science in ancient egypt

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Glossar

snwt.t
Definition:

Eine der wenigen Pflanzen, für die die medizinischen Texte weitere Informationen geben, auch wenn sie nur rudimentär sind. In Eb 294 findet sich eine nähere Beschreibung: Sie wächst wie die qꜣd.t-Pflanze „auf ihrem Bauch“ (leider ist diese Pflanze unidentifizierbar; aufgrund dieser kurzen Notiz sowie eines möglichen etymologischen Zusammenhangs mit der qꜣdj-Schlange besteht die Möglichkeit, dass sie Ranken bildet), treibt Blüten wie der zšn-Lotos und Blätter „wie weißes Holz“, ein Myrrhelieferant. (Ob gemeint ist: „wie (die Blätter von) ‚weißem Holz‘“? Eine derartige Verkürzung eines Vergleiches ist im Ägyptischen durchaus gebräuchlich.)
Aufgrund dieser Beschreibung dachte Dawson, in: JEA 20, 1934, 186-187 an eine Convulvulus-(Winden-)Art, speziell an Convulvulus hystrix, für die es archäobotanische Nachweise gäbe. Germer, Handbuch, 116 schlägt, ebenfalls aufgrund der Beschreibung, Convulvulus arvensis L. vor; deren Teile hätten eine leicht laxierende Wirkung, weshalb es vorstellbar sei, dass sie in der Medizin verwendet worden sei. Auch die Wortbildung – eine Zusammensetzung mit der Schlangenbezeichnung wt.t (?) – könnte eine Interpretation als Windenart stützen (dieses Argument schon vorgeschlagen in Wb 4, 157 und aufgegriffen von Aufrère, in: BIFAO 86, 1986, 15).
Naville, in: ASAE 16, 1916, 188 (mit Verweis auf Loret) vermutet in snwt.t dagegen eine alternative Graphie der snw-Pflanze (Wb 4, 157.6) – auch das Wb deutet ebd. eine derartige Möglichkeit an. Aufrère, in: BIFAO 87, 1987, 31-35 diskutiert diese letztere Pflanze und die Frage, ob es sich um Blauen Lotos (so die ältere Interpretation) oder um den Weißen Lotos (so sein Neuvorschlag) gehandelt hat. Obwohl schon Dawson Navilles Vorschlag abgelehnt hat, weil er auf einem Missverständnis der Beschreibung „sie wächst auf ihrem Bauch“ basieren würde, geht noch Bardinets Übersetzung (Papyrus médicaux, 261) der snwt.t-Pflanze als „lotus bleu“ hierauf zurück. Später, in ENiM 6, 2013, 45, distanziert sich Bardinet jedoch ebenfalls von dieser Gleichsetzung. Auch Charpentier, Recueil, trennt beide Lemmata voneinander. In sn(n)w-p.t, Nr. 966, vermutet er Senf, Sinapis arvensis L., in snwt.t, Nr. 967, „probablement le liseron“, Convolvulus Hystrix L.

L.P.

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