Papyrus London BM EA 9997+10309

Metadaten

Wissensbereiche
Alternative Namen
TM 139326 (= BM EA 9997) und 381186 (= BM EA 10309)
Aufbewahrungsort
Europa » Großbritannien » (Städte K-N) » London » British Museum

Inventarnummern: BM EA 9997 und 10309

Digitaler Katalog
Erwerbsgeschichte

Der Papyrus BM EA 9997 stammt laut Archivdaten des British Museums aus der ersten Sammlung Salt (Leitz 1999, 2–3). Er wurde wahrscheinlich von Samuel Birch mit den Nummern 234–237 der Salt‘schen Ankaufsliste gleichgesetzt. Für Papyrus BM EA 10309 liegen keine genauen Erwerbsdaten vor. Die Papyri BM EA 9997 und 10309 wurden zu einem nicht publizierten Zeitpunkt durch das British Museum von Henry Salt erworben. Salt (1780–1827) wurde 1815 britischer Generalkonsul in Ägypten und war u.a. dafür zuständig, altägyptische Gegenstände für das British Museum zu beschaffen. Er baute nacheinander drei Sammlungen auf. Die erste bot er im Jahr 1818 oder 1821 dem British Museum zum Verkauf an, das sie nach langen Verhandlungen im Jahr 1823 erwarb. Die zweite Sammlung ging an den Louvre (1824 oder 1826), die dritte wurde bei Sotheby’s im Jahr 1835 versteigert und gelangte darüber ins British Museum (Bierbrier 2012, 484). Mehrere Papyri im British Museum mit Inventarnummern im Bereich der EA 9900er und EA 10000er sowie EA 10258 stammen aus dieser dritten Sammlung, deren Katalog von Salts Assistenten Giovanni d’Athanasi erstellt worden war (Athanasi 1836). Die Nummern 234–237 lassen sich jedoch nicht unter den Papyri dieses Katalogs nachweisen – gehören sie vielleicht zur ersten Sammlung von Salt, die aber kaum oder gar keine Papyri enthielt?

Nach Leitz 1999, 3 wurden zwei Inventarnummern vergeben, weil der Papyrus nicht direkt aneinander anschließt und die Zusammengehörigkeit nicht erkannt wurde. Es ist jedoch auch denkbar, dass BM EA 10309 erst zu einem späteren Zeitpunkt (wofür die wesentlich höhere Inventarnummer spricht) vom British Museum (vielleicht sogar von einem anderen Verkäufer) erworben wurde.

Herkunft
Niltal südlich von Assiut bis zum 1. Katarakt » Theben » westliches Ufer

Der Papyrus BM EA 9997 wurde von Henry Salt erworben. Wie und wo jener in seinen Besitz gelangte, ist allerdings unbekannt. Da sich nach der Homepage des British Museum auf dem Verso „Agricultural accounts from Deir el-Medina“ befinden, kann vermutet werden, dass zumindest die letzte Nutzung des Papyrus (in der Regel wurde zuerst das Recto und danach das Verso beschriftet) in Deir el-Medina war. Papyrus BM EA 10309 wird, da ein Teil desselben, wohl eine ähnliche oder vielleicht sogar dieselbe Geschichte durchlaufen haben. Laut Demarée stammen die Verwaltungsnotizen von der Thebanischen Nekropolenverwaltung („the Theban necropolis administration“) und es werden mehrere Schreiber erwähnt, die aus anderen administrativen Quellen und Briefen („Late Ramesside Letters“) von Theben bekannt sind (Demarée 2015, 338–339). Černý identifizierte mehrere Vorsteher der Medjau-Polizei von Theben-West in den Verwaltungsnotizen (Černý 1973, 263, 268, 270). Ob der Papyrus aus Deir el-Medina selbst oder aus einem anderen Ort in Theben-West (z.B. Medinet Habu) stammt, muss noch im Licht der bislang unpublizierten Verwaltungsnotizen weiter erforscht werden.

Datierung
von: (Epochen und Dynastien) » Pharaonische Zeit » Neues Reich » 19. Dynastie bis: (Epochen und Dynastien) » Pharaonische Zeit » Neues Reich » 20. Dynastie

Die Notizen des Versos datieren sich selbst in die letzten Monate von Jahr 14 und den ersten Monat von Jahr 15, die die Regierungsjahre Ramses‘ XI. sein müssen (Černý 1973, 268; Kitchen 1989, 389; Demarée 2015, 338). Davon ausgehend, dass das Verso in der Regel nach dem Recto beschrieben wurde – und in diesem Fall, nachdem der magische Text auf dem Recto nicht länger wichtig war –, ist hiermit ein Terminus ante quem für den magischen Text gegeben. Dieser muss demnach eine unbekannte Zeit früher anzusetzen sein, paläographisch jedoch ebenfalls in die Ramessidenzeit. In Ermangelung einer detaillierten paläographischen Studie der literarischen Buchschrift dieser Epoche ist noch keine genauere Datierung möglich.

Textsorte
Rezitation(en) » Beschwörung(en)
Inhalt

Auf dem Recto des Papyrus haben sich insgesamt elf Sprüche erhalten (sieben auf Papyrus BM EA 9997 und vier auf BM EA 10309), die sich gegen das Gift von Schlangen richten bzw. einen Biss durch diese verhindern sollen. Dabei wird sich eines sehr breiten mythologischen Spektrums bedient und auch zahlreiche Historiolae eingesetzt (vgl. Stegbauer 2015). Diese Sprüche werden in der Publikation von Leitz (1999) von „Incantation“ 1 bis 7 (für EA 9997) und dann erneut von 1 bis 4 (für EA 10309) durchnummeriert. Die neue Anordnung der Papyrusteile durch Demarée (2015) hat zur Folge, dass die Sprüche in einer anderen Reihenfolge stehen. Zunächst sind die Sprüche 1–4 von EA 10309 zu lesen, der Textanfang ist zerstört. Anschließend folgt eine Lücke, dann kommen die Sprüche 5–7 von EA 9997, daraufhin erneut eine Lücke und schließlich die Sprüche 1–4 von EA 9997. Das Papyrusende ist wiederum zerstört.

Auf dem Verso befinden sich „Agricultural accounts from Deir el-Medina“ (Homepage des British Museum). Laut Demarée stehen auf den Papyrusteilen EA 9997 unterschiedliche Notizen zur Ernte, dem Einsammeln, der Umverteilung und dem Mahlen von Getreide, außerdem eine Namensliste von Kühen. Diese Notizen wurden zu unterschiedlichen Zeiten von unterschiedlichen Schreibern in unterschiedlichen Richtungen auf dem Papyrus aufgeschrieben (Demarée 2015, 336, 338–339). Auf Papyrusstück EA 10309 steht eine lange Liste von Produkten in einem Magazin, hauptsächlich von Gefäßen, die Agrarprodukte enthalten. Unerwartet an dieser in drei Kolumnen geschriebenen Liste ist, dass die zweite und dritte Kolumne sich nicht links von der ersten, sondern rechts von der ersten befinden (Demarée 2015, 339–340).

Übersicht der Schlangenbeschwörungssprüche auf Papyrus BM EA 9997 und 10309:EA 9997 größeres Fragment: 5 Kolumnen (1. und 5. unvollständig): 4 Sprüche (Incantation 1–4)

EA 9997 kleineres Fragment: 3 Kolumnen (3. unvollständig): 3 Sprüche (Incantation 5–7)

EA 10309: 3 Kolumnen (1. und 3. unvollständig): 4 Sprüche (Incantation 1–4)

Ursprünglicher Verwendungskontext

Der Inhalt des Rectos lässt darauf schließen, dass der Papyrus ursprünglich als Textsammlung verschiedener Sprüche gegen Schlangen diente und als solche entweder einem Magier/Heiler gehörte oder in einer Tempelbibliothek gelagert war. Spätestens unter Ramses XI. verlor er jedoch diese Funktion und diente zur Aufzeichnung von Notizen zu profanen Verwaltungsangelegenheiten.

Material
Organisch » Faser, Pflanzliche und Tierische » Papyrus
Objekttyp
Artefakt » Schriftmedien » Schriftrolle
Technische Daten

Von der ursprünglichen Papyrusrolle haben sich heute insgesamt drei Teile erhalten, die im British Museum unter den Inventarnummern BM EA 9997 (zwei Teile von 92,5 bzw. 71 cm Länge und einer maximalen Höhe von 22 cm, jedes in einem eigenen Glasframe) und BM EA 10309 (ein Teil von 48,5 × 21 cm (Länge × Höhe)) gelagert werden (Leitz 1999, 3 und 22). Die Gesamtlänge der drei Teile beträgt aktuell 212 cm mit 11 Textkolumnen, von denen aber fünf unvollständig sind, sodass die ursprüngliche Länge deutlich größer gewesen sein muss. Außerdem besitzt keines der drei Teile einen direkten join zu den beiden anderen (Demarée 2015, 335). Es haben sich acht Blattklebungen erhalten, aber die Blattlänge ist bislang nicht publiziert, sodass daraus keine hypothetische Mindestlänge der Rolle berechnet werden kann. Leitz benutzte die Größe der durch Insektenfraß verursachten Löcher, um die Reihenfolge der drei Teile zu bestimmen: zunächst das größte der beiden Fragmente EA 9997, dann das kleinere, schließlich EA 10309 (Leitz 1999, 3). Dieselben Löcher sowie textliche Überlegungen der Verwaltungsnotizen auf dem Verso führten Demarée 2015 zur genau umgekehrten Reihenfolge, die auch schon im Notizbuch von Černý für die beiden Teile von EA 9997 angesetzt worden war (Demarée 2015, 335–337 mit Skizze). Demarée vermutet, dass EA 10309 schon in der Antike von EA 9997 abgeschnitten und anschließend kopfüber in EA 9997 eingerollt worden war (Demarée 2015, 336). Es ist davon auszugehen, dass schon beim Durchschneiden der Rolle ein Papyrusstück unbekannter Länge einer neuen Funktion zugeführt worden ist und heute fehlt.

Insgesamt ist der Papyrus durch Insektenfraß stark beschädigt und weist immer wieder größere Fehlstellen auf. Der obere und der untere Rand sind größtenteils erhalten, im Gegensatz zum Anfang und Ende des Papyrus, sodass alle der elf Kolumnen des magischen Textes (acht auf Papyrus BM EA 9997 und drei auf BM EA 10309) von je 15–18 Zeilen mehr oder minder stark beschädigt sind (Leitz 1999, 3, 22 und Taf. 1–11).

Als das Verso beschriftet wurde, wurde der Papyrus um die Längsachse gewendet: die Oberseite der meisten Verso-Notizen entspricht der Unterseite des Recto-Textes (Demarée 2015, 335–336).

Schrift
Hieratisch

Der magische Text enthält einige Rubra, außerdem rote Gliederungspunkte. Die Rubra markieren manchmal den Spruchanfang, manchmal den Anfang des Verwendungshinweises, vereinzelt auch einen Abschnittswechsel innerhalb des Spruchs.

Sprache
Ägyptisch-Koptisch » Ägyptisch » Mittelägyptisch » spätes Mittelägyptisch mit neuägyptischen Einflüssen

Die Sprache ist Mittelägyptisch, die gelegentlich mit einigen Neuägyptizismen durchsetzt ist (wie z.B. Artikel tꜣ vor mtw.t (passim) oder Imperativbildung mit j-Augment bei j:nḥm in Zeile 3,16).

Bearbeitungsgeschichte

Die Erstpublikation der Rückseite von Papyrus BM EA 9997  stammt von Kitchen 1989, basierte aber auf unpublizierten Textabschriften von J. Černý (Notebook 50) und nicht auf dem Original. Im Jahr 2014 folgte seine Übersetzung dieser landwirtschaftlichen Notizen. Unabhängig von Kitchen vermutete J. J. Janssen aufgrund dieser Notizen eine Zugehörigkeit von Papyrus BM EA 9997 zu Papyrus BM EA 10309 mit ähnlichen Notizen auf dem Verso (Leitz 1999, 3; Demarée 2015, 336). Eine Autopsie der beiden Papyri durch C. Leitz bestätigte die Richtigkeit dieser Vermutung, wobei der Schaden durch Insektenfraß ihn vermuten ließ, dass EA 9997 den Anfang und EA 10309 das Ende der Handschrift waren (Leitz 1999, 3). Leitz legte 1999 die Erstpublikation des Rectos mit Photo, Transliteration, Übersetzung und Kommentierung der beiden Papyrusteile vor. Vorschläge zur verbesserten Lesung stammen von Roccati 2001, Müller 2002 und Quack 2011. Eine Übersetzung in Auszügen legte Fischer-Elfert 2005 vor. Die jüngste Gesamtübersetzung des Rectos stammt von Stegbauer 2015. Eine Neubearbeitung des Versos nimmt aktuell R. J. Demarée vor, der 2015 erste Ergebnisse publizierte, die u.a. eine Neuanordnung der einzelnen Papyrusteile beinhaltet.

Editionen

- Kitchen 1989: K. A. Kitchen, Ramesside Inscriptions. Historical and Biographical VII (Oxford 1989), 389–394.

- Kitchen 2014: K. A. Kitchen, Ramesside Inscriptions. Translated & Annotated: Translations VII (Chichester 2014), 266–269.

- Leitz 1999: C. Leitz, Magical and Medical Papyri of the New Kingdom, Hieratic Papyri in the British Museum VII (London 1999), 3–30, Taf. 1–11.

Literatur zu den Metadaten

- Athanasi 1836: G. d’Athanasi, A Brief Account of the Researches and Discoveries in Upper Egypt, Made under the Direction of Henry Salt, Esq. To Which is Added a Detailed Catalogue of Mr. Salt's Collection of Egyptian Antiquities (London 1836).

- Bierbrier 2012: M. L. Bierbrier, Who was Who in Egyptology, 4. Auflage (London 2012).

- Černý Notebook: J. Černý Notebooks. Mss. in Griffith Institute, Ashmolean Museum, Oxford (http://www.griffith.ox.ac.uk/gri/4cerny.html, 08.01.2020).

- Černý 1973: J. Černý, A Community of Workmen at Thebes in the Ramesside Period, Bibliothèque d’étude 50 (Le Caire 1973; 2. Aufl. Le Caire 2001).

- Demarée 2015: R. J. Demarée, A Late New Kingdom Administrative Miscellany on the verso of a Magical Papyrus in the British Museum – Preliminary notes, in: U. Verhoeven (Hrsg.), Ägyptologische „Binsen“-Weisheiten I–II. Neue Forschungen und Methoden der Hieratistik. Akten zweier Tagungen in Mainz im April 2011 und März 2013, Akademie der Wissenschaften und der Literatur. Abhandlungen der Geistes- und sozialwissenschaftlichen Klasse. Einzelveröffentlichungen Nr. 14 (Mainz/Stuttgart 2015), 335–340.

- Fischer-Elfert 2005: H.-W. Fischer-Elfert, Altägyptische Zaubersprüche (Stuttgart 2005), 54–59.

- Müller 2002: M. Müller [Review:] C. Leitz, Magical and Medical Papyri of the New Kingdom, Hieratic Papyri in the British Museum VII (London 1999), in: Lingua Aegyptia 10, 2002, 425–435, hier: 427–431.

- Quack 2011: J. Quack, Beiträge zu einigen religiösen und magischen Texte, in: M. Collier – S. Snape (Hrsg.), Ramesside Studies in Honour of K. A. Kitchen (Bolton 2011), 413–416, hier: 413–414.

- Quack 2022: J. Quack, Altägyptische Amulette und ihre Handhabung, Orientalische Religionen in der Antike 31 (Tübingen 2022), 103, 136, 141–142, 213–215.

- Roccati 2001: A. Roccati [Review:] C. Leitz, Magical and Medical Papyri of the New Kingdom, Hieratic Papyri in the British Museum VII (London 1999), in: Orientalia 70, 2001, 193–195.

- Stegbauer 2015: K. Stegbauer, Magie als Waffe gegen Schlangen in der ägyptischen Bronzezeit (Borsdorf 2015), 224–273 (Sprüche 38–48).

Online-Ressourcen

Internet BM (geöffnet am 16.07.2024):

EA 9997.1:

https://www.britishmuseum.org/collection/object/Y_EA9997-1

EA 9997.2:

https://www.britishmuseum.org/collection/object/Y_EA9997-2

EA 10309:

https://www.britishmuseum.org/collection/object/Y_EA10309

URL der Photos: u.a.

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EA 10309 Vso rechte Hälfte: https://www.britishmuseum.org/collectionimages/AN01089/AN01089592_001_l.jpg

Trismegistos: http://www.trismegistos.org/text/139326 (EA 9997) und

http://www.trismegistos.org/text/381186 (EA 10309 Rto), geöffnet am 16.07.2024.

 

Deir el-Medina Database, Leiden University:

https://dmd.wepwawet.nl/scripts/dmdobject.asp?id=P.%20BM%20EA%2009997&m=i (16.07.2024)

Autoren
Dr. Katharina Stegbauer
Autoren (Metadaten)
Dr. Peter Dils

Übersetzung und Kommentar

P. London BM EA 9997

Spruch 1 (Rto 1,1-1,10)

[...] Zauberformeln. Die Worte sind Schutzamulette, die er geschaffen hat, der Leben gibt, der die Kehle atmen läßt. Die Zaubersprüche [...] [...] an diesem Tag. Jubel wurde dir gemacht ... Der Herr der Schutzamulette, wirkmächtig an Zaubersprüchen. Es ist [...] das Wasser des Ufers [...] Überschwemmung/Hapi [...] Spruch / Knotenamulett (?) [...] um zu sprechen über [...] [O] Gift [...] [Komm hinauf] zur Oberseite, falle [...] Dieser Spruch werde gesprochen über einem Bild des Ptah, des Großen [...], der Isis, des Horus, des Thot, der Maat, des Hu und des Sia. Werde vom Gebissenen getrunken. Vernichtet das Gift wirklich vorzüglich.

Spruch 2 (Rto 1,10-3,12)

[...] der Hitze; ihr ganzer Leib glühte vor [...] Bericht der Nubier (ztj.w) ihr Zorn [...] auf dem Wasser, um sie zu besänftigen durch ihren Vater Nun. alles, was sie geschaffen hat; ihr ganzer Leib ist in Ordnung. Sein Herz [...] als Großer, der zu den Setiu-Krokodilen spricht: "Mein Herz wird zu dieser Göttin herauskommen. Ach, würden doch die Setiu-Krokodile 〈...〉! Sie fürchtet dich und sie rettet mich, sie ist bei dir, nachdem ich ihr Herz umgestimmt habe. In deinem Namen "Setiu-Krokodil" sollst du nach ihr schießen, in deinem Namen "Suy-Krokodil" sollst du gegen sie vorgehen, in deinem Namen  "Saq-Krokodil" sollst du dich gegen sie zusammenziehen, in deinem Namen "Iberu-Krokodil" sollst du gegen sie fließen. Die Göttin ist gegen es/sie [...] Kehle [...] Setiu-Krokodile [...] ? [...] gegen sie, abschneiden [...] ? der Hitze [...][...] Zunge [...] Göttin. [...] die herausgekommen war auf ihren Leib, wobei zertrümmert war ihr [...] im Zurückweisen (?) [...] ihres Gesichtes, wie das Hervorkommen [...]. Wenn die Sterne niedersausen (?) [...] zum Fluß im Flug [...] indem sie gefallen ist in Berg und Tal. Ihre Beine sind auf der Erde, [...] die Schwäche, die sie gespürt hat [...] des Todes. [fraglich] alle [Vögel ?], die im Himmel sind, alle Reptilien, die auf der Erde sind, als die Sumpfbewohner von dieser Göttin fraßen. Die Hitze ihres Feuers trat in ihre Körper ein, wobei sie (die giftige Göttin) die "Haare" (hier besser: Schuppen), die auf ihren Köpfen waren, kochte, so dass sie ihre "Haare" (= Schuppen) ihrer Glieder zusammenzogen und das Abwerfen des Natternhemdes durch die Schlangen entstand.

Als auf ihren Wink hin dieser Gott kam, fand er sie aus- und niedergestreckt, entsprechend ihre Rage (2x). Alles Gewürm näherte sich ihr. Nachdem er seinen Atem gegen sie gehaucht hatte als Atem seines Mundes, lebte sie sofort (wieder). Als der Atem zu Feuer wurde, lebte sie. Nachdem er ihren Körper (nämlich) im Zustand des Aufgefressenwerdens gefunden hatte, war der Gott, bzw. sein Herz, schwach wegen ihr geworden und er schlug das Übel, das die Suy-Schlangen getan hatten: "Wenn ihr nicht das, was ihr verschluckt habt, zur Erde gebt als Leib dieser Göttin, (dann) wird etwas von eueren (wörtl. ihren) Armen und eueren (wörtl. ihren) Beinen abgeschnitten werden."

Sofort geschah dergleichen mit allen Schlangenmännchen und Schlangenweibchen. Als der Fischotter kam, spuckte er das Wasser seines Mundes auf dessen Stelle im Leib dieser Göttin. Aus Mangel daran hatte sie ihre Arme auf ihre Schenkel gegeben. Damit nicht der Arm gegen es durch die Menschen erhoben wird, hielt das Gift an in den Lebenden, nachdem man ihm das Gemetzel, das in ihren Leibern war, vergolten hatte.

Der große Gott sprach zu ihr: O Gift, siehe, du wurdest belebt! Mögest du gegeben werden unter die, die vor dir sind durch Geschlechtsverkehr." Das Gift sprach zu diesem Gott: "Ich weiß, was du mir angetan hast, denn ich erkenne mein Herz in der richtigen Weise: Du hast mich getötet und mich wiederbelebt. Mein Herz war es in einem Anfall von Schwäche, das mir von den Krokodilen zu den Kriechtieren hin entkam.  ## nicht übersetzt ## So wahr mein Vater lebt, der mich erschaffen hat! Ich will vorn an ihm herauskommen. Ich will mich nicht mit einem oder einer von ihnen zusammentun, in ihrer Gesamtheit [...] jemals. Nicht [...] das Gift. W[er ...] das Wasser seines Mundes gegen sie? [...] vergangen wegen [ihr]. Falle [ins] Wasser. indem du geworden bist zu [...] [...] es löschen. Das Gift ist gestorben, es existiert nicht (mehr). Die Suy-Schlangen [...] es. Retten [...] euch/euere [...] Der Zauber der rrm-Medizin ist gegen es, um zu vernichten [...] ## nicht übersetzt ## [...] sind es, die [...] das Gift, das im ganzen Körper des NN. Sohn der NN. ist.

Dieser Spruch werde [viermal] gesprochen und an das Herz des Gebissenen gegeben. [Ein Bild des] Sobek, das beschrieben ist mit dem "Wasser" der Setiu-Krokodile, der Suy-Krokodile des Großen, der Saq-Krokodile und der Iberu-Krokodile, die gezeichnet sind mit rotem Ocker auf einen neuen Topf, gefüllt mit Süßbier. Werde vom Gebissenen getrunken.

Spruch 3 (Rto 3,12-5,4)

Ein anderer (Spruch um eine Schlange zu töten?): Ein Zittern ist im Himmel, ein Beben ist auf der Erde, weil doch die Götterneunheit klagt. Die Stimme einer Armen, die klagt, deren Sohn auf ihren Armen ist und deren Schwester bei ihr ist, während sie wehklagen, sie erreicht die Höhe. Was sie sagt: "Komm zu mir, Vater Erde, Mutter Nut, Atum, der die Götter schuf, die im Himmel sind, im Auge der Lebenden. Ich bin Isis, die Nachfahrin deiner Nachfahrin! Von einem Feind, der in seiner Rage war, wurde Horus, der Nachfahr deines Nachfahren, gebissen!"

Der große Gott hielt an an seinem Platz, als man für ihn die Fahrt seiner Mannschaft stoppte. "Was ist das, was ist das, dieses, das ich gehört habe? Rettet die Elenden vor dem Starken, die Klagenden vor dem, der den Arm mit seiner Kraft erhebt!"

Da sprachen die, die im Gefolge des Gottes waren: Ist das nicht die Klage eines Elenden? Ist das nicht das Geschrei einer betrübten Frau? Isis ist es! Ihr Sohn wird sie umarmen, nachdem der, der in seiner Rage ist, ihn gebissen hat. Belebe ihren Sohn, indem der, der unter dem Stab ist, festgehalten wird. Ach, möge doch vervollständigt werden das Haus seines Vaters, das leer geworden war, als ihr Vater in der Unterwelt und ihre Schwester in Bjt,t war. Ihr Leiden resultiert aus der Verengung des Giftes!"

Da sprach Horus, der Herr der Ewigkeit: Daraufhin wird (denn) der Gott sich niederlassen, um 〈ihn〉 zu beleben: "Was ist denn sein Verbrechen? Horus ist doch noch ein Kind! [...] das Entgelt, er vermindert [...] Er soll nicht einsinken und sich vergreifen an [?].

Beschwörung der Serqet: "Komm doch mit mir!" [Mögest du] veranlassen [eine Erweiterung] der Kehle. Wenn hervorkommt [...] Wer ist es, der ausleert / sucht / umnachtet ist [...] [...] das Übel schlagen [...] meinem Herzen, indem es (das Herz?) müde geworden ist. [Komm doch,] komm auf die Erde herauf, o Gift [das im] Leib des jungen Horus ist. [...] der Tote, der ihn gebissen hat! Falle [auf die Erde], [...] richte [Horus] auf, [bel]ebe sein Herz! Ist denn das Gift stark [in seinen Gliedern]? Ist denn das Gift mächtig in [seinem] Fleisch? [Nicht soll verschlossen werden seine] Nase [...] [...] die Augen erblicken. Nicht [...] sein Hals. Lebt 〈Horus〉, dann lebe ich, 〈lebst du〉, [dann lebt der NN, Sohn der NN] [...] durch meinen eigenen Herrn und [seine] Lippen. Durch meinen eigenen Ba, dem ältesten Heka, [...] Heka. Die Zaubersprüche der Neunheit sind dort: O Zwerg! [Meine Zaubersprüche sind gegen] meine Feinde gerichtet, um die Wirkung des Giftes der Neha-Her-Schlangen zu zerstören! Ach, mögen sie in Ewigkeit bar von Kraft sein! Meine Zaubersprüche sind gegen den Himmel gerichtet, um die Götter zu vertreiben! Meine Zaubersprüche sind gegen die Erde gerichtet, um die Menschen zu vertreiben! Meine Zaubersprüche sind gegen die Gewässer gerichtet, um die Krokodile zu vertreiben! Meine Zaubersprüche sind gegen das Fruchtland gerichtet, um die Kriechtiere zu vertreiben. Meine Zaubersprüche sind gegen das Wüstengebirge gerichtet, um die Löwen zu vertreiben. Meine Zaubersprüche sind gegen die Wolken gerichtet, um die Reiher zu vertreiben. Meine Zaubersprüche werden wirksam sein [durch] meine wirkmächtigen Worte und meine Schutzamuletten, die ich gemacht habe, die ich erschaffen habe im Jubel über sie, die wirksam sein werden in ihrer Anwendung. Möge sein Herz Macht haben über/durch Jene. Nicht soll man für es handeln. Du sollst folgen, ohne deinen Schritt auszustrecken, ohne dich zu bewegen in [die Breite], indem sie/du geformt (b)ist. Du sollst stillstehen wegen meiner mächtigen Worte, wie ich stillstehe, wenn er einen Durchlaß findet. Nachdem der Himmel dich bestraft hat [...] [...] durch das Leben des NN. Sohn der NN.

[...] eine Statue der Isis aus Feuerholz. Werde zu Knoten gemacht, die sind in [...]

Spruch 4 (Rto 5,4-5,15)

[...] dein [...] sprang. Die Boten [...] "Höre meine Worte!" sprechen Ptah [und ...] der Ba des Re. Zurück, Große [...] "Höre meine Worte!" sprachen Ptah, Nun [...] ... Schrecken. Spei deine Flamme aus! ["Höre meine Wort]e!" sprachen [...] [und] du sollst dich wegbewegen. Siehe, ich befahl, dass [meine Worte] gehört werden [...] mit dem Wind, der sein Ansehen gegen den Feind einsetzt. Spei [aus] [...] müde. Siehe, ich habe befohlen, dass meine Worte gehört werden. Groß an Charisma. Zurück! [Dein] Feuer [...] "Höre meine Worte!" sprach Wennefer, der König [...]

Spruch 5 (Rto 6,1-6,17)

[Ein lauter Schrei war draußen, als Isis deswegen losstürzte.] [Serqet, die Große, war es, 〈die kam〉 wegen des Geschreis der Isis, und sie wandte sich an den großen Tempel wegen ihres ältesten Sohns, der von ihr stammte, wobei sie die Aufmerksamkeit des Herrn von Hermopolis erregte,] damit die großen Götter zuhören. Da sprach die göttliche Isis: "Papyrussäulenamulett aus Fayence! Papyrussäulenamulett aus Fayence! Mögest du mich [meinem Vater, dem Allherrn, anmelden!"]

Da sprach der Allherr selbst. [Eine Stimme klagt] draußen am Tor, wie die eines Tierweibchens wegen seines Sohnes, der angegriffen wurde. Da vertrieb Sia [...] [das Herz sei heil] ... deine Tochter, deren Sohn Horus von einer "Verblendet-von-Verstand"-Schlange gebissen wurde.

Der große Gott, er beschwor persönlich: "Das Gift soll vertrieben werden [aus seiner Macht! Du sollst ausspeien, Feind, der in seiner Unwissenheit gehandelt hat,] der ihrem Sohn Horus Schaden zugefügt hat. Er hat keine Sünden, er hat keine Verfehlungen, es gibt nicht [sein] Aussenden (?) [...] [...] [Nimm dein Gift fort!]

So sollst du sprechen zur Erscheinung der großen Nut, der Göttin unter den Göttern, die dich beseelt sein lassen, die dich erscheinen lassen, [die deinen Ka ausstatten wie den der Nehebka-Schlange.]

"Wenn du nicht dein Gift fortnimmst, das in den Körper des Horus geglitten ist, das in den Körper des Gebissenen geglitten ist, dann sollst du zu Grunde gehen!

So sollst du sprechen zum Feind unter den Menschen, zum Widersacher unter den Göttern.

"Nimm deine Zähne in Acht, schütte dein Gift aus! Abgetrennt soll dein Schädel werden, weggenommen [deine Kraft!] Du sollst dich vor einer Maus fürchten, du sollst dich ängstigen vor einem Frosch, du sollst zittern vor den Küken des ꜥꜥ.w-Vogels, du sollst [das snb.tt-Tier] loslassen! Du sollst dich in den Hügel zurückziehen, der dich hervorgebracht hat. Dein Vater Erde kann dich nicht [verbergen], deine Tochter Ziegelstein existiert nicht für dich! Du sollst von der Erde verschwinden, [du sollst im Wasser ersaufen, du sollst zur Zerstückelu]ng [gehen,] du sollst zur Schlachtung [kommen!] Erinnert man sich deiner, spuckt man auf deinen Namen! Komm heraus auf [die Erde, o verderbliches Gift, das im Körper] des kleinen Horus ist! Ich will den Kindern dieser Göttin Leben schenken. Dann können die, die in ihren Hügeln hausen, leben, ohne Herumkreisen, ohne Brennen, kühl wie Wasser, zusammengezogen wie Stein. Deine Hitze sei vernichtet, gelöscht sei dein Feuer im Körper des NN., Sohn der NN.! [...] die beiden Schwestern, die Großen, die beiden Göttinnen, die beiden Schwestern: Kommt doch in [...] euer Spruch zusammen mit mir. Ich bin Isis, die spricht [...] ihren [...], die meinem Sohn Horus Luft gibt. Siehe, die Neunheit (?) steht auf aus der Mattigkeit, [...] auf ihren Platz! Siehe, der NN., Sohn der NN. ist gesund für seine (= Atums) Tochter!

Worte zu sprechen über einem Bild des Atum, das aus Sykomorenholz gemacht ist, [einem Bild des] Horus, einem Bild des Sia, die aus Tamariskenholz gemacht sind, einem Säulen- oder Papyrusamulett aus Fayence, einer Statue der Serqet, die aus Feuerholz besteht, mit dem Dechsel bearbeitet (?), ...?..., gemalt im Felde, in der Nekropole, in ...?..., werde an den Hals des Gebissenen gegeben; wirklich vorzüglich.

Spruch 7 (Rto 6,17-8,15)

Ein anderer Spruch: "Nephthys", sagte Isis, "mögest du veranlassen, dass die Tauben zurückgewiesen werden, die, die auf die Böswilligen hören, ohne die Worte aus dem Mund der Isis zu verstehen!"

Die Stimme des Horus stieß ein Klagegeschrei aus, so dass Isis und Nephthys herbeiliefen, wobei ihre beiden Arme flatterten. "Was ist denn, mein Sohn Horus?"

Da sprach Horus zu Isis: "Ich bin's, der herumtollte im Wadi, zusammen mit den Kindern meiner Generation. [Ich stieg hinab] in das Minz-Kraut, meine Freunde waren hinter mir, und ich trat auf den Schwanz einer Nebesti-Schlange. Als sie zwi[schen] meine [Füße] gekrochen war und sich um meinen Zeh gewickelt hatte, drang ihr Gift in mich ein, wie das Fließen der Flut, wie ein Dammdurchstich. Seht, mein Körper ist matt, meine Glieder zittern, mein Herz ist nicht mehr in meinem Leib!"

Da sprach Isis, die Göttin: "Kommt doch, Entourage der Götter, Entourage der Göttinnen! Komm [doch, Gefährte des] Re, Gefährtin des Re! Laßt uns sehen, was Horus widerfahren ist! Möget ihr den Sohn des Osiris beleben!" "Sieh doch!" sprach Neith, "schau doch!" sprach Serqet. Hab keine Angst, vorwärts, unser Sohn [Horus!] Es gibt keinen Feind, der sich gegen dich gerüstet hat, keinen Götterboten, der [... gegen dich!] Dein Gesicht sei in Heil und Gesundheit! Wir wollen den Schutz des [...] dein Kopf, damit du gesundest. Fließe aus, Gift, das aus seiner Unwissenheit heraus gehandelt hat, das im Leib des Horus, des Sohns des Osiris ist. Fließe aus, Gift, das aus seiner Unwissenheit heraus gehandelt hat, das im Leib des NN. Sohn der NN. ist. Weiche zurück ohne [in] mir zu zir[kulieren ... ]! Du bist niedergeworfen, [du bist] zerschnitten [...], weil Neith, die dem Re Geborene, dich niedergeworfen hat, als sie ihren zu Bestrafenden [bestrafte]. [Sie] 〈be〉straft [dich durch] ihre wirkmächtigen Zaubersprüche, sie [...] die Wut / Wütenden" sprach Serqet mit ihren Zauberformeln, die auf ihren Lippen sind. Die Horuskinder bewachen dich, die dich weichen lassen vor ihren Hügeln. Weiche du doch, weiche du doch, dreh du doch um, weil Isis, die Göttin, dich zurückweichen läßt, nachdem dich diese Götter, die die geheimen Tore hüten, vertrieben haben. Kehr um, nachdem Nephthys dich weichen ließ, die Herrin der Schrift mit machtvollen Worten, nachdem sie dich bestrafte und [...] mit ihrem [?]. Du wirst niedergeschlagen an ihrer Stätte [...] Sie sollen nehmen/retten [...], nachdem Re deine Ohren weggenommen hat. müde [...] dein [...] wie Bier, [...] träge. NN. geboren von NN. [...] "Herrin von Chemmis", sprach Serqet. "Ich will zusammen mit der Herrin von Byblos, Isis, sprechen: 'Komm doch eilends, vor dem Nordwind [...]" Es sollen dich sehen [...] Es sollen [...] die Kinder des [Horus], die dem Leben schenken, der auf [...] ist.[...] Verengung der Kehle [...] [...] die Namen mit Hieroglyphen, indem er belebt [...] [...] [...] Horus für das Leben! Siehe, die Schutzamulette der Götter [...] [...] [...] lebt. Gift, komm, [komm herauf zur] Erde. Ich bin Serqet! [...] Deine (?) Sprüch(e) [sind in] seinem Namen des "er wurde [...] im Gottesland".

## nicht übersetzt ## am Scheitel des Einzigen (?) [...] seine Hände. Werde vom Gebissenen getrunken. Man bringe ein Götterbild [des Sohns] seiner Tochter, des Rächers [seines Vaters (?)] [nicht lesbar] Serqet, Hathor, die Herrin von Byblos, Isis, Nephthys, [...] aus Myrrhe, das gegeben wird an die Kehle des Gebissenen ohne Gefolge [...] [...] die Götter. Werde davor gegeben. Er ist auf der Stelle [gesund].