science in ancient egypt

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Glossar

nḥd.t
Definition:

Geschrieben wie der nḥḏ.t-Eckzahn, aber DrogWb 311-319 trennt zwischen beiden Drogen, weil die nḥd.t-Droge auch mit dem Rohstoffklassifikator N33 geschrieben werden kann, der Zahn dagegen nicht, und weil der Zahn in den beiden Belegen, in denen er vorkommt, durch eine Tierbezeichnung weiter spezifiziert wird.

Germer, Arzneimittelpflanzen, 179 schreibt dezidiert, dass die Droge nur in medizinischen Texten genannt ist. Ob man daraus schließen kann, dass sie die Belege aus den ptolemäischen Tempelinschriften (s. im Folgenden) nicht kannte, oder ob sie in Letzterem ein anderes, nicht mit der Droge zusammenhängendes Wort vermutete, ist unbekannt. Wilson, Ptolemaic Lexikon, 537 sieht hierin dasselbe Wort.

Die Bedeutung ist unsicher. Zumindest das nḥd(.t) der ptolemäischen Texte ist eine Myrrheart, vgl. Wilson, Ptolemaic Lexikon, 537. Und auf diesen späten Belegen beruhen, in manchen Fällen mit explizitem Bezug, in anderen mit zu vermutendem Bezug, alle Versuche, den Drogennamen in der Übersetzungssprache auf ein Harz einzugrenzen:

  • Ebers, Papyrus Ebers. Teil 2, Das Kapitel über die Augenkrankheiten. Umschrift, Übersetzung und Commentar, Leipzig 1889, 69 („eine Weihrauchart“), der sich auf S. 144-145, Anm. 115 auf von Dümichen publizierte Texte, d.h. diese ptolemäischen Inschriften, stützt, in denen diese Droge unter „den Produkten der Balsamsträucher“ genannt sei;
  • Joachim, Papyros Ebers, 74 („neḥedet-Harz“) und 116 („neḥed-Harz“), der aber ganz unsystematisch an anderen Stellen auch „Korn“, „Körner“ und im Index sogar „Samen“ hinzufügt und mit Letzterem „Zahnkrautkörner“ meint (womit er sich dezidiert auf Ebers, ebd. stützt, der, wohl basierend auf der Homographie mit dem nḥḏ.t-Zahn, tatsächlich S. 69 „Zahnkörner“ und  S. 144 „Zahn(kraut?) Körner“ schreibt und auf S. 69, Anm. 4 den „aegyptischen Zahnbaum, balanites aegyptiaca“ nennt, der aber eine Gleichsetzung der Droge mit Teilen oder Produkten dieses Baumes auf S. 144-145 letztendlich doch ablehnt);
  • sicher auch Ebbells kommentarlose und durch nichts begründete Eingrenzung auf „Gum ammoniac“ (das ist ein Harz von Dorema ammoniacum) in Papyrus Ebers, 132;
  • Meeks, AL, 79.1597 („un aromate“) und
  • Westendorf, Handbuch Medizin, 501 („nḥd.t-Duftstoff”), der ferner Dieter Kurths persönliche Mitteilung „Weihrauch“ nennt.

Ebers hatte neben Dümichen auch auf „Brugsch’s Wörterb., ser. II S. 251“ d.h. Brugsch, Wb V, 251, verwiesen, wo nḥd.t mit einem Harz namens mamama (Brugsch, Wb II, 585 = das mmꜣꜥ... von Wb 2, 59.4) gleichgesetzt würde (dieses Harz ist laut dem einzigen Beleg, DZA 24.003.720, eine „trockene Myrrhe“ von karneolartiger Farbe und sehr süßem/angenehmen Duft). Brugschs Beleg stammt ebenfalls aus Dümichens Texten, nämlich aus J. Dümichen, Geographische Inschriften altägyptischer Denkmäler nebst einem Anhange, enthaltend die im Tempel von Edfu aufgefundenen Recepte in den Jahren 1863-65 an Ort und Stelle gesammelt und erläutert, 2. Abtheilung, Tafeln, Leipzig 1866, Taf. 86, Zeile 5 (= Edfu II, 206,3). Chr. Leitz, in: A. Rickert, B. Ventker (Hg.), Altägyptische Enzyklopädien. Die Soubassements in den Tempeln der griechisch-römischen Zeit. Soubassementstudien I, Bd. 1. SSR 7, Wiesbaden 2014, 483-516, hier 512 nennt zwei weitere Belege für diese Myrrheart, die er vergleichbar mit Brugsch als mꜥmꜥm und mꜥmꜣm transkribiert; und er ruft dazu auf zu prüfen, ob sie mit griechisch μαμάλι, arab. „Maʿmal“ identifiziert werden könnte. Der von Brugsch, Wb II, 585 genannte Hauptbeleg für dieses Lemma ist dagegen zu streichen, weil es sich dabei um die mꜥmꜥ: „Dumpalme“ handelt (vgl. eine fast identische Schreibung bei Wilson, Ptolemaic Lexikon, 403).

L.P.

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