Heilstatue des Wesirs Psammetichseneb

Metadaten

Wissensbereiche
Alternative Namen
Trismegistos TM 109217 Turin Suppl. 9 + Florenz 8708
Aufbewahrungsort
Europa » Italien » (Städte D-P) » Florenz » Museo Egizio, Europa » Italien » (Städte Q-Z) » Turin » Museo Egizio
Erwerbsgeschichte

Der erhaltene Teil der Statue ist in zwei Stücke zerbrochen, von denen das obere sich heute im Ägyptischen Museum in Turin, das untere sich im Museo Archeologico in Florenz befindet. Es ist davon auszugehen, dass die Statue bereits bei der Auffindung zerbrochen war, da lediglich die obere Hälfte in den Publikationen von Athanasius Kircher (1654, 1666) abgebildet ist bzw. im Museo Kircheriano in Rom ausgestellt war (ab 1651?). Das Turiner Fragment wurde aus dem zwischen 1874 und 1913 aufgelösten Museo Kircheriano erworben (im Jahr 1896 laut Homepage Turin; Leospo 1989, 69; Roccati 1989, 203; Lollio Barbieri 1995, 115-117). Wie das Fragment in Florenz ins dortige Museum gelangt ist, ist nicht publiziert. Es stammt aus den Sammlungen der Medici (Lollio Barbieri 1995, 183). Kircher 1654, 506 spricht von zwei Statuen in seinem Museum (vgl. Leospo 1989, 69 und 878, Anm. 19, die darin vielleicht auch das Fragment von Florenz vermutet). Nachdem H. de Meulenaere die Vermutung geäußert hatte, dass beide Teile zusammengehören könnten (mündliche Mitteilung an Kákosy; Roccati 1989, 203), wurde dies im Jahr 1984 durch einen Gipsabguss, der von Florenz nach Turin gesandt worden war, bestätigt (Kákosy 1999, 37).

Herkunft
Vorderasien und Europa » Rom, Nildelta » südliches Delta » östlicher Teil » Heliopolis

Das Turiner Fragment wurde im 17. Jh. (vor 1654) in Rom gefunden (Kircher 1654, 506; Roullet 1972, 121). Kircher 1654, 506 gibt als Fundort an: „in antiquissimis romanae urbis ruderibus“, d.h. „in sehr alten Schutthaufen/Ruinen der römischen Stadt“. Es wird angenommen, dass die Statue ursprünglich irgendwo in Ägypten aufgestellt war (Roullet 1972, 155), bevor sie in der Römerzeit nach Rom transportiert wurde. Dass sie dort vielleicht im Iseum Campense aufgestellt war (Lollio Barberi 1995, 183, mit Fragezeichen!), lässt sich nicht nachweisen. Über die Herkunft des Fragments in Florenz ist nichts publiziert, aber Pellegrini 1898, 170 erwähnt, dass er es gänzlich mit Kalk verkrustet vorgefunden hat, was zu den Ruinen Roms für das Turiner Fragment passt. Vom Statuenstifter, dem Wesir Psammetichseneb, sind vier weitere Statuen bekannt (Statue Louvre E 17379; Statue Kairo CG 682 = JE 29877; 2 Statuen im Pariser Kunsthandel). Die Inschriften dieser Statuen zeugen von Beziehungen nach Memphis, Heliopolis, Alt-Kairo (H̱r-ꜥḥꜣ) (Yoyotte 1954, 92-94, 99; el-Sayed 1982, 187, 188), Bubastis und vielleicht Letopolis (Perdu 2006, 45-46, 48-49), so dass auch die Heilstatue ursprünglich aus dem südlichen Unterägypten (aus der weiteren Umgebung von Heliopolis) gekommen sein dürfte. Perdu 2006, 44 verweist auf das oberste Abbildungsregister auf der linken und rechten Seite der Statue, wo Psammetichseneb in Verehrung vor jeweils vier Gottheiten kniet, die im Pantheon von Heliopolis passen, jedoch nicht typisch für das Repertorium der Heilstatuen sind. Deshalb nimmt er an, dass diese Statue aus dem Tempel von Heliopolis stammt.

Datierung
(Epochen und Dynastien) » Pharaonische Zeit » Spätzeit » 30. Dynastie

Objekttypologisch werden Heilstatuen meistens in die 30. Dynastie bis in die (frühe) Ptolemäerzeit datiert (Chen 2020, 38-40), weshalb die Heilstatue des Psammetichseneb auch in diese Zeit eingeordnet wird (z.B. Sternberg el-Hotabi 1999, II, 102: „Frühe Hochphase“ oder ca. 380-280 v. Chr.). Weder die fünf Statuen von Psammetichseneb, noch Denkmäler seiner Familie tragen den Namen eines Königs. Yoyotte 1954, 113 platziert die Familie in die Zeit 350-250 v. Chr., wobei die beiden Wesire der Familie „dans les derniers temps de la monarchie nationale“ gehören (Yoyotte 1954, 112). Laut Perdu 2006, 47 haben die Statuen des Psammetichseneb stilistische und orthographische Merkmale, die gemeinsam für die 30. Dynastie sprechen. Er nennt die Heilstatue des Merhoritef (Florenz 1788), die ebenfalls stilistisch in die 30. Dynastie datiert wird, als engste Parallele für die Heilstatue des Psammetichseneb. Eine genauere Datierung ist nicht möglich (Perdu 2006, 47; Forgeau 2018, 220-222), obwohl dies manchmal versucht wird. R. el-Sayed datiert die Kairo-Statue CG 682 des Psammetichseneb ans Ende der 29. oder an den Anfang der 30. Dyn. (el Sayed 1982, 204). Eine Datierung unter Nektanebos II. (359-341 v. Chr.) (so Roccati 1989, 203; Bolla 1997, 388) oder ans Ende des 4. Jhs. v. Chr. (Leospo 1989, 64) basiert vielleicht auf dem Motiv der Verehrung des pantheistischen Sonnengottes, über dem sich zwei magische (?) Kartuschen befinden. Es befindet sich an derselben Stelle auf der Heilstatue des Anchhapi (Kairo JE 41677) aus der Regierung Nektanebos II. (Daressy, 1911, 188). Es ist unsicher, ob Heilstatuen wie die von Psammetichseneb schon vor der Regierung Nektanebos II. belegt sind (Kákosy 1987, 179; Chen 2020, 38-40). Wegen der regelhaften Nennung des Wesir-Amtes als höchster Titel des Psammetichseneb kann die Statue nicht mehr aus der 31. Dynastie (341-332: so jedoch Homepage Turin: 343-332 BCE) oder der (frühen) Ptolemäerzeit (Gutekunst 1995, 284, 369) stammen. Textgeschichtlich gehört Spruch B zur „P-L-Version“, die laut Gutekunst 1995, 282 und 284 bislang nur in seiner textgeschichtlichen „Hochphase“ belegt ist, d.h. „Spätdyn. – Frühptol. (ca. 400-250/200?)“ (Gutekunst 1995, 34).

Textsorte
Rezitation(en) » Beschwörung(en)
Inhalt

Die Beschriftung besteht aus magischen Sprüchen sowie aus Beischriften bei den Darstellungen.

- auf der Brust: Ertüchtigung des Herzens

- rechte Seite Horusstele und Beine: Spruch B

- linke Seite Horusstele und Beine: Spruch A

- rechter Arm: Die Hand des Atum; Transformation des Re in ein Ichneumon

- linker Arm: Der Arm des Heh, die Finger des Re, der Fingernagel des Atum

- Vorderseite der Horusstele: Gebete an Horus auf seinem Papyrusstängel und an Nefertem. Sie mögen den Schutz des auf dem Wasser und dem Land Reisenden sowie des Gebissenen/Gestochenen bereiten. Entsprechend mögen sie (das Maul) die Kriechtiere, die mit dem Maul beißen oder mit dem Schwanz stechen, verschließen und Krokodile sowie Löwen abwehren.

 

Ertüchtigung des Herzens: Reaktive/kurative Magie, Thoth, Herz, Biss/Stich (Gift)

Spruch oder Begrüßung/Gebet, an Thoth gerichtet. Er möge das Herz eines Gebissenen/Gestochenen funktionsfähig und wohlbehalten sein lassen. Am Ende steht eine Handlungsanweisung: der Spruch sei über eine Abbildung des Thoth in schwarzer Tinte, die über dem Herzen des Patienten gemalt ist, auszusprechen.

 

Horusstelentext B: Reaktive/kurative Magie, Beschwörung, Schutz auf dem Wasser, Osiris, Reisende, Wassertiere, Nehaher.

Der sogenannte „Spruch B“ der Horusstelen und Heilstatuen hat zum Ziel, einen Reisenden auf dem Wasser zu schützen, insbesondere vor Krokodilen. Er fängt mit einer Anrufung an den Sonnengott/Schöpfergott an, dass dieser Thoth schicken möge, um das Krokodil Nehaher vom Rezitierenden zu vertreiben. Er sagt, dass Osiris mit dem schützenden Horusauge auf dem Wasser ist und dass ein Angriff auf einen Reisenden gleichkommt mit einem Angriff auf das Horusauge. Anschließend spricht der Zauberer/Beschwörer die gefährlichen Wassertiere und insbesondere das Krokodil Nehaher direkt und in imperativischer Form an. Sie sollen Osiris nicht angreifen, oder ihnen wird das Gesicht umgedreht werden bzw. ihnen droht die Vernichtung. Er sagt, dass eine Vierergruppe von Göttern Osiris und den mit einer Biss-/Stichverletzung beschützt. An dieser Stelle hört diese Kurzversion von Spruch B aus Platzmangel auf.

 

Horusstelentext A: Reaktive/kurative Magie, Horus-Sched, Thoth; dwꜣ-Verehrung

Ein von Thoth ausgesprochener Spruch zur „Verehrung“ des Horus, um ihn zu „verklären“. Die Ich-Person (Thoth als Magier) begrüßt den jugendlichen Horus und bittet ihn, dass er mit seiner Magie und seinen Zaubersprüchen kommen möge, um die gefährlichen Tiere in der Wüste, im Wasser und in den Höhlen abzuwehren und um das Gift im Patienten zu beschwören. Wenn das Gift gegen Horus (als Patienten) vorgeht, dann soll er gegen das Gift vorgehen. Der Spruch ist aus Platzmangel verkürzt und hört mit dem Satz auf, dass Horus’ Name im Rezitierenden ist, d.h. dass er sich mit Horus identifiziert.

 

Hand des Atum, Re als Ichneumon: Magie, Hand des Atum, Re, Ichneumon, Apophis, Horus, Skorpionbeschwörer, Arzt

Die rechte Hand des Heilers wird mit der personifizierten Hand des Atum gleichgesetzt. Die Hand wird als eine siegreiche Kämpferin für Re beschrieben, nachdem Re selbst sich in einen Ichneumon verwandelt hat, um die Apophisschlange zu besiegen. Die Hand oder ihre Personifikation als Uräus-Iusaas besiegt das Gift von Schlangen und Skorpionen. Anschließend identifiziert sich der Rezitierende/Heiler mit Horus, dem Skorpionbeschwörer, der aus Horbeit gekommen ist. Horus steht dem Sonnengott Re bei, er versorgt und reinigt dessen Körper und beseitigt das Unheil von Apophis. Hier hört der Spruch aus Platzmangel auf.

 

Unterarm des Heh, Finger des Re, Fingernagel des Atum: Konvolut von kurzen, unklaren Sprüchen, die mit dem linken Arm des Heilers, seinem Finger oder seinem Fingernagel zusammenhängen. Sie werden mit den entsprechenden Gliedern des Sonnengottes gleichgesetzt. Der Uräus des Re oder des Osiris spielt eine Rolle. Ziel ist die Beschwörung von Gift im Patienten.

 

Gebete an Horus auf seinem Papyrusstängel und an Nefertem: Prophylaktische Magie; Horus auf seinem Papyrusstängel; Nefertem; Schlange, Krokodil, Löwe

Horus auf seinem Papyrusstängel und Nefertem mögen den Schutz des auf dem Wasser und dem Land Reisenden sowie des Gebissenen/Gestochenen bereiten. Entsprechend mögen sie (das Maul) die Kriechtiere, die mit dem Maul beißen oder mit dem Schwanz stechen, verschließen und Krokodile sowie Löwen abwehren.

Ursprünglicher Verwendungskontext

Sicherlich war die Statue ursprünglich in einem Tempelbezirk aufgestellt. Laut Perdu 2006, 41 waren die fünf Statuen, die es von Psammetichseneb gibt, gedacht, um die Erinnerung an den Wesir in verschiedenen Tempeln von Unterägypten lebendig zu halten.

Material
Nicht Organisch » Stein » Granit
Objekttyp
Artefakt » Skulptur » Statue / Figur
Technische Daten

Material: Schwarzer/Grauer Granit (Kákosy 1999, 39: „dark granite“); Granodiorit (Homepage Turin). Weitere Bezeichnungen: schwarzer Basalt (für Turin Suppl. 9: Sternberg el-Hotabi 1999, Bd. II, 110); grüner Steatit (für Florenz 8708: Sternberg el-Hotabi 1999, Bd. II, 102).

Höhe 36+x cm, Breite 12 cm, Dicke/Tiefe 16+x cm (Kákosy 1999, 39). Das Gewicht des Fragments in Turin wird auf 8 bis 10 kg geschätzt (Chen 2020, 36, Anm. 56). Heilstatue eines stehenden Mannes, der eine Horusstele vor dem Unterkörper hält. Kopf, linke Schulter und Füße fehlen. Die ursprüngliche Höhe könnte ca. 47 cm betragen haben (ohne den Sockel; bei einem geschätzten Verlust von 5 bis 5,5 Quadraten für Kopf und Füße in einem Grid von 22,5 Quadraten). Der Körper ist oberhalb der Horusstele schräg nach hinten in zwei Teile zerbrochen. Der Oberkörper in Turin besitzt eine Höhe von 16,6 cm und eine Breite von 13,5 cm. Der Unterkörper in Florenz hat eine Höhe von 23 cm und eine Breite von 12 cm. Die zusammengesetzten Fragmente ergeben eine Höhe von 36 cm, eine Breite von 12 cm und eine Tiefe/Dicke von 16 cm (Kákosy 1999, 39). Der Mann ist wie ein Wesir gekleidet: er trägt ein brusthohes Gewand und hat eine Maatstatuette als Amulett um den Hals vor der Brust gehängt. Die hohe und schmale Horusstele zeigt das nackte Kind frontal dargestellt, mit Jugendlocke an der Schläfe sowie Besmaske über dem Kopf. Er hält eine Schlange, einen Skorpion und eine Antilope sowie den Papyrusstängel mit dem Falken auf der Dolde in der rechten Hand, eine weitere Schlange, einen Skorpion, einen Löwen sowie die Nefertemstandarte in der linken. Die Krokodile unter seinen Füßen sind weggebrochen.

Schrift
Hieroglyphen
Bearbeitungsgeschichte

Die Zeichnungen von Kircher 1654 und 1666 des Turiner Fragments erlauben es nicht, die Inschriften zu lesen. Dank der Edition von Pellegrini 1898 wurden die Texte des Fragments in Florenz ab dem Jahr 1898 zugänglich (von Altenmüller 1965 genutzt). Breasted hat im Zeitraum 1900/01 eine neue Abschrift dieser Texte in Florenz für das Berliner Wörterbuch angefertigt oder sie zumindest kollationiert (Erman und Grapow 1953, 39-40). Nachdem De Meulenaere die Zusammengehörigkeit der Fragmente Florenz und Turin erkannt hatte, wurden Fotos der vereinigten Stücke veröffentlicht (Kákosy 1987, 173; Leospo 1989, 65; Roccati 1989, 203), aber die Texte des Fragments in Turin sind erst von Kákosy 1999 ediert worden. Gutekunst 1995 berücksichtigt das Stück in Florenz für seine textkritische Studien von Spruch B; ihm ist bekannt, dass das Turiner Fragment dazugehört. Sternberg-El Hotabi 1999 listet die Heilstatue in ihrer Aufstellung der Heilstatuen auf, thematisiert sie jedoch nicht weiter. Chen 2020 hat die Heilstatue in seiner Untersuchung des Bild- und Textprogramms der Heilstatuen aufgenommen. Die Statue ist in den Studien zu den ägyptischen Objekten, die im antiken Rom aufgestellt waren, verzeichnet (Roullet 1972; Lollio Barberi 1995).

Editionen

- L. Kákosy, Healing Statue of Psammetik-Seneb, in: L. Kákosy (Hg.), Egyptian Healing Statues in three Museums in Italy (Turin, Florence, Naples) (Catalogo del Museo Egizio di Torino. Serie prima - Monumenti e testi, Vol. IX), Turin 1999, 37-67, pl. I-XV [P,H,Ü,K].

Literatur zu den Metadaten

- H. Altenmüller, Der „Socle Béhague“ und ein Statuentorso in Wien, in: OMRO 46 (Leiden 1965), 15-20, 23-27, 31 [H,Ü von Sprüchen A und B in Textsynopse, Version F2].

- M. Bolla, „Statua magica“ und „Frammento di statua magica“, in: E. A. Arslan (Hg.), Iside. Il mito, il mistero, la magia, Mailand 1997, 388 (Nr. V.3 und V.4) [P,K].

- J.H. Breasted, in: Digitalisiertes Zettelarchiv DZA 50.009.830 bis DZA 50.009.880 (Wb. Nr. 30, Zetteln 211-227) [H].

- M. Chen, Healing Statues in the Late Period Egypt. Creating Elite Commemoration in a Religious Context, Los Angeles 2020, 255 und 269 (Nr. 12); 263 und 278 (Nr. 36) (https://escholarship.org/uc/item/1kx4j7bw) [K].

- A. Erman und H. Grapow, Das Wörterbuch der ägyptischen Sprache. Zur Geschichte eines großen wissenschaftlichen Unternehmens der Akademie (Deutsche Akademie der Wissenschaften zu Berlin. Vorträge und Schriften, 51), Berlin 1953 [K zu den Wb-Zetteln von Breasted].

- A. Forgeau, Nectanébo. La dernière dynastie égyptienne, Paris 2018 [K].

- W. Gutekunst, Textgeschichtliche Studien zum Verjüngungsspruch (Text B) auf Horusstelen und Heilstatuen, Diss. Georg-August-Universität Göttingen (Trier 1995), 75, 81, 84, 89, 284, 290, 368-369, 375 [K].

- L. Kákosy, Some Problems of the Magical Healing Statues, in: A. Roccati et al. (Hg.), La Magia in Egitto ai tempi dei faraoni (Verona 1987), 172-174, 176 [P,K].

- A. Kircher, Athanasii Kircherii Oedipus aegyptiacus. Hoc est universalis hieroglyphicae veterum doctrinae temporum iniuria abolitae instauratio. Tomus III: Theatrum Hieroglyphicum, Roma 1654, 506-509 [Zeichnungen von Vorder- und Rückseite Fragm. Turin].

- A. Kircher, Ad Alexandrum VII. Pont. Max. Obelisci Aegyptiaci nuper inter Isaei Romani rudera Effossi Interpretation Hieroglyphica, Romae 1666, 117-121 [Zeichnungen von Vorder- und Rückseite Fragm. Turin, mit rekonstruiertem Kopf].

- E. Leospo, Anthanasius Kircher und das Museo Kircheriano, in: G. Sievernich und H. Budde (eds), Europa und der Orient, 800-1900, Berlin, Gütersloh, München 1989, 58-71 (hier: 65 (Abb. 71), 69, 395 (Nr. 1/27), 878 (Anm. 19)) [P,K].

- O. Lollio Barbieri, in: O. Lollio Barbieri, G. Parola und M.P. Toti (ed.), Le Antichità Egiziane di Roma Imperiale, Roma 1995, 115, 183-185 (Nr. 37) [P,K].

- A. Pellegrini, Sopra un frammento di statuetta egizia, in: Atti della Reale Accademia dei Lincei. Anno CCXCIV, 1897. Classe di Scienze Morali, Storiche e Filologiche, Ser. 5, Vol. 5, Fasc. 2, Roma 1898, 169-191 und Taf. I-III [H,Ü,K, Abb. des Teils in Florenz].

- O. Perdu, Psammétique-séneb, un vizir d’Héliopolis avant la conquête d’Alexandre, in: Le Delta égyptien et la XXXe dynastie: Egypte, Afrique & Orient 42, 2006, 41-52 [K].

- A. Roccati, Steloforo di granito, in: A.M. Donadoni Roveri (ed.), Dal Museo al Museo. Passato e Futuro del Museo Egizio di Torino, Torino 1989, 203 (Nr. 7) [P,K].

- A. Roullet, The Egyptian and Egyptianizing Monuments of Imperial Rome (EPRO 20), Leiden 1972, 121 (Nr. 226) und Taf. CLXXI (Fig. 244-245) [P,K].

- R. el-Sayed, Un document relatif au culte dans Kher-Aha (statue Caire CG 682), in: BIFAO 82, 1982, 187-204 (hier: 202) [K].

- Heike Sternberg-El Hotabi, Untersuchungen zur Überlieferungsgeschichte der Horusstelen (Ägyptologische Abhandlungen 62), Wiesbaden 1999. Teil II: Materialsammlung, 102 (Florenz) und 110-111 (Turin) [K].

- J. Yoyotte, Prêtres et sanctuaires du nome héliopolite à la Basse Époque, in: BIFAO 54, 1954, 83-115 (hier: 92-94 und 111-113, insbesondere 92, Anm. 1; 112, Anm. 5) [K].

Online-Ressourcen

Museo Egizio: https://collezioni.museoegizio.it/en-GB/material/S_9/ (Zugriff 10.01.2024)

TM: https://www.trismegistos.org/text/109217 (Zugriff 10.01.2024)

Autoren
Dr. Peter Dils
Autoren (Metadaten)
Dr. Peter Dils

Übersetzung und Kommentar

Heilstatue des Wesirs Psammetichseneb

Brust: Spruch zur Ertüchtigung des Herzens (A)

7 Zeilen auf dem Brustbereich des hohen Lendenschurzes, zu beiden Seiten einer Maatstatuette.1

Rezitation:
Sei gegrüßt, (du) dank dessen man lebt! Sei gegrüßt, (du) dank dessen man gesund ist! Sei gegrüßt, Thoth, Ältester der Neunheit, der das jb-Herz funktionsfähig macht, der das ḥꜣ.tj-Herz an seinen (des Herzens) Brustkorb setzt. Mögest du das jb-Herz eines jeden Mannes und eines jeden Stücks Kleinvieh, der/das einen Stich/Biss hat, wohlbehalten (?)2 auf seinem Platz sein lassen und ihr (?) ḥꜣ.tj-Herz an seiner (richtigen) Stelle, so wie du Harachte dauerhaft in der Nachtbarke etablierst, damit/sodass/indem er in der Tagesbarke fährt.

Worte zu sprechen über (einer Abbildung des) Thoth (oder: eines Ibis)3, in schwarzer Tinte geschrieben/gemalt über dem Herzen eines jeden Mannes, der einen Stich/Biss hat, damit er sofort ge〈sund〉 wird.

1 Bislang keine Textparallelen. Texte, das Herz betreffend, finden sich in ähnlicher Art auf Heilstatue Neapel 1065 (Kákosy, Egyptian Healing Statues, 120-122) und Statue Tyszkiewicz (Lefebvre, in: BIFAO 30, 1931, 93-94) an derselben Stelle.

2 Mögest du wohlbehalten (?) sein lassen (s⸮〈w〉ḏꜣ?): Lesung gemäß Kákosy, 38 (dort mit Fragezeichen). Kákosy übersetzt „Bring the heart of every man (...) in its place“. Vielleicht ist eher smn zu lesen, das zwei Zeilen weiter als mj smn=k erscheint.

3 Thoth (oder: eines Ibis) (⸮Ḏḥw.tj?): Kákosy, 39 übersetzt mit „an ibis“, d.h. er liest hbj. In Z. 2 steht der Ibis auf einer Standarte, in Z. 6 ist keine Standarte vorhanden.

Vorderseite der Horussstele: Bildbeischriften (B-C)

(Beischrift beim Falken auf dem Papyrusstängel rechts vom Horuskind (Objektperspektive), 6 Textkolumen dem Falken auf dem Papyrusstängel betreffend vor dem Falken auf dem Papyrusstängel:) Horus, der auf seinem Papyrusstängel ist, der große Gott, der Herr des Himmels. Mögest du den Schutz bereiten dem, der auf dem Wasser ist, und dem, der auf dem Land ist, und dem, der eine Biss-/Stichverletzung hat. Mögest du für mich (das Maul von) allen -Schlangen, die mit ihrem Maul [beißen] oder mit ihrem Schwanz/Stachel stechen, verschließen. [Mögest du] für mich jedes Krokodil im Wasser und jeden Löwen in der Wüste (oder: auf dem Plateau) [abwehren].

(Beischrift beim Nefertemsymbol links vom Horuskind (Objektperspektive), 6 Textkolumnen dem Nefertemsymbol betreffend vor dem Nefertemsymbol:) Nefertem, der die Beiden Länder beschützt, der große Gott. Mögest du den Schutz über Osiris bereiten [an] allen seinen Orten. Mögest du den Schutz bereiten dem, der eine Biss-/Stichverletzung hat, und/oder der auf dem Wasser ist und/oder der auf dem Land ist. Mögest du für mich (das Maul von) allen -Schlangen, die mit ihrem Maul beißen oder [mit] ihrem Schwanz/Stachel stechen, verschließen. Mögest du für mich die Krokodile im Wasser und die Löw[en in der Wüste (oder: auf dem Plateau)] abwehren. Horus, der Retter/Beschwörer.

Rechte Seite: Horusstelen Spruch B (D)

8 Textkolumnen, 4 auf der rechten Schmalseite der Horusstele, 4 auf dem Gewand; Horusstelen Spruch B, P-L-Version auf der rechten Schmalseite der Horusstele.

Worte zu sprechen durch den Erbfürsten und Grafen, den Gottesvater, den Richter und Wesir Psammetichseneb:
Oh alter Mann, der sich zu seiner Zeit verjüngt, (oh) Greis, der als Jugendlicher agiert (wörtl.: den Jugendlichen spielt), mögest du veranlassen, dass Thoth zu mir auf meine Stimme hin kommt, damit [er für mich das Wildgesicht (Neha-her)] vertreibt.

Osiris [ist auf dem Wasser], das Horusauge ist bei ihm. Der große Flügelskarabäus steht mit gespreizten Flügeln (schützend) über ihm. Der/die Große ist in seiner Faust, (dessen,) den die Götter als Kind geboren haben (?)1. Wenn man dem, der eine Biss-/Stichwunde hat, und dem, der auf dem Wasser ist, zu nahe tritt, [dann tritt man dem Horusauge ebenfalls zu nahe.]

[Zurück mit euch, jene] Wasserbewohner, Feind, Feindin (?), (Un)-Toter/Wiedergänger, (Un)-Tote/Wiedergängerin, Widersacher, Widersacherin und so weiter! Erhebt nicht eure Gesichter, (ihr) Wasserbewohner, bis [Osiris an euch] vorbeigegangen sein wird! [(Denn) siehe, er ist auf dem Weg nach Busiris. Versperrt] wurde euer Maul; blockiert/verstopft wurde [euer] Schlund! [Zurück mit dir, (du) Rebell! Erhebe dein Gesicht nicht gegen] den, der eine Biss-/Stichverletzung hat und (gegen) den, der auf dem Wasser ist, (denn) sie [sind Osiris. Re steigt hinauf] in seiner Barke, um die Neunheit von Babylon zu sehen (d.h. zu besuchen?), (während) diese Herren der Unterwelt bereitstehen, dich zu bestrafen. Falls das Wildgesicht (Neha-her) gegen Osiris vorgeht, wenn er (= Osiris) auf dem Wasser und das Horusauge (als Schutz) über ihm (= Osiris) ist, dann wird euer Gesicht umgedreht werden, das (entsprechend) (in Richtung) auf euren Rücken gestellt wird/wurde.

Oh (ihr) Wasserbewohner, euer Maul wurde von Re verschlossen, eure Kehle wurde von Sachmet verstopft/versperrt, eure Zunge wurde von Thoth herausgeschnitten, eure Augen wurden von Heka geblendet. Diese Vierergruppe jener großen Götter, die den Schutz des Osiris bereiten: sie sind es, die den Schutz dem bereiten, der eine Biss-/Stichwunde hat.2

1 den die Götter als Kind geboren haben (?)(msi̯.n nṯr.w m nḫn): Der Satz, wie er vorliegt, ist inhaltlich unerwartet: warum sollte man angeben, dass jemand als Kind geboren wurde? Hat nḫn eine besondere Bedeutung? Gutekunst, Textgeschichtliche Studien, 109 und 159 (Phrase 3.5) erklärt nicht, wie er diese Form grammatisch deutet. Meistens steht hier msi̯ und es wird von einem aktiven Partizip ausgegangen „der die Götter (schon) als Kind geboren hat“.

2 Ende des verfügbaren Platzes.

Linke Seite: Horusstelen Spruch A (E)

8 Textkolumnen, 4 auf der linken Schmalseite der Horusstele, 4 auf dem Gewand; Horusstelen Spruch A auf der Schmalseite der Horusstele.

Worte zu sprechen durch den Erbfürsten und Grafen, den Gottesvater, den Vorsteher der Sechs Großen Häuser, den Mund, der im ganzen Land beruhigt,1 den Wesir Psammetichseneb:
Sei gegrüßt, du Gott, Sohn eines Gottes. Sei gegrüßt, [du Erbe, Sohn eines Erben.] Sei gegrüßt, du Stier, Sohn eines Stieres, den die göttliche Kuh geboren hat. Sei gegrüßt, du [Horus, der aus Osiris hervorgegangen ist], den Isis, die Göttliche/Göttin, geboren hat. Besprich für mich mit deinem Namen! Rezitiere für mich mit deiner Magie! Besprich für mich mit deinen (wirksamen) Zaubersprüchen! Beschwöre für mich mit deinen Beschwörungen, die du mit [deinem (?) Herzen (?)]2 ersonnen hast.

[Es sind deine kunstfertigen Sprüche in deinem Mund (?), die] dein Großvater Geb [dir anvertraut hat], die deine Großmutter Nut dir gegeben hat, die dich gelehrt hat und für dich beschworen (?)3 hat die Majestät des Vorstehers von Letopolis, um deinen zꜣ-Schutz zu bereiten, um deine mk.t-Protektion/Sicherheit zu wiederholen, um das Maul von [jedem giftigen] Ge[würm] zu verschließen, [sowie das derer, die in der Luft (wörtl.: im Himmel) sind, derer, die auf dem Land sind, derer, die im] Wasser sind, um die Menschen wiederzubeleben, um die Götter zufriedenzustellen, um Re mit deinen Lobpreisungen/Gebeten zu verklären.

Komme zu mir, schnell, schnell, an diesem Tag / heute, so wie als [du gerudert] hast [im Gottes]schiff. Mögest du für mich jeden Löwen in der Wüste, jedes Krokodil im Fluss, jedes beißende (Schlangen)Maul in seiner Höhle abwehren. Mögest du sie mir machen wie einen Kieselstein auf dem Gebirge, wie die Scherbe eines Gefäßes aus Töpferware auf/entlang der Straße. Mögest du mir das/dieses (zuvor genannte) aufgesprungene/pulsierende (?) Gift beschwören, das in jedem Glied eines jeden Mannes und eines jeden Tieres ist, wenn (?) zu mir gebracht wird (?)4 ein Gebissener/Gestochener (Patient).

Hüte dich, dass deine Worte deswegen (oder: wegen ihr, d.h. des Gifts) lächerlich gemacht (oder: weggelacht) werden. Siehe, (wenn) sie (d.h. das Gift?) gegen dich vorgeht, gehst du gegen sie vor, und umgekehrt. Siehe, dein Name ist in mir an diesem Tag (oder: heute).5

1 Mund, der im ganzen Land beruhigt (rʾ-shru̯-m-tꜣ-(r-)ḏr=f): Die genaue hieroglyphische Schreibung konnte bislang nicht mittels Foto geprüft werden. Hier wird Pellegrini, 179 und (teilweis) Breasted (DZA 50.009.840) gefolgt. Die Wiedergabe bei Kákosy, Egyptian Healing Statues, 42 als jri̯ shru̯ m tꜣ.wj (r-)ḏr=f kann nicht richtig sein. Kákosy, 43 übersetzt: „who makes content the heart(s) in the Two Lands in their entirety“. Auf dem Zettel DZA 50.009.840 wird von Breasted rʾ ḥr.j m tꜣ ḏr=f „oberster Mund im ganzen Lande“ gelesen.

2 Lesung unklar. Pellegrini, 180 hat m nn [ḥkꜣ.w pw m rʾ=k]: „con quei poteri magiciche sono nella tua bocca]", wobei nn mit M23 (teilzerstört) und Ideogrammstrich (?) geschrieben wäre. Breasted, DZA 50.009.840 gibt ein unklares Zeichen an, dass vielleicht der oberer Teil eines Steinbohrers U24 ist. Bei Kákosy, 44 finden sich keine identifizierbaren Zeichenspuren.

3 für die beschworen (?)(⸮šni̯? n =k): Auch auf Heilstatue Turin Cat. 3030 ist das erste Zeichen V6 und man könnte eventuell eine sehr verkürzte Version von šni̯ n=k lesen. Man könnte dort allerdings V6 auch als eine hieratische Verschreibung für sn=k „dein Bruder“ verstehen, was hier nicht möglich ist.

4 wenn (?) zu mir gebracht wird (?)(⸢⸮jni̯?.t(w)⸣ n =j ẖr.j-dm.wt): Auf der Heilstatue des Hor Turin Cat. 3030 steht nur jni̯=tw n=j „(Mann/Tier), den/das man mir bringt“.

5 Ende des verfügbaren Platzes.

Rechter Arm und Schulter (F)

18 Kolumnen Text auf dem rechten Arm und der rechten Schulter.

Die Heilerstatue (?) des Osiris, des Schreibers, Propheten, Gottesvaters, [... ... ...] und Wesirs, Psame[tich-seneb].
Diese (Hand hier) ist jene (bekannte) Hand des Atum, [die das Gewitter] im Himmel und die Unruhe in Heliopolis [vertreibt], die siegreiche Kämpferin1, die ihren Herrn [beschützt], Useret/die Mächtige, die Re behütet/rächt an jenem Tag des großen Kampfes im Norden und Westen (oder: im Nordwesten) des Tempels des Uräus-Iusaas, nachdem Re seine Verwandlung in einen Ichneumon2 von 46 Ellen (Länge)3 gemacht hatte, um Apophis in dessen Rage niederzuwerfen. Er (d.h. Apophis) möge zugrunde gehen, indem er auf sein 〈Gesicht〉 gefallen sei4 und indem auf ihn gespuckt werde5!

Er (Re oder das Ichneumon) ist gekommen und er hat vertrieben jedes böse Unheil, jede böse Unreinheit, das Gift jeder männlichen Schlange, jeder weiblichen Schlange, jedes Gewürms und jedes Skorpions6, das in jedem Glied jedes Mannes und jedes Stücks Kleinvieh ist, das ich untersuche (wörtl.: das unter meinen Fingern ist). Los, auf den Boden, gemäß dem, was Horus, der Triumphierende/Gerechtfertigte, gesagt hat!

Dies ist diese Hand, die ich (zuvor) genannt habe (?)7. (oder: Dies ist diese, meine 〈eigene〉7 Hand.) Ich bin Horus, der Triumphierende/Gerechtfertigte, der Skorpionbeschwörer der Selkis. Aus Horbeit bin ich gekommen. Auf die Stimme des Herrn der Menschheit (oder: des Allherrn)8 persönlich hin, bin ich bei Tagesanbruch9 hinausgegangen, an jenem Tag des „Umwendens“ auf den Feldern10 gemäß dem, was Atum gesagt hat.11

Spruch des Schutzes (durch den) Sohn. (?)12

Ich wurde begrüßt (?) (mit) „Willkommen!“13 in diesem seinen Namen als „Beschützer-seines-Vaters“. Ich habe meine Arme um Re gelegt.14 〈Meine〉 Hand15 ist auf ihm mit Leben, Heil und Gesundheit. Ich habe jedes Glied von ihm geschmückt16. Ich habe seinen Körper gereinigt/bekleidet17. Ich habe all seinen Staub18 abgeschüttelt. Ich habe sein Unheil (oder: seine Schäden) beseitigt; sein Leiden / seine Verletzung ist für den Erdboden bestimmt. 〈Ich habe〉 sein Unheil (oder seinen Schaden) des/seitens Apophis, [das in seinem ganzen Fleisch ist,] vertrieben.19

1 die siegreiche Kämpferin (ꜥḥꜣ(.t) nḫt(.t)): Entweder zwei substantivierte Partizipien (so Borghouts: „the combative and victorious one“) oder substantiviertes Partizip + Adjektiv (so Kákosy: „a victorious warrior“) oder Partizip + Adverb/Pseudopartizip (so Ockinga: „who fights victorious“).

2 Ichneumon (ꜥḏ): Ein Hinweis auf die Existenz dieser Tierbezeichnung neben dem ꜥḏw-Fisch findet sich schon bei Golenischeff, in: ZÄS 14, 1876, 80 (Quelle: der magische Text „Hand des Atum“ auf Heilstatue Turin Cat. 3030: Kákosy, Egyptian Healing Statues, 72-73 und Taf. XXI). Sie fehlt in Wb. 1. Sethe, in: ZÄS 63, 50-53 hat die Identifikation als Ichneumon vorgeschlagen, weil dieses Tier Schlangen angreift (im magischen Text „Die Hand des Atum“ kämpft es gegen die Apophisschlange) und weil eine Darstellung des ꜥḏ-Tieres auf dem Naos von Saft el-Henna wie ein Ichneumon aussieht. Siehe auch E. Brunner-Traut, Spitzmaus und Ichneumon als Tiere des Sonnengottes (NAWG. Phil.-hist. Kl. 1965/Nr. 7), Göttingen 1965, 157-160. Im Text „Die Hand des Atum“ ist das Determinativ meistens das Tierfell, aber auf Horusstele BM EA 36250 ist vielleicht das Tier selbst abgebildet (unsicher auf dem Foto, das mir zur Verfügung steht).

3 46 Ellen (Länge)(mḥ 46): Chr. Leitz, Das Ichneumonweibchen von Herakleopolis – eine Manifestation der Bastet, in: SAK 38, 2009, 162-163 nimmt an, dass die Zahl sich auf die wirkliche Größe des Ichneumons bezieht, nämlich 46 Finger, d.h. ca. 86 cm (ohne den Schwanz), wenn man nach gängiger magischer Praxis die Zahl beibehält, aber die Maßeinheit vergrößert (Elle statt Finger).

4 indem er auf sein 〈Gesicht〉 gefallen sei (ḫr ḥr=f oder ḫr 〈ḥr〉 ḥr=f): Kákosy, Egyptian Healing Statues, 45 und 73 hat „may his face fall down!“, was auf Heilstatue Turin Suppl. 9 und auf Heilstatue Turin Cat. 3030 nach šp=f (3. Pers. Sg.) passt. Auf der Heilstatue des Djedher steht šp=k ḫr ḥr=f psg jb=f. Jelínková-Reymond, Djed-Ḥer-le-Sauveur, 11 und 12, Anm. 6 emendiert zu ḫr〈=k〉 〈ḥr〉 ḥr〈=k〉: „Que 〈tu〉 tombes 〈sur〉 ta face!“ Ohne Emendation käme noch ein Vokativ in Betracht: „Du sollst ausfließen, (oh du,) dessen Gesicht herunterfällt und auf den gespuckt wird“ (vgl. Panov, Die Statue des Horchebe, 44: šp=k ḫr 〈ḥr〉 ḥr=f pgs ḥr=f: „Mögest du ausfließen, (du,) der 〈auf〉 sein Gesicht gefallen ist und auf den man speit!“). Auf dem Armfragment einer Heilstatue in Moskau I.1.a.5907 steht entweder šp=k ḫr ḥr ḥr[=k/f] psg ḥr=f mit 2 x ḥr nebeneinander (so Berlev& Hodjash, Egyptian Sculpture, 373), oder das vermeintliche zweite Gesicht am unteren Kolumnenende ist in Wirklichkeit ein Ideogrammstrich.

5 indem auf ihn gespuckt werde (pgs ḥr=f): Wie in der vorherigen Phrase kann ḥr die Präposition „auf“ oder das Substantiv „Gesicht“ sein. Kákosy, Egyptian Healing Statues, 45 und 73 hat šp=f / ḫr ḥr=f / pgs ḥr=f: „May he perish, may his face fall down! May his face be spat upon!“ (mit dem Substantiv ḥr und mit psg transitiv verwendet; so auch Berlev & Hodjash, Egyptian Sculpture, 350: „may they spit upon his face! “). Jelínková-Reymond, Djed-Ḥer-le-Sauveur, 11 und 12, Anm. 1 emendiert zu psg〈=tw〉 {jb}〈ḥr〉=f: „〈Qu’on〉 crache sur lui!“.

6 Skorpion (ḏꜣr.t/wḥꜥ.t): Jelínková-Reymond, Djed-Ḥer-le-Sauveur, 14, Anm. 4 (von S. 13) listet mehrere Belege für die Reihenfolge ḥfꜣ.w ḥfꜣ.t ḏꜣr.t ḏdf.t auf, bei denen ḏꜣr.t phonetisch ausgeschrieben ist (u.a. in der Textparallele auf der Statue Tyszkiewicz; alle übrigen Parallelen für diesen Satz sind logographisch geschrieben). Borghouts, Ancient Egyptian Magical Texts, 96 liest wḥꜥ.t. In den Textparallelen auf den Heilstatuen des Hor (Turin Cat. 3030), des Anchhapi (Kairo JE 41677) und des Psammetichseneb (Turin Suppl. 9) sowie auf dem magischen Teller in Sydney ist die Reihenfolge ḥfꜣ.w ḥfꜣ.t (ḏdf.t) ḏꜣr.t, auf der Statue Tyszkiewicz ist es dieselbe Reihenfolge wie bei Djedher.

7 die ich (zuvor) genannt habe (?)/meine 〈eigene〉 (ḏd=j/ḏs=j): ḏd=j auf Statue Turin Suppl. 9 (so laut Kákosy, 49), Statue Kairo JE 41677 und Djedher JE 46341. Auf Statue Turin Cat. 3030 steht sicher ḏs=j (Kákosy, Egyptian Healing Statues, 73 und Taf. XXI: „This is here my own hand.“); ḏs=j ebenso auf dem magischen Teller in Sydney und auf der Statue Tyszkiewicz (nach Panov).

8 Herr der Menschheit (oder: Allherr)(nb tm.w): Berlev & Hodjash, Egyptian Sculpture, 350 haben: „Lord of the Universe“, d.h nb (r) tm.

9 Tagesanbruch (wp-hrw): So Jelínková-Reymond, Djed-Ḥer-le-Sauveur, 16, Anm. 5 mit Verweis auf wp-hrw in Wb. 1, 305.5 (so auch Borghouts; Kákosy, 45 und 73; Ockinga, 250). Berlev & Hodjash, Egyptian Sculpture, 350 haben: „on the first day of the month“. Abweichend Sternberg-El Hotabi, Untersuchungen, I, 51, Anm. (m): „Ich bin aus Šdnw gekommen und ich bin herausgetreten aus dem Scheitel (wp.t) des Re auf den Befehl des Herrn der Menschen selbst.“ (so auch Panov, 44).

10 das „Umwenden“ auf den Feldern (pn{n}ꜥ ḥr ꜣḥ.wt): Auf Heilstatue Turin Cat. 3030 steht vielleicht pnꜥ ḥr(.j)-ꜣḥ.t: „das Umwenden des Feldervorstehers“. Kákosy, 45 übersetzt „on that day of turning the face (against) the field(s)“ und scheint ḥr als „Gesicht” zu verstehen.

11 gemäß dem, was Atum gesagt hat (m ḏd.n (J)tm): Die Formel m ḏd.n NN (oder: ḏd n, Var. ḏd, ḏd jn) „gemäß dem, was NN gesagt hat“ (o.ä.) findet sich des Öfteren am Ende eines Satzes. Daher würde man annehmen, dass anschließend ein neuer Satz anfängt. Dessen Lesung ist jedoch nicht ohne Probleme.

12  Spruch des (rʾ (n.j)): Die erste Gruppe nach „Atum“ wird geschrieben: Mund + Ideogrammstrich (Statue des Djedher, Statue Turin Suppl. 9, Statue Turin Cat. 3030). Auf der Heilstatue des Anchhapi (Kairo JE 41677: Daressy, in: ASAE 11, 1911, 189) steht m ḏd.n Jtm n=j [...] mk zꜣ, was unerwartet ist, denn der Dativ n=j müsste vor Jtm stehen. Auf den übrigen Textträgern ist die Textstelle zerstört (Heilstatue Heliopolis, Magischer Teller Sydney, Heilstatue des Harchebis in Moskau, Heilstatue Moskau I.1.a.5907, Horusstele BM EA 36250) oder sie ist unpubliziert (Heilstatue Tyszkiewicz r=j, Heilstatue Berlin 7554). Es gibt unterschiedliche Interpretationen:
- Jelínková-Reymond, Djed-Ḥer-le-Sauveur, 8, Anm. (t) und 17, Anm. 1-3 versteht Mund + Ideogrammstrich als Auge + Suffixpronomen in einer neuägyptischen periphrastischen Konstruktion jri̯=j sḏm oder als jw=j (ḥr) mki̯ (mit r für jw). Anschließend emendiert sie noch zu 〈m〉 zꜣ und sie übersetzt (S. 17 mit Anm. 2-3) „J’ai accompli la protection 〈en qualité de〉 fils.“ (ebenso Borghouts, 96: „I have ensured your safeguarding (mk.t) as a son.“).
- Kákosy, Egyptian Healing Statues, 45 und 73 versteht Mund + Ideogrammstrich alsund er übersetzt „Spell of protection of the son.“
- Panov, Die Statue des Horchebe, 44 scheint auf der Heilstatue des Anchhapi zu basieren. Er hat eine andere Satzabtrennung: m ḏd [n jtm n=j rʾ] / [m=k sꜣ nḏ ḥr]=j (...) „... gemäß [der Aussage des Atum], die er [zu mir] gesprochen hat: [Siehe, der ist (mein) Sohn, der] mich [schützt], der in diesem Namen „der Schützer seines Vaters“ gekommen ist.“ Seine hieroglyphische Textkopie, Transkription und Übersetzung stimmen allerdings nicht überein. Vgl. zuvor schon Berlev & Hodjash, Egyptian Sculpture, 350: „according to that which Atum said unto me 〈and his〉 utterance was: Behold my son who avenged me, who came under that his name of the Avenger for his father.“
- Ockinga, in: Fs Török, 250 versteht Mund + Ideogrammstrich als r=j und er übersetzt „through what Atum said concerning me“. Ähnlich wie Panov, liest er anschließend die Partikel m=k und nicht das Verb mki̯ (das Verb wird oben in Z. 15 ohne Determinative geschrieben).

13 Ich wurde begrüßt (?) (mit) „Willkommen!“ (nḏ ḥr=j jwi̯(.w)): So nach Jelínková-Reymond, Borghouts, Kákosy. Weil das Vorangehende unterschiedlich gedeutet wurde, finden sich auch für diesen Satz mehrere Interpretationen. Panov und Ockinga haben: „[Siehe, der ist (mein) Sohn, der] mich [schützt], der in diesem Namen „der Schützer seines Vaters“ gekommen ist.“ (Panov) bzw. „Behold, my son, my protector, who comes in this his name of ‘Protector of his Father’“ (Ockinga).

14 Ich habe gelegt (jw rḏi̯.n=j): Lies sicherlich die rote Krone für n (s. Kákosy, Taf. XII) und nicht ḏbꜥ=j. So nach Daressy, Jelínková-Reymond, Borghouts, Kákosy (dort allerdings „I gave my finger and my arms behind Re“). Panov und Ockinga haben abweichend r rḏi̯(.t) n=j ꜥ.wj=j ḥꜣ Rꜥw: „um [mir meine Arme hinter Re] zu legen“ bzw. „to place (his) arms around Re for me.“ Berlev & Hodjash, Egyptian Sculpture, 350 haben eine Passivkonstruktion: „So I came forth to have my arms placed behind the Sun.“

15 〈Meine〉 Hand (ḏr.t〈=j〉): Das Suffixpronomen ist auf den übrigen Textvertretern vorhanden, sofern erhalten (Turin Cat. 3030; Djedher JE 46341; Anchhapi JE 41677; BM EA 36250, Tyszkiewicz).

16 geschmückt (sẖkr): Jelínková-Reymond, Djed-Ḥer-le-Sauveur, 17, Anm. 7 liest sjmꜣ „donner des soins à“ (so auch Borghouts, der sjmꜣ mit „to unite“ übersetzt, d.h. smꜣ). Auf Statue Turin Cat. 3030 und auf der Statue des Harchebis in Moskau (Panov, Die Statue des Horchebe, 44) ist sẖkr jedoch phonetisch ausgeschrieben. Auf Statue Turin Suppl. 9 vermutet Kákosy, dass hier zn: „öffnen“ steht: „I have opened (?) his limbs” (Kákosy, Egyptian Healing Statues, 49, Anm. S), aber sicherlich ist ein horizontal gestelltes ẖkr zu lesen.

17 gereinigt/bekleidet (wḫꜣ): Wb. 1, 353.4 und 353.11 „Staub abschütteln“. Vgl. Edfou I, 555.12-13 (r wḫꜣ ḫm=f r smꜥr ꜥ.wt=f m kꜣ.t n.t Ḥd-ḥtp); oder fehlerhafte Schreibung von ḫꜣi̯ „untersuchen“ (Wb. 1, 354.10 und MedWb 207).

18 Staub (ḫm): Kákosy, Egyptian Healing Statues, 45: „I have thrown off all his dust.“ Er erkennt (S. 49, Anm. T) das Wort „Staub“ wegen des Determinativs, aber verweist ebenso auf Wb. 3, 281.6-9 für eine Kategorie von bösen Wesen. Jelínková-Reymond, Djed-Ḥer-le-Sauveur, übersetzt (S. 17-18) „J’ai examiné toutes ses blessures“ (so auch Berlev & Hodjash, Egyptian Sculpture, 350; vgl. wḫꜣ „suchen“ oder ḫꜣi̯ „untersuchen“) und sie verweist (18, Anm. 1) auf Wb. 3, 277.13 s.v. ḫm für einen krankhaften Zustand des Magens.

19 Rest zerstört oder Ende des verfügbaren Platzes.

Linker Arm und Schulter (G)

Der Bürgermeister (?)1 und Wesir, Psammetichseneb. [Mein Unterarm ist (der des) Heh, meine Finger sind (die des)] Re. Wenn das Feuer2 zur Höhle hinausgeht, wovon denn werden die Götter leben? Dein Haus ist geschützt (?)3. Das Dach ist aus Gold. Dein Keller (?; oder: deine Höhle) ist aus schönem Türkis. (Oh) Gift des Re und (das) dieses (?) Mannes der doppelten ...?4... bei seinem Erscheinen: Los! Auf den Boden!5

Ein anderer Spruch.
Rezitation: Dies ist jener (Finger)nagel des Atum, der Uräus, die Stirnschlange des Re6. (Ich) habe (Zauber)binden auf sie (wen?)7 gehoben8. Ich habe euch (wen?) gezogen auf/über dem, was Chnum anschwellen lassen (oder: ergossen) hat. (Du) Ausgeschickter (?)9, komm, damit du selbst (?) (oder: deinen Biss) beschwörst.
Worte zu sprechen über den (Finger)nagel eines Mannes [...] auf den Augen (?) des Gebissenen/Gestochenen.

Ein anderer Spruch.
Rezitation: [...] Uräus, die Stirnschlange des Osiris. Los!10 [...] Uräus, die Stirnschlange (?) [...] Wasser in (?) [...] ... Mann [...] Tempel [...] sein Herz [...] Wolken (?).


1 Bürgermeister (?) (⸮jm.j-rʾ-nʾ.t?): Lesung gemäß Kákosy, 49, Anm. (A). Kákosy erwägt als Alternative ḏd: sprechen".

2 Feuer (ḫ.t): Ebenfalls ḫ.t auf Heilstatue Turin Cat. 3030. In einigen Parallelen steht stattdessen sḏ.t (z.B. Heilstatue Berlin 7554; Djedher JE 46341; Sockel OIM 9379).

3 ist geschützt (?) (m=k oder mki̯): Kákosy, 48 hat den Arm durch die Eule (G20 𓅖 statt G17 𓅓) in seiner Handkopie vergessen. Kákosy, 49 übersetzt „Your house is protected“, d.h. er erkennt das Verb mki̯ „schützen“. Auch Daressy, 117 und Jelínková-Reymond, 31 denken an das Verb mki̯ „schützen“.

4 ...?... (z(j) ⸮p(w)y? ⸮m.tj?): In allen Parallelversionen ist z(j) „Mann“ ohne Determinativ geschrieben und wird vom Demonstrativpronomen pn gefolgt. Auf Sockel Chicago OIM 9379 findet sich z pn n + zwei göttliche Wesen. Statue Turin Suppl. 9 hat vielleicht z p(w)⸮y? ⸮mꜣꜥ.tj? und Statue Turin Cat. 3030 z pn t.... Jelínková-Reymond, 31 Anm. 5 emendiert zu z pn n.tj ẖr dm.wt „cet homme qui est souffrant“, was von Kákosy (S. 77) einmal gefolgt wird, während er an anderer Stelle (S. 49) „(O) venom of Re and of the man in whose body you are (?).“ zu lesen versucht.

5 (Oh) Gift des Re bei seinem Erscheinen: Los! Auf den Boden! (mtw.t Rꜥw m ḫꜥ.w=f mj-n ḥr tꜣ): Gleiche Formel bei Djedher in Z. 43-44, 56-57, 75-76 und 79-80. Die Formel erscheint auch noch in einem anderen Spruch auf Heilstatue Neapel 1065 (Kákosy, 129, Z. x+11). Jelínková-Reymond, 27, Anm. 4 emendiert m ḫꜥ.w=k bzw. m ḫꜥ.w=f zu m ḥꜥ.w=f: „in seinem Körper“. Kákosy, 130 (Anm. E) folgt dem (vgl. Kákosy, 50, Anm. F). Es ist jedoch an allen Stellen in allen Textvertretern (z.B. auch auf Socle Béhague, Spruch II, Z. f.3) als m ḫꜥ.w=f vorhanden. Jelínková-Reymond, 31 übersetzt die Formel als „Le venin de Rēꜥ et de cet homme qui est souffrant est dans son corps.“ Kákosy, 49 versucht unsere Textstelle zu übersetzen mit „(O) venom of Re and of the man in whose body you are (?).“ Klasens, 54 hat „Poison of Rē when rising, come to the earth.“ Unbrauchbar ist die Übersetzung von Daressy: „Le venin pour Râ (était en) cet homme, par Neith et par ses vertus.“ Mit dem „Gift des Re“ ist das Gift der Schlange, die ihn gebissen hat, gemeint (Kákosy, Egyptian Healing Statues, 49, Anm. E).

6 Stirnschlange des Re (tp(.j)t n(.t) Rꜥw): Auf Statue Turin Suppl. 9 (Kákosy, Egyptian Healing Statues, 48, Z. 6) steht jꜥr.t tp.(j)t n(.t) Rꜥw „der Uräus, die Stirnschlange des Re“, ebenso auf Statue Tyszkiewicz. Kákosy, Egyptian Healing Statues, 49 übersetzt „the Uraeus which is on Re“, was nicht mit n(.t) vereinbar ist. Auf der Heilstatue des Djedher steht ḫp(r).t n/m Rꜥw oder ⸢tp⸣.t n(.t) Rꜥw: Jelínková-Reymond, Djed-Ḥer-le-Sauveur, 31-32 übersetzt mit „l’émanation du soleil“, was für eine Interpretation ihrerseits als ḫp(r) spricht. Allerdings erwartet man bei ḫp(r) kein ausgeschriebenes t. Daressy, in: ASAE 18, 1919, 118 liest fälschlicherweise nur Kreis + t und nicht Kreis + Quadrat + t und versteht das erste Zeichen als eine Pupille: jr.t n(.t) Rꜥw „oeil de Râ“. Auf Statue Turin Cat. 3030 ist auf dem Foto bei Kákosy nicht zwischen ḫp(r).t n.t Rꜥw und tp.(j)t n.t Rꜥw zu unterscheiden, jedoch spricht die zweifache Setzung von t eher für tp.(j)t n.t Rꜥw.

7 auf sie (ḥr=sn): Unklar ist, worauf sich =sn bezieht. Jelínková-Reymond, Djed-Ḥer-le-Sauveur, 32 hat „J’ai apporté les bandelettes contre cela (?).“ Kákosy, Egyptian Healing Statues, 49 übersetzt „I have lifted up strips (of cloth) on them“ und meint (S. 50, Anm. G), dass der Magier droht, die Stoffstreifen mit magischen Sprüchen auf die (bisher nicht genannten) Feinde zu legen. Daressy, in: ASAE 18, 1919, 118 bezieht es auf den Uräus und das Auge (oder die Stirnschlange), die Stoffstreifen tragen: „Uraeus, oeil de Ra, qui portent sur elles les bandes“.

8 (Ich) habe gehoben (fꜣi̯.n(=j)): Das Verb fꜣi̯ ist auf der Statue des Djedher, der Statue Tyszkiewicz und der Statue Kairo JE 41677 phonetisch ausgeschrieben. Das Suffixpronomen ist in keinem Textvertreter explizit vorhanden.

9 (Du) Ausgeschickter (?) (h(ꜣ)b): Wird normalerweise als hꜣb „aussenden“ gedeutet. Kákosy, Egyptian Healing Statues, 78, Anm. (N) zieht in einer Textversion die Lesung hbi̯ „to tread on“ vor. Die syntaktische Einordnung von h(ꜣ)b oder hbi̯ ist unklar. Daressy, in: ASAE 18, 1919, 118 („Khnoum qu’on a envoyé quérir“) und Jelínková-Reymond, Djed-Ḥer-le-Sauveur, 32 („Khnoum, qui fut envoyé“) machen daraus attributive Verbalformen zu „Chnum“. Das anschließende mj ist bei Daressy unklar. Jelínková-Reymond, Djed-Ḥer-le-Sauveur, 32 erkennt einen Imperativ „Viens et conjure la blessure de cet homme souffrant“ (d.h. mj šdi̯ nkn (n.j) z pn n.tj ẖr dm.wt) mit nkn: „Verletzung“ ohne Determinativ geschrieben. Daressy, in: ASAE 18, 1919, 118 übersetzt „Tu as sauvé cet homme qui souffrait“ und muss das n vor z tilgen. Auf Statue Kairo JE 41677, Z. 36 und Statue Turin Cat. 3030 steht šdi̯.n=k dm.wt=k: „Du hast deinen Biss/Stich beschworen“ oder „Beschwöre für dich deinen Biss.“ Statue Turin Suppl. 9 hat: šdi̯=k ⸮dm.wt?=k. Kákosy, Egyptian Healing Statues, 49 übersetzt Statue Turin Suppl. 9 als: „Send it! Come! May you recite yourself(?)“ (Kákosy liest hꜣb / mj / šdi̯=k ḏ.t=k). Für Statue Turin Cat. 3030 übersetzt er (Kákosy, Egyptian Healing Statues, 77): „Tread(?) (on it), come and conjure the wound.“ (etwa: hbi̯ mj šdi̯ n=k dm.wt).

10 Los! (mj-n): So bei Kákosy, 48, aber dem Foto nach zu urteilen (Taf. XI) könnte hier auch sṯꜣ stehen (Schakalskopf F67), wie es in der möglichen Parallele von Turin Cat. 3030 und von Heilstatue Kairo JE 41677, Z. 37 steht.

Bildbeischriften (H-K)

Brust (H)

Pantheistischer Gott in Sonnenscheibe und Ka-Armen, wird von 2 x vier Gottheiten verehrt.

(pantheistischer Gott mit vier Widderköpfen und Hemhemkrone, geflügelt, Wedel und Krummstab haltend:) anonym.

Auf der rechten Schulter:
(froschköpfiger Gott:) Amun.
(schlangenköpfige Göttin:) Amaunet.
(froschköpfiger Gott:) Huh.
(schlangenköpfige Göttin:) Hauhet.

Auf der linken Schulter:
(froschköpfiger Gott:) [Keku.]
([schlangenköpfige] Göttin:) [Kekut.]
([froschköpfiger Gott]:) [Nun.]
([schlangenköpfige Göttin]:) [Naunet.]

(Kartusche rechts über dem pantheistischen Gott in der Sonnenscheibe:) 𓍹...𓍺.1
(Kartusche links über dem pantheistischen Gott in der Sonnenscheibe:) 𓍹...𓍺.1

1 Ist laut Kákosy 15, 37, 51 und 83 eine magische Kartusche, die keinen echten Königsnamen enthält. Auf Heilstatue Turin Cat. 3030 findet sich die gleiche Szene mit intakten Kartuschen (Kákosy, 83 und Taf. XIX-XX), ebenso auf der Heilstatue des Anchapis (Daressy, in: ASAE 11, 1911, 188). Kákosy würde ihn (S. 83) als ꜥḫbꜣjꜣw oder qꜣbꜣjww lesen bzw. ergänzen.

Rückenpfeiler (I)

10 Register mit jeweils 2 oder 3 Gottheiten.

1. Register von oben
(1. Gottheit: Rind auf Schlange ohne Beischrift oder Beischrift nicht erhalten.)
(2. Gottheit: stehender, ityphallischer Gott, Oberkörper zerstört ohne Beischrift oder Beischrift nicht erhalten.)

2. Register von oben
(1. Gottheit: aufrecht stehendes Nilpferd mit Sonnenscheiben und Skorpion auf dem Kopf ohne Beischrift.)
(2. Gottheit: liegendes Krokodil mit Sonnenscheibe:) Der seinen Namen verbirgt.2

3. Register von oben
(Maat verehrt menschenköpfigen Skarabäus und Ibis auf Standarte vor dem Skarabäus:) Ptah, der sich selbst geschaffen hat (oder: von selbst entstanden ist).3

4. Register von oben
(1. Gottheit: sitzende Göttin mit Doppelkrone, die ein Kind ernährt:) Die Gottesmutter, die Herrin des Himmels.
(2. Gottheit: stehende Göttin mit Hathorkrone, die ihre Hand über einem vor ihr sitzenden Kind hält:) Isis, die Große, die Gottesmutter.

5. Register von oben
(1. Gottheit: Falke mit Doppelkrone:) Horus, der Beschwörer (oder: der Große), der Herr [von ...]
(2. Gottheit: aufrecht stehende Nilpferdgöttin ohne Beischrift.)
(3. Gottheit: stehende Göttin von Theben mit Bogen ohne Beischrift.)

6. Register von oben
(1. Gottheit: Göttin mit Hathorkrone, die auf einem Krokodil steht und einen Falken in der Hand hält:) Die mit zahlreichen Erscheinungsformen.4
(2. Gottheit: Gott mit vier Widderköpfen, Schlangen-und-Messer-Krone, der Messer und Schlange (?) in den Händen hält:) Der Herr des Respekts.

7. Register von oben
(1. Gottheit: Gott mit Atefkrone, der eine Schlange speert:) Der Herr des Speeres, Schu, der Sohn des Re.
(2. Gottheit: Widderköpfige, mumiengestaltige Gottheit mit Feder (?) auf dem Kopf und Mumienbinde in den Händen:) Chnum.

8. Register von oben
(1. Gottheit: stehender Gott/Zwerg in Horizontzeichen (Sonnenscheibe = Uroboros) über zwei Krokodilen, darunter ein Sockel:) Der große Gott, der aus den Beiden Ländern (?)5 gekommen ist.
(2. Gottheit: Krokodilköpfige, mumiengestaltige Gottheit mit Feder (?) auf dem Kopf und Mumienbinde in den Händen:) Sobek.

9. Register von oben
(1. Gottheit: Göttin mit zwei Köpfen, Sonnenscheibe, die auf einem Krokodil steht und Schlange und Skorpion in den Händen hält:) Werethekau, die Herrin von Ronefer (?)6.
(2. Gottheit: Widderköpfige, mumiengestaltige Gottheit mit Feder (?) auf dem Kopf und Mumienbinde in den Händen:) Herischef.

10. Register von oben
(1. Gottheit: falkenköpfiger Gott, der zwei Schlangen hält ohne Beischrift.)
(2. Gottheit: ibisköpfiger Gott mit verehrend erhobener Hand ohne Beischrift.)

2 Vgl. Heilstatue Turin Cat. 3031, rechte Seite, 7. Reg. (Kákosy, 104 und Taf. XXX): Jmn-rn=f.

3 Vgl. Heilstatue Turin Cat. 3031, rechte Seite, 7. Reg. (Kákosy, 104 und Taf. XXX): Ptḥ ḫpr ḏs=f. Maat ist auch dort anonym.

4 Vgl. Heilstatue Turin Cat. 3031, rechte Seite, 4. Reg. (Kákosy, 102 und Taf. XXX): Ꜣs.t wr.t mw.t-nṯr nb.t p.t.

5 die beiden Länder (tꜣ.wj): So bei Pellegrini, 188; Kákosy konnte die Zeichen unter m nicht identifizieren. Vgl. Heilstatue Turin Cat. 3031, Rückenpfeiler, 4. Reg. (Kákosy, 100 und Taf. XXXIII): [nṯr] ꜥꜣ pri̯ m ⸮tꜣ.wj?.

6 Ronefer (?) (Rʾ-nfr): So gemäß Pellegrini, 188 und Taf. II; Kákosy, 55 liest nb.t ⸮tꜣ.wj?. Vgl. Heilstatue Turin Cat. 3031, linke Seite, 8. Reg. (Kákosy, 107 und Taf. XXXII): Wr.t-ḥkꜣ.w nb(.t) Rʾ-[nfr].

Rechte Körperhälfte (J)

7 Register mit jeweils 4 oder 5 Figuren.

1. Register von oben
(1. Person: kniender Mann mit verehrend erhobenen Händen:) Der Bürgermeister und Wesir, Psammetichseneb.
(1. Gottheit: stehender Gott mit Doppelkrone:) Re-Atum, der Herr der Beiden Länder und von Heliopolis.
(2. Gottheit: stehende Göttin mit Hathorkrone:) Iusaes.
(3. Gottheit: stehender Gott mit dem Löwenhinterteil auf dem Kopf:) ...?....
(4. Gottheit: stehende Göttin mit Hathorkrone:) Hathor, die Große, Nebethetepet (die Herrin von Hetepet).

2. Register von oben
(1. Gottheit: Kindgott mit Sonnenscheibe, der auf einem Krokodil sitzt und Schlange und Wedel hält:) Horus, der Beschwörer/Retter.7
(2. Gottheit: stehender Gott, Kopf zerstört; Beischrift zerstört.)
(3. Gottheit: Falke auf dem Rücken einer Antilope; Beischrift zerstört.)
(4. Gottheit: stehender Gott, Kopf zerstört; Beischrift zerstört.)
(5. Gottheit: stehende Göttin, Kopf zerstört; Beischrift zerstört.)

3. Register von oben
(1. Gottheit: stehender, widderköpfiger Gott mit Gebkrone:) Herischef.
(2. Gottheit: stehender Gott mit Löwenhinterteil auf dem Kopf, der zwei Schlangen gekreuzt vor der Brust hält:) Heka, Herr der Magie.
(3. Gottheit: stehende Mumie mit Skarabäus auf dem Kopf:) Großer Stier,8 der von selbst entstanden ist.
(4. Gottheit: stehende Göttin mit roter Krone, die zwei Krokodile stillt:) Neith, die Große, die Gottesmutter, die Herrin von Sais.9
(5. Gottheit: Falke mit Doppelkrone, der auf einem Goldzeichen steht:) Horus, der mit großer Kraft10.

4. Register von oben
(1. Gottheit: Nefertemstandarte:) Nefertem, der die Beiden Länder beschützt.11
(2. Gottheit: stehende Mumie mit Mondscheibe und -sichel auf dem Kopf:) Chons, der große Gott.12
(3. Gottheit: Zwerg, der auf etwas steht (Schlange oder Krokodil) und zwei Schlangen vor der Brust hält:) Ptah-Sokar-Osiris.13
(4. Gottheit: stehender Mann mit Löwenhinterteil auf dem Kopf, der zwei Schlangen vor der Brust hält:) Heka.14
(5. Gottheit: stehende Göttin mit Skorpion auf dem Kopf, die zwei Schlangen hält:) Selkis.15

5. Register von oben
(1. Gottheit: stehender Gott mit unterägyptischer Krone, der eine große Schlange hält:) Horus, erschaffen (?) von Re (?), den Isis geboren hat.16
(2. Gottheit: stehendes Nilpferd:) Nut, die Große, die die Götter geboren hat.17
(3. Gottheit: Gott, der ein Krokodil speert:) Chnum, der Herr von Herwer18. (Über dem Krokodil:)  Zurück mit dir, (du) Rebell!
(4. Gottheit: Skarabäus mit Menschenkopf, der auf einem Hügel(?) steht:) Ptah, (Ta)tenen, der Große.19

6. Register von oben
(1. Gottheit: aufrecht stehendes Nilpferd auf einer Schlange in Uroborosform:) Werethekau.20
(2. Gottheit: stehender Gott mit unklarem Kopf, hält Was-Zepter und Stab/Messer:) Horus, der große Gott.21
(3. Gottheit: Pavian, der auf einem Sockel hockt, Hemhemkrone(?) auf dem Kopf:) Chons in Theben, Neferhotep, Horus, der Große, Herr aller (?) Freude.
(4. Gottheit: Göttin mit Sistrum auf dem Kopf, die zwei Skorpione hält:) Neith, Herrin des Himmels.
(5. Gottheit: stehende Göttin:) Nechbet.

7. Register von oben
(1. Gottheit: halb sitzender Gott mit Doppelkrone, ityphallisch, der einen Wedel über dem aufgerichteten Arm hält, mit Falkenrücken; er hält ein Udjatauge:) Harendotes.22
(2. Gottheit: Schlange mit roter Krone auf einem Papyrusstängel:)
 Die-auf-dem-Papyrusstängel-ist, die ihren Sohn schützt23.
(3. Gottheit: Nilpferd (?), das auf einem Uroboros steht, Wedel über dem aufgerichteten Arm, Falkenrücken; er hält Schlangen in der Hand:) Horus, der Erscheinende, Imischenut.24
(4. Gottheit: pantheistischer Gott, geflügelt, 4 Köpfe:) Horus, der Große (oder: der große Gott).25

7 Vgl. Ikonographie Heilstatue Turin Cat. 3031, rechte Seite, 1. Reg. (Kákosy, 101 und Taf. XXIX); Beischrift dort zerstört.

8 Großer Stier (kꜣ wr): Kákosy liest das Ideogramm des stehenden Mannes mit Stab als smsw oder wr und übersetzt (S. 59): „The Ka(?) of the Eldest (or: of the Great) who came into being of himself“. Die Hieroglyphe des Mannes ist die des gerade Stehenden (A21), er ist nicht gebeugt (A19). Vgl. die Heilstatue des Anchapis, Kairo JE 41677, rechte Seite, 2. Register, mit der gleichen Ikonographie (Daressy, in: ASAE 11, 1911, 190): kꜣ wr ḫpr 〈ḏs=f〉: „großer Stier, der 〈von selbst〉 entstanden ist“.

Vgl. Heilstatue Turin Cat. 3031, rechte Seite, 2. Reg. (Kákosy, 101 und Taf. XXIX): Nj.t wr.t mw.t-nṯr.

10 der mit großer Kraft (ꜥꜣ pḥ.tj): Die Zeichnung bei Pellegrini, Taf. II, erweckt eher den Eindruck, dass hier nb tꜣ.wj stehen könnte (geschrieben mit den beiden heraldischen Pflanzen M127 und M13). Vgl. Heilstatue Turin Cat. 3031, rechte Seite, 2. Reg. (Kákosy, 101 und Taf. XXIX): ⸮Ḥr.w? nb ⸮pḥ.tj?.

11 Vgl. Heilstatue Turin Cat. 3031, rechte Seite, 2. Reg. (Kákosy, 101 und Taf. XXIX): Nfr-tm ḫwi̯ tꜣ.wj.

12 Vgl. Heilstatue Turin Cat. 3031, rechte Seite, 2. Reg. (Kákosy, 101 und Taf. XXIX): Ḫns.w [___]. Es ist unklar, ob hier nṯr ꜥꜣ steht. Vielleicht ist nfr-[ḥtp] zu lesen (vgl. Pellegrini, Taf. II).

13 Vgl. Heilstatue Turin Cat. 3031, rechte Seite, 2. Reg. (Kákosy, 101 und Taf. XXIX): Beischriften so gut wie unleserlich Pt[ḥ]-⸮Skr?-[___].

14 Vgl. Heilstatue Turin Cat. 3031, rechte Seite, 3. Reg. (Kákosy, 102 und Taf. XXIX): Ḥkꜣ.

15 Vgl. Heilstatue Turin Cat. 3031, rechte Seite, 3. Reg. (Kákosy, 102 und Taf. XXIX-XXX): Srq(.t).

16 Vgl. Heilstatue Turin Cat. 3031, rechte Seite, 3. Reg. (Kákosy, 102 und Taf. XXIX): Ḥr.w 〈zꜣ〉 Wsjr msi̯.n Ꜣs.t nṯr.t.

17 Vgl. Heilstatue Turin Cat. 3031, rechte Seite, 3. Reg. (Kákosy, 102 und Taf. XXIX-XXX): Nw.t wr.t msi̯(.t) nṯr.w.

18 Herwer (Ḥr-wr): Die beiden letzten Hieroglyphen bei Kákosy, 60 als w-Schlaufe und Hornviper sind sehr fraglich. Bei Pellegrini könnte t und Stadtdeterminativ gelesen werden. Vgl. Heilstatue Turin Cat. 3031, rechte Seite, 3. Reg. (Kákosy, 102 und Taf. XXIX-XXX): ḥꜣ=k sbj H̱nm.w nb Ḥr-wr.

19 Vgl. Heilstatue Turin Cat. 3031, rechte Seite, 4. Reg. (Kákosy, 102 und Taf. XXIX): Ptḥ-tꜣ-nn wr.

20 Vgl. Heilstatue Turin Cat. 3031, rechte Seite, 4. Reg. (Kákosy, 102 und Taf. XXIX): Wr(.t)-ḥkꜣ.w.

21 Vgl. Heilstatue Turin Cat. 3031, rechte Seite, 4. Reg. (Kákosy, 102 und Taf. XXIX): ohne Beischrift.

22 Vgl. Heilstatue Turin Cat. 3031, rechte Seite, 5. Reg. (Kákosy, 103 und Taf. XXIX-XXX): Ḥr.w ⸮nṯr.t=f?.

23 die ihren Sohn schützt (mki̯(.t) zꜣ=s): gemäß Pellegrini. Vgl. Heilstatue Turin Cat. 3031, rechte Seite, 5. Reg. (Kákosy, 103 und Taf. XXIX-XXX): ḥr(j.t)-wꜣḏ.t mw.t-⸮nṯr? nb.t p.t.

24 Vgl. Heilstatue Turin Cat. 3031, rechte Seite, 5. Reg. (Kákosy, 103 und Taf. XXIX-XXX): Ḥr.w ⸮jm.j? šnw.t wbn.

25 Vgl. Heilstatue Turin Cat. 3031, rechte Seite, 8. Reg. (Kákosy, 104 und Taf. XXIX-XXX): Ḥr.w ꜥꜣ.

Linke Körperhälfte (K)

7 Register mit jeweils 4 oder 5 Personen.

1. Register von oben
(1. Person: kniender Mann mit verehrend erhobenen Händen:) Der Bürgermeister und Wesir, Psammetichseneb.
(1. Gottheit: falkenköpfiger Gott mit Sonnenscheibe auf dem Kopf:) Re-Harachte, der große Gott.
(2. Gottheit: menschenköpfige Göttin mit Sistrum auf dem Kopf:) Hathor Nebethetepet.
(3. Gottheit: menschenköpfiger Gott mit Straußenfeder auf dem Kopf:) Schu, der Sohn des Re.
(4. Gottheit: löwenköpfige Göttin mit Sonnenscheibe auf dem Kopf:) Tefnut.

2. Register von oben
(1. Gottheit: Gott mit Doppelfederkrone, der auf einem Uroboros steht; vor ihm ein Skorpion:) Amun-Re, König der Götter.
(2. Gottheit: Widder mit Sonnenscheibe; [vor ihm eine hockende Maatgöttin(?)]; hinter ihm geflügelte Göttin mit Delphinstandarte auf dem Kopf:) Banebded.26
(3. Gottheit: Gott mit einer Scheibe anstelle eines Kopfes, in verehrender Haltung; Udjatauge in der Scheibe;  ohne Beischrift oder zerstört.)27

3. Register von oben
(1. Gottheit: falkenköpfiger Gott mit Hemhemkrone, der auf einem liegenden Rind steht; er hält eine Schlange:) Horus, der Triumphator(?).28
(2. Gottheit: Pavian mit Mondscheibe, der auf dem Rücken eines Stieres sitzt:) Thoth, der Stier in Elephantine (?; oder: im Monat (?))29.
(3. Gottheit: Gott mit Doppelkrone, der ein kleines Tier speert:) Der Herr des Speeres, der ... abschlachtet.30
(4. Gottheit: Katze auf einem Sockel:) ...?....31

4. Register von oben
(1.-2. Gottheit: Pavian mit Mondscheibe, der ein Udjatauge hält (ohne Beischrift); er sitzt auf einem Naos ihm gegenüber Kobra auf einer Treppe; Beischrift vor der Kobra:) Sachmet, das Udjatauge.32
(3. Gottheit: Krokodilköpfiger Gott mit Doppelkrone, der auf einem Maatsockel sitzt; Wedel über dem aufgerichteten Arm; hält eine Schlange:) Sobek.33
(4. Gottheit: Göttin mit Hathorkrone, die eine große Schlange hält:) Herrin der Sykomore.34

5. Register von oben
(1. Gottheit: Falke mit Doppelkrone, der auf einem Nilpferd/Schwein steht:) Horus, groß an Kraft, Herr des Himmels.35
(2. Gottheit: großes Sistrum, mit einer Katze zu beiden Seiten:) Herrin der Schönheit.36
(3. Gottheit: stehender, tierköpfiger Gott, der eine Schlange hält:) Nun. 37
(4. Gottheit: Frosch(?) auf einem Papyrusstängel:) Hapi, der große Gott.38

6. Register von oben
(1. Gottheit: falkenköpfiger Gott mit Doppelkrone, der eine Schlange speert:) Hormerti, der große Gott, der Herr von Schedenu/Horbeit.39
(2. Gottheit: Zwerg mit einer Schlange im Mund:) Der Große, mit enormer Kraft.40
(3. Gottheit: falkenköpfiger Gott mit Doppelfederkrone, der eine Schlange in jeder Hand hält; Feuertopf(?) vor seinem Gesicht:)...?....41
(4. Gottheit: löwen(?)köpfiger Gott mit Sonnenscheibe auf dem Kopf:) Re-Harachte, der große Gott.

7. Register von oben
(1. Gottheit: Löwin auf einem Sockel, mit Atef(?)krone:) Sachmet, die Große, die in Bubastis wohnt.42
(2. Gottheit  stehende Göttin, die Schlangen in den Händen hält; mit Federkrone(?):) Neith, die Gottesmutter, die Herrin von Sais.
(3. Gottheit: Krokodil auf einem Sockel; auf seinem Hintern steht ein Falkenkopf mit Sonnenscheibe:) Chons, der Große, der aus dem Urwasser gekommen ist43, der Herr 〈...〉.
(4. Gottheit: Falke mit Doppelkrone, der auf einem Papyrusstängel steht:) Horus, der auf seinem (?) Papyrusstängel ist.

26 Die Zeichnung von Kákosy, 62 ist ungenau und berücksichtigt den Rücken des Widders und den Flügelarm der Göttin Hatmehit nicht (siehe seine Taf. XV). Vgl. Ikonographie und Beischrift von Heilstatue Turin Cat. 3031, linke Seite, 6. Reg. (Kákosy, 106 und Taf. XXXI-XXXII): Bꜣ-nb-Ḏd.t.

27 Vgl. Ikonographie Heilstatue Turin Cat. 3031, linke Seite, 4. Reg. (Kákosy, 105 und Taf. XXXI-XXXII): ohne Beischrift.

28  Ḥr.w ⸮dwn.tj?: Die ganze Inschrift ist kaum lesbar. Auf dem Foto bei Kákosy, Taf. VIII läßt sich ein Hase (F34 𓃹) erahnen, was in Anbetracht der Ikonographie für eine Lesung dwn.tj oder wn.tj sprechen könnte. Auf Heilstatue Turin Cat. 3031, linke Seite, 1. Reg. (Kákosy, 104 und Taf. XXXI-XXXII) lautet die Beischrift Ḥr.w wn(.tj) und der Gott hält einen Was-Zepter.

29 in Elephantine/im Monat (?) (m ⸮jbd?): Kákosy, 65 liest die Hieroglyphe des Herzen (F34 𓄣) und denkt an das Toponym Ꜣbw „Elephantine“ oder Ꜣbḏ.w „Abydos“, wobei er „Elephantine“ vorzieht. Die Hieroglyphe ist nicht eindeutig als das Herz zu erkennen; Pellegrini, Taf. III hat eine Mondhieroglyphe (extended Library N62A). Auf Heilstatue Turin Cat. 3031, linke Seite, 1. Reg. (Kákosy, 104 und Taf. XXXI-XXXII) ist die Beischrift zerstört.

30 Auf Heilstatue Turin Cat. 3031, linke Seite, 2. Reg. (Kákosy, 104 und Taf. XXXI-XXXII) lautet die Beischrift nb mꜥbꜣ ⸮m-ꜥ? ⸮ds.wj?.

31 Auf Heilstatue Neapel 1065 (Kákosy, 151 und Taf. XLIII) lautet die Beischrift L19 + 𓎼𓎼𓎼𓊹𓁷. Auf Heilstatue Turin Cat. 3031, linke Seite, 2. Reg. (Kákosy, 104 und Taf. XXXII) lautet die Beischrift 𓎼𓎼𓎼𓏏𓊹. In LGG VI, 434b nach der Heilstatue Neapel 1065 eingetragen als Srq-...?... „Der ..?... atmen läßt“.

32 Auf Heilstatue Turin Cat. 3031, linke Seite, 3. Reg. (Kákosy, 104 und Taf. XXXII) und Heilstatue des Psammetichseneb Turin Suppl. 9 + Florenz 8708 (Kákosy, 64-65 und Taf. VIII) lautet die Beischrift bei der Schlange Sḫm.t wḏꜣ.t und es findet sich keine Beischrift beim Pavian. Auf Heilstatue Neapel 1065 (Kákosy, 152 und Taf. XLIII) lautet die Beischrift Ḫns.w ḥnk wḏꜣ.t. Vielleicht wurde der Text falsch segmentiert und wḏꜣ.t gehört ursprünglich zum Pavian.

33 Vgl. Heilstatue Turin Cat. 3031, linke Seite, 4. Reg. (Kákosy, 104 und Taf. XXXII): Sbk.

34 Vgl. Heilstatue Turin Cat. 3031, linke Seite, 4. Reg. (Kákosy, 104 und Taf. XXXII): Nb(.t) nh.t.

35 Vgl. Heilstatue Turin Cat. 3031, linke Seite, 4. Reg. (Kákosy, 104 und Taf. XXXII): Ḥr.w ꜥꜣ nb pḥ.tj nb p.t.

36 Vgl. Heilstatue Turin Cat. 3031, linke Seite, 4. Reg. (Kákosy, 104 und Taf. XXXII): zweimal nb(.t) nfr.w. Für dieses Motiv des Hathorsistrums zwischen zwei Katzen mit der Beischrift nb(.t)-nfr.w: siehe: Perdu, in: Claes, Wouter (ed.), Elkab and beyond. Studies in Honour of Luc Limme (OLA 191), Leuven/Paris/Walpole MA, 2009, p. 471.

37 Vgl. Heilstatue Turin Cat. 3031, linke Seite, 7. Reg. (Kákosy, 107 und Taf. XXXI-XXXII): Nwn (mit unklarem Kopf).

38 Vgl. Heilstatue Turin Cat. 3031, linke Seite, 6. Reg. (Kákosy, 106 und Taf. XXXI-XXXII): Ḥꜥpj nṯr ꜥꜣ.

39 Vgl. Heilstatue Turin Cat. 3031, linke Seite, 7. Reg. (Kákosy, 107 und Taf. XXXI-XXXII): Ḥr.w-mr.tj nṯr ꜥꜣ 〈nb〉 Šdn.t.

40 Die Zeichnung von Kákosy, 66 ist ungenau (siehe seine Taf. VIII). Vgl. Heilstatue Turin Cat. 3031, linke Seite, 8. Reg. (Kákosy, 107 und Taf. XXXI-XXXII): Wr ꜥꜣ pḥ.tj.

41 Die Zeichnung von Kákosy, 66 ist ungenau (siehe seine Taf. VIII). Vgl. Heilstatue Turin Cat. 3031, linke Seite, 8. Reg. (Kákosy, 107 und Taf. XXXI-XXXII): anonym. Der Feuertopf (?) der Heilstatue des Psammetichseneb Turin Suppl. 9 + Florenz 8708 ist vielleicht der Name.

42 Vgl. Heilstatue Turin Cat. 3031, linke Seite, 5. Reg. (Kákosy, 106 und Taf. XXXI-XXXII): Sḫm.t ꜥꜣ.t ḥr.jt-jb ⸮Bꜣs.t?.

43 der gekommen ist (⸮pri̯?): Kákosy, 66 liest die Hieroglyphe I24; Pellegrini, 191 und Taf. III hat ḫꜥi̯ (N28 𓈍). Auf Heilstatue Turin Cat. 3031, linke Seite, 6. Reg. (Kákosy, 106 und Taf. XXXII) lautet die Beischrift Ḫns.w wr pri̯ m nwn.