Heilstatue des Harchebis in Moskau

Metadaten

Wissensbereiche
Alternative Namen
TM 372049
Aufbewahrungsort
Europa » Russland » Moskau » State Pushkin Museum of Fine Arts

Inventarnummer: I.1.a.5319

Erwerbsgeschichte

Ehemals in der Sammlung W. Golenischeff in St. Petersburg, seit 1909 in russischem staatlichem Besitz (Ankauf auf Empfehlung der Russischen Archäologischen Gesellschaft durch I.W. Zwetajew, Direktor des Rumjanzew-Museums, als Golenischeff fast pleite war). Die Golenischeff-Sammlung zog 1911 von St. Petersburg (zwischengelagert in der Hermitage) nach Moskau um: in das neu gebaute Museum für Bildende Künste, das 1912 eröffnet wurde und heute nach A.S. Puschkin benannt ist. Dort bekam es die Inventarnummer I.1.a.5319 (d.h. Objekt Nr. 5319 in Inventarbuch I.1.a). Zuvor [vor dem Jahr 1924] hatte es in der Sammlung Golenischeff die (ältere) Inventarnummer 4174 (von Turajeff 1917 [non vidi] fälschlicherweise als 4674 zitiert).

Herkunft
Nildelta » nördliches Delta » östlicher Teil » Mendes

Der eigentliche Fundort ist unbekannt. Die Herkunft aus Mendes, aus dem Tempel des Banebdjedet (so Panov 2014, 11), wird aus dem Textinhalt rekonstruiert (aus den Titeln des Statuenstifters Harchebis, aus der Identität der von ihm verehrten Gottheiten [Banebdjedet und Hatmehit sind die Hauptgötter von Mendes] und aus einer unklaren Erwähnung im Text, dass die Statue vermutlich im Gotteshaus des Banebdjedet verbleibt).

Datierung
von: (Epochen und Dynastien) » Pharaonische Zeit » Spätzeit » 30. Dynastie bis: (Epochen und Dynastien) » Griechisch-Römische Zeit » Hellenistische Zeit » Ptolemäerzeit

Zunächst von Turajeff in die Perser- oder Ptolemäerzeit datiert (Turajeff 1917, 71; ohne Begründung). De Meulenaere & MacKay 1976, 199 geben „fourth century B.C.“ als Datierung an (ohne weitere Begründung). De Meulenaere oder Clarysse haben die Person des Harchebis nicht in die Prosopographia Ptolemaica III bzw. IX aufgenommen, d.h. sie stufen die Statue sicherlich als älter als die Ptolemäerzeit ein. Heilstatuen, die eine Horusstele halten, sind bislang nur für die 30. Dynastie und die Argeadenzeit durch eindeutig datierte Exemplare nachgewiesen (z.B. Bothmer 2004, 422: „magical inscriptions that occur on statuary only in the fourth century B.C.“); ihre Weiterexistenz zumindest in der frühen Ptolemäerzeit kann jedoch als Hypothese vorausgesetzt werden. Valloggia (1976, 200) übernimmt von De Meulenaere die Datierung ins 4. Jh. (vor der Ptolemäerzeit). Chevereau (2001, 185 und 163 Anm. (a)) bringt ihn in das 4 Jh. unter (letzte ägyptische Dynastien oder frühe Ptolemäerzeit vor dem 3. Jh.). Berlev und Hodjash (2004, 325) bzw. Hodjash (2004, 35) geben „late Dynasties“ (d.h. wohl Spätzeit) als Datierung an. Panov setzt die Statue wegen einiger sogenannter ptolemäischer Schreibungen und wegen einer spezifischen Formulierung im sog. „Verjüngungsspruch A“ (spezifisch für die Mittleren Hochphase von Sternberg-El Hotabi: ca. 280-180 v. Chr.) in die frühe Ptolemäerzeit bzw. ins 3. Jh. v. Chr. an (Panov 2014, 11, 13). Der Statuenstifter Harchebis, Sohn des Chnumhotep und einer Frau, deren Namer nicht erhalten ist, ist nicht sicher durch weiteren Quellen nachgewiesen. Panov 2014, 15 schließt nicht aus, dass er mit dem Astrologen und Skorpionbeschwörer Harchebis (Statue aus Tell el-Faraun/Nebesche, jetzt in Kairo, Ägyptisches Museum, JE 38545, 2. Jh. v. Chr.) identisch ist (falls der Astrologe allerdings Harentabat statt Harchebis heißt, ist eine Gleichstellung ausgeschlossen). Die von unserem Harchebis getragenen Titel sind sowohl in der Spätzeit als auch in der Ptolemäerzeit belegt.

Textsorte
Rezitation(en) » Beschwörung(en)
Inhalt

Die Statue ist gänzlich mit Beschwörungen sowie mit magischen Darstellungen mit Bildbeischriften versehen. Es gibt mindestens 12 verschiedene Sprüche (in der Einteilung von Panov 2014, 12 gibt es 13 verschiedene Sprüche, aber sein Kap. 12 ist die Fortsetzung von Kap. 16; der sehr beschädigte Text von Kap. 14 besteht vielleicht aus mehr als einem Spruch; die zwei kleinen Textfragmente auf der Plinthe sind nicht identifiziert und gehören möglicherweise zu zwei weiteren Sprüchen). Sie befinden sich auf der Brust, den beiden Armen, entlang des Rückens, auf den Füßen und dem Gesäß sowie auf dem Rückenpfeiler. Abgesehen von sechs bekannten Sprüchen wie den Sprüchen A, B und C, dem Spruch „Die Hand des Atum“ oder der Geschichte von Isis und den sieben Skorpionen sind drei oder vier Sprüche bislang nicht anderswo identifiziert und zwei weitere kommen sonst nur noch auf der Metternichstele vor. Seitlich auf dem Körper sind jeweils fünf Bildregister auf den Schenkeln und dem Körper angebracht. Das erste und zugleich höchste der fünf Bildregister befindet sich auf Höhe der Knie und zeigt Harchebis in Verehrung vor Harpokrates, Banebded und Hatmehit, den Gottheiten von Mendes. Die übrigen Gottheiten gehören zum typischen Repertorium der Schutzgottheiten von Horusstelen und Heilstatuen. Ein sechstes Bildregister mit zwei anonymen Göttergruppen befindet sich auf der Vorderseite unter den angewinkelten Armen.

Ursprünglicher Verwendungskontext

Die Heilstatue war sicherlich in einem Heilkultkontext im Tempel von Banebdjedet in Mendes aufgestellt. Laut einer Inschrift, die dem Statuenstifter Harchebis in den Mund gelegt wird, soll die Statue „in ihr“ (d.h. im Tempel von Banebdjedet oder im Ort Mendes) verbleiben, um dem Patienten mit Atemschwierigkeiten (wegen Lähmungserscheinungen infolge eines Schlangenbisses oder eines Skorpionstiches) Luft zu geben.

Material
Nicht Organisch » Stein » Granit
Objekttyp
Artefakt » Skulptur » Statue / Figur
Technische Daten

Würfelhockerstatue mit einer kleinen Horusstele vor den Unterschenkeln. Der Kopf der Statue sowie ein Großteil der Plinthe mit den Fußspitzen fehlen. Aktuelle Maße: Höhe 55 cm (so bei Turajeff, Berlev und Hodjash, Panov; De Meulenaere & MacKay 1976, 199 haben 63,5 cm); Breite 34 cm (so bei Berlev und Hodjash 2004, 325; Hodjash 2004, 35 hat 39 cm); Tiefe/Dicke 37 cm (vgl. die komplett erhaltene Würfelhockerstatue des Djedher in Kairo JE 46341 mit den Maßen 78 x 35 x 43 cm: Höhe x Breite x Tiefe). Der Rückenpfeiler ist in der Dicke nur wenig ausgeprägt.

Schrift
Hieroglyphen

Die Texte sind von guter Qualität, mit wenigen Fehlern, aber sie sind teilweise wegen des Gesteins nur schwer zu lesen.

Bearbeitungsgeschichte

B. Turajeff hat die Statue 1917 mit einem Foto kurz vorgestellt und die sieben von ihm identifizierten Textparallelen mit der Metternichstele aufgelistet. Die Statue wird manchmal erwähnt (De Meulenaere & MacKay 1976, 199, mit drei kleinen Fotos), konnte jedoch ohne eine gute Textedition kaum genutzt werden. O. Berlev hat die Texte bearbeitet und ins Russische übersetzt; die englische Übersetzung des Russischen wurde nach seinem Tod (2000) zweimal mit russischen Beschreibungen und Kommentaren publiziert (Berlev und Hodjash 2004; Hodjash 2004), davon einmal mit russischen Kommentaren (Berlev und Hodjash 2004). Panov hat 2010-2011 die Texte neu abgeschrieben und im Jahr 2014 mit einer von Berlevs Zeilennummerierung abweichenden Zeilenzählung publiziert, einschließlich einer deutschen Übersetzung. Fotos finden sich bei Berlev und Hodjash 2004 und erneut/identisch bei Hodjash 2004, schematische Zeichnungen (ohne die erforderliche Detaillierung) bei Panov 2014, 4-5.

Editionen

- Panov 2014: M. Panov, Die Statue des Horchebe, Novosibirsk 2014 (https://www.academia.edu/9821380) [*H,U,Ü,K]

- Berlev und Hodjash 2004: O.D. Berlev und S.I. Hodjash, Sculpture of Ancient Egypt in the Collection of the Pushkin State Museum of Fine Arts, Moskau 2004, 325-360 (auf Russisch; nur die Übersetzungen der altäg. Texte sind zusätzlich auf Englisch) [*P,Ü,K]

- Hodjash 2004: S.I. Hodjash, God Bes's images in the ancient Egyptian art in the Collection of the Pushkin State Museum of Fine Arts. Catalogue, Moscow 2004, 12-35 [*P, Ü auf Englisch und Russisch durch Berlev, nach Berlev & Hodjash 2004]

Literatur zu den Metadaten

- B.V. Bothmer, Egyptian Antecedents of Roman Republican Verism, in: Quaderi de “La ricerca scientifica” 116, 1988, 47-65, nachgedruckt in: M.E. Cody (ed.), Egyptian Art. Selected Writings of Bernard V. Bothmer, Oxford 2004, 407-431 [K]

- M. Chen, Healing Statues in Late Period Egypt: Creating Elite Commemoration in a Religious Context, Diss. Los Angeles 2020, passim (Dok. Nr. 18) (https://escholarship.org/uc/item/1kx4j7bw)

- P.-M. Chevereau, Prosopographie des cadres militaires égyptiens de la Basse Époque (Études et Mémoires d’Égyptologie 2), Paris 2001, 185 (Doc. 284) [K]

- H. De Meulenaere und P. MacKay, Mendes, Bd. II, Warminster 1976, 199 (Nr. 59) und Taf. 23.d-f [P,K in einer Auflistung von Gegenständen aus Mendes]

- Gutekunst 1995: Wilfried Gutekunst, Textgeschichtliche Studien zum Verjüngungsspruch (Text B) auf Horusstelen und Heilstatuen, Diss., Trier 1995, 371 (keine weitere Info, denn die Statue war unzugänglich)

- Sternberg-El Hotabi 1999: Heike Sternberg-El Hotabi, Untersuchungen zur Überlieferungsgeschichte der Horusstelen (Ägyptologische Abhandlungen 62), Wiesbaden 1999. Teil II: Materialsammlung, 106 (keine weitere Info, denn die Statue war unzugänglich)

- Turajeff 1917: B.A. Turajeff, The Statues and Statuettes of the Golenischeff Collection, Petrograd 1917, 68-71 und Taf. XI.3 (Nr. 88) [diese Seiten sind bei Panov 2014, 80-85 abgedruckt)

- M. Valloggia, Recherche sur les „Messagers“ (wpwtyw) dans les sources égyptiennes profanes, Genève 1976, 200 (Doc. 161) [K]

Online-Ressourcen

- www.trismegistos.org/text/372049 (zuletzt geöffnet am 29.04.2025)

Übersetzung und Kommentar

Heilstatue des Harchebis (Moskau I.1.a.5319)

Vorderseite, unter den gefalteten Armen: Die Augen des Sched

Das rechte Auge ist mit seinem Bedarf gefüllt. Seine Iris steht fest an ihrem Platz. Der Uräus, sein Gesicht ist hell (oder: Der Uräus erstrahlt).1 Der Westen des Himmels ist in Jubel. Die Götter erstrahlen mit dem Licht des Herrn der Sonnenscheibe (?).2 (Solange) es (das rechte Auge) wohlbehalten ist, ist jeder 〈Mensch〉3 und jedes Stück Vieh4 〈wohlbehalten〉.

Das linke Auge ist ausgestattet5 mit seiner ⸢Sache⸣,6 geregelt am 2. Mondmonatstag (Neulicht) am Abend (?).7 Atum, seine Hände sind hinter dem Auge (oder: um das Auge herum). Das bedeutet, dass Schu es (d.h. das Auge) trägt.8 Der Osten des Himmels ist in Jubel. Die Sterne sind gemäß ihrem Lauf (wörtl. ihren Schritten/Bewegungen).9 (Solange) es (das linke Auge) wohlbehalten ist, ist jeder Mensch und jedes Stück Vieh wohlbehalten.

1 ḥr=s ḥḏ oder ḥr sḥḏ: ḥr ist gemäß der Version der Metternichstele aus wn korrigiert: ⸮ḥr.jt-tp? ḥr=s ḥḏ oder ⸮ḥr.jt-tp? ḥr sḥḏ. Beide Lesungen sind möglich, im zweiten Fall ist sḥḏ als absolut verwendetes Verb zu verstehen (siehe dazu Wb. 4, 225.24 bis 226.3).

2 m ḥḏ(.t) n(.t) ⸮nb? ⸮n(.j)? ⸮jtn?: Panov liest nṯr.w ḥr sḥḏ m ḥḏ n ⸮jtn? (sicherlich für ḥḏ.t/ḥd.wt n(.t) ⸮jtn?): „Die Götter leuchten mit dem Licht der Sonnen[scheibe].“ Auf der Metternichstele steht m ḥḏ(.t) n(.t) bꜣ ꜥnḫ: „mit dem Licht des lebenden Bas“.

3 wḏꜣ〈=s〉 〈wḏꜣ〉 z: Korrigiert gemäß der Parallele in Kol. 19. Auf der Metternichstele steht ꜥnḫ Rꜥw ꜥnḫ nsw-bj.tj: „Solange Re lebt, solange lebt der König“.

4 {j}〈ꜥ〉w(.t): Lesung nach Panov, 20 mit Anm. 40. Ob tatsächlich die Hieroglyphe der jungen Kuhantilope (E9) verwendet wird, lässt sich nicht auf einem Foto überprüfen.

5 ḏbꜣ.tj: Auf der Statue des Horchebis (Z. 11) steht das Verb ḏbꜣ (mit phonetischem Komplement b), das laut Wb. 5, 558.2 auch in weiteren Texten verwendet wird, um das Mondauge mit seinen Teilen zu versehen (mehrere Belege in Dendara; Altmann-Wendling, 908, 909: ḏbꜣ m rʾ.w). Dieselbe Konstruktion findet sich auch mit dem Verb ꜥpr: jꜣb.t ꜥpr.tj m nfrw=s (Dend. XV, 39.6); vgl. jꜣb.t ꜥpr.tj m dbḥ.w=s (Edfou I, 417.14, rechts); jꜣb.t=f ꜥpr m jḫ.t=s (Edfou I, 274.1); ꜥpr jꜣb.t m jr.jw=s (Edfou I, 86.17-87.1); vgl. die Konstruktionen bei Altmann-Wendling, 906-907, 908.

6 ⸢(j)ḫ(.t)⸣=s: So nach Panov, 21 mit Anm. 42. Auf der Metternichstele steht nfr.w=s.

7 gsgs.tj m ꜣbd ⸮rꜥw-nb-(ḥr-)nḥm(≡f)?: Belege für die Verwendung von gsgs in Zusammenhang mit dem Mond bei Altmann-Wendling, MondSymbolik – MondWissen, SSR 22, Wiesbaden 2018, 392-393, 906. Für ⸮rꜥw-nb-(ḥr-)nḥm(≡f)? siehe Panov, 21, Anm. 44; Wilson, Ptol. Lexikon, 576.

8 Šw pw 〈ḥr〉 fꜣi̯ jm=s: Auf der Metternichstele ist die Präposition ḥr vorhanden. Die Verben fꜣi̯, ꜣṯp, kꜣwt, twꜣ oder ꜥḫi̯ werden normalerweise transitiv verwendet. jm=s erklärt sich vielleicht gemäß der Jernstedtschen Regel im Präsens-I, was für eine Redaktion in einer jüngeren Phase der Sprachgeschichte spricht. Sollte das Verb ein Stativ sein, ergibt jm=s einen Sinn: „Es bedeutet, dass Schu mit ihm beladen ist“.

9 sbꜣ{.wj}.w: Auf der Metternichstele steht sbꜣ.w nṯr.w „die Sterne der Götter“ (oder sind die drei nṯr-Zeichen Determinativ zu den „Sternen“?).

Auf dem rechten Arm: Anrufung des Re durch Isis zugunsten von Horus

Oh, Du, der sich im Horizont befindet, wende mir dein Gesicht zu (oder: schenke mir deine Aufmerksamkeit)! Ich bin Isis, die Tochter deiner Tochter, die Ehefrau deines Sohnes/Enkels Osiris. Komm zu mir, dass du meinen Sohn Horus, der aus mir hervorgekommen ist, in diesem Augenblick/Höhepunkt der Panik (?) rettest! Sein Name ist dein Name am Tag, als er geboren wurde. Wende mir dein Gesicht zu als (?) Widder (?), der ruht ...,1 (oh) Prächtiger, der im Udjatauge ruht! Siehe, ich rufe zu dir, damit du meinen Sohn Horus vor dem rettest, der heute (wörtl.: an diesem Tag) gegen ihn agiert, zusammen mit jedem Menschen und jedem Stück Vieh ebenso. (Denn) jener ist der Sohn deines Sohnes/Enkels Osiris-𓍹Onnophris𓍺-des-Gerechtfertigten.

Bewege/gib deinen Mund mit (?) dem Atem des Lebens,2 damit du ihn rettest vor dem Gift jeder männlichen Schlange, jeder weiblichen Schlange, jedes Skorpions und jedes Gifttiers, das mit seinem Mund beißt oder [mit] seinem Schw[anz] sticht, damit gesund werde [sein] Leib [von] (?) jedem Leiden,3 das in jedem Glied eines jeden Mannes ist und eines jeden Stücks Vieh ebenso. Oh Re zusammen mit seiner Mannschaft,4 oh Götter und Göttinnen [...] in dem ganzen Körper.5 Kommt zu mir, damit ihr gnädig seid für (meinen) Sohn Horus und (für) jeden Menschen und jedes Stück Vieh ebenso. Rettet sie (?) vor [...] an [diesem (?)] Tag (?).6 [Seh]t (?), ihr werdet nicht irgendein Böses davon (?) geben.7 Ihr werdet für mich das Gift8 von jedem Gifttier, (von) jedem männlichen Untoten und jeder weiblichen Untoten zurücktreiben, welches im ganzen Körper des Horus, Sohn des Osiris, ist, welches ebenso im ganzen Körper eines jeden Mannes und eines jeden Stücks Vieh ist.

(Oh Gift,) Gehorche meinen Worten! Wenn du nicht sofort auf den Boden hinuntergehst und wenn du nicht auf [meine] Worte hörst, dann hüte dich! Das Meer wird sich umwenden9 und Sobek wird denjenigen, der über/auf seinem Wasser ist (der ihm loyal ist?), umwenden/umdrehen. Man wird vernichten/berühren (?) das Tor der Djat-Höhle, und der, der darin ist, wird nicht kühl sein.10 Man wird veranlassen, dass der Dahintreibende (?) nach Djeme (?) fährt, indem er in ein Widderfell gehüllt ist. Man wird veranlassen, dass der Dahintreibende (?) nach Memphis geht, indem [...]11 mit dem Licht seiner Göttin als der Gerechtfertigte/Triumphierende in seiner Halle. Man wird sich zum Tor der Höhle des Atum begeben. [...] sagt man zu/über [...],12 den großen Fürsten, der in Heliopolis ist. Nicht wird [sich] festsetzen das (?) [Gift (?), das im ganzen Körper eines jeden Mannes ist] und im ganzen Körper eines 〈jeden〉 Tieres!13 Er wird gesund sein, um zu essen (?),14 und jedes Tier 〈ebenso〉.

Wenn du (?, d.h. das Gift) wirklich (?)15 hinuntergehst auf dem Boden aus dem ganzen Körper eines jeden Mannes und eines jeden Tieres, der/das einer (Gift)verletzung hat, dann werden sie gesund sein von jeder Schwäche/Benommenheit (?) ebenso. (Dann) werden die Götter zufrieden sein, [...] gereinigt von dem, was sie verabscheuen, indem nichts Böses gegen sie ist. (Dann) wird Re [... in] Frieden. Dann werden der Himmel und die Erde mit deinem Leib erfüllt (?) sein (oder: deinen Leib packen).16 Stehe doch gesund auf! Die große Neunheit [ist ...], weil du ihr Leiden vertrieben (?) hast. Stehe [doch] gesund auf! Es gibt keine einzige Schwäche/Benommenheit (?) bei dir ebenso.

Worte zu sprechen über diesen (hierunter abgebildeten?) Göttern!

1 ⸮m? ⸮bꜣ? ḥtp ⸮ḥr?=s: Lesung gemäß Panov, 24 mit Anm. 63. Berlev, 349 übersetzt „Turn to me your countenance, [O] Harkhebe, son of Khnumhotep, the magnificent idol, which has been laid to rest in the Eye of the West.“ (d.h. er liest (j)my n=j ḥr=k Ḥr.w-ḫb.t zꜣ H̱nm.w-ḥtp ⸮bꜣ? šps.j n.tj ḥtp m wḏꜣ.t).

2 wdi̯ rʾ oder wḏ rʾ: Orthographisch liegt das Verb wḏ „befehlen“ oder „aussenden“ vor, die Kollokation ist jedoch wdi̯ rʾ „den Mund bewegen (wörtl.: ausstoßen)“.
ḫr/ẖr: Panov liest ḫr, aber sprachlich würde ẖr besser passen. Das erste Zeichen könnten sowohl Aa2 als auch ein kleines T28 sein.

3 snb.j ḥꜥ.w[=f m/r] mr nb: Panov, 25 übersetzt “Heile den Leib [des ... Vertreibe] jedes Böse (...)“. Er gibt nur eine Lücke von einem Quadrat an, was kaum zu dieser Übersetzung und Ergänzung passen kann. Berlev, 349 hat „May the flesh of the Sun-God be whole 〈from〉 all manner of stinging (...)”. Die hier ergänzte Präposition kann m (DZA 29.307.850: 2 Belege) oder r (DZA 29.307.880: 3 Belege) sein.

4 jzt.yw: Diese Lesung passt zu Re und zu den Hieroglyphen auf dem Foto. Panov, 26 hat ḥnw.t.yw=f „seine Gefolgsdamen“ gelesen. Berlev, 349 hat „O Sun, together with the followers [of] his.“

5 j nṯr.w nṯr.[w]t --2Q-- m ḥꜥ.w nb r: Lesung gemäß Panov, 26-27. Vielleicht auch m ḥꜥ.w=f nb o.ä. (dann stünde nb für =f und r für nb). Berlev, 349 übersetzt „Cure (?) him (?) of their stings!“ (dann nicht nb r, sondern =sn).

6 nḥm=〈t〉n m-ꜥ [___] n/m ⸮hrw? [⸮pn?]: Lesung teilweise gemäß Panov, 26-27. Vielleicht nḥm s〈n〉.w: „rettet sie!“ oder nḥm n „rettet uns!“. Berlev, 349 übersetzt „Deliver ye us from (54) ... of the Sun!“

7 [⸮m?]=tn n rḏi̯=tn ḏw nb ⸮jr.j?: Lesung gemäß Panov, 26-27. Berlev, 349 übersetzt „May ye heal him! May ye deliver each evil-doer bound [to us]“.

8 ⸮tꜣ? mtw.t: Panov, 26 und 27 liest m, das er nicht in seiner Transkription aufnimmt. Das Foto könnte zu tꜣ passen (mit einem t vor der Brust des Vogels).

9 jri̯ wḏb: Panov, 27 übersetzt „Das Meer wird ein Ufer schaffen (?)“ (mit dem Substantiv wḏb) und verweist auf Wb. 1, 409.7 im medizinischen jri̯ wḏb (Eb. 204a). Ebenso Berlev, 349 „I will command the sea that it produce shore“. Wegen des folgenden mtw dürfte hier jedoch eher ein Futur III vorliegen, mit jri̯ vor einem nominalen Subjekt, gefolgt von dem Infinitiv des Verbs wḏb. Später im Text (Z. 52-53) findet sich jw nṯr.w r ḥtp mit jw statt jri̯.

10 dmj „berühren“: Lesung von Panov, 28, Anm. 69. n qb n.tj jm=s: Panov, 28 liest n(n) qb 〈n〉 nt.j jm=s: „Es ist nicht kühl (für) den, der sich dort befindet.“

11 jw [...] ...: Lesung gemäß Panov, 26-27. Berlev, 349 übersetzt „(White Walls), with Harkhebe shining – in the capacity of the Avenger of his father, Khnumhotep – his torch.“

12 [...] ḏd=tw ...: Lesung gemäß Panov, 26-27. Berlev, 349 übersetzt „so that they will not call (by his name) the Wrapped One, the great judge, who is in On.“

13 Die Lücke ist vermutlich nicht lang genug für die hier vorgeschlagene Ergänzung. Vielleicht ist die Lesung ꜥw.t 〈nb(.t)〉 von Panov nicht richtig oder ist eine Emendierung zu z nb erforderlich. Vgl. Berlev, 349: „there will be no pain (65=49) from the stings, [that are] in all flesh of each [man].“ (vielleicht etwa nn mn(.t) (65=49) n.t tꜣ mtw.t [n.tt] m ḥꜥ.w nb n [z] nb).

14 wnm: Panov, 28 liest und übersetzt „Er wird gesund, um zu essen“. Ähnlich Berlev, 349: „there will be no pain (65) from the stings, [that are] in all flesh of each [man], who (, on the contrary,) is [so] healthy as to partake (of food).“ In Kol. 52 und 56 scheint snb mit dem Substantiv nqm.t nb(.t) „jedes Leiden“ verbunden zu sein. Vielleicht ist das auch hier der Fall und steht am Ende nicht ꜥw.t nb(.t) 〈mj.tt〉.

15 ḥmi̯ =t: Unklar. Ob hier jr hꜣi̯ tꜣ mtw.t r tꜣ steht? Berlev, 349 hat „If you do fall[, extracting yourself] from (67=51) the gods (?) to the ground (...).“

16 mḥ m ḥꜥ.w=k: Panov, 29 übersetzt mit „Der Himmel und die Erde halten (?) deinen Leib fest“, was das Verb mḥ m „packen“ wäre. Dann müsste man jw p.t tꜣ (ḥr) mḥ m ḥꜥw=k lesen. Berlev, 349 liest „and the Sun-God (70=54) [and his entourage (?)] are pacified in heaven and on earth. Master your flesh (...).“

Auf der rechten Seite: Isis und die sieben Skorpione

Isis und die sieben Skorpione: auf der rechten Seite der Statue unter der Schulter, am Ende des ersten Bildregisters (Z. 57-59, 3 Kolumnen), dann in 14 kurzen horizontalen Zeilen hinunter am Rücken (Z. 60-74); wenn die Bildregister aufhören, in weiteren 10 langen Zeilen (Z. 75-84) auf den Unterschenkeln und dem Gesäß.
Bild zum Text, Darstellung der stehenden Isis, die ihre Hand über den Kopf eines vor ihr sitzenden Kindes hält; vor und hinter Isis die Namen von sechs Skorpionen.

(Name eines Skorpions:) Petet.

(Name eines Skorpions:) Tschetet.

(Name eines Skorpions:) Matet.

(Name eines Skorpions:) Mestetef.

(Name eines Skorpions:) Mestet.

(Name eines Skorpions:) Befen(et).

Ich bin Isis. Ich bin aus der Weberei (o.ä.) weggegangen, in die mein Bruder Seth mich gesteckt hatte. Thoth, der große/alte Gott, der Vorsteher der Maat im Himmel und auf Erden, hat nämlich zu (mir)1 gesagt: „Komme doch, Isis, (du) Göttliche/Göttin! Wie gut2 ist es doch,3 zuzuhören! (Denn/damit) Einer (d.h. Isis oder Horus) lebt, wenn ein Anderer (d.h. Thoth) ihn führt. Verstecke (dich) doch mit dem nḫn-kindlichen4 Sohn (oder: den kleinen Sohn tragend)! Er soll (erst dann) zu uns kommen, wenn sein Körper {vereinigt} 〈fest〉5 ist und seine ganze Kraft sich manifestiert/entwickelt hat. Wir werden veranlassen, dass er auf dem Thron seines Vaters ruht, indem ihm das Amt des Herrschers der Beiden Länder verliehen/bestätigt wird.“

Ich (d.h. Isis) kam hinaus zur Zeit der Abenddämmerung. (Mein?) Herauskommen bedeutete (?),6 dass sieben Skorpione7 hinter mir waren. Tefen(et) und Befen(et) waren ganz kurz (?, oder: die eine und die andere) hinter mir; Mestet und Mestetef waren unter meinem/r {Schlafzimmer} 〈Trage(?)-Bett/Sänfte〉; Petet, Matet und Tschetet hielten mir den Weg frei (oder: schirmten für mich den Weg ab). Ich befahl ihnen eindringlich (wörtl.: in großem Maße), (mit dem Ergebnis, dass) meine Worte in ihren Ohren8 präsent waren (wörtl.: sich manifestierten) (?).

„Kennt keinen Schwarz(haarig)en!9 Sprecht keinen Rot(haarig)en an! Gewinnt keine Erkenntnisse10 über den Sohn eines (wohlhabenden) Mannes, nicht eher als (über den Sohn) eines Armen/Geringen! Eure Gesichter nach unten auf den Pfad! Hütet euch, den, der mich (oder: das Meinige?) sucht, herbeizuführen,11 so dass wir Per-sui (wörtl.: Das Haus des swy-Krokodils) erreichen können, die 〈Stadt〉12 der beiden Schwestern, (zwischen? dem) Anfang der Papyrussümpfe (und dem) Pehu-Gewässer (oder: Ende) von 〈Deb13 (Buto?)〉.“

Als ich die Häuser der/von verheirateten Frauen14 erreicht hatte, [da hatte mich eine Edeldame (schon)] von Weitem [bemerkt/beobachtet,]15 (und) sie hatte16 ihre Tür vor/wegen mir zugezogen (wörtl.: eingeholt). Ein Leiden gehörte ihr (d.h. sie verdiente eine Strafe)17 nach Meinung derer, die bei mir waren. Sie (d.h. die begleitenden Skorpione) berieten sich deswegen. Nachdem sie ihr Gift alle zusammen oben auf den Stachel (wörtl.: Horn) von (dem Skorpion) Defen(et) gelegt hatten, öffnete mir eine Aufschließerin (?)18 ihr Tor, damit man in [ihr heruntergekommenes/schäbiges (wörtl.: „mattes“)] Haus (oder: in das Haus [des Unglücks])19 eintreten konnte. Als Defenet unter dem Türflügel jedes (?)20 Tores eingetreten war, stach sie zugleich den Sohn der reichen Frau. Als Feuer aus dem Haus der reichen Frau 〈heraus〉gekommen war (oder: im Haus 〈aus〉gebrochen war), gab es dort kein Wasser, um es zu löschen. Der Himmel, er gewitterte/regnete21 im Haus der reichen Frau, (obwohl) es nicht die betreffende Jahreszeit war.22

Also, (weil) sie mir nicht (die Tür) geöffnet hatte, war ihr Herz (jetzt) betrübt (oder: traurig, krank vor Sorge),23 indem/wobei (man/sie) nicht wusste, [ob er (über)leben würde.]24 Sie durchstreifte ihre Stadt in großem Wehklagen, (aber) es gab keinen, der auf ihre Stimme herbeigekommen ist. Mein Herz, das bezüglich des Kleinen deshalb/ihretwegen betrübt (oder: traurig, krank vor Sorge) war, strebte danach, den, der unschuldig (wörtl.: ohne sein Verbrechen) war, wiederzubeleben. Ich rief25 zu ihr (mit den Worten):

„Komme zu mir, komme zu mir! Siehe, mein Mund enthält das Leben (oder: mein (Zauber?-)Spruch ist voller Leben).26 Ich bin die Tochter einer Heilerin/Wahrsagerin (wörtl.: einer Wissenden) [in ihrer Stadt,] die die bṯw-Giftschlange (oder: unheilbare Krankheit/Vergiftung) mit ihren Formulierungen vertreibt.27 (Und) mein Vater hat mich zum Wissen (oder: zu einer weisen Frau)28 erzogen. Ich bin seine geliebte, leibliche Tochter.“

Isis29 legte ihre Hände auf das nḫn-Kind, um den mit beengter Kehle (d.h. der in Atemnot war) und den Gebissenen (?)30 wiederzubeleben. (Sie sprach:)

(Oh) Gift der Tefnet, komme auf den Boden! Du sollst nicht herumziehen und [du] sollst nicht (in einen Körper) eintreten!31 (Oh) Gift der Befenet, komme auf den Boden! Ich bin Isis, die Göttliche/Göttin, die Herrin der Magie, groß an Ma[gie]. [Auf mich] hört (?)32 jede beißende Ra-Schlange. Falle hinunter, (oh) Gift der Mestet! Du sollst dich nicht erheben, 〈oh〉 Gift der Mestetef! Du sollst nicht (in einen Körper) eintreten, 〈oh〉 Gift der Petet und Tschetet! Du sollst nicht (irgendwo) hinreisen,33 〈oh〉 Gift der Ma[tet]! Falle hinunter, Mu〈nd〉 der/des Beißenden (?, oder: beißende -〈Schlange〉), gemäß dem, was [We]rethekau34 an der Spitze der Götter, der Geb seine Zaubersprüche gegeben hat, um das Gift mit Macht (?)35 abzuwehren, gesagt hat.

„Wende dich ab! Ziehe dich zurück! Nach hinten mit dir, (oh) Gift, das aufspringt!“,36 〈gemäß dem (oder: ist das),〉 was das Ei der [Nil]gans, der aus der Sykomore (?) 〈hervorgegangen ist〉, 〈sagt〉. [Siehe] also, [meine] Wor[te sind in Kraft (wörtl.: angeordnet und gültig)] seit der Dunkelheit. (Und) Ich habe zu euch gesagt:

„Ich bin allein(stehend). Zerstört/tilgt nicht 〈unseren〉 Namen (d.h. unseren guten Ruf) in den Gauen! Kennt keine Schwarz(haarig)e! Sprecht keine Rot(haarig)e an! Späht nicht das Haus (?) einer Edelfrau (?) aus / wenn [sie hinausgehen (?)]! [Eure Gesichter nach unten auf den Pfad], so dass wir die Versteck[e in Chemmis] erreichen können! Es lebe das nḫn-Kind, es st〈erbe〉 das Gift! Dann wird dieser Mann/Patient, der unter (meinen) Fingern ist, für seine Mutter ebenfalls (zwangsläufig) wieder gesund werden. Das Feuer ist (jetzt) gelöscht, der Himmel ist zufriedengestellt/beruhigt [wegen des Namens (d.h. des guten Rufes?) der Isis, der Göttlichen].38

[Die reiche Frau ist gekommen und sie brachte ihren Besitz.] [Sie] füllte [das Haus ...], sie [...] das, was [bei ihr ist (?)], um zu vergrößern (?) als [Nahrung (?)] der Aufschließerin (?), die mir ihre Halle (?; für: ihren Stall?) geöffnet hat.39 Aber die reiche Frau leidet an dem Schaden / der Verletzung in der Nacht, während sie allein(gelassen) ist. [Nachdem sie] ihren {Namen/Ruf} 〈Spruch〉 (bzw. deren Folgen) [gespürt (wörtl.: gekostet) hat], indem ihr Sohn ge[bissen] wurde, bringt sie [ihre] Sachen [als Ausgleich für die Tatsache, dass sie] mir [nicht] geöffnet hat. Oh, es lebe Re, es sterbe das Gift! Salz (?), seine Glut, es wird vertreiben [...] für/in (?) dein Herz (?) wegen (?) dem, der [eine Biss-/Stichverletzung hat (?)].40

Worte zu sprechen über Gerste41 (?).

1 ḏd n=(j): In den übrigen Handschriften (Synopse bei Klasens, 9) ist das Suffixpronomen 1. P. Sg. Fem. ausgeschrieben. Auf der Heilstatue Moskau ist das Suffixpronomen 1. P. Sg. in diesem Text manchmal ungeschrieben (siehe Z. 65, 66, 68), manchmal ausgeschrieben (siehe Z. 65 als Ideogrammstrich, 67, 68, 69 als Frauenhieroglyphe B1), ansonsten könnte man aber auch mit einem sḏm.n=f statt eines sḏm=f + Dativ übersetzen.

2 nfr.wj: In einem pw-Satz kann möglicherweise im klassischen Mittelägyptischen kein dekliniertes Adjektiv stehen (anders Gardiner, EG, § 140), sondern nur ein substantiviertes, unveränderliches Adjektiv. Auf der Metternichstele, Z. 49 steht nfr gr pw sḏm.

3 {m}〈ꜣ〉: Auf der Metternichstele steht die enklitische Partikel gr, auf dem Papyrus BM EA 9961 (pHay), Z. 4 ist es die Partikel . Es kann nicht die Partikel m sein, denn die ist nicht-enklitisch. Es ist nicht vorstellbar, dass m aus orthographischen Gründen vorangestellt wurde, aber eigentlich phonetisches Komplement zu sḏm ist (so jedoch anscheinend bei Panov, 32, wenn man seine Transkription nfr wj sḏm pw mit Hintanstellung von pw betrachtet).

4 zꜣ nḫn: nḫn ist in den übrigen Handschriften phonetisch ausgeschrieben (siehe die Synopse bei Klasens, 10).

5 ḥꜥ.w=f {dmḏ} 〈rwḏ〉: Vermutlich ist das dmḏ-Zeichen (S23) nur fehlerhaft statt des ähnlichen rwḏ-Zeichens (T12) eingraviert worden. Oder hat der Schreiber fälschlicherweise an das Vereinigen der Glieder (dmḏ ꜥ.wt und dmḏ ḥꜥ.w) gedacht? rwḏ ist in den übrigen Handschriften phonetisch ausgeschrieben (siehe die Synopse bei Klasens, 10).

6 pri̯.t ⸮ḏꜣr.t? 7: Das t bei pri̯ ist in allen Handschriften vorhanden, auf der Heilstatue Moskau und der Horusstele Leiden A 1053 stehen sogar zwei t. Laut Sander-Hansen, Metternichstele, 42 ist dieses pri̯.t ein sḏm.t=f „der unbeabsichtigten Tätigkeit“ im Hauptsatz (mit Verweis auf seine AR-Grammatik) und er übersetzt (S. 41) „Als ich ... herauskam, geschah es, daß sieben Skorpione ... herauskamen“. Die Existenz eines solchen sḏm.t=fs ist jedoch sehr fraglich, sowohl im Altägyptischen wie auch im Mittelägyptischen. Auf der Metternichstele könnte man pri̯ t(ꜣ) 7 (n.j) ḏꜣr.t: „die Siebenergruppe an Skorpionen kam heraus“ lesen, aber das ist in den übrigen Handschriften nicht möglich und außerdem wird der Artikel bzw. das Demonstrativpronomen tꜣ sonst im Text nicht bzw. nur ausnahmsweise verwendet. Ist pri̯.t dann ein Infinitiv? Eine Möglichkeit wäre ein narrativer Infinitiv, dessen Existenz ebenfalls in Frage gestellt wird. Eine Überschrift mit Infinitiv passt jedenfalls nicht im Textzusammenhang. Ein Substantivalsatz (ohne pw) oder Adverbialsatz mit dem Infinitiv als Subjekt wäre eine Notlösung. In der Handschrift BM EA 9961 (pHay), Kol. 8-9 könnte man eventuell einen Adverbialsatz lesen: pri̯.t=j n/m 7=⸮j? ẖr-pḥ(.wj)=j: „Mein Herausgehen war mit (?) meinen (?) Sieben (oder: mit der Siebenergruppe) hinter mir.“ Auf der Horusstele Leiden A 1053 (Klasens, Magical Statue Base, 10) sowie der Heilstatue Moskau steht die doppelte Setzung von t vielleicht ebenfalls für eine pronominale Markierung des Infinitivs: pri̯.t(=j) ḏꜣr.t 7 ẖr-pḥ(.wj)=j: „Mein Herausgehen war, indem 7 Skorpione hinter mir waren.“ oder „Mein Herausgehen bedeutete, dass 7 Skorpione hinter mir waren.“ Oder sind die zwei t doch als pri̯.t t(ꜣ) ḏꜣr.t 7 zu lesen? Ein zweigliedriger pw-Satz mit Null-Subjekt wäre „(Das ist) das Herauskommen der sieben Skorpione hinter mir.“

7 ḏꜣr.t oder wḥꜥ.t: In keiner der von Klasens zusammengetragenen Parallelhandschriften ist das Wort für „Skorpion“ phonetisch ausgeschrieben, auch nicht auf der Heilstatue Moskau. Der nur auf der Handschrift BM EA 9961 (pHay), Kol. 1 vorhandene Spruchtitel ist gegen einen wḥꜥ.t-Skorpion gerichtet, ein mögliches Indiz, aber kein eindeutiger Beweis, dass hier wḥꜥ.t zu lesen ist (oder so vom späten Autor der Titelüberschrift verstanden wurde). Panov, Die Statue des Horchebe, Novosibirsk 2014, 32 transkribiert wḥꜥ.t. Beide Wörter ḏꜣr.t und wḥꜥ.t werden in der Metternichstele gemeinsam verwendet (in Z. 73 in Alliterationen; ḏꜣr.t steht dort außerdem noch in Z. 189 und ist in Z. 10 nach einer Textparallele ebenfalls zu lesen).

8 ꜥnḫ.wj =sn: Ist phonetisch ausgeschrieben auf der Metternichstele und dem Papyrus London (siehe die Synopse bei Klasens, 11).

9 {q}〈km〉: Panov, 31 gibt ein q (Hügel: N29) als Hieroglyphe, vielleicht ist es auch das km-Zeichen (Schuppe des Krokodils: I6).

10 {š}〈sjꜣ〉: Panov, 31 gibt einen See š (N37), es ist sicherlich ein unvollständig ausgearbeitetes sjꜣ-Zeichen (Lappen Stoff mit Fransen: S32).

11 ḥḥ nwj: Das Wort hinter ḥḥ steht so auch auf der Handschrift BM EA 9961 (pHay), Kol. 16 und auf der Metternichstele (siehe die Textsynopse bei Klasens, 12). nwj ist als spätes Pronomen absolutum bekannt (Wb. 2, 210.5). Junker, Grammatik der Dendaratexte, 43, § 55 nennt ein Beispiel, in dem das Personalpronomen nwj in der Art eines abhängigen Pronomens verwendet wird in der Konstruktion m=k nwj statt m=k wj. Kurth, Einführung ins Ptolemäische, II, 611, § 62 kennt kein weiteres Beispiel aus den ptolemäischen Tempeltexten. Klasens, Magical Statue Base, 72, Anm. zu M 52 listet noch ein Beispiel aus Petosiris, Text 103.2 ḏi̯=f sḫꜣ nwj Wsjr: „er ließ Osiris sich an mich erinnern“. Schenkel, Tübinger Einführungen (mehrere Auflagen zwischen 1987 und 2012) listet beim abhängigen Pronomen wj die Form nw(j) als eine Art Sandhi-Form nach vorangehendem Suffixpronomen auf n (sḏm=sn nwj) (ausführlicher Borghouts, Egyptian, EU 24, Leiden 2010, 87, § 19.c.NB 2), aber das ist hier nicht der Fall. Es gibt auch das Demonstrativpronomen nw mit Suffixpronomen: nw=j/nwy: „das Meinige“ (s. Wb. 2, 216.18; Jansen-Winkeln, SpMägGr, 144, § 236), aber das ist eigentlich für ein Neutrum oder einen Plural gedacht und kann deshalb nur schwer „der Meinige“ im Sinne von „mein Kind“ bedeuten. Eine ungewöhnliche Schreibung für das abhängige Pronomen n/n.w: „wir“ ist ebenfalls zweifelhaft.

12 {n.tt} 〈nʾ.t〉: Vielleicht steht n.tt auch für den femininen Genitiv n.t oder ist 〈nʾ.t〉 n.t sn.tj zu ergänzen.

13 ḥꜣ.t mḥy.t pḥ ⸮r? ⸮bw?: Panov, 33 übersetzt: „..., bis wir Persui, (die Stadt) der beiden Schwestern (in) Hat-mehit, erreicht haben! Und (wir) haben einen Ort erreicht.“ (seine Umschrift: ... r pḥ(.t)=n Pr-swy n.tj sn.tj Ḥꜣ.t-mḥ.yt pḥ〈=n〉 r bw). Er fragt sich (S. 32, Anm. 97) ob mit Hat-mehit der Name des Gaues von Mendes gemeint sein kann, weil die Statue aus inhaltlichen Gründen nach Mendes gehört. Der Gau von Mendes wird jedoch in Z. a3 mit dem Delphin auf der Standarte geschrieben. Auf der Metternichstele steht nicht mḥy.t, sondern jd〈ḥ〉: „Deltasümpfe“ und auf dem Papyrus BM EA 9961 (pHay), Kol. 17 würde man eher Mḥw (logographisch geschrieben) lesen, was gut zu mḥy.t passt. pḥ ist ohne Komplementierung geschrieben und kann als Verb mit der Präposition r verbunden werden (gleich zuvor in Z. 72 jedoch mit direktem Objekt), was die Graphie r b(w) erklären könnte. Allerdings sieht das mutmaßliche r auf dem Foto (Berlev & Hodjash 2004, 338 = Hodjash 2004, 24) wie ein d aus und man könnte also auch db.t lesen. Außerdem liegt in den übrigen Textvertretern eher das Substantiv pḥ.wj als das Verb pḥ vor. In den übrigen Handschriften steht db (Verwirrung von r und d), wobei db möglicherweise eine Graphie von Ḏb(ꜣ) (Ortsname bei Buto) oder Ḏb(ꜥw.t): „Buto“ ist. Siehe den ausführlichen Kommentar zu dieser Stelle auf der Metternichstele (Z. 52-53).

14 ⸮ḥm.wt?: In den übrigen Handschriften steht jd.wt (siehe die Synopse bei Klasens, 12), auf der Heilstatue des Harchebis könnte ḥm.wt stehen. Der Ausdruck ḥm.t ṯꜣy ist gut belegt (Wb. 3, 77.16), aber, der Schreibung nach zu urteilen, nicht lexikalisiert.

15 [jw] [dgꜣ.n] [wj]: In der Handschrift BM EA 9961 (pHay), Kol. 19 steht ein sḏm=f mit n=j als indirektem Objekt (jw dgꜣ n=j šps.t) (ältere Konstruktion), während auf der Metternichstele ein sḏm.n=f mit direktem Objekt (jüngere Konstruktion) steht (jw dgꜣ.n wj šps.t).

16 jni̯=s oder jni̯.n=s: In der Handschrift BM EA 9961 (pHay), Kol. 20 steht ein sḏm.n=f, auf der Metternichstele sowie auf der Heilstatue Moskau kann das n auch phonetisches Komplement in einem sḏm=f sein.

17 mn(.w) oder mn(.t): In der Handschrift BM EA 9961 (pHay), Kol. 20-21 steht mn.t n=s ḥr jb n(.j) n.tj ḥnꜥ=j.

18 ptḥ: In den übrigen Handschriften steht tꜣḥ.t, was möglicherweise „Schlammmädchen“ o.ä. bedeutet. Hier kann eine Zeichenverwirrung zwischen p und tꜣ-Ofen (U30) passiert sein, aber als Wortspiel ergibt eine Ableitung des Verbs ptḥ: „aufsperren“ ebenfalls einen Sinn. Panov, 13 betrachtet ptḥ als den Namen der Frau.

19 pr [snnj] oder pr[=s nni̯]: Klasens, Magical Statue Base, 52 übersetzt mit „the shabby dwelling“ (ebenso Borghouts, Ancient Egyptian Magical Texts, 60) und erkennt (Z. 75) das Substantiv znn/znnj: „Unglück; Schmutz“ (Wb. 3, 461.2-3), das in der Handschrift BM EA 9961 (pHay), Kol. 23 znnj geschrieben ist. Wb. 3. 461.2 hat die Stelle der Metternichstele (DZA 28.694.370: „Unglückshaus“ nach Möller) ebenfalls beim Substantiv znnj eingetragen (ebenso Moret, in: RHR 72, 1915, 262: „la maison du malheur“). In seinem Kommentar übersetzt Klasens, Magical Statue Base, 78 abweichend „house of dirt“, was eher pr sjn: „Haus von Lehm“ oder pr sꜣt/zꜣṯw: „Haus des Schmutzes“ ist. Sander-Hansen, Metternichstele, 41 übersetzt „ihr unglückliches Haus“, was dann die Transkription pr=s nni̯ voraussetzt (mit nni̯: „müde, träge sein“?); ebenso Sternberg-el-Hotabi, in: TUAT II, 377: „ihr schäbiges Haus“; Panov 33: „ihr unglückliches Haus“ (ebenfalls mit der Transkription pr[=s nnj]). Bei Vandenbeusch, in: JEA 104, 2018, 188 findet man die Transkription pr.s n nı͗(t) „her unlucky house“, womit möglicherweise nj.t in Wb. 2, 201.7 „Böses das man tut“ gemeint ist. Auf der Metternichstele und auf Horusstele Kairo CG 9404 erscheint die Lösung n(.j) n(j).t von der Schreibung her unwahrscheinlich. In allen Handschriften, in denen das Determinativ erhalten ist, ist der schlechte Vogel (G37) Determinativ und nicht der müde Mann (A7). Eventuell könnte man an eine Haplographie denken pr=s 〈s〉nnj. Eine Interpretation, die sich bislang kaum in den Übersetzungen findet, ist nni̯ als Pseudopartizip zum Subjekt zu stellen: „damit man erledigt in ihr Haus eintreten konnte.“ (so Drioton, Le théâtre égyptien, 84: „j’entrai dans sa maison, fatiguée“).

20 sbꜣ: Das nb-Zeichen wird ein Fehler für das Hausdeterminativ sein. Panov, 33 behält nb bei und übersetzt „Da [Tefe]n unter den Flügeln jeder Tür eingedrungen war (..)“ (ähnlich Berlev, in: Hodjash 2004, 32; Berlev & Hodjash 2004, 351).

21 p.t ḥ(wi̯)=s: Gemeint ist nicht, dass der Regen das Feuer löscht, sondern dass der Regen zur falschen Jahreszeit ebenfalls Schaden anrichtet, oder dass infolge des Bisses eine kosmische Störung auftritt, bei der die Ordnung der Jahreszeiten durcheinander ist (so Borghouts, Ancient Egyptian Magical Texts, 107, Anm. 202). Nicht zutreffend ist die Übersetzung von Drioton, Le théâtre égyptien, 84: „le ciel qui aurait plu dans la maison de la dame, ce n’en était pas le temps.“ (mit der Erklärung als Parabel in Anm. 9: Isis als Himmel kann das Feuer nicht mittels Regen löschen, weil ihr der Zugang verweigert wurde).

22 n(n) tr j{ṯ}〈r〉.w: In den übrigen Handschriften steht gutes Mittelägyptisch n tr jr.j js pw.

23 jsk: So auch die Transkription von Panov, 33. Diese Textstelle ist hier vermutlich fehlerhaft. Sie ist sonst nur auf der Metternichstele (Z. 56) erhalten und dort steht n tr jr.j js pw / tm=s wn n=j / jb=s jnd (ohne jsk). Auf der Horusstele Kairo CG 9404 ist hinter pw nur noch ein unklares Zeichen vorhanden.

24 jw n rḫ: Sowohl auf der Metternichstele als auch auf der Heilstatue Moskau ist jw wie r geschrieben (auf der Heilstatue Moskau ist die Fortsetzung hinter rḫ zerstört). Sicherlich liegt ein neuägyptischer Umstandssatz mit unpersönlichem sḏm=f vor. Vgl. Erman, Neuäg. Gr., § 529: jw ḥꜣ.tj(=j) ḥwꜣ jw bw rḫ(=j) hꜣb n=k „weil mein Herz sich grämt und ich nicht in der Lage bin, dir (einen Brief) zu schicken“ (pBologna 1094, 5.6-7 = LEM 5.9). Klasens emendiert das s von spẖr (nur in der Version der Metternichstele) im nächsten Satz zu n rḫ〈=s〉 und übersetzt „and she did not know whether he was alive“. Allen, Art of Medicine, 61 hat: „since it was not known whether he would live” (ob unpersönliches sḏm=f?). Sander-Hansen, Metternichstele, 41 übersetzt: “Sehr betrübt und ohne ja zu wissen ob er lebte, ...“ (mit nn + Infinitiv?). Borghouts, Ancient Egyptian Magical Texts, 60 hat einen parenthetischen Hauptsatz: „she did not know whether he was alive”, was eine mittelägyptische Konstruktion wäre, wobei jw und nn sich im klassischen Mittelägyptischen eigentlich ausschließen. Schenkel erwägt in anderem Zusammenhang die Möglichkeit von mittelägyptischem jw + negativer Existenzsatz (Schenkel, in: LingAeg 15, 2007, 179-183; Schenkel, Tübinger Einführung, 2012, 159-160, § 6.2.3.a). Die Konstruktion jw + n(n) + Infinitiv könnte dann lauten: „Es (war dies), als es kein Wissen gab, ob er (über)leben würde.“

25 ꜥš: Ist phonetisch ausgeschrieben in der Handschrift BM EA 9961 (pHay), Kol. 31 (siehe die Synopse bei Klasens, 14), weshalb die Lesungen njs oder j.n nicht in Betracht kommen.

26 Vgl. auf dieser Statue in einer Anrufung von Isis an Re in Z. 30-31: wdi̯ rʾ=k ḫr ṯꜣw n ꜥnḫ: „Bewege/gib deinen Mund mit (?) dem Atem des Lebens“.

27 Ergänzung der Lücke gemäß der Textparallelen auf der Metternichstele und auf BM EA 9961 (pHay), Kol. 32-33 (siehe die Synopse bei Klasens, 15).

28 rḫ.t: In den übrigen Handschriften steht eher der Infinitiv rḫ und auch hier könnte das t aus einer Fehlinterpretation einer hieratischen Buchrolle entstanden sein. Aber rḫ.t: „Heilerin“ passt im Kontext.

29 {=j}〈Ꜣs.t〉: Panov, 34 kopierte die Frauenhieroglyphe B1. Der Frauenhieroglyphe B1 fehlt vermutlich das Isissymbol auf dem Kopf. Oder es liegt eine Verwirrung zwischen B1 und dem Thron (Q1) vor. Dem Foto nach zu urteilen (Berlev & Hodjash 2004, 336; Hodjash 2004, 22), ist eine Lesung als Thron über t (statt B1) nicht ausgeschlossen. In drei Versionen ist „Isis“ mit dem Thron, t und Ei geschrieben (siehe die Synopse bei Klasens, 15).

30 ⸮ẖr.j? dm.wt: Das Messer ist normalerweise nicht Determinativ von gꜣw-ḥt.jt, so dass hier vielleicht eine Texterweiterung vorliegt.

31 n(n) ꜥq [=t]: Ein Viertelquadrat wurde nicht eingraviert. Man erwartet die laufenden Beinchen (D54) sowie das Suffixpronomen =t. Man braucht zweimal t, einmal für =t und einmal für t(ꜣ) im nächsten Satz.

32 ⸮sḏm? [n=j]: Panov, 34 gibt eine k-Hieroglyphe an, die an dieser Stelle keinen Sinn ergibt (wohl nicht sḏm=k „du sollst gehorchen!“). Es betrifft ein beschädigtes Zeichen gleich am Anfang der Zeile. In den übrigen Versionen steht sḏm n=j (siehe die Synopse bei Klasens, 16).

33 n(n) nꜥi̯=t: Die Lesung nn ꜥq=t (ohne Determinativ D54 bei ꜥq) ist vielleicht auch möglich (so Panov). Auf der Metternichstele (Z. 59) steht nꜥi̯.

34 [W]r[.t]-ḥkꜣ.t: Laut Panov, 36 mit Anm. 101 reicht für eine Ergänzung Ꜣs.t nṯr.t, das in zwei weiteren Handschriften vorhanden ist (siehe die Synopse bei Klasens, 17), der Platz nicht aus. Möglicherweise wurde das Epitheton „die mit großer Magie“ in den Götternamen Werethekau umgedeutet (siehe das Frauendeterminativ am Ende).

35 t(ꜣ) mtw.t m sḫm: So auch auf der Metterichstele und dem pHay. Man erwartet m sḫm=s: „wenn es/das Gift mächtig ist“, das nur auf dem Socle Béhague so ausgeschrieben ist (siehe die Synopse bei Klasens, 17).
Laut Panov, 36, Anm. 103 sind die unteren Zeilen (d.h. Z. 80-84) kaum lesbar. Es gibt auch keine publizierten Fotos.

36 nhp: Hinter nhp ist eine kleine Stelle unbeschriftet geblieben, vielleicht weil die Vorlage an der Stelle beschädigt war. In anderen Handschriften steht hier m nhp r-ḥr.j: „Springe nicht hinauf!“ (siehe die Synopse bei Klasens, 17). Dort folgt m ḏd mri̯(.t) Rꜥw swḥ.t smn pri̯ m nh.t „gemäß dem (oder: ist das), was die Geliebte des Re, das Ei der Nilgans, die/der aus der Sykomore hervorgegangen ist, sagt“.

37 m ⸮nw? [r] ⸮pr? ⸮šps.t? m [pr.w=sn / pri̯=s]: Gelesen und übersetzt nach den Parallelen (siehe die Synopse bei Klasens, 18).

38 In den Textparallelen steht p.t ḥtp.tj ḥr rn n(.j) Ꜣs.t nṯr.t / wsr.t jyi̯.tj jni̯=s jḫ.t=s (siehe die Synopse bei Klasens, 18-19).

39 Die von Panov, 34 und 36 gelesenen Hieroglyphen lassen sich nicht zu einem brauchbaren Satz zusammenführen. Auf anderen Handschriften (siehe die Synopse bei Klasens, 19) steht jni̯=s n=j jḫ.t=s / mḥ.n=s pr n.j tꜣḥ.t m kꜣ.w n tꜣḥ (o.ä.): „Die reiche/mächtige Frau ist gekommen, und sie bringt mir ihre Sachen, nachdem sie das Haus der ‚Schlammfrau‘ mit Nahrung für die ‚Schlammfrau‘ gefüllt hat, die mir ihren Stall geöffnet hatte.“ ⸮h(ꜣy).t?=s: Auf anderen Handschriften steht sꜣ: „Stall“.

40 ḥm{nm}〈ꜣ.t〉 h〈h〉=f dr =f n --2Q-- n ⸮jb?=k: Der Text scheint verstümmelt überliefert zu sein. In den Parallelhandschriften steht ḥmi̯=s / jn ḥm hh n(.j) ḥḏ dr=f nbj m ḥꜥw „Es sieht sich zurück. Es ist Salz (?) und der Gluthauch von Zwiebeln/Knoblauch, der die Hitze im Körper vertreiben wird.“ und ḥmi̯=s jn ḥmꜣ.t „Es wird durch das Salz zurückgetrieben werden“ (siehe die Synopse bei Klasens, 20).

41 jt: Gerste oder Brot aus Gerste ist eine Zutat des Heilmittels, für das dieser Spruch rezitiert wird (siehe pHay und Metternichstele).

Auf dem linken Arm: Die Hand des Atum

Vorderseite, auf dem linken Unterarm (unter der rechten [Objektperspektive] Hand, Kol. 85-88), auf dem linken Ellenbogen (zerstört), auf dem linken Oberarm (Kol. 89-103)

[Diese (Hand hier)] ist jene (bekannte) Hand des Atum, die das Gewitter [im Himmel und die [Unruhe] in Heliopolis ver]treibt, [die siegreiche Kämpferin, die ihren Herrn beschützt, Useret/die Mächtige, die Re behütet/rächt an diesem Tag des großen Kampfes im Norden und Westen (oder: im Nordwesten) des Tempels des Uräus-Iusaas, (...)] (...) [nachdem Re seine Verwandlung] in einen Ichneumon von 4[6] Ellen (Länge) [gemacht hatte, um Apophis in dessen Rage niederzuwerfen.]

Du (d.h. Apophis) mögest [zugrunde gehen], (der,) dessen Gesicht heruntergefallen sei und [auf den] gespuckt werde!

[Sie (die Hand-Göttin) ist gekommen und sie hat vertrieben jedes] böse [Unheil], jede böse [Unreinheit], das Gift jeder männlichen Schlange, [jeder weiblichen] Schlange, [jedes Gewürms und jedes Skorpions, das in jedem Glied] dieses [Mannes] ist, der unter meinen (untersuchenden/behandelnden) Fingern ist.

Los, auf den Boden, gemäß dem, [was Horus, der Triumphierende/Gerechtfertigte, gesagt hat!] [Dies ist jene Hand, die ich genannt habe (?).] [Ich] bin Horus, der Triumphierende/Gerechtfertigte, der Skorpionbeschwörer der Selkis. Ich bin aus Horbeit gekommen. [Ich bin herausgekommen bei Tagesanbruch auf die Stimme des Herrn der Menschheit per]sönlich [hin], an jenem Tag des „Umwendens“ auf dem Feld gemäß dem, [was Atum über (?) mich] gesagt [hat.]

[Spruch (?) des Schutzes (durch den) Sohn. (??)]

Ich wurde [begrüßt (?)] (mit) „Willkommen!“ in jenem Namen als „Beschützer-seines-Vaters“. [Ich] habe [meine Arme um Re] gelegt. [Meine Hand ist auf ihm] mit Leben, Heil und Gesundheit. Ich habe (jedes) Glied von ihm geschmückt. [Ich habe seinen Körper] gereinigt/bekleidet. [Ich habe] all seinen [Staub abgeschüttelt.] Ich habe [sein Unheil (oder: seine Schäden)] gereinigt. [Sein] Leiden / seine Verletzung [ist für den Erdboden bestimmt.] [Ich habe sein Unheil (oder seinen Schaden) des/seitens Apophis], das in [seinem ganzen] Fleisch ist, [vertrieben.]

[Re] ist aufgestanden (oder: steht jetzt aufrecht). Wie viel besser ist er (jetzt), als er (zuvor) war! [Ich habe alles Böse von ihm entfernt.] [Möge] dieser Mann, der unter [meinen] (untersuchenden) Fingern ist, [aufstehen]! [Wie viel besser ist] er [(jetzt), als er (zuvor) war!] [Das Gift wird keine Macht über seinen Körper haben.] Sein Herz wird [nicht] wegen seines (des Giftes) Gluthauchs [ermatten]. [Nicht wird die Einwirkung (oder: der Arm) eines Gottes Macht über ihn haben;] [nicht gibt es eine Göttin, die ein Unheil] gegen ihn [verhängt]. (Denn) meine Hand ist über ihm mit [Leben, Heil und Gesundheit.] [Ich bin Haroeris, der Arzt, der Gottesberuhiger,] [der Erb]fürst und Graf, der die beiden Götter trennt, der Vorsteher der Armee, [... Horchebis.]

Auf der linken Schulter: Spruch den Sonnengott betreffend1

[... ... ...] Glieder [dieses(?)] Mannes, [der unter meinen Fingern ist (?).] [...] Heiligtum (?)2 [... ... ... ... ... ...] sieben [... ... ... Ich habe veranlasst, dass ihr eintretet (??)4 [... ... ... ...] Licht des Re (?) [... ...] Ich habe den Mond (??)5 gegeben [... [Sei gegrüßt,]6 du (?), der in seiner Sonnenscheibe aufgeht, der herauskommt [... ...] dein (fem.) Gesicht nach unten richten! Das Gift der Schlange ist (jetzt) tot/erledigt(?).

1 Laut Panov, 46 könnten zwei Sprüche in den Z. 103-111 vorliegen. Ohne eine Textparallele ist keine sichere Lesung der Hierolgyphen oder Übersetzung möglich.

2 ⸮ḫw.yt?: Panov, 46 liest n n(ꜣ)y.t „aus der Weberei“, aber das passt nicht zu seiner Textkopie oder zum Foto (Hodjash, Bes 2004, 26; Berlev und Hodjash, Sculpture 2004, 340). Berlev, 350 hat wohl eher recht mit seiner Übersetzung „of sanctuary“.

3 7: Panov, 46 mit Anm. 125 denkt an eine Lesung [ḥw.t] mḥ-7 n(.j) 〈s〉ḫ[r] [ḫft.j ...]: „Kapitel 7 zum Niederwerfen des Feindes ...“ und er vergleicht mit pBremner Rhind 24.21: ḥw.t mḥ-2 n.t sḫr ꜥꜣpp ḫft.j n.j Rꜥw.

4 ⸮rḏi̯.n? ⸮=j? ⸮ꜥq? =tn: Berlev, 350 übersetzt „[I] will command that ye become whole [...]“. Panov, 47 bietet keine Übersetzung an.

5 rḏi̯.n =j ⸮jꜥḥ?: Berlev, 350 hat „I gave battle on the shore“ (vielleicht rḏi̯.n=j ḥwi̯ ḥr sp.t). Panov, 47, hat “Ich habe den Mond [an den Himmel] gesetzt.“

6 [⸮j:nḏ] [ḥr] ⸢=k⸣: Ergänzung gemäß Panov, 47.

Auf der linken Seite: Beschwörung von Gift durch Isis

Ich bin Isis, die Herrin von Chemmis, mit effektiven Reden/Worten am geheimen Ort, diejenige, der Geb seine Zaubermacht gegeben hat,1 um den Schutz meines (!) Sohnes Horus zu bereiten. um das Maul eines jeden Gewürms/Gifttieres zu verschließen, 〈um〉 jeden Löwen in der Wüste (oder: auf dem Plateau), jedes Krokodil im Fluss und alle beißenden -Schlangen in ihren (der Schlangen) Höhlen zurückweichen2 zu lassen, um das Gift (oder: dieses Gift hier) in seinem (Aktions-)Moment abzuwehren, um Atemluft zu geben dem, der eine beengte Kehle hat (d.h. in Atemnot ist), durch (?)3 die Zaubermacht ihrer (d.h. der Isis) Formeln/Äußerungen, in Anwesenheit des Geb, des Erbfürsten der Götter. Komme hinunter (zur) Öffnung des Bisses (?; oder: auf den Boden?),4 (oh) Gift, das in irgendeinem Glied irgendeines Menschen ist, der (Hilfe suchend) zu mir gekommen ist! Du wirst nicht nach oben hinaufsteigen! (Sondern) du wirst zur Öffnung des Bisses (?),5 zu der Stelle, an der (?)6 du eingetreten bist, hinuntersteigen! (So) sprach (?) Isis (?), die Göttin.

1 rḏi̯ n=s: In anderen Textversionen steht rḏi̯ n=j jt=j Gbb ꜣḫ.w=f (Socle Béhague) und rḏi̯.n n=s Gbb. Dieser Satz könnte auch ein Hauptsatz und kein Relativsatz sein.

2 sḫti̯: Die übrigen Textversionen haben sḫtḫt (pTurin CGT 54051, pBrooklyn 47.218.138 und Socle Béhague), einmal auch nur ḫtḫt.

3 m-ẖr: In den übrigen Handschriften steht nur die Präposition m. Berlev übersetzt „via her who brings the light (of enchantment) of her mouth“, was eine Lesung als m ẖr(.jt) ꜣḫ.t “durch die, die die Zaubermacht ihrer Äußerungen trägt” impliziert.

4 r-ẖr.w 〈r〉 r〈ʾ〉 n(.j) ⸮dm.wt?: Vgl. erneut in Kol. 116, wo 3 x r steht und dort ist r-ẖrw r rʾ n ⸮dm.wt? sicher. In den übrigen Handschriften steht mj-n r-bnr nꜣ mw mr.w: „Kommt nach draußen, (ihr) schmerzende Säfte/Wasser!“. Das unklare 〈r〉 r〈ʾ〉 n(.j) ⸮dm.wt? wird von Panov als 〈r〉 rʾ n šꜥd(?) „(Fall nieder) in das Gemetzel (?)“ transkribiert und übersetzt. Er erklärt seine Lesung nicht. Ob er an die Konstruktion rʾ-ꜥ-n + Inf. denkt? Wir denken an eine abgekürzte Schreibung, die auch bei ẖr.j dm.wt „einer mit Biss(verletzung)“ vorkommt. In Kol. 116 wird das genauer erläutert als die Stelle, an der das Gift in den Körper eingedrungen ist (r bw ꜥq{r}=ṯ 〈r〉=f). Ansonsten könnte auch eine Fehlschreibung (n ist sicher!) für r-ẖrw r tꜣ „zum Boden“ vorliegen (Berlev, 351 übersetzt „Come out, (O) venom“ und liest vielleicht r tꜣ).

5 r rʾ n ⸮dm.wt?: Vgl. schon in Kol. 115. Panov transkribiert erneut hꜣi̯=t r-ẖr r rʾ n šꜥd(?) „Fall nieder in das Gemetzel (?)“.

6 r b(w) ꜥq.n=ṯ 〈r〉⸢⸮=f?⸣: Lesung nicht eindeutig. Panov transkribiert r bw ꜥq=t r=[f] (S. 51), aber seine Hieroglyphen lauten r bw ꜥq{r}=ṯ ⸢f⸣[_] (S. 50).

7 ⸮ḏd.n? ⸮Ꜣs[.t]? nṯr(.t): Lesung gemäß Panov, 50-51. Der Text ist auf den publizierten Fotos nicht erkennbar. Nur nṯr(.t) erscheint plausibel, ⸮ḏd.n? ist sehr unsicher, aber passt zu den Textparallelen. Berlev (in: Hodjash 2004, 33; Berlev & Hodjash 2004, 351) scheint hier ganz anders gelesen zu haben: „give breath to Him-who-is-on-the-horizon!“ Das wäre etwas wie jmy ꜥnḫ n jm.j-ꜣḫ.t, was jedoch ebenfalls nicht auf den publizierten Fotos erkennbar ist und vielleicht bloß auf den Textparallelen basiert.

Auf der linken Seite: Die Hand des Aker

Dies ist jene Hand des Aker. Es ist (der Pavian?) Benenti (oder: die Türschwelle),1 den/die Isis gemacht/erzeugt hat, um den Feind abzuwehren. Thoth hat ihn für sie mit seinen Händen ...?... Er spricht (?) mit wirkmächtigen Sprüchen über ihn. ODER: Thoth hat ihn für sie mit seinen eigenen Händen ...?... als (?) ...?... bei ihm.2 〈Dies ist〉 jene Hand des A[ker] (?).3 Nicht gibt es [ein Unwetter (?)]4 wegen ihr gegen (?) den Himmel. Re ist von selbst entstanden, um Horus vor dem Gift der Skorpione und vor allen beißenden -Schlangen zu retten, und (um) diesen Mann/Patienten (hier) vor dem Gift der Skorpione und vor allen beißenden -Schlangen zu retten. Worte zu sprechen über ...?... ...?... von jeder -Schlange (?) ist tot.

1 bnn.tj: Ist ohne Determinativ geschrieben. Berlev versteht es als „doorstep“, d.h. bnn.t „Türschwelle (?)“ (WCN 55910). Das Wort „Türschwelle“ wird in einem anderen magischen Text verwendet: j bnn.t twy ḥwi̯.n rd.wj=j „Oh diese Türschwelle, gegen die meine Füße angeschlagen sind“. Panov, 52 erkennt den Gott „Benti“ (LGG II, 807).

2 ⸮ḥꜣ? s(w/j) n=s: Die Gruppe ⸮ḥꜣ? und das anschließende s(w/j) sind unklar. Berlev übersetzt „Thot made it with his hands“, d.h. er erkennt jri̯.n s(w) Ḏḥw.tj. Die vorangehenden Zeichen ⸮ḥꜣ? scheint er noch zum Feind-Wort “rebel” zu ziehen. Panov, 52 transkribiert ḥꜣj(?).n s(w) Ḏḥw.tj, aber kann das horizontale Zeichen vor n nicht deuten (er gibt N17 als Hieroglyphe). Dem Foto (Berlev und Hodjash, Sculpture, 341 = Hodjash, Bes, 27) nach zu urteilen, könnte es ein Riegel-s sein. Die Reihenfolge abhängiges Pronomen vor pronominaler Dativ entspricht dem jüngeren Ägyptischen.
ḏd=f/ḏs=f: Lesung ḏd=f gemäß Panov, 50 52, der nicht ausschließt, dass am Anfang (ꜥ.wj=f) ḏs=f steht. Das Foto (Berlev und Hodjash, Sculpture, 341 = Hodjash, Bes, 27) spricht eher für ḏs=f. Berlev hat ganz anders gelesen: „(so that) his daugh[ter] guards it.“ (etwa zꜣ[.t]=f m ⸮zꜣ.w? ḥr=f) mit zꜣ=f statt ḏd=f/ḏs=f.
ḥr/ḫr=f: Panov, 50 und 52 liest ḥr, ḫr erscheint auch möglich. In Kol. 118 ist ḥr=s von der Schreibung nicht als Status pronominalis erkennbar.

3 ḏr.t [t]w(y) n.t Ꜣ[kr]: Lesung gemäß Panov, 50 und 52 „Was diese Hand des A[ker] anbelangt, so gibt es ihretwegen kein [Unwetter] im Himmel.“ Vgl. Berlev, 351: „[Th]is Hand is Akore, because of which there is no ... sickness in heavens.“

4 [⸮nšn.j?]: Ergänzung gemäß Panov, 52. Berlev, 351 hat „because of which there is no ... sickness in heavens.“ Nach der Negation nn hat Panov, 50 eine schraffierte Pyramide als Hieroglyphe vermerkt. Ob „sickness“ für mr/mḥr steht? In dem mehrfach auf dem rechten Arm von Heilstatuen belegten Spruch „Dies ist jene Hand des Atum“ findet sich dr nšn.j m p.t „(die Hand,) die das Unwetter im Himmel vertreibt“. Die Präposition r in r p.t ist unerwartet.

5 ⸮tꜣ? mtw.t n.t ḏꜣr.wt: Das Foto (Berlev und Hodjash, Sculpture, 341 = Hodjash, Bes, 27) erweckt den Eindruck, dass tꜣ oder tw zwischen m-ꜥ und mtw.t steht (nicht bei Panov, 50).