TLA

Der „Thesaurus Lingua Aegyptiae“ (TLA) ist ein virtuelles Wörterbuch, das freien Zugang zu einer digitalen Datenbank für altägyptische Texte und das darin verwendete Vokabular bietet. Es handelt sich um die Hauptpublikationsplattform des Forschungsprojektes „Strukturen und Transformationen des Wortschatzes der Ägyptischen Sprache“, das mit zwei Arbeitsstellen in Berlin und Leipzig im Verbund von der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften (BBAW) und der Sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig (SAW) durchgeführt wird. Die zugrundeliegende Infrastruktur wurde ursprünglich für das Projekt „Altägyptisches Wörterbuch“ (BBAW 1993–2012/SAW 1999–2012) sowie für das Projekt „Datenbank für Demotische Texte“ (Akademie der Wissenschaften und der Literatur zu Mainz, 2001–2012) entwickelt und ist seit dem Jahr 2004 online zugänglich. Die Datenbank enthält eine Vielzahl von ägyptischen Texten, die in Hieroglyphen, Hieratisch oder Demotisch geschrieben sind. Zahlreiche Recherchefunktionen erlauben sowohl die Suche nach einzelnen ägyptischen Wörtern (oder ihrer deutschen bzw. englischen Übersetzung) als auch die Lektüre von durchlaufenden Texten. Die Lemmatisierung und morphosyntaktische Annotation des Textmaterials erlauben die gezielte Recherche unter lexikalischen, philologischen, linguistischen und kulturhistorischen Fragestellungen.

Der TLA in seiner aktuellen Version von 2015 ist mit 1,4 Millionen Textwörtern die größte Datenbank für altägyptisches Textmaterial weltweit. Neben dem gemeinsamen Projekt der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften und der Sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig haben sich zahlreiche Wissenschaftler und Forschungseinrichtungen im In- und Ausland an der Textarbeit beteiligt: Nordrhein-Westfälische Akademie der Wissenschaften und der Künste (Totenbuch-Projekt Bonn), Akademie der Wissenschaften zu Göttingen und die Universität Leipzig (Digital Heka-Projekt), Katholieke Universiteit Leuven (Online Index für Ptolemäische und Römische Hieroglyphen-Texte) und die Karls Universität Prag (Biographien aus dem Mittleren Reich).

Eine weiterentwickelte Version des TLA mit einem neu gestalteten Frontend befindet sich in Vorbereitung. Mit dem Relaunch des neuen TLA werden nicht nur die seit 2015 eingegebenen Textdaten der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Auch die Funktionalität der Seite wurde optimiert und erweitert. So ist die Angabe der Texte nicht wie bisher auf die Transkription beschränkt, sondern bietet neben der hieroglyphischen Schreibung auch Annotationen zu grammatischen Formen.