister mit jeweils 6 Gottheiten.
(leicht nach vorn gebeugter Mann mit langem Schurz, der die Hände verehrend absenkt:) Der Ehrwürdige/Versorgte bei den Göttern von Hat-mehit (= 16. u.äg. Gau), der Chef der Armee, Harchebis, Sohn von Chnumhotep.
(auf der Schmalseite der Horusstele, hinter Harchebis, eine höhere und eine weniger hohe Textkolumne, zur Vorderseite hin orientiert (d.h. weg von Harchebis):) Der Erbfürst und Graf, der Siegelbewahrer des Königs von Unterägypten, der [die beiden] Götter trennt1, der Chef der Armee2, Harchebis, er sagt: Ich bin zu dir gekommen, Banebdjedet. Meine Statue verbleibt in ihr (d.h. in der Stadt Djedet) jeden Tag und gibt (Atem)luft dem, der eine beengte Kehle hat.
(stehende, kleine Person mit Hand am Mund über dem Kindgott:) Harpokrates, der große Gott, der in Mendes wohnt.
(thronender, widderköpfiger Gott mit Atefkrone vor dem Kopf des Banebde:) Banebded, der große lebende Gott des Re.3
(stehende Göttin mit Hathorkrone und Gauzeichen von Mendes auf dem Kopf vor dem Kopf der Hatmehit:) Hatmehit, die in Mendes wohnt.
Register IIa
(vor der ersten Gottheit: Falke mit Doppelkrone auf dem Rücken einer Oryxantilop:) Horus in Hebenu.
(2. Gottheit: ibisköpfiger Gott mit Atefkrone, der eine Hand ausstreckt und eine Papyrusrolle (?) in der zweiten hält:) Der Herr von Hermopolis.
(3. Gottheit: menschenköpfiger Gott mit Sonnen(?)scheibe auf dem Kopf, der einen Arm angewinkelt und mit dem Zweiten einen Wedel hält:) anonym.4
(4. Gottheit: stehender Gott mit Löwen/Widder(?)kopf und Doppel/Atef(?)krone, der ein Was-Zepter und einen horizontalen Stab hält:) anonym.5
(5. Gottheit: stehender Gott mit Hügel oder Fremdlandzeichen auf dem Kopf; er hält zwei Schlangen gekreuzt vor der Brus:) Ha.6
(6. Gottheit: stehende Mumie mit Skarabäus über dem Kop:) (Chepre (?)), der von selbst entstanden ist.7
Register IIb
(vor der ersten Gottheit: stark beschädigte Mumie (nur die Füße sind erkennbar):) [...], Herr/Herrin (?) von Sais (?).8
(2. Gottheit: gänzlich zerstörte, stehende Figur:) [...].
(3. Gottheit: stehende Mumie mit angewinkelten (?) Armen und mit Sonnen(?)scheibe auf dem Kopf:) Chons.9
(4. Gottheit: stehender Zwerg mit angewinkelten Armen und einem Skarabäus in Seitenansicht auf dem Kopf:) Ptah, der Große/Alte, groß an Kraft.
(5. Gottheit: Falke mit Doppelfederkrone, der auf einem Goldzeichen steht:) Horus, groß an Kraft.10
(6. Gottheit: stehender Gott mit Doppelkrone, der eine Schlange diagonal vor der Brust hält:) Horus, der Sohn des Osiris, den Isis, die Göttliche/Göttin, geboren hat.11
Register III
Harchebis verehrt eine stehende Göttin mit Uräus auf dem Kopf, dahinter 3 + 2 x 5 (= 13) weitere Gottheiten.
(stehender Mann mit langem Schurz, der die Hände verehrend gehoben hat, vor ihm:) Der Kammerherr, derjenige, der die beiden Götter trennt,12 der Herold des Königs, Harchebis.
(vor der ersten Gottheit: stehende Göttin mit Uräus auf dem Kop:) anonym.
(2. Gottheit: stehendes Nilpferd mit einem Messer und einer Uräenkrone(?), nach hinten orientiert:) Nut, die Große, die die Götter geboren hat.13
(3. Gottheit: widder(?)köpfiger Gott mit Sonnenscheibe auf dem Kopf, der ein Krokodil speert:) Chnum, Herr von Herwer.14
(über dem Krokodil mit umgewendetem Kopf, das gespeert wird:) Zurück, du [Rebell (?)]!15
(4. Gottheit: Skarabäus mit zerstörtem Kopf und Atef(?)krone, den Hinterbeinen über einem Schenring:) [Pta]h-Tatenen(?), der Große,16 der Vater der Götter.
(5. Gottheit: Nilpferd mit Messer, auf einem Oval/Uroboros stehend:) Werethekau.17
Register IIIa
(1. Gottheit: aufgerichtete Kobra:) Die von (dem Ort) Netjeret.18
(2. Gottheit: hockende Mumie mit Menschenkopf, die ein Lebenszeichen hält:) Herr des Himmels.
(3. Gottheit: hockende Mumie mit Menschenkopf:) Geb.
(4. Gottheit: hockende Mumie mit Menschenkopf, die ein Lebenszeichen hält:) Herr des Himmels.
(5. Gottheit: hockende Mumie mit Krokodilkopf, die ein Lebenszeichen hält:) Sobek.
Register IIIb
(1. Gottheit: hockende Mumie mit Krokodil(?)kopf, die ein Lebenszeichen (?) hält:) Tjenenet (?).
(2. Gottheit: hockende Mumie mit Falken(?)kopf, der ein Lebenszeichen hält:) Re.
(3. Gottheit: hockende Mumie mit Ibiskopf, der ein Lebenszeichen hält:) Thoth.
(4. Gottheit: aufgerichtete Kobra:) Sachmet.19
(5. Gottheit: aufgerichtete Kobra:) Die Mächtige.
Register IV
2 x Fächer in Schenring (M107/S146 var), Sedfestzeichen (L25, R55), gefolgt von 12 Gottheiten.
(1. Gottheit: stehende Göttin mit Thronhieroglyphe auf dem Kopf und verehrend erhobenen Händen:) Isis.
(2. Gottheit: stehende Göttin mit Nephthys-Hieroglyphe auf dem Kopf und verehrend erhobenen Händen:) Nephthys.
(3. Gottheit: stehende Mumie mit Menschenkopf und Götterbart:) Geb.
(4. Gottheit: stehender Gott mit weißer Krone, angewinkeltem Arm und horizontalem Szepter in der zweiten Hand:) anonym.
(5. Gottheit: stehende Mumie mit Menschenkopf und Götterbart:) anonym.
(6. Gottheit: stehende Göttin mit Menschenkopf und Schlangenstab oder Schlangen in der vorderen Hand:) anonym.
(7. Gottheit: stehender Gott mit ...-Kopf und Schlange in der vorderen Hand:) ⸢...⸣.20
(8. Gottheit: stehende Mumie mit Menschenkopf:) anonym.
(9. Gottheit: stehender Gott mit zwei Schlangen gekreuzt vor der Brust:) Heka.
(10. Gottheit: stehender Gott mit Falkenkopf, Sonnenscheibe auf dem Kopf und Was-Zepter:) Re-Harachte.
(11. Gottheit: stehende Mumie mit ...-kopf und weißer Krone:) anonym.
(12. Gottheit: stehende Mumie mit Menschenkopf:) anonym.
Register V
Ein Löwe über einer Schlange, dahinter 10 Gottheiten.
(1. Gottheit: nach hinten orientierte Göttin, die ein Krokodil mit einem Seil bändigt:) Sachmet.
(2. Gottheit: widderköpfiger Gott mit Sonnenscheibe, der das gebändigte Krokodil speert:) Chnum.
(3. Gottheit: stehende Göttin mit Doppelkrone auf dem Kopf, Papyrusstab und Lebenszeichen:) Chesit.
(4. Gottheit: schreitender Ibis auf einer Standarte:) anonym.
(5. Gottheit: Hathorsistrum, von zwei Katzen flankiert zu beiden Seiten, jeweils über der Katze:) Herrin der Vollkommenheit.21
(6. Gottheit: stehender Gott mit Skarabäus über dem Kopf:) Chepre.
(7. Gottheit: stehende Göttin mit Straußenfeder auf dem Kopf:) Maat.
(8. Gottheit: Falke auf einem Papyrusstängel:) anonym.
(9. Gottheit: stehende Mumie mit Menschenkopf und komplexem Szepter, in einer Kapelle:) Ptah, Vater der Götter.
(10. Gottheit: stehender Gott mit Menschenkopf, der ein Was-Zepter hält:) Heka.
1 ⸢wp-nṯr⸣[.wj]: Panov, 16 liest ⸢wḥm⸣-[nsw]. Das Foto in Berlev und Hodjash, Sculpture 2004, 334 (= Hodjash, Bes, 2004, 20) passt vielleicht besser zu wp-nṯr.wj, wie es Berlev, 336 gelesen hat.
2 Chef der Armee (ḥr.j-mšꜥ): Für diesen Titel siehe P.-M. Chevereau, Prosopographie des cadres militaires égyptiens de la Basse Époque (Études et Mémoires d’Égyptologie 2), Paris 2001, 267-268. Die Lesung von Valloggia, Recherche sur les „Messagers“ (wpwtyw) dans les sources égyptiennes profanes, Genève 1976, 200 (nach Informationen von De Meulenaere) und von P.-M. Chevereau, Prosopographie des cadres militaires égyptiens de la Basse Époque (Études et Mémoires d’Égyptologie 2), Paris 2001, 185 als wpw.tj n.j mšꜥ ist abzulehnen.
3 der große lebende Gott des Re (nṯr ꜥꜣ ꜥnḫ n(.j) Rꜥw): Typisches Epitheton des Banebded: siehe LGG IV, 403b-c.
4 Panov, 40 erkennt den Gott Re in der Ikonographie.
5 Panov, 40 fragt sich, ob dies Chonsu sein könnte (mit Fragezeichen!). Siehe die Parallele auf der Heilstatue Turin Suppl. 9 + Florenz 8708 (Kákosy, Healing Statues, 58): Ḥr.j-š=f.
6 Ha (Ḥꜣ): Lesung gemäß Panov, 40 und Berlev, 347. Vielleicht sind die Hieroglyphe auf der Standarte und das Symbol auf dem Kopf jeweils ein mislungenes Löwenhinterteil. Siehe die Parallele auf der Heilstatue Turin Suppl. 9 + Florenz 8708 (Kákosy, Healing Statues, 58): Ḥkꜣ nb ḥkꜣ.w. Hier ist es die Hieroglyphe F178 (Löwenhinterteil auf Standarte).
7 der von selbst entstanden ist (ḫpr ḏs=f): Panov, 40 liest „Chepre, der von selbst entsteht“, indem er den Skarabäus der Inschrift und den Skarabäus über dem Kopf der Mumie je als wirkliche Hieroglyphe liest. Siehe die Parallele auf der Heilstatue Turin Suppl. 9 + Florenz 8708 (Kákosy, Healing Statues, 58): Kꜣ wr ḫpr ḏs=f.
8 [___] ⸢___⸣ ⸮nb? ⸮Zꜣw?: Berlev, 347 übersetzt „... the divine one, the mistress of Sais“. Die Zeichenspuren auf dem Foto Berlev und Hodjash, Sculpture 2004, 337 (= Hodjash, Bes, 2004, 21) sind nicht identifizierbar.
9 Chons ([___] [Ḫn]s.w): Panov, 40 erkennt den Gott Re in der Ikonographie. Siehe die Parallele auf der Heilstatue Turin Suppl. 9 + Florenz 8708 (Kákosy, Healing Statues, 58): Ḫns.w nṯr ꜥꜣ. Berlev, 347 hat jꜣb.t statt sw gelesen.
10 Horus, groß an Kraft (Ḥr.w ꜥꜣ pḥ〈.tj〉): Siehe die Parallele auf der Heilstatue Turin Suppl. 9 + Florenz 8708 (Kákosy, Healing Statues, 58): Ḥr.w ꜥꜣ pḥ.tj.
11 Ḥr.w zꜣ Wsjr msi̯.n Ꜣs.t nṯr.t: Siehe die Parallele auf der Heilstatue Turin Suppl. 9 + Florenz 8708 (Kákosy, Healing Statues, 60): Ḥr.w ⸮zꜣ? Wsjr msi̯.n Ꜣs.t.
12 der Kammerherr, derjenige, der die beiden Götter trennt (jm.j-ḫnt wp-nṯr.wj): De Meulenaere und MacKay, Mendes II, 180: Ab der Dritten Zwischenzeit ist der wichtigste Priester von Hermopolis Parva (mit dem Titel wp-nṯr.wj) in Mendes vertreten (die beiden Orte liegen nur 5 km von einander entfernt). Ab der Saitenzeit sind viele Personen in Mendes jm.j-ḫnt wp-nṯr.wj, d.h. sie tragen einen Priestertitel, der nach Mendes und nach Hermopolis Parva verweist.
13 Nw.t wr.t msi̯(.t) nṯr.w: Siehe die Parallele auf der Heilstatue Turin Suppl. 9 + Florenz 8708 (Kákosy, Healing Statues, 60): Nw.t wr.t msi̯(.t) nṯr.w.
14 H̱nm.w nb Ḥr-wr: Siehe die Parallele auf der Heilstatue Turin Suppl. 9 + Florenz 8708 (Kákosy, Healing Statues, 60): H̱nm.w nb Ḥr-wr.
15 Zurück, du [Rebell (?)]! (ḥꜣ=k sbj): Panov, 41 erkennt in der letzten Hieroglyphe einen Skorpion und übersetzt „Geh zurück, du Skorpion!“. Berlev, in Berlev und Hodjash, Sculpture 2004, 347 (Nr. 26) (und in: Hodjash 2004, 21) hat übersetzt „Stand back, the old one!“ und hat einen alten Mann mit Stock A19 erkannt. Siehe die Parallele auf der Heilstatue Turin Suppl. 9 + Florenz 8708 (Kákosy, Healing Statues, 60): ḥꜣ=k sbj.
16 [Pta]h-Tatenen(?), der Große ([Pt]ḥ-⸮⸢ṯnn⸣? ⸮⸢wr⸣?): Sehr unsicher, vielleicht Ptḥ ḫpr ḏs=f. Siehe die Parallele auf der Heilstatue Turin Suppl. 9 + Florenz 8708 (Kákosy, Healing Statues, 60): Ptḥ-Tnn.
17 Werethekau (Wr.t-ḥkꜣ.w): Siehe die Parallele auf der Heilstatue Turin Suppl. 9 + Florenz 8708 (Kákosy, Healing Statues, 60): Wr.t-ḥkꜣ.w.
18 Für eine Göttergruppe, bestehend aus einer Kobra, Ptah, Geb, Hu, Sia und vier Krokodilgötter (Sekenet, Suy, Saq und Ibetsch), siehe Berlandini, Nakhtefmout, in: Koenig (Hg.), La magie en Égypte, Paris 2002, 89-93 und 138-139 (Fig. 6-8). Unsere Zehnergruppe könnte durch die genannte Gruppe inspiriert worden sein.
19 Sachmet (⸢Sḫm.t⸣): Sachmet bei Panov, 41. Eine Lesung ꜥnḫ.t kann nicht ausgeschlossen werden.
20 ⸢...⸣: Berlev, 347 (Nr. 42) nennt „Horus, who is on papyrus“ zwischen Geb und Heka. Die Hieroglyphen sind sehr beschädigt. Die erste Hieroglyphe könnte ein Vogel sein.
21 Herrin der Vollkommenheit (nb.t nfr.w): Siehe die Parallele auf der Heilstatue Turin Suppl. 9 + Florenz 8708 (Kákosy, Healing Statues, 64). Vgl. Heilstatue Turin Cat. 3031, linke Seite, 4. Reg. (Kákosy, 104 und Taf. XXXII): zweimal nb(.t) nfr.w. Für dieses Motiv des Hathorsistrums zwischen zwei Katzen mit der Beischrift nb(.t)-nfr.w: siehe: Perdu, in: Claes, Wouter (ed.), Elkab and beyond. Studies in Honour of Luc Limme (OLA 191), Leuven/Paris/Walpole MA, 2009, p. 471.
Auf der linken Seite: Bildbeischriften
5 Bildregister auf dem Körper, rechts von der Horusstele.
Register I: 3 Gottheiten links vom (zerstörten) Beskopf.
Register II: Harchebis vor Harpokrates, Banebded, Hatmehit, dahinter 2 Subregister.
Register III-V: Götterfiguren.
Register I
3 Gottheiten in einem kurzen Register über Harchebis (von Reg. II) falken/widderköpfiger Gott mit Atefkrone, Min-Amun, Isis; ohne Beischriften.
Register II
Harchebis verehrt den kleinen Harpokrates, Banebded und Hatmehit; dahinter 2 Subregister mit jeweils 6 Gottheiten.
(leicht nach vorn gebeugter Mann mit langem Schurz, der die Hände verehrend absenkt vor und über ihm:) Der Ehrwürdige/Versorgte {bei}, der Herold des Königs, Harchebis, Sohn von Chnumhotep.
(auf der Schmalseite der Horusstele, hinter Harchebis eine höhere und eine weniger hohe Textkolumne, zur Vorderseite hin orientiert (d.h. weg von Harchebis):) Der Erbfürst und Graf, der einzige Freund, der Kammerherr, der Herold des Königs, Harchebis, er sagt: Ich bin zu dir gekommen, Har[po]krates, [du großer Gott (?), um] deine Vollkommenheit in deiner Anwesenheit [zu betrachten]. Ich weiß, womit dein Herz zufrieden ist. Alle Sachen sind entsprechend dem, was dein Ka sich jeden Tag wünscht.
(stehende, kleine Person mit Hand am Mund über dem Kindgott:) Harpokrates, der große Gott, der in Mendes wohnt.
(thronender, widderköpfiger Gott mit Atefkrone vor dem Kopf des Banebded:) Banebded, der große Gott, [...].
(stehende Göttin mit Hathorkrone und Gauzeichen von Mendes auf dem Kopf vor dem Kopf der Hatmehit:) Hatmehit, die in [Mendes] wohnt.
Register IIa
(vor der ersten Gottheit stehender, falkenköpfiger Gott mit Szepter:) Horus, groß [an Kraft (?)].1
(2. Gottheit: thronender, falkenköpfiger Gott mit Doppelkrone, Vogelschwanz und rückwärts erhobenem Arm mit Flagellum; ein Udjatauge(?) in der vorgestreckten Hand:) ⸢Harendotes⸣ (?).2
(3. Gottheit: Kobra mit unterägyptischer Krone auf einem Papyrusstängel:) Wadjet (?), die auf (ihrem) Papyrusstängel ist, die deinen (?) Sohn schützt. (?)3
(4. Gottheit: stehendes Nilpferd mit Hathorkrone und Doppelfederkrone, rückwärts erhobenem Arm mit Flagellum; ein Messer (?) in der vorderen Tatze; stehend auf einem Oval/Uroboros:) ...?....4
(5. Gottheit: stehender Gott mit Krokodilkopf und Was-Zepter:) Sobek.
(6. Gottheit: stehende Göttin (Krone zerstört), die auf einer Schlange steht, deren Kopf und Schwanz sie in den Händen hält:) [...].
Register IIb
(vor der ersten Gottheit: stehende Göttin mit Schlangen/Geier(?)kopf und Atefkrone:) [Nech]b[et].5
(2. Gottheit: stehender Gott mit Falkenkopf und Doppelfederkrone, der eine Schlange diagonal vor der Brust hält:) Month.
(3. Gottheit: stehende Göttin mit zerstörtem Kopf, die einen Schlangenstab in der vorderen Hand hält:) ...?....6
(4. Gottheit: stehende Göttin mit verehrend erhobenen Händen, die einen Skarabäus mit Menschenkopf und Atefkrone, auf einem Sockel, verehrt:) anonym.7
(5. Gottheit: Skarabäus mit Menschenkopf und Atefkrone, auf einem Sockel:) Ptah, der von selbst entstanden ist.
(6. Gottheit: Schrein mit einem liegenden Krokodil darin, darunter ein weiteres Krokodil:) anonym.8
Register IIc
Register hinter Reg. II.a-b bis zum Rückenpfeiler 3 stehende Gottheiten und 2 stehende Nilpferde.
(vor der ersten Gottheit: stehende Göttin mit Hathorkrone, die etwas in der vorderen Hand hält:) Isis, die Säugende (?).
(2. Gottheit: stehende Göttin mit Nephthyshieroglyphe auf dem Kopf, die zwei Schlangen und zwei Skorpione (?) in der vorderen Hand hält:) Nephthys.
(3. Gottheit: stehender Gott mit Falkenkopf und komplexer Krone, der zwei Schlangen und zwei Skorpione (?) in der vorderen Hand hält:) Horus, der von Behedet, der große Gott, der Herr des Himmels.
(4. Gottheit: stehendes Nilpferd; unklar, ob Beischrift)
(5. Gottheit: stehendes Nilpferd:) anonym.
Register III
4 Gottheiten, gefolgt von weiteren Gottheiten in zwei Subregistern.
(vor der ersten Gottheit: stehender Bes-artiger Gott, pantheistisch mit Flügeln, der einen Arm hinter dem Kopf erhebt:) Orion (?), der Herr des Himmels.9
(2. Gottheit: stehender Gott mit Vierfederkrone, nach hinten orientiert, der eine Schildkröte speert:) Der Herr des Dreißigerspeeres (?).10
(3. Gottheit: Katze auf einem hohen Sockel:) Useret (?), Bastet, die Große (?), die Herrin von Bubastis.11
(4. Gottheit: widder(?)köpfiger Gott mit Atefkrone, der auf dem Rücken eines liegenden Rindes steht und sein Was-Zepter auf dessen Kopf stellt:) Horus, der Triumphator (?).12
Register IIIa
(vor der ersten Gottheit: zwei Skorpione übereinander:) anonym.
(2. Gottheit: kniende Göttin (?), beim aktuellen Publikationsstand nicht genauer beschreibbar:) anonym.
(3. Gottheit: Frosch oder Kobra auf einem Papyrusstängel:) anonym (Hapi).13
(4. Gottheit: Pavian auf einem Sockel, der ein Udjatauge hält, zu einer Schlange auf einer Treppe hin orientiert:) anonym.14
(5. Gottheit Kobra auf einer Treppe:) anonym (Sachmet).15
Register IIIb
(vor der ersten Gottheit: stehender Widder mit Sonnenscheibe auf dem Kopf:) Chnum.
(2. Gottheit: Krokodil mit Tatenenkrone; über dessen Schwanz ein weiteres Krokodil, falkenköpfig und mit Sonnenscheibe, mit nach vorn gedrehtem Schwanz:) anonym.
(3. Gottheit: Udjatauge oder Katze auf einem hohen Sockel:) anonym.
Register IV
8 Gottheiten, die ersten 5 nach vorn orientiert, die letzten 3 nach hinten.
(1. Gottheit: ityphallischer Gott mit Amunfederkrone und rückwärts erhobenem Arm mit Flagellum:) Min.
(2. Gottheit: stehende Göttin (?):) Neith (?).16
(3. Gottheit: stehende Göttin mit einem Skorpion auf dem Kopf und etwas in der vorgestreckten Hand:) anonym oder unleserlich.
(4. Gottheit: stehende Mumie mit einer Scheibe auf dem Kopf, einem Schlangenstab (?) in den Händen:) anonym oder unleserlich.
(5. Gottheit: stehender Gott mit Widder(?)Kopf und Feder (?) auf dem Kopf, einem Schlangenstab in der vorderen Hand, die hintere mit einem Krummstab(?) vor der Brust angewinkelt:) ...?....17
(6. Gottheit: stehende Göttin mit Hathor(?)krone, die auf einem Krokodil steht und ihr Szepter auf seinem Kopf abstellt; nach hinten orientiert:) Werethekau.
(7. Gottheit: zweiköpfige(?) Göttin mit Sonnenscheibe(?) auf dem Kopf, die auf einem Krokodil steht und zwei Szepter hält; nach hinten orientiert; ein Falke (?) oder Feder auf dem Kopf des Krokodils:) Werethekau.18
(8. Gottheit: Falke auf einem Papyrusstängel:) Horus, der auf (seinem) Papyrusstängel ist.
Register V
5 oder 6 Gottheiten, die ersten nach vorn orientiert, die letzten nach hinten.
(1. Gottheit: stehender Gott, der zwei Schlangenstäbe über dem Kopf eines liegenden Krokodils hält:) ...?....
(2. Gottheit: stehender krokodil(?)köpfiger Gott, der zwei Schlangenstäbe über dem Kopf eines liegenden Krokodils hält:) ...?....19
(3. Gottheit: stehendes Nilpferd, nach hinten orientiert:) Ipet(?), die Große.20
(4. Gottheit: stehender Affe(?), der eine Schlange (?) in den beiden Händen vor sich hält; nach hinten orientiert:) Der von der Maat lebt.
(5. Gottheit: stehender Gott mit Widder(?)kopf, der einen Falken auf der ausgestreckten vorderen Hand hält; nach hinten orientiert; vor ihm eine Schlange:) Chnum.21
1 groß [an Kraft (?)] (ꜥꜣ [⸮pḥ.tj?]): So die Lesung von Berlev laut Panov, 70, Anm. 195.
2 ⸢Harendotes⸣ (?) (⸢⸮Ḥr.w-nḏ-jt≡f?⸣): Panov, 70 erkennt „Harendotes“, er gibt jedoch keine Hieroglyphen (ebenso Berlev, 347, Nr. 55). Siehe die Parallele auf der Heilstatue Turin Suppl. 9 + Florenz 8708 (Kákosy, Healing Statues, 60): Ḥr.w nḏ-jt=f. Vgl. Heilstatue Turin Cat. 3031, rechte Seite, 5. Reg. (Kákosy, 103 und Taf. XXIX-XXX): Ḥr.w ⸮nṯr.t=f?.
3 ⸢⸮Wꜣḏ.t?⸣ ḥr.j(.t) wꜣḏ mki̯(.t) zꜣ ⸮=k?: Siehe die Parallele auf der Heilstatue Turin Suppl. 9 + Florenz 8708 (Kákosy, Healing Statues, 60): ḥr.j(t) wꜣḏ mki̯(.t) zꜣ=s. Berlev 347 (Nr. 56) hat „Uto, [who is] in front of the (city of) Puto, who protects (?) her son.“
4 ...?... (wb[n] oder Ḥr.w jm.j [šnw.t]): Siehe die Parallele auf der Heilstatue Turin Suppl. 9 + Florenz 8708 (Kákosy, Healing Statues, 60): Ḥr.w wbn jm.j-šn.wt; vgl. Heilstatue Turin Cat. 3031, rechte Seite, 5. Reg. (Kákosy, 103 und Taf. XXIX-XXX): Ḥr.w ⸮jm.j? šnw.t wbn.
5 [Nech]b[et] (Nḫb.t): Lesung nach Berlev, 347, Nr. 63. Panov, 70-71 vermerkt keinen Namen, aber auf dem Foto bei Berlev und Hodjash, Sculpture 2004, 344 ist zumindest ein b zu vermuten.
6 ...?... (⸮sḏm=f?): Panov, 70-71 liest ḥr.j-š=f, d.h. „Herischef(?)“ mit einem Fragezeichen (!), denn die Ikonographie passt nicht dazu. Berlev, 347, Nr. 65 hat „[She who] heeds (to supplications) and helps.“ Vgl. Heilstatue Turin Cat. 3031, rechte Seite, 6. Reg., 4. Gottheit: ⸮Sḏm(.t)? nb (Kákosy, Egyptian Healing Statues, 103 und Taf. XXX): Kákosy, Egyptian Healing Statues, 103 liest und übersetzt Sḏm (?) nb „Who hears(?) everything“ oder Qm nb (ohne Übersetzung). Er verweist auf eine Göttin Sḏm „Hearing“ auf der Heilstatue Neapel 1065 (linke Seite des Rückenpfeilers, 1. Reg., 3. Gottheit): eine verehrende Göttin (Kákosy, 148 und Taf. 44).
7 Siehe die Parallele auf der Heilstatue Turin Suppl. 9 + Florenz 8708 (Kákosy, Healing Statues, 52): die Göttin hat die Maatfeder auf dem Kopf.
8 Siehe die Parallele auf der Heilstatue Turin Suppl. 9 + Florenz 8708 (Kákosy, Healing Statues, 52): ein Krokodil heißt jmn rn=f.
9 Lesung gemäß Panov 2014, 70 und 71 und Berlev, 347 (Nr. 68).
10 Herr des Dreißigerspeeres (⸮nb? ⸮mꜥbꜣ?): Die Spuren könnten passen. Vgl. das Foto bei Berlev und Hodjash, Sculpture 2004, 344 und 345. Panov, 71 identifiziert den Gott als Onuris, aber er gibt keine Hieroglyphen. Berlev, 347 (Nr. 69) übersetzt mit „The Lord of harpoon“. Vgl. Heilstatue Turin Suppl. 9 + Florenz 8708 (Kákosy, Healing Statues, 64): nb mꜥbꜣ šꜥ⸮d? ⸮tꜣ.wj?. Vgl. Heilstatue Turin Cat. 3031, linke Seite, 2. Reg. (Kákosy, 104 und Taf. XXXI-XXXII) mit der Beischrift nb mꜥbꜣ ⸮m-ꜥ? ⸮ds.wj?.
11 Useret (?), Bastet, die Große (?) (⸢⸮Wsr.t?⸣ Bꜣs.t(j.t) ⸢⸮ꜥꜣ.t?⸣): Panov, 70 gibt die Hieroglyphen Bꜣs.t(j.t) nb(.t) Bꜣs.t, aber er übersetzt „Bastet, die Große, die Herrin von Bubastis.“ Berlev, 347 (Nr. 70) übersetzt mit „Wosre Ubaste the great, the mistress of Ubese“.
12 Horus, der Triumphator (?) (⸮Ḥr.w wn?): Panov 2014, 70 und 71 und Berlev, 347 (Nr. 71) lesen Ḥr.j-š=f, aber nicht als solches auf dem Foto erkennbar. Siehe die Parallele auf der Heilstatue Turin Suppl. 9 + Florenz 8708 (Kákosy, Healing Statues, 64): Ḥr.w ⸮dwntj?. Vgl. Heilstatue Turin Cat. 3031, linke Seite, 2. Reg. (Kákosy, 104 und Taf. XXXI) mit der Beischrift Ḥr.w wn.
13 Siehe die Parallele auf der Heilstatue Turin Suppl. 9 + Florenz 8708 (Kákosy, Healing Statues, 64): Ḥꜥpj nṯr ꜥꜣ.
14 Auf Heilstatue Turin Cat. 3031, linke Seite, 3. Reg. (Kákosy, 104 und Taf. XXXII) und Heilstatue des Psammetichseneb Turin Suppl. 9 + Florenz 8708 (Kákosy, 64-65 und Taf. VIII) lautet die Beischrift bei der Schlange gegenüber vom Pavian Sḫm.t wḏꜣ.t und es findet sich keine Beischrift beim Pavian. Auf Heilstatue Neapel 1065 (Kákosy, 152 und Taf. XLIII) lautet die Beischrift Ḫns.w ḥnk wḏꜣ.t. Vielleicht wurde der Text falsch segmentiert und wḏꜣ.t gehört ursprünglich zum Pavian.
15 Siehe die Parallele auf der Heilstatue Turin Suppl. 9 + Florenz 8708 (Kákosy, Healing Statues, 64): Sḫm.t.
16 Panov, 70 und 71 konnte den Namen nicht lesen, aber er schreibt (Anm. 201), dass Berlev „Neith“ gelesen hat. Die vorhandenen Fotos reichen nicht aus, um die Figur zu beschreiben.
17 Panov, 70 gibt als Hieroglyphen wr-ḥ[__], jedoch keine Übersetzung (auf S. 71). Berlev, 347, Nr. 76 übersetzt „[He who is] great of [his] enchantments“ und scheint an wr-ḥkꜣ.w zu denken. Die Spuren auf dem Foto bei Berlev und Hodjash, Sculpture, 2004, 344 lassen eher an [_]r zꜣ ⸮Ptḥ? o.ä. denken.
18 Siehe die Parallele auf der Heilstatue Turin Suppl. 9 + Florenz 8708 (Kákosy, Healing Statues, 54): Wr.t-ḥkꜣ.w.
19 Krokodil(?)köpfiger Gott: Panov, 71 beschreibt die Gottheit als ibisköpfigen Gott mit Bändern.
20 Ipet(?), die Große ([J]⸢p.t⸣-wr.t): Panov, 71 übersetzt „Thoeris“. Berlev, 347, Nr. 82 hat „Toure“. Die Fotos bei Berlev und Hodjash, Sculpture, 2004, 342 und 345 lassen eher Ipet-weret vermuten.
21 Lesung nach Panov, 70 und 71 und Berlev, 347 (Nr. 84).
