science in ancient egypt

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Glossar

rmn.t
Definition:

Eine bislang vielleicht nur im pEbers belegte Gefäßbezeichnung. Lacau und Lauer, La pyramide à degrès, Bd. 5, 29-31 erwähnen ein Wort rmn, das im Alten Reich dreimal zusammen mit einer Zahlenangabe auf Krugscherben belegt ist, und sie vermuten darin eine sonst unbekannte Hohlmaßangabe, die neben den bekannteren und weitaus häufiger belegten gleichlautenden Längen- und Flächenmaßen existierte. Pommerening, Hohlmaße, 73, Anm. 8 vermutet dagegen auch in diesem rmn der Krugscherben das Längenmaß; ein Zusammenhang mit dem rmn.t-Gefäß des pEbers wäre damit auszuschließen. In Edfu ist eine Gefäßbezeichnung rmnw belegt, hinter der Wilson, Ptol. Lexikon, 583 dieselbe Gefäßart wie im pEbers vermutet. Stern, in: Ebers, Papyros Ebers, 36 schlägt vor, im koptischen ⲁⲙⲓⲛ ein späteres Derivat von rmn.t zu sehen. Dieses koptische Wort geht jedoch eher auf die Gefäßbezeichnung mn zurück (Wb 2, 66.4-11, Westendorf, KHWb, 486), wohingegen im Fall des rmn.t-Gefäßes, nach der Determinierung mit dem Arm zu schließen, ein Zusammenhang mit der Wortfamilie rmn: „Schulter; Seite, Hälfte“, rmni̯: „tragen“ vorliegt.

MedWb 1, 528 vermutet konkret eine Ableitung von der Bedeutung „Hälfte“ (Wb 2, 418.12-16) in dem Sinne, dass ein durch ein Sieb zweigeteilter Topf vorliege, und schlägt die Bezeichnung „gehälfteter Topf“ vor. Diese Übersetzung ist von Westendorf, Handbuch Medizin, 604 übernommen worden. Auch Pommerening, Hohlmaße, 73 übersetzt mit „gehälfteter Topf“.

Möglich wäre aber ebenso, dass bei der Wortbildung der Aspekt des Tragens eine Rolle spielt und es sich demzufolge um ein besonderes Transportgefäß handelt. Bardinet, Papyrs médicaux, 298 schreibt unspezifisch „un pot“.

L.P.

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