Naos der Dekaden

Metadaten

Alternative Namen
Naos der Dekanen Trismegistos TM 92346
Aufbewahrungsort
Europa » Frankreich » (Städte M-P) » Paris » Musée du Louvre, Afrika » Ägypten » Alexandrien » Graeco-Roman Museum

Alexandrien: Inv. JE 25774; Grabungsnummern T1-1244, T1-1245, T1-1246 und T1-1318 (= SCA 161, 162, 163, 164);

Louvre: Inv. D 37 = N 389 = LL 91

Digitaler Katalog
Erwerbsgeschichte

Das Naosdach im Louvre hat als wichtigste Inventarnummer „N 389“ (Homepage des Louvre), ist aber üblicherweise unter der Nummer „D 37“ bekannt (falsche Nummer D32 bei Leitz 1995, 294-297).

Der Naos wird meistens „Naos der Dekaden“ genannt (z.B. Yoyotte, von Bomhard), manchmal auch „Naos der Dekanen“ (Leitz). Anfänglich war er auch unter dem Namen „Calendrier du Louvre“ bekannt (Pierret, Clère).

Herkunft
Nildelta » nördliches Delta » Nordküste » Kanopus, Niltal südlich von Assiut bis zum 1. Katarakt » zwischen Theben und Elkab » östliches Ufer » Komir » Saft el-Henna

Der Naos wurde zwischen 1777 und 1999 in mehreren Fragmenten auf dem Festland von Abukir und unter Wasser in der Bucht von Abukir gefunden. Das pyramidenförmige Naosdach im Louvre (Inv. D 37) wurde im Jahr 1777 von einem Angestellten des französischen Reisenden und Naturforschers Sonnini de Manoncourt (1751-1812) in der Erde bei Abukir entdeckt, anschließend von de Manoncourt angekauft und nach Rosette transportiert. Infolge von Missverständnissen mit den lokalen Behörden konnte er das pyramidenförmige Teil jedoch nicht nach Frankreich mitnehmen (Yoyotte 1954, 79). Später befand es sich in der Sammlung des Diplomaten und Althistorikers, des Grafen Marie Gabriel Florent Augustes de Choiseul-Gouffier (1752-1817), der seine Sammlung in den Jahren 1784-1792 als französischer Botschafter in Konstantinopel aufgebaut hat. Nach dem Tod von Choiseul-Gouffier wurde es 1817 oder 1818 mit dem Rest dessen Sammlung vom Louvre angekauft (ausführlich bei Yoyotte 1954, 79-81; von Bomhard 2008, 2). Es wurde in der Description de l’Égypte aufgenommen und dort mit Hinweis auf Choiseul-Gouffier nach Damiette, von anderen Teilnehmern der napoleonischen Expedition jedoch nach Rosette verortet (Description, Explication des planches).

Zwei große Fragmente (Basis/Sockel und Rückwand) wurden von Tauchern im Auftrag des Prinzen Omar Toussoun Ende 1940 in der Bucht von Abukir gefunden (genauer Fundort unbekannt, sicherlich das „Menouthis“ von Toussoun 1934 bzw. „East Canopus“ von Goddio [Goddio 2007, 22]) und dem Griechisch-römischen Museum von Alexandrien geschenkt (Inv. Nr. JE 25774) (Habachi und Habachi 1952, 251; contra Jahr 1933 von Hohneck 2020, Bd. 2, 277). Vier weitere Fragmente der Seitenwände wurden 1999 bei Unterwassergrabungen des European Institute of Underwater Archaeology (unter der Leitung von Franck Goddio) in „East Canopus“ etwa 1,8 km östlich der heutigen Küstenlinie entfernt in dem „T“ genannten Grabungssektor entdeckt.

Aus textinhaltlichen Gründen muss der Naos ursprünglich aus dem Tempel des Gottes Schu in dem Ort Jꜣ.t-nbs / Ḥw.t-nbs („Hügel bzw. Haus des Christdorns“), dem heutigen Șafț el-Ḥenneh, stammen. Irgendwann in der griechischen oder römischen Zeit wurde er dann in die Gegend von Abukir bei Alexandrien transportiert und dort vermutlich in einem Tempel der antiken Stadt Kanopos/Canopus aufgestellt. Ob er zuvor in der 31. Dynastie nach Persien verschleppt worden war (siehe Hohneck 2017; 2020, Bd 1, 176, 230), lässt sich nicht nachweisen. Später zerbrach er oder wurde zerschlagen (bei der Zerstörung des Tempels von Canopus im 4. Jh. durch die Christen?). Die vier Fragmente der Seitenwände (und wahrscheinlich auch die 1940 gefundene Basis und Rückwand) wurden in einem nicht genauer spezifizierbaren byzantinischen Kontext (7. Jh. n. Chr.) wiederverwendet (Goddio 2007, 47, 65-67; von Bomhard 2008, 5) und versanken im Mittelalter durch geologischen Veränderungen der Küstenlinie unter Wasser. Das pyramidenförmige Dach muss anderswo wiederverwendet worden sein, denn es wurde an Land gefunden und hat niemals im Wasser gelegen. Ein ähnlicher Naos für die Göttin Tefnut von Ḥw.t-nbs wurde ebenfalls ins Westdelta (auch nach Canopus?) verbracht, ist irgendwann zerbrochen und ein Fragment wurde in einem mittelalterlichen Haus von Alexandrien verbaut wiedergefunden (Yoyotte 1954, 81-82; Goddio 2016, 115-116).

Datierung
(Epochen und Dynastien) » Pharaonische Zeit » Spätzeit » 30. Dynastie » Nektanebos I. Cheperkare

Der Naos trägt auf der Vorderseite (unten auf dem Sockel und oben auf dem Türsturz) die schwer lesbaren Kartuschen von Nektanebos I. (ca. 379/8–361/0 v. Chr. oder ca. 380 – ca. 362) (Hornung, 270, 280, 495). Die Titulaturen wurden zwar in der Antike ausradiert, aber ausreichend Spuren sind erhalten, um den Thronnamen Ḫpr-kꜣ-Rꜥw zu identifizieren, der nur von Sesostris I. und Nektanebos I. getragen wurde. Die Naosform sowie der Stil der Hieroglyhen und der Dekoration passen nur zu der Zeit Nektanebos’ I. (Clère 1950, 144; Habachi und Habachi 1952, 252-253).

Inhalt

Der Naos wird nach der wichtigsten Außenseitendekoration teils „der Naos mit den Dekanen“ (z.B. Leitz 1995) und „Naos der Dekaden“ (z.B. von Bomhard 2008) genannt. Der erste Name thematisiert den Dekanstern oder die Dekankonstellation, der zweite die Periode von jeweils 10 Tagen, in denen ein(e) Dekanstern oder -konstellation sichtbar wurde oder seine Wirkung entfaltete (siehe dazu von Bomhard 2008, 97; Leitz 2010). Weil am Ende auch die Epagomenen aufgelistet sind, die nicht zu den 36 Dekanen gehören, nennt von Bomhard dies eine „Dekadenliste“ und nicht eine „Dekanenliste“, zumal die Namen der einzelnen Dekanen in den Texten nicht eigens genannt werden und alle die gleiche Ikonographie haben. Die Dekansterne oder Dekadengötter sind vermutlich als Emanationen des Schu zu betrachten, die auf den Winden des Luftgottes Schu herbeiwehen und die kurz vor Sonnenaufgang den Sonnengott gegen die Kräfte des Chaos schützen, zugleich jedoch auch Unheil in der Welt verbreiten (von Bomhard 2008, 226).

 

Textarten:

- Innenseite: Darstellungen des Gottes Schu mit Beischriften (Rückwand) und Darstellungen von mindestens 13 weiteren Göttergestalten mit Beischriften (Seitenwände), deren Verhältnis zu Schu wegen des Erhaltungszustands meist unklar ist.

- Außenseite: Dekadendekoration: idealisierter Kalender, eingeteilt in 36 Wochen von 10 Tagen (Dekaden) und einer 37. Woche von 5 Tagen (Epagomenen). Darstellungen von 36 + 1 Dekansternen oder Konstellationen oder Dekadengottheiten, jeweils in die fünf gleichen Gestalten, jedes Mal mit den gleichen Beischriften. Über die Deutung der 5 Gestalten (Ba-Vogel, Falkensphinx, löwenköpfiger Widder, schakalsköpfige Mumie, liegende Mumie) herrscht Uneinigkeit, zumal sie vielleicht als 1 + 4 Gestalten zu gruppieren sind (u.a. fünf Zeitphasen des jeweiligen Dekansterns, fünf Phasen aller Dekankonstellationen, ein Dekanstern und vier Wesensarten des jeweiligen Dekadengottes, zwei Phasen der Dekansterne und drei Gestalten des Schu; siehe Leitz 1995, 10-13; von Bomhard 2008, 91-94; Leitz 2010). Variable Beischriften zu den 36 + 1 Dekaden beschreiben für jede Zehntagewoche das Wirken des „großen Gottes“ (d.h. des Dekansterns, des Dekadengottes oder des Schu?), entweder in der betreffenden Dekade, oder erst ca. 80 Tage später nach der Dekansternkulmination in der 12. Nachtstunde (letzteres Leitz 1995, 11 und Leitz 2010). Zu dem Wirken des „großen Gottes“ gehören das Einwirken auf gewisse Körperteile, das Verursachen von Krankheiten, Wetterphänomenen und Naturereignissen (Winde, Nilüberschwemmung) sowie das Wirken in bestimmten Auslandsregionen. Der Kalendertext gehört zu den astralwissenschaftlichen Texten und enthält Informationen der Astralmedizin (Leitz 1995), Astralmeteorologie (Lehoux 2011) und vielleicht der Astralgeographie (Leitz 1995) und politischen Astrologie (Quack 2010). Anders als in der heute gängigen Astrologie ist die Komposition deskriptiv-allgemeingültig und nicht vorhersagend gehalten und betrifft ganze Bevölkerungsgruppen und nicht einzelne Individuen. Vielleicht ist der Naostext nur ein Auszug aus einem viel längeren Text, in dem für jeden Dekan oder jede Dekade das (Ein)wirken auf ein Körperteil, in der Meteorologie, in einer (Welt)region, eventuell spezifiziert für die verschiedenen „Lebensphasen“ der Dekanen, systematisch aufgelistet worden waren.

- Außenseite, oben links: Kosmogonie über die Rolle des Schu (oder des Sonnengottes?) bei der Weltschöpfung. In diesem Zusammenhang entstehen auch die Dekansterngötter als Bas der Urgötter. Re befiehlt Thoth, einen Tempel für diese 36 Dekansterne in Iat-nebes bauen zu lassen, deren Oberhaupt Schu ist, damit sie auf die Erde kommen, um ihre Aufgaben wahrzunehmen.

- Außenseite, Bandeauinschrift in 9 Zeilen, vielleicht in der Art einer Monographie, über den Ort Jꜣ.t-nbs oder Ḥw.t-nbs, der ein Bollwerk an der Ostgrenze Ägyptens ist, sowie über die dort wohnenden 36 Dekansterngötter und ihren Tätigkeiten.

- Außenseite, auf dem Sockel links: 37 schlangenköpfige Geier und Sterne mit zwei sehr beschädigten theologischen oder Ritualtexten zum „Haus der Wanderdämonen“ in Jꜣ.t-nbs.

- Außenseite, auf dem Sockel rechts: Darstellungen von und Text zu Thoth und seinen Wanderdämonen und zum „Haus der Wanderdämonen“ in Jꜣ.t-nbs.

- Außenseite, auf dem Sockel hinten: Götterkartuschen des Pantheons von Șafț el-Ḥenneh und Darstellung des Tempels (?) des Sopdu.

- Außenseite, Vorderseite: Beischriften bei der Flügelsonne sowie Königstitulatur, ursprünglich sicherlich mit Nennung des göttlichen Eigentümers des Naos.

Ursprünglicher Verwendungskontext

Der Naos enthielt ursprünglich eine löwengestaltige Statue des Gottes Schu und war sicherlich im Sanktuar oder in der Pr-wr-Kapelle des Tempels des Gottes Sopdu(-Schu) in dem Ort „Hügel / Haus des Christdornbaums“ (Jꜣ.t-nbs / Ḥw.t-nbs), dem heutigen Șafț el-Ḥenneh, aufgestellt. Die Statue wird als aus Silber mit einem Beschlag aus Feingold und mit einer Höhe von 30 cm (ohne die Krone?) beschrieben. Ein ähnlich dekorierter und beschrifteter Naos für eine gleich große Löwenstatue der Göttin Tefnut, dessen Rückwand 1841 (oder kurz zuvor) in einem Haus in Alexandrien wiederverwendet aufgefunden wurde, wird ursprünglich im Sanktuar oder in der Pr-nsr-Kapelle des gleichen Tempels gestanden haben (Yoyotte 1954, 81-82; Goddio 2016, 115-116). Rekonstruktionen der Gebäudekomplexe von Șafț el-Ḥenneh finden sich bei Virenque 2006; von Bomhard 2008, 200-204; Kessler 2011 und Tiribilli 2012. Irgendwann, vermutlich bei der Wiederverwendung des Naos des Schu in oder bei Canopus, wurden einige Inschriften im oberen Bereich der rechten Außenwand (Besucherperspektive) und die Inschriften auf der Vorderseite ausradiert. Welcher Zweck der Naos in der Zweitverwendung gehabt haben könnte, ist unbekannt (vgl. Vorschläge bei von Bomhard 2008, 227-229 für einen Zusammenhang mit dem Osiriskult in Canopus), aber er dürfte zu diesem Zeitpunkt vermutlich nicht länger als Behälter für ein ägyptisches Kultbild verwendet worden sein. Irgendwann später (in frühchristlicher Zeit?) wurde der Naos absichtlich zerschlagen und in einem byzantinischen Gebäude als Baumaterial wiederverwendet.

Material
Nicht Organisch » Stein » Granit
Objekttyp
Artefakt » Behälter » Kasten » Naos
Technische Daten

Material: grauer Granit (Clère 1950, 143), schwarzer Granit (Yoyotte 1954, 79); „dark granite“ mit „several pink veins“, dunkler Granit mit einigen rosafarbenen Adern (von Bomhard 2008, 6); „dark-gray granit, with a red-agglomerate area on the back“ (Habachi und Habachi 1952, 252); Diorit (Homepage Louvre; vgl. Hohneck 2020, Bd. 2, 277).

Maße: Naos mit einer fast quadratischen Grundfläche und einem pyramidenförmigen Dach (Formtypus VI von Hohneck 2020). Höhe 178 cm x Breite 88 cm x Tiefe/Dicke 80 cm. Die Basis ist 22 cm hoch, der Türsturz 32 cm und das Dach 36 cm. Die Seitenwände sind 20 cm stark (alle Maße nach Habachi und Habachi 1952, 252; von Bomhard 2008, 6). Der Innenraum ist 48 cm breit, 45 cm tief (Clère 1950, 143) und 88 cm hoch (Habachi und Habachi 1952, 252). Die Wände verjüngen sich ein wenig nach oben (unten 88 x 80 cm, oben 83 x 73 cm). Eine Hohlkehle als Übergang von Wand zu Dach ist nicht vorhanden. Vorn in den Laibungen befindet sich eine Einsparung (ca. 2 cm) mit Löchern oben und unten, die die Türzapfen von zwei Türflügeln aufnahmen (Gesamtbreite der zwei Türflügel 50 cm).

Dekoration: Der Naos ist innen und außen dekoriert. Der größte Teil der Außenwände ist mit der Thematik der 36 Dekanen in fünf Darstellungsformen versehen, die – gemeinsam mit einer 37. Gruppe für die Epagomenenperiode – ein idealisiertes ägyptisches Jahr repräsentieren (Leitz 2010). Die Innenwände zeigen die Götterstatue, die in dem Naos aufgestellt gewesen ist, zusammen mit weiteren Göttergestalten des lokalen Pantheons. Die Anordnung der 36 Dekaden zeigt die Reihenfolge, in der die Wände zu lesen sind: zunächst die linke Außenwand (links = Betrachterperspektive), dann die rechte und zum Schluss die Rückwand.

Die Inschriften auf der Vorderseite wurden in der Antike entfernt, ebenso zwei Streifen entlang der Seitenränder der rechten Außenwand (rechts = Betrachterperspektive).

Schrift
Hieroglyphen

Die Orthographie der Dekanbeschreibungen erweckt den Eindruck, dass die Vorlage eine Hieratische gewesen sein dürfte, z.B. die Schreibung der Präposition ẖr als ẖr.ï. Systematisch wird mwt „Tod“ als mr geschrieben, Pluralstriche und kleine j/ï-Striche (Z4 𓏭 ) stehen an der falschen Stelle oder sind überflüssig, das Verb wḏ „befehlen“ wird wie wḏi̯ „aussenden“ geschrieben usw. Eine kreuzförmige Sonderform für den Weg N31 𓈐 findet sich auch auf dem Naos von El-Arisch, ebenso die Determinierung von geographischen Begriffen mit einem zeilenhohen Ideogrammstrich sowie Pluralstrichen (ein Hinweis für eine Herkunft aus der gleichen Werkstatt).

Sprache
Ägyptisch-Koptisch » Ägyptisch » Mittelägyptisch » traditionelles Mittelägyptisch

Die Texte sind vielleicht nicht alle zur gleichen Zeit verfasst worden. Leitz schließt nicht aus, dass der große Dekadentext auf das Neue Reich zurückgeht (Leitz 1995, 39: „NR ?“). Für die Inschrift der 4. Dekade findet sich eine Parallele auf einem Naos aus der Zeit Nektanebos’ II., die zeigt, dass die Überlieferung auf dem Naos der Dekaden ziemlich fehlerhaft ist. Die horizontale Bänderinschrift hat die typische Dreifachsetzung des Alten Reichs beim Substantiv Plural, sogar beim Partizip Plural, vielleicht um ihn den Eindruck eines altehrwürdigen Textes zu verleihen. Die Kosmogonie enthält eine narrative Konstruktion, die vielleicht sprachgeschichtlich auf die 18. oder 19. Dynastie zurückgeht (Vernus, Stauder: ḫpr swt in Z. E.12). Andererseits finden sich in der Kosmogonie auch sprachlich neuägyptische oder demotische Merkmale: die Präposition m in der pronominalen Form n-jm (Z. E.19); ein zweigliedriger pw-Satz (Z. E.18) sowie zweimal ein wnn-Satz (Z. E.14 und E.18-19), jeweils nach dem Umstandskonverter jw.

Bearbeitungsgeschichte

Das zuerst gefundene und ins Louvre verbrachte Fragment wurde in der Description de l’Égypte veröffentlicht (1822, Taf. 48, von Jomard gezeichnet) und später noch einmal von Pierret abgeschrieben (1878, 73). Dessen Abschrift wurde von Brugsch reproduziert und kommentiert (1883, 179-184). Lepsius hat 1834 oder 1835 Abklatsche der dekorierten Teile angefertigt, die im Wörterbucharchiv in Berlin aufbewahrt werden. Schott 1936, 14-16 hat die Inschriften mithilfe dieser Abklatsche übersetzt. Clère 1950 konnte die Kartuschen lesen und datieren und er versuchte eine Rekonstruktion der Dekaden-Dekoration. Die zwei großen Fragmente, die 1940 gefunden wurden, haben die Brüder Habachi 1952 vorgestellt. Sie erkannten den Zusammenhang mit dem Fragment im Louvre. Yoyotte 1954 verfolgte die Herkunft des Louvre-Fragmentes zurück zu Sonnini de Manoncourt und dem Jahr 1777. Leitz 1995 hat die bis dahin bekannten Inschriften ediert, übersetzt und kommentiert (auf diese Studie basiert Lehoux 2011, 119-120, 127). Die vier Fragmente, die 1999 gefunden wurden, hat von Bomhard noch im Jahr 1999 als zugehörig erkannt und 2008 im Rahmen einer kompletten Neubearbeitung des Naos vorgelegt. Eine Zusammenfassung dieser Publikation findet sich in von Bomhard 2010, von Bomhard 2011, von Bomhard 2014 und für die Fundumstände und Rekonstruktion in Goddio 2014 und Goddio 2016. Von Bomhard 2016 hat den kosmogonischen Text des Naos noch einmal separat behandelt. Der umfangreiche Text zu den 37 Dekaden und Epagomenen und vor allem ihre fünf Götterdarstellungen werden unterschiedlich interpretiert (vgl. von Bomhard 2010; Leitz 2010; Quack 2010; Lehoux 2011). Symons 2014 erwähnt das Dokument in ihrer Präsentation der Dekansternlisten aus dem alten Ägypten. Die Texte auf dem Naos der Dekaden sind keine große Hilfe für die Rekonstruktion der Lage der Tempel von Șafț el-Ḥenneh (Virenque 2006, von Bomhard 2008, 200-204, Kessler 2011 und zuletzt Tiribilli 2012). Hohneck 2020 hat das Denkmal im Rahmen seiner Dissertation über die Naoi eingehend untersucht. Jansen-Winkeln 2023 nimmt die hieroglyphischen Inschriften in seinem Sammelband der spätzeitlichen Inschriften auf.

Editionen

- A.-S. von Bomhard, The Naos of the Decades. From the Observation of the Sky to Mythology and Astrology (Underwater Archaeology in the Canopic Region in Egypt. Oxford Centre for Maritime Archaeology, Monograph 3), Oxford 2008. [*P, *Zeichnungen, *H, Ü, K]

- L. Habachi und B. Habachi, The Naos with the Decades (Louvre D 37) and the Discovery of Another Fragment, in: JNES 11, 1952, 251-263 mit Taf. XXVIII-XXXIII und Fig. 1. [P, Rekonstruktionszeichnung, K]

- Chr. Leitz, Altägyptische Sternuhren (OLA 62), Leuven 1995, 3-57 und 295-317. (= Taf. I-XXIII) [P,H,Ü,K]

Literatur zu den Metadaten

- Description de l’Égypte. Antiquités. Planches, Tome V, Paris, 1822, Taf. 48 (mit Damiette als Herkunftsangabe); Explication des planches à Pl. 48 (mit Damiette als Herkunftsangabe); Seconde édition (Panckoucke), Vol. X, Explication des plances, 1821, 543-544. (mit Anm. bezüglich Damiette oder Rosette)

- A.-S. von Bomhard, The Naos of the Decades – The Discovery of New Fragments and Their Contribution to the Interpretation of the Monument, in: D. Robinson und A. Wilson (Hrsg.), Alexandria and the North-Western Delta. Joint conference proceedings of „Alexandria: City and Harbour“ (Oxford 2004) and “The Trade and Topograpy of Egpyt’s North-West Delta, 8th century BC to 8th century AD” (Berlin 2006) (Oxford Centre for Maritime Archaeology. Monograph 5), Oxford 2010, 161-173. [K]

- A.-S. von Bomhard, Le Naos des Décades: Puzzle archéologique et thematique, in: ENiM 4, 2011, 107-136.

- A.-S. von Bomhard, The Naos of the Decades and the astral aspect of divine judgement, in: A.-A. Maravelia (ed.), Ancient Egyptian Science and Meta-Physics: Quintessence of Religious Allegories, Roots of Scientific Thought. Proceedings of the 1st Egyptological Conference of the Patriarchate of Alexandria: 6th May 2011, Athens 2012-2014 (= Journal of the Hellenic Institute of Egyptology 2), 163-179.

- A.-S. von Bomhard, The genesis of the stars in ancient Egypt, according to the Naos of the Decades, in: N. Guilhou (ed.), Liber amicorum – speculum siderum: Nūt Astrophoros. Papers Presented to Alicia Maravelia (Archaeopress Egyptology 17), Oxford 2016, 123-138.

- A.-S. von Bomhard, Décans égyptiens (CENiM 23), Montpellier 2020 (Auszüge: 56-57, 69, 72-73, 80-89, 96, 110-116, 118).

- H. Brugsch, Thesaurus Inscriptionum Aegyptiacarum. I. Abteilung. Astronomische und astrologische Inschriften der altaegyptischen Denkmaeler, Leipzig 1883, 179-184 (nach Pierret).

- J.J. Clère, Le système des décades du calendrier du Louvre (Louvre D 37), in: JNES 9, 1950, 143-152.

- F. Goddio, The Topography and Excavation of Heracleion-Thonis and East Canopus (1996-2006) (Oxford Centre for Maritime Archaeology. Monograph 1), Oxford 2007, 20-22, 43. [K]

- F. Goddio, The Naos of the Decades reconstituted, in: A.-A. Maravelia (ed.), Ancient Egyptian Science and Meta-Physics: Quintessence of Religious Allegories, Roots of Scientific Thought. Proceedings of the 1st Egyptological Conference of the Patriarchate of Alexandria: 6th May 2011, Athens 2012-2014 (= Journal of the Hellenic Institute of Egyptology 2), 180-187.

- F. Goddio, Un récit de la création ressurgit des profondeurs, in: N. Guilhou (ed.), Liber amicorum – speculum siderum: Nūt Astrophoros. Papers Presented to Alicia Maravelia (Archaeopress Egyptology 17), Oxford 2016, 115-121.

- H. Hohneck, Ägyptische Naoi in der Fremde und ihre Rückführung durch die Ptolemäer, in: GM 253, 2017, 77-81. [K]

- H. Hohneck, Naoi. Königliche Steindenkmäler in den Tempeln Ägyptens. Vom Alten Reich bis zum Ende der pharaonischen Ära. Band I: Auswertung. Band II: Katalogteil, Mainz 2020, Bd. 1, 176-177; Bd. 2, 277-305 (Kat.-Nr. 85). (https://openscience.ub.uni-mainz.de/handle/20.500.12030/5373) [U,Ü,K]

- E. Hornung, R. Krauss und D.A. Warburton (Hrsg.), Ancient Egyptian Chronology (HdO I.83), Leiden / Boston 2006.

- K. Jansen-Winkeln, Inschriften der Spätzeit. Teil V: Die 27.–30. Dynastie und die Argeadenzeit. Band 1: Kambyses – Tachos, Wiesbaden 2023, 191-197 (Nr. 75.31). [H]

- D. Kessler, Die Naoi und die Kulttopographie von Saft el-Henneh, in: E. Bechtold, A. Gulyás und A. Hasznos (Hrsg.), From Illahun to Djeme: Papers Presented in Honour of Ulrich Luft (BARS 2311), Oxford 2011, 95-106. [K]

- D. Lehoux, Astronomy, Weather, and Calendars in the Ancient World. Parapegmata and Related Texts in Classical and Near-Eastern Societies, Cambridge 2011, 119-120, 123-127, 204. [K]

- Chr. Leitz, Das dem Naos der Dekane zugrundeliegende kalendarische System, in: D. Robinson und A. Wilson (Hrsg.), Alexandria and the North-Western Delta. Joint conference proceedings of „Alexandria: City and Harbour“ (Oxford 2004) and “The Trade and Topograpy of Egpyt’s North-West Delta, 8th century BC to 8th century AD” (Berlin 2006) (Oxford Centre for Maritime Archaeology. Monograph 5), Oxford 2010, 183-189. [K]

- P. Pierret, Recueil d’inscriptions inédites du Musée égyptien du Louvre. Deuxième Partie avec table et glossaire (Études Égyptologiques 8), Paris 1878, 73. [H]

- J.F. Quack, The Naos of the Decades and its Place in Egyptian Astrology, in: D. Robinson und A. Wilson (Hrsg.), Alexandria and the North-Western Delta. Joint conference proceedings of „Alexandria: City and Harbour“ (Oxford 2004) and “The Trade and Topograpy of Egpyt’s North-West Delta, 8th century BC to 8th century AD” (Berlin 2006) (Oxford Centre for Maritime Archaeology. Monograph 5), Oxford 2010, 175-181. [K]

- S. Schott, Die altägyptischen Dekane, in: W. Gundel, Dekane und Dekansternbilder (Studien der Bibliothek Warburg 19), Glückstadt und Hamburg 1936, 1-21 (hier: 14-16). [Ü, K]

- S. Symons, Contexts and elements of decanal star lists in Ancient Egypt, in: D. Bawanypeck und A. Imhausen (eds.), Traditions of Written Knowledge in Ancient Egypt and Mesopotamia: Proceedings of Two Workshops Held at Goethe-University, Frankfurt/Main in December 2011 and May 2012 (Alter Orient und Altes Testament 403), Münster 2014, 91-122 (hier: 111-112). [K]

- E. Tiribilli, Una ricostruzione topografica del distretto templare di Saft el-Henna tra filologia e archeologia, in: Egitto e Vicino Oriente 35, 2012, 125-142.

- Omar Toussoun, Les ruines sous-marines de la Baie d’Aboukir, in: Bulletin de la Société Royale d’Archéologie d’Alexandrie 29, 1934, 342-354 und Taf. VIII-IX. [K]

- H. Virenque, Les quatre naos de Saft el-Henneh, in: Egypte, Afrique & Orient 42, Juni 2006, 19-28. [K]

- J. Yoyotte, À propos du Naos des Décades, in: JNES 13, 1954, 79-82. [K]

- Abschriften des Berliner Wörterbuchs für Louvre D37: DZA 50.076.180-DZA 50.076.200. [H]

- Abklatsche von R. Lepsius im Archiv des Berliner Wörterbuchs für Louvre D37: Inv. Nr. 745. [A]

Online-Ressourcen
Autoren
Dr. Peter Dils
Autoren (Metadaten)
Dr. Peter Dils

Übersetzung und Kommentar

Naos der Dekaden

Vorderseite: Flügelsonne und Königstitulatur (Text A)

(Beischriften zur Flügelsonne auf dem Sturz über der Türöffnung, an jeder Flügelspitze der Flügelsonne.)
(links (Besucherperspektive) von der Flügelsonne:) Behedeti, der große Gott.
(rechts (Besucherperspektive) von der Flügelsonne:) Behedeti, [der große Gott].

(Titulatur (1) von Nektanebos I. auf dem Sturz über der Türöffnung.1)
(nach links (Besucherperspektive):) Es lebe der vollkommene Gott, der Herr der Beiden Länder 𓍹Cheper-[ka-]Re𓍺, der wie [Re] leben möge.
(nach rechts (Besucherperspektive):) 〈〈Es lebe〉〉 der vollkommene Gott, der Herr der Beiden Länder 𓍹[Cheper-]ka-Re𓍺, [der wie Re leben möge.]

(Titulatur (2) von Nektanebos I. auf den Türlaibungen.)
(jeweils 2 Textkolumnen:) [... ... ...].2

(Titulatur (3) von Nektanebos I.; Sockelinschrift.1)
(nach links (Besucherperspektive):) Es lebe der [König] von Ober- und Unterägypten 𓍹Cheper-[ka-]Re𓍺, [der wie Re leben möge].
(nach rechts (Besucherperspektive):) 〈〈Es lebe〉〉 der Sohn des Re 𓍹Nechtnebef𓍺, [der wie Re leben möge].

1 Es handelt sich um eine spiegelsymmetrische Inschrift, die in der Mitte anfängt.

2  Komplett entfernt bzw. unleserlich. Laut von Bomhard, Naos of the Decades, 22 scheinen die Textkolumnen Kartuschen zu enthalten, einmal vielleicht der Name Cheperkare auf der rechten Laibung (Besucherperspektive).




Innenseite (Text B-C)

Rückwand: Darstellung der Statue des Schu (Text B)

(hockender Löwe mit Doppelfederkrone und Kobra auf dem Kopf, nach rechts (Betrachterperspektive) gerichtet.)
(Flügelsonne mit zwei Kobras über der Löwendarstellung.)
(unter dem linken Flügel (Besucherperspektive):) Behedeti, der große Gott, der Herr des Himmels, der getüpfelt Gefiederte, der am/aus dem Horizont hervorkommt.
(unter dem rechten Flügel (Besucherperspektive):) Behedeti, der große Gott, der Herr des Himmels, der getüpfelt Gefiederte, der am/aus dem Horizont hervorkommt.
(über dem Löwen; vor der Federkrone:) Schu, der Herr des Per-wr-Heiligtums, der in Haus-des-Christdornbaumes (Safṭ el-Ḥenneh) wohnt.
(über dem Löwen; hinter der Federkrone:) Silber (mit einem) Beschlag aus Reingold, so wie das, was auf der Schriftrolle der Gottesworte/Hieroglyphen steht.
(vor dem Löwen:) Höhe: 4 Handflächen (= 30 cm).1

1 Handfläche (šzp): Das Längenmaß „Handfläche“ hat eine Länge von 7,5 cm. Der Naos hat im Innern eine Grundfläche von ca. 48 cm Breite und 45 cm Tiefe und ist 88 cm hoch. Die gleiche Inschrift mit demselben Maß ist besser erhalten auf dem Naos der Göttin Tefnut, die durch eine Zeichnung von Sharpe von 1841 bekannt ist: von Bomhard, 26; Yoyotte, in: JNES 13, 1954, 81, Fig. 1. Laut Hohneck Naoi, 2020, Bd. 2, 300 könnte sich die Höhe von 30 cm auf den Falkenkörper beziehen, ohne die Federkrone zu berücksichtigen. Die Gesamthöhe könnte eine Elle (ca. 52,5 cm) betragen haben. Er verweist für die Interpretation der Maßangaben auf F. Hoffmann, Measuring Egyptian Statues, in: J. Steele und A. Imhausen (Hrsg.), Under One Sky. Astronomy and Mathematics in the Ancient Near East (AOAT 297), Münster 2002, 109-119.



Innenwände: Götterdarstellungen mit Beischriften (Besucherperspektive) (Text C)

links (3 Register mit Götterdarstellungen, zum Eingang des Naos hin orientiert)

oberes Register
(1. Gottheit: Löwe (oder falkenköpfiger Sphinx) mit weißer Krone:) [... ... ...].
(2. Gottheit: menschenköpfiger Sphinx mit Ka-Armen auf dem Kopf, darüber ein Serech:) [... ... ...].
(3. Gottheit: menschenköpfiger Sphinx mit Ka-Armen auf dem Kopf, darüber ein Serech:) [... ... ...].

mittleres Register
(1. Gottheit: Sphinx:) [... ... ...].
(2. Gottheit: Krokodil mit Amunfederkrone:) [... ... ...].

unteres Register
(1. Gottheit: falkenköpfiger Stier mit Doppelfederkrone, der eine Schlange zertritt:) [...], [der die] Feinde (?) [...], der die Apophis-Schlangen tötet.
(2. Gottheit: falkenköpfiges [Krokodil(?)] mit zerstörter Krone:)  [... ... ...].

rechts (3 Register mit Götterdarstellungen, zum Eingang des Naos hin orientiert)

oberes Register
(1. Gottheit: zerstört:) [... ... ...].
(2. Gottheit: zwei Löwen gekreuzt vor einander, der hintere Löwe mit einer Sonnenscheibe auf dem Kopf:)
 [... ... ...].

mittleres Register
(1. Gottheit: thronender pantheistischer Gott (Skarabäentorso, Falkenschwanz), Kopf zerstört:) [… … …] alle (?) […].
(2. Gottheit: thronender pantheistischer Gott (Menschenkopf, Doppelkrone, Skarabäentorso, Falkenschwanz):) Horus, der Große, der Herr von Hügel-des-Christdornbaumes (Iat-nebes), [… … …].

unteres Register
(1. Gottheit: zwei Löwen gekreuzt vor einander; der vordere Löwe mit […]kopf und Amunfederkrone; der hintere Löwe mit Falken(?)kopf und einer Sonnenscheibe auf dem Kopf:) […], [der die] Feinde […].
(2. Gottheit: ithyphallischer Gött mit Doppelfederkrone, einem Löwengesicht (?), rückwärts erhobenem Arm mit Wedel, Falkenschwanz:) [… … …], der im (?) Christdorn ist.


Außenseite (Text D-G)

links (Besucherperspektive)

  1. Register: Kosmogonie und 1. Dekade
  2. Register: 2.-5. Dekade
  3. Register: 6.-9. Dekade

rechts (Besucherperspektive)

  1. Register: 10.-13. Dekade
  2. Register: 14.-17. Dekade
  3. Register: 18.-21. Dekade

Rückwand

  1. Register: 22.-26. Dekade
  2. Register: 27.-31. Dekade
  3. Register: 32.-37. Dekade/Epagomene



Darstellungen über der Kosmogonie (Text D)

links (Besucherperspektive)

(3+x thronende Gottheiten, nach links orientiert (d.h. zur Rückseite hin); vor ihnen jeweils Textkolumnen; unter den Gottheiten eine Textzeile mit nach rechts orientierten Hieroglyphen.)
(1. Gottheit: thronende Mumie mit Ibiskopf, die eine Buchrolle hält:) [Thoth (?), … der] die Sachen [kennt (?)], Herr der Bücher, [gemäß dessen Befehl die] Messerdämon[en] agieren (?), […] im (Ort) Hügel-des-Christdornbaumes, Schreib[er … …], Herr des Gaues des Tores-des-Fremdlands (?)1.
(2. Gottheit: thronende Mumie mit Falkenkopf, der einen Wedel hält:) [… Haus/Hügel-des]-Christdornbaumes, Herr des Himmels, König der Götter, [… … …] der tötet (?) […].
(3. Gottheit: thronende Mumie mit zerstörtem Oberkörper:) […,] der die Rebellen [tötet o.ä.]2.
(Textzeile unter den thronenden Mumien:) [… … …] in (dem Ort) Hügel-des-Christdorns. Sie/Es (d.h. ein Gebäude in Jꜣ.t-nbs?) ist auf dem Sand (oder: der Sandfläche) im Süden des (Gebäudes) Haus-der-Haarlocke.
(Doppelregister links von den 3+x thronenden Gottheiten)
(oberes Register mit 4 Pfeilen, einem Bogen, einem Opferständer (?) und 2+x Bäumen (?):)
(unteres Register mit x+4 Opferständer mit Flamme (Brandopfer?), Libation und Vogelnetz(?):) Libation.

1 Gaues des Tores-des-Fremdlands (⸢spꜣ,t⸣ Rʾ-ḫꜣs,t oder ⸢spꜣ,t⸣-rʾ): Safṭ el-Ḥenneh liegt im 20. u.äg. Gau nahe dem Eingang zum Wadi Tumilat und könnte somit „Tor des Auslands“ heißen. Von Bomhard, Naos of the Decades, 49 vermutet, dass unter dem Fremdlandzeichen noch eine Hieroglyphe stehen könnte: rʾ-jꜣb.tt oder rʾ-ḫꜣs.t-jꜣb.tt.

2 [tötet o.ä.]: Von Bomhard, Naos of the Decades, 50 denkt an die Verben [md]s „niedermetzeln, zerschneiden“ und [qꜣ]s „fesseln“.



Kosmogonischer Text (Text E)

links (Besucherperspektive)
(ca. 23 Textkolumnen, von denen Kol. 1-2 und 23 zerstört sind, zur Vorderseite hin orientiert)

[… … …] des Allherrn, [… … …] Geheimnis, gemacht (?) durch/für (?) die Neunheit, die Kind[er [Kol. 5] des] Re3, die Erscheinungsformen der Götter in ihrer Gesamtheit, alle {alle}4 Bas aller Götter und Göttinnen, die erste Generation/Körperschaft5, die zweite Generation/Körperschaft, die dritte Generation/Körperschaft, die vierte Generation/Körperschaft, die Bas der Achtheit beim Uranfang (wörtl.: ersten Mal), als der Himmel unter ihnen angehoben wurde, um sie zu verjüngen/beleben (?), so dass die Leichname der Götter entstanden. Nicht wird zugrunde gehen das, was Djen (? = Schu?) und die Heh-Götter (?) beim Uranfang (wörtl. ersten Mal) gemacht haben, als er (Schu?) den Himmel von der Erde trennte, indem/nachdem er alle Winde entstehen ließ (oder: erschaffen hat), als er den Himmel auf ihren vier Pfeilern festigte, (wobei) die Himmelsscheiben (Sonne, Mond) in seinem (des Himmels) Innern waren zusammen mit diesen (zuvor genannten?) Bas (der Götter, d.h. die Sterne bzw. die Dekansterne), als er den Erdboden [Kol. 10] vom Wasser trennte, ohne dass es ihre Vereinigung/Vermischung gab (oder: indem sie sich (nicht länger) vereinigen/vermischen würden), als er das Leben vom Tod trennte, indem Leben bei den Menschen, den Göttern und allen (Nutz)tieren war, als er Kampf entstehen ließ, indem/nachdem er Gemetzel verursachte, als er ꜥb.w-Unheil/Unreinheit entstehen ließ, indem/nachdem er die Jahresseuche machte.

Es geschah nun aber, dass die Majestät des Re in Iat-nebes (Hügel-des-Christdornbaums) war. Da schaute seine Majestät zum Osten des Himmels. Daraufhin/Nun sagte seine Majestät zu Thoth: Das ist (also) die Anhebung (oder: das Anheben) des Himmels gegenüber von Iat-nebes, wobei eine treffliche Duat/Unterwelt in der Nekropole existiert, die in Per-iaret (Haus-der-Gelockten) entstanden ist. Veranlasse [Kol. 15], dass ein großer Tempel für die Bas der Götter (d.h. die Dekansterne) in Iat-nebes gemacht wird, damit sie aus dem Himmel auf die Erde kommen, um alle Angelegenheiten/Pläne für jedes Amt, jeden Lebenden, jeden Toten, jedes Gemetzel im Himmel, auf Erden, in der Unterwelt, im Urgewässer, in den Lüften/Winden zu organisieren, wobei es so ist, dass die Majestät des Schu ihr Oberhaupt (d.h. das Oberhaupt der Bas der Götter) ist, (und) wobei es 36 Götter unter ihnen gibt.

Sie sind es, die dies alles tun/gemacht haben (oder: die gemäß ihrem Dekret agieren). [Kol. 20] Sie sind die Begleiter des Re; sie sind es, die den Himmel, die Erde und die Unterwelt der (oder: 〈für〉 die) Götter6 gefestigt haben. Sie sind die Kinder des Re, (der) Sachmet, (der) Nechbet, (der) Bastet, (der) Wadjet, die Boten des Thoth. Sie sind die {Herrin}〈Herren〉, die die Zeitperiod[en] (hier: die Dekaden?) berechnen, [… … …].

3 gemacht (?) durch/für (?) die Neunheit, die Kind[er] (jr.w n psḏ.t msi̯[.t]/ms[.w]): Die Lücke bei ms am Anfang von Kol. 5 ist nicht groß und enthielt vielleicht nur das Determinativ und Pluralstriche (?). Wie jr.w und ms[_] zu deuten sind, ist unsicher. Was ist Subjekt und was ist Objekt? Sind es Verbalformen oder Substantive? Von Bomhard, Naos of the Decades, 54 bietet als Hauptübersetzung „[...] secred enacted by the Ennead (?) who have given birth to Re“, aber auf S. 56, Anm. (a) erwägt sie fünf Übersetzungen: „enacted by the Ennead“ oder „what was done for the Ennead“ bzw. „(the Ennead) who has given birth to Re“, „(the Ennead) to whom Re has given birth“ und „the Children of Re“. Quack (unpublizierte Habilitationsschrift) übersetzt „[...] der Geheimnisse, welche die Neunheit gemacht hat, die Kinder des Re“. Das Verb msi̯ bedeutet auch „Statuen herstellen“. Vielleicht hat Re die Erscheinungsformen aller Götter hergestellt. Die „Kinder des Re“ als Bezeichnung der Götter oder der 36 Dekangötter werden in diesem Text in Z. E.21 genannt.

4 alle {alle} (nb{.t}〈.w〉 {nb.t}): Laut von Bomhard, Naos of the Decades, 56, Anm. (b) ist nb.t absichtlich zweimal zur Intensivierung geschrieben worden („wirklich alle“) und keine Dittographie.

5 Generation/Körperschaft (ẖ.t): Kann mehrere Bedeutungen haben, wie „Generation“ und „Körperschaft“, im astronomischen Sinne anscheinend auch „Konstellation“ (von Bomhard, Naos of the Decades, 56, Anm. (c)). Wenn man ẖ.t tp.jt usw. mit dem Vorangehenden verbindet, könnte man bezüglich der Bedeutung „Konstellation“ denken, dass die Bas der Götter Sterne sind, die sich im Körper der Himmelsgöttin verjüngen. Die Ägypter kannten jedoch mehr als vier Konstellationen. Verknüpft man ẖ.t tp.jt mit den nachfolgenden bꜣ.w ḫmn.jw, könnte man an die vier Gruppen der Achtheit denken: Amun/Amaunet, Nun/Naunet, Huh/Hauhet und Kuk/Kauket. Allerdings liegt kein ausgeschriebener Genitiv vor.

6 die Unterwelt der (oder: 〈für〉 die) Götter (dwꜣ.t nṯr.w): Die „Götter der Unterwelt“ oder die „Götter, die sich in der Unterwelt befinden“ (u.ä.), sind gut bezeugt. „Die Unterwelt der Götter“ (so Quack, unpublizierte Habilitationsschrift) ist hingegen bislang nicht im TLA belegt. „Die Götter“ parallel zu „Himmel, Erde, Unterwelt“ zu betrachten, ergibt irgendwie keinen Sinn.



Text der Dekaden (Text F)

links (Besucherperspektive) (F.1-9)
(Alle Dekanfiguren und alle Dekaninschriften sind nach rechts (aus Besucherperspektive, d.h. zur Vorderseite hin) orientiert.)

1. Dekade (1. Register von oben, 1. Szene)

(Bavogel (1. Göttergestalt) mit Stern auf dem Kopf in einer Barke, die über einer Schlange fährt.)7
(Text vor dem Bavogel:) [Erster (Monat) der Überschwemmungszeit, (von) Tag 1 bis Tag 10. Ein ꜥꜣb.t-Speiseopfer seitens des Königs für diesen Gott in Iat-nebes im Jahr der Furcht durchführen, um das Land vor Unheil zu schützen.]7
(Text hinter dem Bavogel:) [Wasser, Wind/Luft und Äcker/Felder werden von ihm in seiner Dekade in Iat-nebes erbeten.]7

(Beschreibung des Dekans der 1. Dekade; 3 Textkolumnen vor den 4 weiteren Göttergestalten:) [Der große Gott am]8 Uranfang (wörtl.: beim ersten Mal): Er ist der, der den Tod (oder: die Toten)9 in Oberägypten (?)10 entstehen lässt, der das Gemetzel gibt an die (oder: bei den) Iuntiu-Bogenvölker (?) [... ...] ...?.... Er ist derjenige, der die Hitze (das Fieber?) der hy-Dämonen und der dḥr.t-mw-Dämonen entstehen lässt. Das Gesicht dessen, der [unter] seiner (d.h. des großen Gottes/Dekans) [„Bitternis“-Krankheit ist] (?), ist wie (das) eines Mannes, indem er aus dem Wasser gekommen ist. Seine Opfertiere sind die (jagdbaren) Tiere (oder: das Wild) der Wüste.

(4 weitere Göttergestalten übereinander hinter dem senkrechten Text.)
(2. Göttergestalt: falkenköpfiger Sphinx auf Torgebäude mit Pfeil und Bogen in den Händen und Doppelfederkrone auf dem Kopf; ein Falkenschwanz am Hintern des Sphinxes:) [...].
(3. Göttergestalt: schreitender Widder mit Löwenkopf, mit oberägyptischer Krone auf Widdergehörn:) Sein Ba, der auf der Erde lebt, ist in dieser Gestalt (als) Herr des Lebens. Das Leben wird von [ihm] erbeten [in seiner Dekade in Iat-nebes in dieser Gestalt (als) Herr der Lebenszeit.]
(4. Göttergestalt: stehende Mumie mit Hundekopf und unterägyptischer Krone:) Es ist sein Kultbild in [seinem Tempel in (dem Ort) Haus-des-Sopdu (und?) in Iat-nebes (oder: in der Domäne des Sopdu in Iat-nebes).] Opfergaben werden an jeden Tempel während seiner Dekade [in Iat-nebes] gegeben.
(5. Göttergestalt: Mumie auf einer Löwenbahre:) Sein Ba, der ewig lebt (oder: Sein Ba ist am Leben ewiglich). Sein Leichnam wird zu Ruhe gelegt in der Nekropole (oder: Das Zur-Ruhe-Betten seines Leichnams in der Nekropole). Ein schönes Begräbnis wird von ihm erbeten während seiner Dekade in Iat-nebes.
(Beischrift unter der Löwenbahre:) Haus-der-Haarlocke. Iat-nebes.

7 Komplette Darstellung/Inschrift zerstört.

8 [Der große Gott am] Uranfang ([nṯr] [ꜥꜣ] [m] zp-tp.j): Der Text fängt bei allen Dekanen gleich an und kann hier entsprechend ergänzt werden.

9 der Tod/die Toten (m(w){r}〈t〉.w): Die gleiche Schreibung an vielen Stellen auf dem Naos. Leitz übersetzt überall „die Toten“, von Bomhard überall „der Tod“.

10 Oberägypten (?) (⸮šmꜥ.w?): Lesung nach von Bomhard, Naos of the Decades, 111 mit Anm. (b), jedoch sehr unsicher. Leitz, Altägyptische Sternuhren, 13-14 denkt an wnw.t „Stunde“. Könnte „Oberägypten“ gemeint sein, oder ist es ein Land weiter südlich?



2. Dekade (2. Register von oben, 1. Szene)

(Bavogel (1. Göttergestalt) mit Stern auf dem Kopf in einer Barke, die über einer Schlange fährt.)
(Text vor dem Bavogel:) Erster (Monat) der Überschwemmungszeit, (von) Tag 11 bis Tag 20. Ein ꜥꜣb.t-Speiseopfer seitens des Königs für diesen Gott in Iat-nebes im Jahr der Furcht durchführen, um das Land vor Unheil zu schützen.
(Text hinter dem Bavogel:) Wasser, Wind/Luft und Äcker/Felder werden von ihm in seiner Dekade in Iat-nebes erbeten.

(Beschreibung des Dekans der 2. Dekade; 3 Textkolumnen vor den 4 weiteren Göttergestalten:) Der große [Gott am Uran]fang (wörtl.: beim Ersten Mal): Er ist der, der den Tod im Vorderen (?) Land (Nubien) (?) hat entstehen lassen. Das Gesicht dessen, der unter seiner „Bitternis“-Erkrankung ist, ist wie (das) eines Mannes, der [… ist]. Sein Gesicht ist gerötet; Schweiß (?) ist in seinem Gesicht wie der Geruch von …?.... Wie einer, der durch die [Hitze (Fieber?)] von einem (?) Tag (d.h. Eintagsfieber?) zu Grunde geht, ist er. Wenn er (d.h. der Dekan?) sich auf Erden zeigt, wird er (der Patient?) nicht leben, indem (?) er niedergeworfen ist (?) mit den Großen/Notabeln eines jeden Fremdlandes. Es wird veranlasst, dass Hände …?....

(4 weitere Göttergestalten übereinander hinter dem senkrechten Text.)
(2. Göttergestalt: falkenköpfiger Sphinx auf Torgebäude mit Pfeil und Bogen in den Händen und Doppelfederkrone auf dem Kopf; ein Falkenschwanz am Hintern des Sphinxes:) Er kulminiert (hat sich aufgerichtet) in dieser Gestalt (eines Sterns?) 〈als〉 Herr des Kampfes. Er kommt aus Hut-nebes heraus in seiner Dekade seines Ausgeschicktseins auf Erden. Er ist derjenige, der den stechenden (?) Tod gibt/verursacht.
(Beischrift im Torgebäude:) Iat-nebes.
(3. Göttergestalt: schreitender Widder mit Löwenkopf, mit oberägyptischer Krone auf Widdergehörn:) Sein Ba, der auf der Erde lebt, 〈ist〉 der Herr des Lebens. Das Leben wird von ihm erbeten in seiner Dekade in Iat-nebes in dieser Gestalt (als) Herr der Lebenszeit.
(4. Göttergestalt: stehende Mumie mit Hundekopf und unterägyptischer Krone:) Es ist sein Kultbild in seinem Tempel in (dem Ort) Haus-des-Sopdu (und?) in Iat-nebes (oder: in der Domäne des Sopdu in Iat-nebes). Opfergaben werden an jeden Tempel während seiner Dekade gegeben.
(5. Göttergestalt: Mumie auf einer Löwenbahre:) Sein Ba, der ewig lebt (oder: Sein Ba ist am Leben ewiglich). Sein Leichnam wird zu Ruhe gelegt in der Nekropole (oder: Das Zur-Ruhe-Betten seines Leichnams in der Nekropole). Ein 〈schönes〉 Begräbnis wird von ihm erbeten während seiner Dekade [in Iat-nebes].
(Beischrift unter der Löwenbahre:) Haus-der-Haarlocke. Iat-nebes.

3. Dekade (2. Register von oben, 2. Szene)

(Bavogel (1. Göttergestalt) mit Stern auf dem Kopf in einer Barke, die über einer Schlange fährt.)
(Text vor dem Bavogel:) Erster (Monat) der Überschwemmungszeit, (von) Tag 21 bis Tag 30. Ein ꜥꜣb.t-Speiseopfer seitens des Königs für diesen Gott in Iat-nebes im Jahr der Furcht durchführen, um das Land vor Unheil zu schützen.
(Text hinter dem Bavogel:) Wasser, Wind/Luft und Äcker/Felder werden von ihm in seiner Dekade in Iat-nebes erbeten.

(Beschreibung des Dekans der 3. Dekade; 3 Textkolumnen vor den 4 weiteren Göttergestalten:) Der große Gott am Uranfang (wörtl.: beim Ersten Mal): Er ist derjenige, der den Tod (oder: die Toten) unter den Bogenvölkern von Nubien zu geben pflegt. Seinetwegen entsteht Furcht in [ihren] Herzen. Das Gesicht dessen, der von seiner (d.h. die vom großen Gott verursachten) „Bitternis“ betroffen ist, ist ängstlich, nachdem er (das Krankheitssymptom) Geklumptes/Gerinnsel (?)11 aufgenommen hat, indem er eine Widersetzlichkeit/Blockierung (?) machte und [Blu]t (?) [...]; sein (d.h. des Patienten) Fieber von drei Tagen.12 Er (d.h. der große Gott) schickt/wirft (?) seine Verhüllung/Bedeckung (?) zu den Medern/Persern (?) (oder: den Nubiern (?))13. Er wütet im Himmel in/mit [...].

(4 weitere Göttergestalten übereinander hinter dem senkrechten Text.)
(2. Göttergestalt: falkenköpfiger Sphinx auf Torgebäude mit Pfeil und Bogen in den Händen und Doppelfederkrone auf dem Kopf; ein Falkenschwanz am Hintern des Sphinxes:) Er kulminiert (hat sich aufgerichtet) in dieser Gestalt (eines Sterns?) 〈als〉 Herr des Kampfes. Er kommt aus Hut-nebes heraus in seiner Dekade seines Ausgeschicktseins auf Erden. Er ist derjenige, der den stechenden (?) Tod gibt/verursacht.
(Beischrift im Torgebäude:) Iat-nebes.
(3. Göttergestalt: schreitender Widder mit Löwenkopf, mit oberägyptischer Krone auf Widdergehörn:) Sein Ba, der auf der Erde lebt, (ist) der Herr des Lebens. Das Leben wird von ihm erbeten in seiner Dekade in Iat-nebes in dieser Gestalt (als) Herr der Lebenszeit.
(4. Göttergestalt: stehende Mumie mit Hundekopf und unterägyptischer Krone:) Es ist sein Kultbild in seinem Tempel in (dem Ort) Haus-des-Sopdu (und?) in Iat-nebes (oder: in der Domäne des Sopdu in Iat-nebes). Opfergaben werden an jeden Tempel während seiner Dekade gegeben.
(5. Göttergestalt: Mumie auf einer Löwenbahre:) [Sein] Ba, [der ewig lebt] (oder: Sein Ba ist am Leben ewiglich). Sein Leichnam wird zu Ruhe gelegt [in der Nekropole] (oder: Das Zur-Ruhe-Betten seines Leichnams in der Nekropole). [Ein schönes Begräbnis wird von ihm erbeten während seiner Dekade in Iat-nebes.]
(Beischrift unter der Löwenbahre:) [Haus-der-Haarlocke. Iat-nebes.]

11 Geklumptes/Gerinnsel (?) (qfn.w): Nicht im MedWb gelistetes Krankheitssymptom, das von der Wurzel qfn „backen“ abgeleitet sein wird. In MedWb wird das Verb im Zusammenhang mit Blut als „geronnen“ übersetzt.

12 Der syntaktische Anschluss an das Vorherige ist unklar; es scheint nur ein Satzglied vorzuliegen. Von Bomhard, Naos of the Decades, 115 übersetzt „his fever lasts 3 days“, aber dann müsste n.t zu m emendiert werden. Leitz, Altägyptische Sternuhren, 16 emendiert für die 5. Dekade zu 〈m〉 šmm.t=f n.t hrw 5 „〈in〉 seiner Hitze der fünf Tage“ mit Verweis auf den Dekaden 13 (m dḥr.t n.t hrw 12) und 28 (m dḥr.t n.t hrw 4) (dort mit der dḥr.t-Krankheit statt der šmm.t-Krankheit). Vgl. 2. Dekade: š[mm.t] n.t hrw 1; 4. Dekade: šmm(.t)〈=f〉 n.t hrw 4; 5. Dekade: šmm(.t)=f n.t hrw 5; 6. Dekade: ntf ẖr šmm(.t) n.t hrw 5.

13 Meder/Perser/Nubier (?) (Mty): Liegt eine Bezeichnung für die Meder/Perser vor (so von Bomhard, Naos of the Decades, 115), oder ist es Mdy, eine Region im Sudan (Gauthier, DG 3, 26)? Die Dekaden 1-2 nennen Orte in Oberägypten oder Nubien und zuvor wurden die Jwnt.jw Ztj genannt, was bei Mty ebenfalls eher für einen Ort in Nubien/Sudan spricht.



4. Dekade (2. Register von oben, 3. Szene)

(Bavogel (1. Göttergestalt) mit Stern auf dem Kopf in einer Barke, die über einer Schlange fährt.)
(Text vor dem Bavogel:) Zweiter Monat der Überschwemmungszeit, (von) Tag 1 bis Tag 10. Ein ꜥꜣb.t-Speiseopfer seitens des Königs für diesen Gott in Iat-nebes im Jahr der Furcht durchführen, um das Land vor Unheil zu schützen.
(Text hinter dem Bavogel:) [Wasser], Wind/Luft [und Äcker/Felder werden von ihm in seiner Dekade in Iat-nebes erbeten].

(Beschreibung des Dekans der 4. Dekade; 3 Textkolumnen vor den 4 weiteren Göttergestalten:) Der große Gott am Uranfang (wörtl.: beim Ersten Mal): Er ist derjenige, der den Tod unter den Mentiu-Beduinen zu geben pflegt, nachdem er die Fäule (?) 〈in〉 allen Pflanzen entstehen lassen hat. Das Gesicht dessen, der von seiner (d.h. die vom großen Gott verursachten) „Bitternis“ betroffen ist, ist wie (das eines) Mannes, der unter der ꜥꜣr/ꜥr-Krankheit (?)14 und einem Fieber von vier Tagen leidet. 〈Seine〉 Opfertiere sind Windhunde.

(4 weitere Göttergestalten übereinander hinter dem senkrechten Text.)
(2. Göttergestalt: falkenköpfiger Sphinx auf Torgebäude mit Pfeil und Bogen in den Händen und Doppelfederkrone auf dem Kopf; ein Falkenschwanz am Hintern des Sphinxes:) Er kulminiert (hat sich aufgerichtet) in dieser Gestalt (eines Sterns?) 〈als〉 Herr des Kampfes. Er kommt aus Hut-nebes heraus in seiner Dekade seines (?) Ausgeschicktseins auf Erden. Er ist derjenige, der den stechenden (?) Tod gibt/verursacht.
(Beischrift im Torgebäude:) Iat-nebes.
(3. Göttergestalt: schreitender Widder mit Löwenkopf, mit oberägyptischer Krone auf Widdergehörn:) Sein Ba, der auf der Erde lebt, (ist) der Herr des Lebens. Das Leben wird von ihm erbeten in seiner Dekade in Iat-nebes in dieser Gestalt (als) Herr der Lebenszeit.
(4. Göttergestalt: stehende Mumie mit Hundekopf und unterägyptischer Krone:) Es ist sein Kultbild in seinem Tempel in (dem Ort) Haus-des-Sopdu (und?) in Iat-nebes (oder: in der Domäne des Sopdu in Iat-nebes). Opfergaben werden an jeden Tempel während seiner Dekade gegeben.
(5. Göttergestalt: Mumie auf einer Löwenbahre:) Sein Ba, der ewig lebt (oder: Sein Ba ist am Leben ewiglich). Sein Leichnam wird zu Ruhe gelegt in der Nekropole (oder: Das Zur-Ruhe-Betten seines Leichnams in der Nekropole). [Ein schönes Begräbnis wird von ihm] erbeten [während seiner Dekade in Iat-nebes.]
(Beischrift unter der Löwenbahre:) [Haus-der-Haarlocke. Iat-nebes.]

14 ꜥꜣr/ꜥr-Krankheit (?) (ẖr ꜥꜣr): Das Substantiv ꜥꜣr oder ꜥr mit einem gefangenen Feind als Determinativ (A13 𓀏 oder A14A 𓀑, vgl. in der nächsten Kol. bei ḫr.yt) ist unbekannt. Vielleicht gibt es einen Zusammenhang mit dem Krankheitsstoff ꜥr.wt (Lemma-ID 39450). In einem Text bezüglich des vierten Pfeils der Bastet auf einem Naos aus der Zeit Nektanebos’ II. findet sich fast identisch: jw ḥr n(.j) ẖr(.j) dḥr,t =f mj z jw =f ẖr ꜥr.t šmm =f hrw 4 „le visage de la victime de son maléfice est comme (celui d’)un homme victime de la morsure (?) de sa fièvre, quatre fois.” (Rondot, in: BIFAO 89, 1989, 254; statt zp 4 ist hrw 4 zu lesen, wie aus unserem Text eindeutig hervorgeht). Hier ist ꜥr.t mit dem Mann mit der Hand am Mund determiniert (A2 𓀁). Rondot, 256-257 (Anm. f) verbindet ꜥr.t mit ꜥr.t „Unterkiefer“ und übersetzt deshalb mit „Biss“. Von Bomhard, Naos of the Decades, 117 übernimmt den Übersetzungsvorschlag von Rondot als ꜥr.t „a bite (?)“.



5. Dekade (2. Register von oben, 4. Szene)

(Bavogel (1. Göttergestalt) mit Stern auf dem Kopf in einer Barke, die über einer Schlange fährt.)
(Text vor dem Bavogel:) [Zweiter Monat der Überschwemmungszeit, (von) Tag 11 bis Tag 20. Ein ꜥꜣb.t-Speiseopfer seitens des Königs für diesen Gott in Iat-nebes] im [Jahr der Furcht durchführen, um das Land vor] Unheil [zu schützen].
(Text hinter dem Bavogel:) Wasser, Wind/Luft und Äcker/Felder werden von ihm in seiner Dekade in Iat-nebes erbeten.

(Beschreibung des Dekans der 5. Dekade; 3 Textkolumnen vor den 4 weiteren Göttergestalten:) [Der große Gott] am Uranfang (wörtl.: beim Ersten Mal): Er ist derjenige, der Unruhe in (?) [... ...in] Libyen (?) entstehen lassen hat. Das Gesicht [dessen, der unter seiner „Bitternis“ leidet, er kann nicht (mehr) sprechen15], er kann nicht (mehr) sehen, er kann nicht (mehr) gehen (?) wegen der Fesselung/des Erbrechens (?)16  [... ... ...]. Man ⸢nimmt⸣ seine nach unten hängenden (?) (ob: vor Hunger locker geworden?) Zähne; sein Fieber von 5 Tagen.

(4 weitere Göttergestalten übereinander hinter dem senkrechten Text.)
(2. Göttergestalt: falkenköpfiger Sphinx auf Torgebäude mit Pfeil und Bogen in den Händen und Doppelfederkrone auf dem Kopf; ein Falkenschwanz am Hintern des Sphinxes:) [Er kulminiert (hat sich aufgerichtet) in] dieser Gestalt (eines Sterns?) 〈als〉 Herr des Kampfes. Er kommt aus Hut-nebes heraus in seiner Dekade seines Ausgeschicktseins auf Erden. Er ist derjenige, der den stechenden (?) Tod gibt/verursacht.
(Beischrift im Torgebäude:) Iat-nebes.
(3. Göttergestalt: schreitender Widder mit Löwenkopf, mit oberägyptischer Krone auf Widdergehörn:) Sein Ba, der auf der Erde lebt, (ist) der Herr des Lebens. Das Leben wird von ihm erbeten in seiner Dekade in Iat-nebes in dieser Gestalt (als) Herr der Lebenszeit.
(4. Göttergestalt: stehende Mumie mit Hundekopf und unterägyptischer Krone:) Es ist sein Kultbild in seinem Tempel in (dem Ort) Haus-des-Sopdu (und?) in Iat-nebes (oder: in der Domäne des Sopdu in Iat-nebes). Opfergaben werden an jeden Tempel während seiner Dekade gegeben.
(5. Göttergestalt: Mumie auf einer Löwenbahre:) Sein Ba, der ewig lebt (oder: Sein Ba ist am Leben ewiglich). Sein Leichnam wird zu Ruhe gelegt in der Nekropole (oder: Das Zur-Ruhe-Betten seines Leichnams in der Nekropole). [Ein schönes Begräbnis wird von ihm erbeten während seiner Dekade in Iat-nebes.]
(Beischrift unter der Löwenbahre:) [Haus-der-Haarlocke. Iat-nebes.]

15 er kann nicht (mehr) sprechen ([nn] [mdwi̯=f]): Ergänzt nach Dekade 12: [jw ḥr n.j ẖr.j dḥr.t=f] nn mdwi̯.n=f nn mꜣꜣ.n=f nn [...].

16 wegen der Fesselung/des Erbrechens (?) (ḥr qꜣjs): Von qꜣjs ist das Determinativ verloren, was die Interpretation problematisch macht. Es ist entweder das Substantiv qꜣs „Fessel“ (so Leitz, Altägyptische Sternuhren, 16) oder das Verb qjs „erbrechen“ (so eher von Bomhard, Naos of the Decades, 119 mit Anm. (e)). In einem medizinischen Kontext würde „erbrechen“ eher passen.



6. Dekade (3. Register von oben,  1. Szene)

(Bavogel (1. Göttergestalt) mit Stern auf dem Kopf in einer Barke, die über einer Schlange fährt.)
(Text vor dem Bavogel:) [Zweiter Monat der Überschwemmungszeit, (von) Tag 21] bis Tag 30. Ein ꜥꜣb.t-Speiseopfer für diesen Gott seitens des Königs in Iat-nebes durchführen, um das Land vor Unheil zu schützen.
(Text hinter dem Bavogel:) Wasser, [Wind/Luft und Äcker/Felder] werden von ihm in seiner Dekade [in Iat-nebes] erbeten.

(Beschreibung des Dekans der 6. Dekade; 3 Textkolumnen vor den 4 weiteren Göttergestalten:) Der große Gott am Uranfang (wörtl.: beim Ersten Mal): Er ist derjenige, der das rote Gewitter im Himmel abwehrt. Er ist derjenige, der Unheil unter allen Pflanzen aussendet17. Das Gesicht dessen, der unter seiner „Bitternis“ leidet, ist wie (das eines) Mannes, der friert. Sein Fleisch/Körper bebt/schaudert, er zittert, er spricht Wörter mit/in ...?.... Sein Gesicht ist (wie das eines) Pferdes. Er ist einer, der an Hitze/Fieber von fünf Tagen (oder: das Fünf-Tage-Fieber) leidet.

(4 weitere Göttergestalten übereinander hinter dem senkrechten Text.)
(2. Göttergestalt: falkenköpfiger Sphinx auf Torgebäude mit Pfeil und Bogen in den Händen und Doppelfederkrone auf dem Kopf; ein Falkenschwanz am Hintern des Sphinxes:) [Er] kulminiert (hat sich aufgerichtet) [in] dieser [Gestalt] (eines Sterns?) 〈als〉 Herr des Kampfes. [Er kommt aus Hut-nebes heraus in seiner Dekade seines Ausgeschicktseins auf Erden. Er ist derjenige, der den stechenden (?) Tod gibt/verursacht.]
(Beischrift im Torgebäude:) [Iat-nebes.]
(3. Göttergestalt: schreitender Widder mit Löwenkopf, mit oberägyptischer Krone auf Widdergehörn:) Sein Ba, der auf der Erde lebt, (ist) der Herr [des Lebens]. Das Leben wird von ihm erbeten in seiner Dekade in Iat-nebes in dieser Gestalt (als) Herr der Lebenszeit.
(4. Göttergestalt: stehende Mumie mit Hundekopf und unterägyptischer Krone:) Es ist sein Kultbild in seinem Tempel in (dem Ort) Haus-des-Sopdu (und?) in Iat-nebes (oder: in der Domäne des Sopdu in Iat-nebes). Opfergaben werden an jeden Tempel während seiner Dekade gegeben.
(5. Göttergestalt: Mumie auf einer Löwenbahre:) Sein Ba, der ewig lebt (oder: Sein Ba ist am Leben ewiglich). Sein Leichnam wird zu Ruhe gelegt in der Nekropole (oder: Das Zur-Ruhe-Betten seines Leichnams in der Nekropole). Ein schönes Begräbnis wird von ihm erbeten während seiner Dekade [in Iat-nebes.]
(Beischrift unter der Löwenbahre:) [Haus]-der-Haar[locke]. Iat-[nebes].

17 der Unheil...aussendet (wḏi̯ ꜥb(.w)): Eventuell ist nicht das Verb wḏi̯ „aussenden“, sondern das Verb wdi̯ „setzen, stoßen“ gemeint. 



7. Dekade (3. Register von oben, 2. Szene)

(Bavogel (1. Göttergestalt) mit Stern auf dem Kopf in einer Barke, die über einer Schlange fährt.)
(Text vor dem Bavogel:) [Dritter Monat der Überschwemmungszeit], (von) Tag 1 bis Tag 10. Ein ꜥꜣb.t-Speiseopfer [für] diesen Gott seitens des Königs in Iat-nebes durchführen, um das Land vor [Unheil] zu schützen.
(Text hinter dem Bavogel:) [Wasser, Wind/Luft und Äcker/Felder werden von ihm in seiner Dekade in Iat-nebes erbeten.]

(Beschreibung des Dekans der 7. Dekade; 3 Textkolumnen vor den 4 weiteren Göttergestalten:) Der große Gott am Uranfang (wörtl.: beim Ersten Mal): Er ist derjenige, der den Tod in der Wüste (und im) Land [...] entstehen lässt. [Das Gesicht von einem, der unter] seiner „Bitternis“ [leidet], trägt ein gesenktes (?) Gesicht, indem er feucht ist ⸢an⸣ allen [seinen] Gliedern (?). [... ... ...] sieben Tage. Er ist derjenige, der die wḥꜣ-Hautkrankheit im ganzen Land entstehen lässt. [... ... ...].

(4 weitere Göttergestalten übereinander hinter dem senkrechten Text.)
(2. Göttergestalt: falkenköpfiger Sphinx auf Torgebäude mit Pfeil und Bogen in den Händen und Doppelfederkrone auf dem Kopf; ein Falkenschwanz am Hintern des Sphinxes:) Er kulminiert (richtet sich auf) in dieser Gestalt (eines Sterns?) 〈als〉 Herr des Kampfes. [Er kommt aus Hut-nebes heraus in seiner Dekade seines Ausgeschicktseins auf Erden. Er ist derjenige, der den stechenden (?) Tod gibt/verursacht.]
(Beischrift im Torgebäude:) [Iat-nebes.]
(3. Göttergestalt: schreitender Widder mit Löwenkopf, mit oberägyptischer Krone auf Widdergehörn:) [Sein] Ba, [der auf der Erde lebt, (ist)] der Herr ⸢des Lebens⸣. [Das Leben wird von ihm erbeten in seiner Dekade in Iat-ne]bes in dieser Gestalt.
(4. Göttergestalt: stehende Mumie mit Hundekopf und unterägyptischer Krone:) [Es ist sein] Kultbild in [seinem] Tempel in [(dem Ort) Haus-des-Sopdu (und?) in Iat-nebes (oder: in der Domäne des Sopdu in Iat-nebes)]. Opfergaben werden an jeden Tempel [während seiner Dekade] gegeben.
(5. Göttergestalt: Mumie auf einer Löwenbahre:) [Sein Ba, der ewig lebt (oder: Sein Ba ist am Leben ewiglich). Sein Leichnam wird zu Ruhe gelegt in der Nekropole (oder: Das Zur-Ruhe-Betten seines Leichnams in der Nekropole). Ein schönes Begräbnis wird von ihm erbeten während seiner Dekade in Iat-nebes.]
(Beischrift unter der Löwenbahre:) Haus-der-Haarlocke. Iat-nebes.

8. Dekade (3. Register von oben, 3. Szene)

(Bavogel (1. Göttergestalt) mit Stern auf dem Kopf in einer Barke, die über einer Schlange fährt.)
(Text vor dem Bavogel:) [Dritter Monat der Überschwemmungszeit, (von) Tag 11 bis Tag 20. Ein ꜥꜣb.t-Speiseopfer für diesen Gott seitens des Königs in Iat-nebes durchführen, um das Land vor Unheil zu schützen.]
(Text hinter dem Bavogel:) [Wasser, Wind/Luft und Äcker/Felder werden] von ihm in seiner Dekade in Iat-nebes erbeten.

(Beschreibung des Dekans der 8. Dekade; 3 Textkolumnen vor den 4 weiteren Göttergestalten:) [Der große Gott am Uran]fang (wörtl.: beim Ersten Mal): Er ist derjenige, der die Lebenszeit des (?) [...] vernichtet [... ... ...] alle [...] des (?) [...] aller Götter und Göttinnen. [... ... ...] des/für (?) Thoth (?) [...] drei Tage (?) des ... ... ... zur Erde/zu Boden.

(4 weitere Göttergestalten übereinander hinter dem senkrechten Text.)
(2. Göttergestalt: falkenköpfiger Sphinx auf Torgebäude mit Pfeil und Bogen in den Händen und Doppelfederkrone auf dem Kopf; ein Falkenschwanz am Hintern des Sphinxes:) [Er kulminiert (hat sich aufgerichtet) in dieser Gestalt (eines Sterns?) 〈als〉 Herr des Kampfes.] Er kommt aus Hut-nebes heraus 〈in〉 seiner Dekade seines Ausgeschicktseins auf Erden. Er ist derjenige, der den stechenden (?) Tod gibt/verursacht.
(Beischrift im Torgebäude:) [Iat-nebes.]
(3. Göttergestalt: schreitender Widder mit Löwenkopf, mit oberägyptischer Krone auf Widdergehörn:) [Sein Ba, der auf der Erde lebt, (ist) der Herr des Lebens. Das Leben wird von ihm erbeten in] seiner [Dekade] in Iat-nebes in dieser Gestalt.
(4. Göttergestalt: stehende Mumie mit Hundekopf und unterägyptischer Krone:) [Es ist sein Kultbild] in seinem Tempel in (dem Ort) Haus-des-Sopdu (und?) in Iat-nebes (oder: in der Domäne des Sopdu in Iat-nebes). [Opfergaben werden an] jeden Tem[pel während seiner Dekade gegeben.]
(5. Göttergestalt: Mumie auf einer Löwenbahre:) [Sein Ba, der] ewig [lebt] (oder: Sein Ba ist am Leben ewiglich). [Sein Leichnam wird zu Ruhe gelegt in] der Nekropole (oder: Das Zur-Ruhe-Betten seines Leichnams in der Nekropole). Ein schönes Begräbnis [wird von ihm erbeten während seiner Dekade] in Iat-ne[bes].
(Beischrift unter der Löwenbahre:) [Haus-der-Haarlocke. Iat-nebes.]

9. Dekade (3. Register von oben, 4. Szene)

(Bavogel (1. Göttergestalt) mit Stern auf dem Kopf in einer Barke, die über einer Schlange fährt.)
(Text vor dem Bavogel:) Dritter Monat der Überschwemmungszeit, (von) Tag 21 bis Tag 30. Ein ꜥꜣb.t-Speiseopfer für diesen Gott seitens des Königs in Iat-nebes durchführen, um das Land vor Unheil zu schützen.
(Text hinter dem Bavogel:) Wasser, Wind/Luft [und Äcker/Felder werden von ihm in seiner Dekade in Iat-nebes erbeten].

(Beschreibung des Dekans der 9. Dekade; 3 Textkolumnen vor den 4 weiteren Göttergestalten:) Der große Gott am Uranfang (wörtl.: beim Ersten Mal): Er ist derjenige, der das Gemetzel entstehen lässt, der (immer wieder) Kampf, Blutbad/Gemetzel, Wut und Unruhe/Aufruhr gibt. Er ist derjenige, der Unheil in allen Fremdländern ausschickt, nachdem er sie in einem heftigen Kampf (wörtl.: in einem Kampf-Kampf) geschlagen hat. Er ist derjenige, der (Sturz)Regen im Himmel entstehen lässt, der alles Kleinvieh des Fremdlandes tötet.

(4 weitere Göttergestalten übereinander hinter dem senkrechten Text.)
(2. Göttergestalt: falkenköpfiger Sphinx auf Torgebäude mit Pfeil und Bogen in den Händen und Doppelfederkrone auf dem Kopf; ein Falkenschwanz am Hintern des Sphinxes:) Er kulminiert (richtet sich auf) in dieser Gestalt (eines Sterns?) als Herr des Kampfes. Er kommt aus Hut-nebes heraus in seiner Dekade seines Ausgeschicktseins auf Erden. Er ist derjenige, der den stechenden (?) Tod gibt/verursacht.
(Beischrift im Torgebäude:) Iat-nebes.
(3. Göttergestalt: schreitender Widder mit Löwenkopf, mit oberägyptischer Krone auf Widdergehörn:) [Sein] Ba, [der auf der Erde lebt,] (ist) der Herr des Lebens. Das Leben wird von ihm erbeten in seiner Dekade in Iat-nebes in dieser Gestalt.
(4. Göttergestalt: stehende Mumie mit Hundekopf und unterägyptischer Krone:) Es ist sein Kultbild [in seinem] Tempel [in (dem Ort) Haus-des-Sopdu (und?) in Iat-nebes (oder: in der Domäne des Sopdu in Iat-nebes)]. Opfergaben werden an jeden Tempel während [seiner] Dekade gegeben.
(5. Göttergestalt: Mumie auf einer Löwenbahre:) [Sein Ba, der ewig lebt (oder: Sein Ba ist am Leben ewiglich). Sein Leichnam wird zu Ruhe gelegt in der Nekropole (oder: Das Zur-Ruhe-Betten seines Leichnams in der Nekropole). Ein schönes Begräbnis wird von ihm erbeten während seiner Dekade in Iat-nebes.]
(Beischrift unter der Löwenbahre:) [Haus-der-Haarlocke. Iat-nebes.]


rechts (Besucherperspektive) (F.10-21)
(Alle Dekanfiguren und alle Dekaninschriften sind nach links (aus Besucherperspektive, d.h. zur Vorderseite hin) orientiert.)

10. Dekade (1. Register von oben, 1. Szene)

(Bavogel (1. Göttergestalt) mit Stern auf dem Kopf in einer Barke, die über einer Schlange fährt.)
(Text vor dem Bavogel:) [Vierter Monat der Überschwemmungszeit, (von) Tag 1 bis Tag 10. Ein ꜥꜣb.t-Speiseopfer für diesen Gott seitens des Königs in Iat-nebes durchführen, um] das Land vor Unheil zu schützen.
(Text hinter dem Bavogel:) Wasser, Wind/Luft und Äcker/Felder werden von ihm in seiner Dekade in Iat-nebes erbeten.

(Beschreibung des Dekans der 10. Dekade; 3 Textkolumnen vor den 4 weiteren Göttergestalten:) [Der große Gott am Uranfang (wörtl.: beim Ersten Mal): ... ... ...]18

(4 weitere Göttergestalten übereinander hinter dem senkrechten Text.)
(2. Göttergestalt: falkenköpfiger Sphinx auf Torgebäude mit Pfeil und Bogen in den Händen und Doppelfederkrone auf dem Kopf; ein Falkenschwanz am Hintern des Sphinxes:) [Er kulminiert (richtet sich auf) in dieser Gestalt (eines Sterns?)] 〈als〉 Herr des Kampfes. Er kommt aus Hut-nebes heraus 〈in〉 seiner Dekade seines Ausgeschicktseins auf Erden. Er ist derjenige, der den stechenden (?) Tod gibt/verursacht.
(Beischrift im Torgebäude:) [Iat-nebes.]
(3. Göttergestalt: schreitender Widder mit Löwenkopf, mit oberägyptischer Krone auf Widdergehörn:) [... ... ...]18
(4. Göttergestalt: stehende Mumie mit Hundekopf und unterägyptischer Krone:) [... ... ...]18
(5. Göttergestalt: Mumie auf einer Löwenbahre:) [... ... ...]18

18 Komplett zerstört.



11. Dekade (1. Register von oben, 2. Szene)

(Bavogel (1. Göttergestalt) mit Stern auf dem Kopf in einer Barke, die über einer Schlange fährt.)
(Text vor dem Bavogel:) Vierter Monat der Überschwemmungszeit, (von) Tag 11 bis Tag 20. Ein ꜥꜣb.t-Speiseopfer für diesen Gott seitens des Königs in Iat-nebes durchführen, um das Land vor Unheil zu schützen.
(Text hinter dem Bavogel:) Wasser, Wind/Luft und Äcker/Felder werden von ihm in seiner Dekade in Iat-nebes erbeten.

(Beschreibung des Dekans der 11. Dekade; 3 Textkolumnen vor den 4 weiteren Göttergestalten:) Der große Gott am Uranfang (wörtl.: beim Ersten Mal): [Er ist derjenige, der ... ... ...] öffnen des Benben-Hauses in [Hel]iopolis [... ... ...-]Fremdvölkerleute. Das ist seine Schlachtung unter (?) denen, die sind in [...].

(4 weitere Göttergestalten übereinander hinter dem senkrechten Text.)
(2. Göttergestalt: falkenköpfiger Sphinx auf Torgebäude mit Pfeil und Bogen in den Händen und Doppelfederkrone auf dem Kopf; ein Falkenschwanz am Hintern des Sphinxes:) Er kulminiert (richtet sich auf) in dieser Gestalt (eines Sterns?) als Herr des Kampfes. Er kommt aus Hut-{iat-}nebes19 heraus in seiner Dekade seines Ausgeschicktseins auf Erden. Er ist derjenige, der den stechenden (?) Tod gibt/verursacht.
(Beischrift im Torgebäude:) Iat-nebes.
(3. Göttergestalt: schreitender Widder mit Löwenkopf, mit oberägyptischer Krone auf Widdergehörn:) Sein Ba, der auf der Erde lebt, (ist) der Herr des Lebens. Das Leben wird von ihm erbeten in seiner Dekade in Iat-nebes in dieser Gestalt.
(4. Göttergestalt: stehende Mumie mit Hundekopf und unterägyptischer Krone:) [... ... ...]
(5. Göttergestalt: Mumie auf einer Löwenbahre:) [... ... ...]

19 Hut-{iat-}nebes (ḥw.t-{jꜣ.t-}nbs): Nur in der 11. und 12. Dekade findet sich die kombinierte Form von ḥw.t-nbs und jꜣ.t-nbs. Allerdings sind die 10. und 13. Dekade auf dem gleichen Register zerstört. In der einstigen sonst auf der rechten Außenwand noch lesbaren Beischrift (17. Dekade) steht sehr wahrscheinlich ḥw.t-nbs (die publizierten Fotos bei von Bomhard, 142, und Habachi, Taf. XXX, sind nicht gut lesbar).



12. Dekade (1. Register von oben, 3. Szene)

(Bavogel (1. Göttergestalt) mit Stern auf dem Kopf in einer Barke, die über einer Schlange fährt.)
(Text vor dem Bavogel:) Vierter Monat der Überschwemmungszeit, (von) Tag 21 bis Tag 30. Ein ꜥꜣb.t-Speiseopfer für diesen Gott seitens des Königs in Iat-nebes durchführen, um das Land vor Unheil zu schützen.
(Text hinter dem Bavogel:) Wasser, Wind/Luft und Äcker/Felder werden von ihm in seiner Dekade in Iat-nebes erbeten.

(Beschreibung des Dekans der 12. Dekade; 3 Textkolumnen vor den 4 weiteren Göttergestalten:) Der große Gott am Uranfang (wörtl.: beim Ersten Mal): Er ist derjenige, der den Re[gen] (?) entstehen lässt [... ... .... Er ist derjenige, der] den Tod dort (?) [entstehen lässt (?)] bis zum Ende des Jahres in der „Bitternis“ von (?) [... ... .... Das Gesicht dessen, der unter seiner „Bitternis“ leidet], er kann nicht sprechen, er kann nicht sehen, [er kann] nicht [gehen (?)]20 [... ... ...].

(4 weitere Göttergestalten übereinander hinter dem senkrechten Text.)
(2. Göttergestalt: falkenköpfiger Sphinx auf Torgebäude mit Pfeil und Bogen in den Händen und Doppelfederkrone auf dem Kopf; ein Falkenschwanz am Hintern des Sphinxes:) Er kulminiert (richtet sich auf) in dieser Gestalt (eines Sterns?) als Herr des Kampfes. Er kommt aus Hut-{iat-}nebes heraus 〈in〉 seiner Dekade seines Ausgeschicktseins auf Erden. Er ist derjenige, der den stechenden (?) Tod gibt/verursacht.
(Beischrift im Torgebäude:) Iat-nebes.
(3. Göttergestalt: schreitender Widder mit Löwenkopf, mit oberägyptischer Krone auf Widdergehörn:) Sein Ba, der auf der Erde lebt, (ist) der Herr des Lebens. Das Leben wird von ihm erbeten in seiner Dekade in Iat-nebes in dieser Gestalt.
(4. Göttergestalt: stehende Mumie mit Hundekopf und unterägyptischer Krone:) [... ... ...]
(5. Göttergestalt: Mumie auf einer Löwenbahre:) [... ... ...]

20 [er kann] nicht [gehen (?)] (nn [šmi̯=f]): Ergänzt gemäß der 5. Dekade.



13. Dekade (1. Register von oben, 4. Szene)

(Bavogel (1. Göttergestalt) mit Stern auf dem Kopf in einer Barke, die über einer Schlange fährt.)
(Text vor dem Bavogel:) Erster Monat der Peret-Jahreszeit, (von) Tag 1 bis Tag 10. Ein ꜥꜣb.t-Speiseopfer für diesen Gott seitens des Königs in Iat-nebes durchführen, um das Land [vor Unheil] zu schützen.
(Text hinter dem Bavogel:) [Wasser, Wind/Luft und Äcker/Felder werden von ihm in seiner Dekade in Iat-nebes erbeten.]

(Beschreibung des Dekans der 13. Dekade; 3 Textkolumnen vor den 4 weiteren Göttergestalten:) Der große Gott am Uranfang (wörtl.: beim Ersten Mal): Er ist derjenige, der den Kampf beseitigt [... ... ...] unter (?) denen, die im Wasser sind. Sein Tabu/Abscheu [ist...] in/mit einer „Bitternis“ von 12 Tagen. Sie sind auf/beim [... ... ...].

(4 weitere Göttergestalten übereinander hinter dem senkrechten Text.)
(2. Göttergestalt: falkenköpfiger Sphinx auf Torgebäude mit Pfeil und Bogen in den Händen und Doppelfederkrone auf dem Kopf; ein Falkenschwanz am Hintern des Sphinxes:) [... ... ...]
(3. Göttergestalt: schreitender Widder mit Löwenkopf, mit oberägyptischer Krone auf Widdergehörn:) [... ... ...]
(4. Göttergestalt: stehende Mumie mit Hundekopf und unterägyptischer Krone:) [... ... ...]
(5. Göttergestalt: Mumie auf einer Löwenbahre:) [... ... ...]

14. Dekade (2. Register von oben, 1. Szene)

(Bavogel (1. Göttergestalt) mit Stern auf dem Kopf in einer Barke, die über einer Schlange fährt.)
(Text vor dem Bavogel:) [Erster Monat der Peret-Jahreszeit, (von) Tag 11 bis Tag 20. ... ... ...]

(Beschreibung des Dekans der 14. Dekade; 3 Textkolumnen vor den 4 weiteren Göttergestalten:) [... ... ...]

(4 weitere Göttergestalten übereinander hinter dem senkrechten Text.)
(2. Göttergestalt: falkenköpfiger Sphinx auf Torgebäude mit Pfeil und Bogen in den Händen und Doppelfederkrone auf dem Kopf; ein Falkenschwanz am Hintern des Sphinxes:) [... ... ...]
(3. Göttergestalt: schreitender Widder mit Löwenkopf, mit oberägyptischer Krone auf Widdergehörn:) [... ... ...]
(4. Göttergestalt: stehende Mumie mit Hundekopf und unterägyptischer Krone:) [... ... ...]
(5. Göttergestalt: Mumie auf einer Löwenbahre:) [... ... ...]

15. Dekade (2. Register von oben, 2. Szene)

(Bavogel (1. Göttergestalt) mit Stern auf dem Kopf in einer Barke, die über einer Schlange fährt.)
(Text vor dem Bavogel:) [Erster Monat der Peret-Jahreszeit, (von) Tag 21 bis Tag 30. ... ... ...]

(Beschreibung des Dekans der 15. Dekade; 3 Textkolumnen vor den 4 weiteren Göttergestalten:) [Der große Gott am Uranfang (wörtl.: beim Ersten Mal): Er ist derjenige, der... ... ...] der, der auf ihren Köpfen ist [... ... ...Das Gesicht/Aussehen dessen, der an] seiner „Bitternis“ [leidet, ist wie (das eines) Mannes, der ... ...], der (?) sich unter den Lebenden befindet.

(4 weitere Göttergestalten übereinander hinter dem senkrechten Text.)
(2. Göttergestalt: falkenköpfiger Sphinx auf Torgebäude mit Pfeil und Bogen in den Händen und Doppelfederkrone auf dem Kopf; ein Falkenschwanz am Hintern des Sphinxes:) [... ... ...]
(3. Göttergestalt: schreitender Widder mit Löwenkopf, mit oberägyptischer Krone auf Widdergehörn:) [... ... ...]
(4. Göttergestalt: stehende Mumie mit Hundekopf und unterägyptischer Krone:) [... ... ...]
(5. Göttergestalt: Mumie auf einer Löwenbahre:) [... ... ...]

16. Dekade (2. Register von oben, 3. Szene)

(Bavogel (1. Göttergestalt) mit Stern auf dem Kopf in einer Barke, die über einer Schlange fährt.)
(Text vor dem Bavogel:) [Zweiter Monat der Peret-Jahreszeit, (von) Tag 1 bis Tag 10. ... ... ...]

(Beschreibung des Dekans der 16. Dekade; 3 Textkolumnen vor den 4 weiteren Göttergestalten:) Der große Gott am Uranfang (wörtl.: beim Ersten Mal): Er ist derjenige, der entstehen lässt [den Tod] unter [... ... ...] allen [...]. [Das Gesicht/Aussehen dessen, der an] seiner [„Bitternis“ leidet, ist ... ... ...].

(4 weitere Göttergestalten übereinander hinter dem senkrechten Text.)
(2. Göttergestalt: falkenköpfiger Sphinx auf Torgebäude mit Pfeil und Bogen in den Händen und Doppelfederkrone auf dem Kopf; ein Falkenschwanz am Hintern des Sphinxes:) [... ... ...]
(3. Göttergestalt: schreitender Widder mit Löwenkopf, mit oberägyptischer Krone auf Widdergehörn:) [... ... ...]
(4. Göttergestalt: stehende Mumie mit Hundekopf und unterägyptischer Krone:) [... ... ...]
(5. Göttergestalt: Mumie auf einer Löwenbahre:) [... ... ...]

17. Dekade (2. Register von oben, 4. Szene)

(Bavogel (1. Göttergestalt) mit Stern auf dem Kopf in einer Barke, die über einer Schlange fährt.)
(Text vor dem Bavogel:) [Zweiter Monat der Peret-Jahreszeit, (von) Tag 11 bis Tag 20. ... ... ...]

(Beschreibung des Dekans der 17. Dekade; 3 Textkolumnen vor den 4 weiteren Göttergestalten:) Der große Gott [am Uranfang (wörtl.: beim Ersten Mal): Er ist derjenige], der entstehen [lässt] unter [... ... ...]. Er ist derjenige, der Geb vor [den] Rebellen rettet (?) [... ... ...], nachdem (?) er hat entstehen lassen (?) den Tag des Abwehrens der Bande des Seth. Er ist derjenige, der den König vor den Widersachern rettet (?), nachdem [er] alle Feinde (?) geschlagen hat.

(4 weitere Göttergestalten übereinander hinter dem senkrechten Text.)
(2. Göttergestalt: falkenköpfiger Sphinx auf Torgebäude mit Pfeil und Bogen in den Händen und Doppelfederkrone auf dem Kopf; ein Falkenschwanz am Hintern des Sphinxes:) Er kulminiert (richtet sich auf) in dieser Gestalt (eines Sterns?) als Herr des Kampfes. Er kommt aus Hut-nebes heraus in seiner Dekade seines Ausgeschicktseins auf Erden. Er ist derjenige, der den stechenden (?) Tod gibt/verursacht.
(Beischrift im Torgebäude:) Iat-nebes.
(3. Göttergestalt: schreitender Widder mit Löwenkopf, mit oberägyptischer Krone auf Widdergehörn:) Sein Ba, der auf der Erde lebt, (ist) der Herr des Lebens. Das Leben wird von ihm erbeten in seiner Dekade in Iat-nebes in dieser Gestalt.
(4. Göttergestalt: stehende Mumie mit Hundekopf und unterägyptischer Krone:) Es ist sein Kultbild in seinem Tempel. Opfergaben werden an jeden Tempel während seiner Dekade gegeben.
(5. Göttergestalt: Mumie auf einer Löwenbahre:) Sein Ba, der ewig lebt (oder: Sein Ba ist am Leben ewiglich). Sein Leichnam wird zu Ruhe gelegt in der Nekropole (oder: Das Zur-Ruhe-Betten seines Leichnams in der Nekropole). Ein schönes Begräbnis wird von ihm erbeten während seiner Dekade [in Iat-nebes].
(Beischrift unter der Löwenbahre:) Iat-nebes. Haus-der-Haarlocke.

18. Dekade (3. Register von oben, 1. Szene)

(Bavogel (1. Göttergestalt) mit Stern auf dem Kopf in einer Barke, die über einer Schlange fährt.)
(Text vor dem Bavogel:) [Zweiter Monat der Peret-Jahreszeit, (von) Tag 21 bis Tag 30. ... ... ...]. Ein ꜥꜣb.t-Speiseopfer [für diesen Gott seitens des Königs in Iat-nebes durchführen, um das Land vor Unheil zu schützen. Wasser, Wind/Luft und Äcker/Felder werden von ihm in seiner Dekade in Iat-nebes erbeten.]

(Beschreibung des Dekans der 18. Dekade; 3 Textkolumnen vor den 4 weiteren Göttergestalten:) Der große Gott [am Uranfang (wörtl.: beim Ersten Mal): Er ist derjenige, der entstehen lässt] den Tod unter den Bogenvölkern von Nubien, nachdem er das Unheil gegeben hat an allen ...?... [... ... ...]. Er ist derjenige, der veranlasst hat, dass jede Widersachlichkeit entsteht in dem, der unter einem Zwei[kampf] (?) ist. [ ... ... ...], um (?) zu vertreiben (?) die Widersachlichkeit. Die Stimme des Stieres schlägt (?)21 in jedem Glied.

(4 weitere Göttergestalten übereinander hinter dem senkrechten Text.)
(2. Göttergestalt: falkenköpfiger Sphinx auf Torgebäude mit Pfeil und Bogen in den Händen und Doppelfederkrone auf dem Kopf; ein Falkenschwanz am Hintern des Sphinxes:) [... ... ...]
(3. Göttergestalt: schreitender Widder mit Löwenkopf, mit oberägyptischer Krone auf Widdergehörn:) [... ... ...]
(4. Göttergestalt: stehende Mumie mit Hundekopf und unterägyptischer Krone:) Es ist sein Kultbild in seinem Tempel. Opfergaben werden an jeden Tempel während seiner Dekade gegeben.
(5. Göttergestalt: Mumie auf einer Löwenbahre:) Sein Ba, der ewig lebt (oder: Sein Ba ist am Leben ewiglich). Sein Leichnam wird zu Ruhe gelegt in der Nekropole (oder: Das Zur-Ruhe-Betten seines Leichnams in der Nekropole). Ein schönes Begräbnis wird von ihm erbeten während seiner Dekade in Iat-nebes.
(Beischrift unter der Löwenbahre:) Iat-nebes. Haus-der-Haarlocke.

21 schlägt (ḥr ḥ(w)i̯.t): Leitz, Altägyptische Sternuhren, 21 liest ḥr wꜣḥ „liegen“ mit 𓎝𓎛, aber dann wäre ḥr überflüssig und das zweite vertikale Zeichen ist eher A24 (𓀜). Die Kombination ḥwi̯ m ꜥ.t ist bislang nicht in MedWb oder im TLA belegt. Von Bomhard, Naos of the Decades, 145 übersetzt „The voice of the bull is throbbing in all his members“ und erklärt „The meaning is not quite clear. It could be a vivid description of the pulse throbbing because of the strong heartbeat of a feverish person.“



19. Dekade (3. Register von oben, 2. Szene)

(Bavogel (1. Göttergestalt) mit Stern auf dem Kopf in einer Barke, die über einer Schlange fährt.)
(Text vor dem Bavogel:) [Dritter Monat der Peret-Jahreszeit, (von) Tag 1 bis Tag 10. ... ... ...]

(Beschreibung des Dekans der 19. Dekade; 3 Textkolumnen vor den 4 weiteren Göttergestalten:) [Der große Gott am] Uranfang (wörtl.: beim Ersten Mal): [Er ist derjenige, der entstehen lässt den Tod] auf den Inseln (?) in der Mitte22, zu (?) denen Verhüllung/Bedeckung (?) mit dem Wind (oder: der Atemluft) des Himmels geschickt wurde. Derjenige, der unter seiner „Bitternis“ ist, macht eine Erstarrung (?), indem ... ... des (?) Himmels. [... ist] in seinem Gesicht, Schwäche (?) in jedem seiner Glieder. Seine Lebensdauer beträgt 4 Tage.

(4 weitere Göttergestalten übereinander hinter dem senkrechten Text.)
(2. Göttergestalt: falkenköpfiger Sphinx auf Torgebäude mit Pfeil und Bogen in den Händen und Doppelfederkrone auf dem Kopf; ein Falkenschwanz am Hintern des Sphinxes:) [... ... ...]
(3. Göttergestalt: schreitender Widder mit Löwenkopf, mit oberägyptischer Krone auf Widdergehörn:) [... ... ...]
(4. Göttergestalt: stehende Mumie mit Hundekopf und unterägyptischer Krone:) Es ist sein Kultbild in seinem Tempel. [Opfergaben werden an] jeden Tempel während seiner Dekade [gegeben].
(5. Göttergestalt: Mumie auf einer Löwenbahre:) Sein Ba, der ewig lebt (oder: Sein Ba ist am Leben ewiglich). Sein Leichnam wird zu Ruhe gelegt in der Nekropole (oder: Das Zur-Ruhe-Betten seines Leichnams in der Nekropole). Ein schönes Begräbnis wird von ihm erbeten während seiner Dekade in Iat-nebes.
(Beischrift unter der Löwenbahre:) Iat-nebes. Haus-der-Haarlocke.

22 Inseln (?) in der Mitte (jꜣ.t.pl ḥr.j.w-jb): Ob hier die Inseln in der Mitte jw.w-ḥr.jw-jb gemeint sind? Leitz, Altägyptische Sternuhren, 22 hat „an den Stätten, die in der Umgebung von ḥbs ...?... sind.“ Von Bomhard, Naos of the Decades, 147 liest „on the mound where there are those to whom oppressing spells (ḥbs) have been sent.“



20. Dekade (3. Register von oben, 3. Szene)

(Bavogel (1. Göttergestalt) mit Stern auf dem Kopf in einer Barke, die über einer Schlange fährt.)
(Text vor dem Bavogel:) [Dritter Monat der Peret-Jahreszeit, (von) Tag 11 bis Tag 20. ... ... ...]

(Beschreibung des Dekans der 20. Dekade; 3 Textkolumnen vor den 4 weiteren Göttergestalten:) [Der große Gott am Uranfang (wörtl.: beim Ersten Mal): Er ist derjenige, der entstehen lässt] den Wind des Südens (oder: die südlichen Winde) im Himmel. Er ist derjenige, der entstehen lässt [... ... ... in/mit einer] „Bitternis“ von 3 Tagen. Sein Gesicht, es ist eingefallen/schlaff (?) [... ... ...] groß/sehr. Er kann keine Luft (mehr) einatmen, nachdem er Blut gespuckt hat.

(4 weitere Göttergestalten übereinander hinter dem senkrechten Text.)
(2. Göttergestalt: falkenköpfiger Sphinx auf Torgebäude mit Pfeil und Bogen in den Händen und Doppelfederkrone auf dem Kopf; ein Falkenschwanz am Hintern des Sphinxes:) [... ... ...]
(3. Göttergestalt: schreitender Widder mit Löwenkopf, mit oberägyptischer Krone auf Widdergehörn:) [Sein Ba, der auf] der Erde [lebt, (ist) der Herr des] Lebens. [Das Leben wird von ihm erbeten in seiner Dekade in Iat-nebes in] dieser [Gestalt].
(4. Göttergestalt: stehende Mumie mit Hundekopf und unterägyptischer Krone:) Es ist sein Kultbild in seinem Tempel in (dem Ort) Haus-des-Sopdu. Opfergaben werden an jeden Tempel während seiner Dekade gegeben.
(5. Göttergestalt: Mumie auf einer Löwenbahre:) Sein Ba, der ewig lebt (oder: Sein Ba ist am Leben ewiglich). Sein Leichnam wird zu Ruhe gelegt in der Nekropole (oder: Das Zur-Ruhe-Betten seines Leichnams in der Nekropole). Ein schönes Begräbnis wird von ihm erbeten während seiner Dekade in Iat-nebes.
(Beischrift unter der Löwenbahre:) Iat-nebes. Haus-der-Haarlocke.

21. Dekade (3. Register von oben, 4. Szene)

(Bavogel (1. Göttergestalt) mit Stern auf dem Kopf in einer Barke, die über einer Schlange fährt.)
(Text vor dem Bavogel:) [Dritter Monat der Peret-Jahreszeit, (von) Tag 21 bis Tag 30. Ein ꜥꜣb.t-Speiseopfer für diesen Gott seitens des Königs in Iat-nebes durchführen, um das Land vor] Unheil [zu schützen.]
(Text hinter dem Bavogel:) Wasser, [Wind/Luft und] Äcker/Felder werden [von ihm in seiner Dekade in Iat-nebes] erbeten.

(Beschreibung des Dekans der 21. Dekade; 3 Textkolumnen vor den 4 weiteren Göttergestalten:) [Der große Gott am Uranfang (wörtl.: beim Ersten Mal): Er ist derjenige, der entstehen lässt den Wind] des Nordens (oder: die nördlichen Winde) im Himmel. Er ist derjenige, der entstehen lässt Verwundungen/Sekrete (?) [... ... ...Ge]metzel am Anfang jeder Periode (d.h. jede Dekade?) im Haus/Tempel [... ... ...] der Wüste (?).

(4 weitere Göttergestalten übereinander hinter dem senkrechten Text.)
(2. Göttergestalt: falkenköpfiger Sphinx auf Torgebäude mit Pfeil und Bogen in den Händen und Doppelfederkrone auf dem Kopf; ein Falkenschwanz am Hintern des Sphinxes:) [... ... ...]
(3. Göttergestalt: schreitender Widder mit Löwenkopf, mit oberägyptischer Krone auf Widdergehörn:) [... ... ...]
(4. Göttergestalt: stehende Mumie mit Hundekopf und unterägyptischer Krone:) [... ... ...]
(5. Göttergestalt: Mumie auf einer Löwenbahre:) [... ... ...]


Rückwand (F.22-37)
(Alle Dekanfiguren und alle Dekaninschriften sind nach rechts (d.h. zur linken Außenwand aus Besucherperspektive) orientiert.)

22. Dekade (1. Register von oben, 1. Szene)

(Bavogel (1. Göttergestalt) mit Stern auf dem Kopf in einer Barke, die über einer Schlange fährt.)
(Text vor dem Bavogel:) [Vierter Monat der Peret-Jahreszeit, (von) Tag 1 bis Tag 10. Ein ꜥꜣb.t-Speiseopfer für diesen Gott seitens des Königs in Iat-nebes durchführen, um das Land vor Unheil zu schützen.]
(Text hinter dem Bavogel:) [Wasser, Wind/Luft und Äcker/Felder werden von ihm in seiner Dekade] in Iat-[nebes erbeten].

(Beschreibung des Dekans der 22. Dekade; 3 Textkolumnen vor den 4 weiteren Göttergestalten:) [Der große Gott am Uranfang (wörtl.: beim Ersten Mal): Er ist derjenige, der ... ... ...]

(4 weitere Göttergestalten übereinander hinter dem senkrechten Text.)
(2. Göttergestalt: falkenköpfiger Sphinx auf Torgebäude mit Pfeil und Bogen in den Händen und Doppelfederkrone auf dem Kopf; ein Falkenschwanz am Hintern des Sphinxes:) [... ... ...]
(3. Göttergestalt: schreitender Widder mit Löwenkopf, mit oberägyptischer Krone auf Widdergehörn:) [... ... ...]
(4. Göttergestalt: stehende Mumie mit Hundekopf und unterägyptischer Krone:) [... ... ...]
(5. Göttergestalt: Mumie auf einer Löwenbahre:) [... ... ...]

23. Dekade (1. Register von oben, 2. Szene)

(Bavogel (1. Göttergestalt) mit Stern auf dem Kopf in einer Barke, die über einer Schlange fährt.)
(Text vor dem Bavogel:) Vierter Monat [der Peret-Jahreszeit, (von) Tag 11 bis Tag 20. Ein ꜥꜣb.t-Speiseopfer] für diesen Gott [seitens des Königs in Iat]-nebes [durchführen], um das Land vor Unheil zu schützen.
(Text hinter dem Bavogel:) Wasser, Wind/Luft und Äcker/Felder werden von ihm in seiner Dekade in Iat-nebes erbeten.

(Beschreibung des Dekans der 23. Dekade; 3 Textkolumnen vor den 4 weiteren Göttergestalten:) [Der große Gott am Uranfang (wörtl.: beim Ersten Mal): Er ist derjenige, der ... ... ...]

(4 weitere Göttergestalten übereinander hinter dem senkrechten Text.)
(2. Göttergestalt: falkenköpfiger Sphinx auf Torgebäude mit Pfeil und Bogen in den Händen und Doppelfederkrone auf dem Kopf; ein Falkenschwanz am Hintern des Sphinxes:) [Er kulminiert (richtet sich auf) in dieser Gestalt (eines Sterns?) 〈als〉 Herr des Kampfes. Er] kommt [aus Hut-nebes heraus in] seiner Dekade [seines Ausgeschicktseins auf Erden. Er ist derjenige, der den stechenden (?) Tod gibt/verursacht.]
(3. Göttergestalt: schreitender Widder mit Löwenkopf, mit oberägyptischer Krone auf Widdergehörn:) [... ... ...]
(4. Göttergestalt: stehende Mumie mit Hundekopf und unterägyptischer Krone:) [... ... ...]
(5. Göttergestalt: Mumie auf einer Löwenbahre:) [... ... ...]

24. Dekade (1. Register von oben, 3. Szene)

(Bavogel (1. Göttergestalt) mit Stern auf dem Kopf in einer Barke, die über einer Schlange fährt.)
(Text vor dem Bavogel:) Vierter Monat der Peret-Jahreszeit, (von) Tag 21 bis Tag 30. Ein ꜥꜣb.t-Speiseopfer für diesen Gott seitens des Königs in Iat-nebes durchführen, um das Land vor Unheil zu schützen.
(Text hinter dem Bavogel:) Wasser, Wind/Luft und Äcker/Felder werden von ihm in seiner Dekade in Iat-nebes erbeten.

(Beschreibung des Dekans der 24. Dekade; 3 Textkolumnen vor den 4 weiteren Göttergestalten:) Der große Gott [am Uranfang (wörtl.: beim Ersten Mal): Er ist derjenige, der ... ...] im Himmel, der sucht (?) [...] groß (?) in [... ... ...]-Fremdland. Das Gesicht dessen, der unter „Bitternis“ leidet, [ist wie (das eines) Mannes, der ... ... ...] die Lebenden, seine „Bitternisses“ ist gefallen (?).

(4 weitere Göttergestalten übereinander hinter dem senkrechten Text.)
(2. Göttergestalt: falkenköpfiger Sphinx auf Torgebäude mit Pfeil und Bogen in den Händen und Doppelfederkrone auf dem Kopf; ein Falkenschwanz am Hintern des Sphinxes:) [Er] kulminiert (richtet sich auf) [in dieser Gestalt (eines Sterns?)] 〈als〉 Herr des Kampfes. Er kommt aus Hut-ne[bes] heraus in seiner Dekade seines Ausgeschicktseins auf [Erden. Er ist derjenige, der den stechenden (?) Tod gibt/verursacht.]
(3. Göttergestalt: schreitender Widder mit Löwenkopf, mit oberägyptischer Krone auf Widdergehörn:) [... ... ...]
(4. Göttergestalt: stehende Mumie mit Hundekopf und unterägyptischer Krone:) Es ist [sein Kultbild] in [seinem] Tempel. [Opfergaben werden an] jeden Tempel [während seiner Dekade gegeben].
(5. Göttergestalt: Mumie auf einer Löwenbahre:) [Sein Ba, der] ewig [lebt (oder: Sein Ba ist am Leben ewiglich)]. Sein Leichnam [wird zu Ruhe gelegt] in der Nekropole (oder: Das Zur-Ruhe-Betten seines Leichnams in der Nekropole). [Ein schönes Begräbnis wird von ihm] erbeten [während seiner Dekade in Iat-nebes].
(Beischrift unter der Löwenbahre:) Iat-[nebes]. Haus-[der-Haarlocke].

25. Dekade (1. Register von oben, 4. Szene)

(Bavogel (1. Göttergestalt) mit Stern auf dem Kopf in einer Barke, die über einer Schlange fährt.)
(Text vor dem Bavogel:) Erster Monat der Sommer-Jahreszeit, (von) Tag 1 bis Tag 10. Ein ꜥꜣb.t-Speiseopfer für diesen Gott seitens des Königs in Iat-nebes durchführen, um das Land vor Unheil zu schützen.
(Text hinter dem Bavogel:) Wasser, Wind/Luft und Äcker/Felder werden von ihm in seiner Dekade in Iat-nebes erbeten.

(Beschreibung des Dekans der 25. Dekade; 3 Textkolumnen vor den 4 weiteren Göttergestalten:) Der große Gott am Uranfang (wörtl.: beim Ersten Mal): Er ist [derjenige, der ...] ... nördlich (?) in/mit seinen [...]. Er ist derjenige, der spuckt (?) als (?) der, der groß an Reinigung (?)23 der (essbaren) Pflanzen aller Felder (?) ist, der ⸢...⸣ macht, die geschehen (?) auf Erden im Kreis/Umlaufbahn (?) seiner 12er-Gruppe24, wenn ihre Barken (?) erscheinen (?) im Himmel. Er ist derjenige, der das Leben 〈der/für〉 alle Lebenden wiederbelebt. (oder: Er ist derjenige, der das Leben aller Lebenden wiederbelebt.)

(4 weitere Göttergestalten übereinander hinter dem senkrechten Text.)
(2. Göttergestalt: falkenköpfiger Sphinx auf Torgebäude mit Pfeil und Bogen in den Händen und Doppelfederkrone auf dem Kopf; ein Falkenschwanz am Hintern des Sphinxes:) Er kulminiert (richtet sich auf) in dieser Gestalt (eines Sterns?) 〈als〉 Herr des Kampfes. Er kommt aus Hut-nebes heraus 〈in〉 seiner Dekade 〈seines〉 Ausgeschicktseins auf Erden. Er ist derjenige, der den [stechenden (?)] Tod gibt/verursacht.
(Beischrift im Torgebäude:) [Iat-nebes.]
(3. Göttergestalt: schreitender Widder mit Löwenkopf, mit oberägyptischer Krone auf Widdergehörn:) Sein Ba, der auf der Erde lebt. Das Leben wird von ihm erbeten in seiner Dekade in Iat-nebes in dieser Gestalt.
(4. Göttergestalt: stehende Mumie mit Hundekopf und unterägyptischer Krone:) Es ist sein Kultbild in seinem Tempel. Opfergaben werden an jeden Tempel während seiner Dekade in Per-Sopdu gegeben.
(5. Göttergestalt: Mumie auf einer Löwenbahre:) Sein Ba, der ewig lebt (oder: Sein Ba ist am Leben ewiglich). Sein Leichnam wird zu Ruhe gelegt in der Nekropole (oder: Das Zur-Ruhe-Betten seines Leichnams in der Nekropole). Ein schönes Begräbnis wird von ihm erbeten während seiner Dekade in Iat-nebes.
(Beischrift unter der Löwenbahre:) Iat-nebes. Haus-der-Haarlocke.

23 derjenige, der spuckt (?) als (?) der, der groß an Reinigung (?) (⸮psg? m wr ⸮wꜥb?): Von Bomhard, Naos of the Decades, 159, Anm. (b-c) stuft ihre ganze Lesung als zweifelhaft ein und schließt nicht aus, dass m twr statt m wr wꜥb zu lesen ist. Für psg, dessen Lesung ebenfalls zweifelhaft ist, bietet sie „to spit, spittle“ (Index S. 274) und „to spray“ (S. 159) in „It is he who [sprays] (?), enhancing the purification of the plants of all the [fields?].“

24 seiner 12er-Gruppe (12=f): Ist mit vier Mal drei Strichen geschrieben, nicht mit dem Zeichen für „10“ und zwei Strichen. Ob hier 12 Stunden oder 12 Sterne gemeint sind, ist völlig unklar. Eventuell ist die erste Gruppe von drei Strichen als Pluralstriche zu qd zu deuten und anschließend psḏ.t=f „seine Neunheit“ zu lesen.



26. Dekade (1. Register von oben, 5. Szene)

(Bavogel (1. Göttergestalt) mit Stern auf dem Kopf in einer Barke, die über einer Schlange fährt.)
(Text vor dem Bavogel:) Erster Monat der Sommer-Jahreszeit, (von) Tag 11 bis Tag 20. Ein ꜥꜣb.t-Speiseopfer für diesen Gott seitens des Königs in Iat-nebes durchführen, um das Land vor Unheil zu schützen.
(Text hinter dem Bavogel:) Wasser, Wind/Luft und Äcker/Felder werden von ihm in seiner Dekade in Iat-nebes erbeten.

(Beschreibung des Dekans der 26. Dekade; 3 Textkolumnen vor den 4 weiteren Göttergestalten:) Der große Gott am Uranfang (wörtl.: beim Ersten Mal): [Er] ist derjenige, der entstehen [lässt] den widerwärtigen Wind25 im Himmel am Abend und der die ḫꜣy.t-Augenkrankheit in die Augen gibt26. Er ist der, der die Rebellen-Länder von der Barke (oder: den beiden Barken?) des Re abwehrt, damit die Abendbarke mit günstigem (?) Wind vorankommt, (und er ist der,) der den Weg für die Morgenbarke vorbereitet.

(4 weitere Göttergestalten übereinander hinter dem senkrechten Text.)
(2. Göttergestalt: falkenköpfiger Sphinx auf Torgebäude mit Pfeil und Bogen in den Händen und Doppelfederkrone auf dem Kopf; ein Falkenschwanz am Hintern des Sphinxes:) Er kulminiert (richtet sich auf) in dieser Gestalt (eines Sterns?) als Herr des Kampfes. Er kommt aus Hut-nebes heraus 〈in〉 seiner Dekade seines Ausgeschicktseins auf Erden. Er ist derjenige, der den stechenden (?) Tod gibt/verursacht.
(Beischrift im Torgebäude:) Iat-nebes.
(3. Göttergestalt: schreitender Widder mit Löwenkopf, mit oberägyptischer Krone auf Widdergehörn:) [Sein Ba], der auf der Erde lebt. [Das Leben wird] von ihm [erbeten] in seiner Dekade in Iat-nebes in dieser [Gesta]lt.
(4. Göttergestalt: stehende Mumie mit Hundekopf und unterägyptischer Krone:) Es ist sein Kultbild in seinem Tempel. Opfergaben werden an jeden Tempel während seiner Dekade in Per-Sopdu gegeben.
(5. Göttergestalt: Mumie auf einer Löwenbahre:) Sein Ba, der ewig lebt (oder: Sein Ba ist am Leben ewiglich). Sein Leichnam wird zu Ruhe gelegt in der Nekropole (oder: Das Zur-Ruhe-Betten seines Leichnams in der Nekropole). Ein schönes Begräbnis wird von ihm erbeten während seiner Dekade in Iat-nebes.
(Beischrift unter der Löwenbahre:) Iat-nebes. Haus-der-Haarlocke.

25 widerwärtiger Wind (sby.t): Wb. 4, 89.1 „Gegenwind“. Ist hier mit dem Verb sbi̯ (Beinchen D54 𓂻 als Determinativ) und dem Logogramm ṯꜣw geschrieben. Leitz, Altägyptische Sternuhren, 25 und 57 (Index) liest die ganze Gruppe als sbjw. Laut TLA gibt es auch ein Beispiel, wo man sby.t n(.t) ṯꜣw „Gegenwind des Windes“ lesen muss (Sentence-ID IBUBd9moUWs170AZkWdyVarOSS8). Für die sby.w-Winde siehe Leitz, Altägyptische Sternuhren, 23: die bawārīḥ-Winde, heiße Nordwinde von Ende Mai / Anfang Juni, die anschließend für ca. 40 Tagen wehen. Von Bomhard, Naos of the Decades, 161 hat als erste Lesung zbi̯.t als Infinitiv mit ṯꜣw als logischem Subjekt „the rise of the winds“, als Alternative Lesung sbjw „bad winds“.

26  der die ḫꜣy.t-Augenkrankheit gibt (ḏi̯ ḫꜣy.t): Ist der Dekan derjenige, der die Augenkrankheit gibt (so in der Übersetzung Leitz), oder ist es der sby.t-Wind (so in der Übersetzung von Bomhard: dann ist ḏi̯.t zu transkribieren)?



27. Dekade (2. Register von oben, 1. Szene)

(Bavogel (1. Göttergestalt) mit Stern auf dem Kopf in einer Barke, die über einer Schlange fährt.)
(Text vor dem Bavogel:) [Erster Monat] der Sommer-Jahreszeit, (von) Tag 21 bis Tag 30. Ein ꜥꜣb.t-Speiseopfer für diesen Gott seitens des Königs in Iat-nebes durchführen, um das Land vor Unheil zu schützen.
(Text hinter dem Bavogel:) [Wasser, Wind/Luft und Äcker/Felder werden von ihm in seiner Dekade in Iat-nebes erbeten.]

(Beschreibung des Dekans der 27. Dekade; 3 Textkolumnen vor den 4 weiteren Göttergestalten:) Der große Gott am Uranfang (wörtl.: beim Ersten Mal): Er ist derjenige, der entstehen lässt [... ... ...] alles Kleinvieh und alles Großvieh. Sie (?) essen [... ... ...] zusammen mit allem, was sie auf Erden in ihrer „Bitternis“ essen.

(4 weitere Göttergestalten übereinander hinter dem senkrechten Text.)
(2. Göttergestalt: falkenköpfiger Sphinx auf Torgebäude mit Pfeil und Bogen in den Händen und Doppelfederkrone auf dem Kopf; ein Falkenschwanz am Hintern des Sphinxes:) Er kulminiert (richtet sich auf) in dieser Gestalt (eines Sterns?) als Herr des Kampfes. Er kommt aus Hut-nebes heraus in seiner Dekade seines Ausgeschicktseins auf Erden. Er ist derjenige, der den stechenden (?) Tod gibt/verursacht.
(Beischrift im Torgebäude:) Iat-nebes.
(3. Göttergestalt: schreitender Widder mit Löwenkopf, mit oberägyptischer Krone auf Widdergehörn:) Sein Ba, der auf der Erde lebt. Das Leben wird von ihm erbeten in seiner Dekade in Iat-nebes in dieser Gestalt.
(4. Göttergestalt: stehende Mumie mit Hundekopf und unterägyptischer Krone:) Es ist sein Kultbild in seinem Tempel. Opfergaben werden an jeden Tempel während seiner Dekade in Per-Sopdu gegeben.
(5. Göttergestalt: Mumie auf einer Löwenbahre:) Sein Ba, der ewig lebt (oder: Sein Ba ist am Leben ewiglich). Sein Leichnam wird zu Ruhe gelegt in der Nekropole (oder: Das Zur-Ruhe-Betten seines Leichnams in der Nekropole). Ein schönes Begräbnis wird von ihm erbeten während seiner Dekade in Iat-nebes.
(Beischrift unter der Löwenbahre:) Iat-nebes. Haus-der-Haarlocke.

28. Dekade (2. Register von oben, 2. Szene)

(Bavogel (1. Göttergestalt) mit Stern auf dem Kopf in einer Barke, die über einer Schlange fährt.)
(Text vor dem Bavogel:) [Zweiter Monat] der Sommer-Jahreszeit, (von) Tag 1 bis Tag 10. Ein ꜥꜣb.t-Speiseopfer für diesen Gott seitens des Königs in Iat-nebes durchführen, um das Land vor Unheil zu schützen.
(Text hinter dem Bavogel:) [Wasser, Wind/Luft und Äcker/Felder werden von ihm in seiner Dekade in Iat-nebes erbeten.]

(Beschreibung des Dekans der 28. Dekade; 3 Textkolumnen vor den 4 weiteren Göttergestalten:) Der große Gott am Uranfang (wörtl.: beim Ersten Mal): Er ist derjenige, der Hapi / die Überschwemmung aus seiner Höhle zieht, um den Schweiß (?) des großen (?) Nun/Urwassers zu verbreiten (?). Er ist derjenige, der den Tod unter den Mentiu-Beduinen entstehen lässt in/mit der „Bitternis“ von 4 Tagen und mit einem Leiden im Bauch. Wenn sein After zugebunden wird, sind alle seine Glieder ... (?). (oder: mit einem Leiden im Bauch, das seinen After zubindet, mit dem Ergebnis, dass alle seine Glieder ... sind.)

(4 weitere Göttergestalten übereinander hinter dem senkrechten Text.)
(2. Göttergestalt: falkenköpfiger Sphinx auf Torgebäude mit Pfeil und Bogen in den Händen und Doppelfederkrone auf dem Kopf; ein Falkenschwanz am Hintern des Sphinxes:) Er kulminiert (richtet sich auf) in dieser Gestalt (eines Sterns?) als Herr des Kampfes. Er kommt aus Hut-nebes heraus in seiner Dekade seines Ausgeschicktseins auf Erden. Er ist derjenige, der den stechenden (?) Tod gibt/verursacht.
(Beischrift im Torgebäude:) Iat-nebes.
(3. Göttergestalt: schreitender Widder mit Löwenkopf, mit oberägyptischer Krone auf Widdergehörn:) Sein Ba, der auf der Erde lebt. Das Leben wird von ihm erbeten in seiner Dekade in Iat-nebes in dieser Gestalt.
(4. Göttergestalt: stehende Mumie mit Hundekopf und unterägyptischer Krone:) Es ist sein Kultbild in seinem Tempel. Opfergaben werden an jeden Tempel während seiner Dekade in Per-Sopdu gegeben.
(5. Göttergestalt: Mumie auf einer Löwenbahre:) Sein Ba, der ewig lebt (oder: Sein Ba ist am Leben ewiglich). Sein Leichnam wird zu Ruhe gelegt in der Nekropole (oder: Das Zur-Ruhe-Betten seines Leichnams in der Nekropole). Ein schönes Begräbnis wird von ihm erbeten während seiner Dekade in Iat-nebes.
(Beischrift unter der Löwenbahre:) Iat-nebes. Haus-der-Haarlocke.

29. Dekade (2. Regiser von oben, 3. Szene)

(Bavogel (1. Göttergestalt) mit Stern auf dem Kopf in einer Barke, die über einer Schlange fährt.)
(Text vor dem Bavogel:) [Zweiter] Monat der Sommer-Jahreszeit, (von) Tag 11 bis Tag 20. Ein ꜥꜣb.t-Speiseopfer für diesen Gott seitens des Königs in Iat-nebes durchführen, um das Land vor Unheil zu schützen.
(Text hinter dem Bavogel:) Wasser, Wind/Luft und Äcker/Felder werden von ihm in seiner Dekade in [Iat]-nebes erbeten.

(Beschreibung des Dekans der 29. Dekade; 3 Textkolumnen vor den 4 weiteren Göttergestalten:) Der große Gott am Uranfang (wörtl.: beim Ersten Mal): Er ist derjenige, der den Tod unter den Libyern 〈mit〉 seinem Blutbad entstehen lässt. Er ist derjenige, der eine „Bitternis“ von 9 Tagen entstehen lässt. Das Gesicht dessen, der unter seiner „Bitternis“ leidet, ist geschädigt (d.h. entstellt?). Sein Fleisch ist zerstochen (?) wegen des Schreckens mit/in allem seinem bösen Leiden.

(4 weitere Göttergestalten übereinander hinter dem senkrechten Text.)
(2. Göttergestalt: falkenköpfiger Sphinx auf Torgebäude mit Pfeil und Bogen in den Händen und Doppelfederkrone auf dem Kopf; ein Falkenschwanz am Hintern des Sphinxes:) Er kulminiert (richtet sich auf) in dieser Gestalt (eines Sterns?) als Herr des Kampfes. Er kommt aus Hut-nebes heraus in seiner Dekade seines Ausgeschicktseins auf Erden. Er ist derjenige, der den stechenden (?) Tod gibt/verursacht.
(Beischrift im Torgebäude:) Iat-nebes.
(3. Göttergestalt: schreitender Widder mit Löwenkopf, mit oberägyptischer Krone auf Widdergehörn:) Sein Ba, der auf der Erde lebt. Das Leben wird von ihm erbeten in seiner Dekade in Iat-nebes in dieser Gestalt.
(4. Göttergestalt: stehende Mumie mit Hundekopf und unterägyptischer Krone:) Es ist sein Kultbild in seinem Tempel. Opfergaben werden an jeden Tempel während seiner Dekade in Per-Sopdu gegeben.
(5. Göttergestalt: Mumie auf einer Löwenbahre:) Sein Ba, der ewig lebt (oder: Sein Ba ist am Leben ewiglich). Sein Leichnam wird zu Ruhe gelegt in der Nekropole (oder: Das Zur-Ruhe-Betten seines Leichnams in der Nekropole). Ein schönes Begräbnis wird von ihm erbeten während seiner Dekade 〈in〉 Iat-nebes.
(Beischrift unter der Löwenbahre:) Iat-nebes. Haus-der-Haarlocke.

30. Dekade (2. Register von oben, 4. Szene)

(Bavogel (1. Göttergestalt) mit Stern auf dem Kopf in einer Barke, die über einer Schlange fährt.)
(Text vor dem Bavogel:) Zweiter Monat der Sommer-Jahreszeit, (von) Tag 21 bis Tag 30. Ein ꜥꜣb.t-Speiseopfer für diesen Gott seitens des Königs in Iat-nebes durchführen, um das Land vor Unheil zu schützen.
(Text hinter dem Bavogel:) Wasser, Wind/Luft und Äcker/Felder werden von ihm in seiner Dekade in Iat-nebes erbeten.

(Beschreibung des Dekans der 30. Dekade; 3 Textkolumnen vor den 4 weiteren Göttergestalten:) Der große Gott am Uranfang (wörtl.: beim Ersten Mal): Er ist derjenige, der das Gemetzel unter den Rebellen, die unter allen Lebenden sind, entstehen lässt. Er ist derjenige, der die Furcht vor dem König in den Herzen eines jeden Großen/Fürsten der Fremdländer entstehen lässt. Er ist derjenige, der alle Widersacher gegen (?) den Herrn des Tempels jeden Tag wieder (er)schlägt.

(4 weitere Göttergestalten übereinander hinter dem senkrechten Text.)
(2. Göttergestalt: falkenköpfiger Sphinx auf Torgebäude mit Pfeil und Bogen in den Händen und Doppelfederkrone auf dem Kopf; ein Falkenschwanz am Hintern des Sphinxes:) Er kulminiert (richtet sich auf) in dieser Gestalt (eines Sterns?) als Herr des Kampfes. Er kommt aus Hut-nebes heraus 〈in〉 seiner Dekade seines Ausgeschicktseins auf Erden. Er ist derjenige, der den stechenden (?) Tod gibt/verursacht.
(Beischrift im Torgebäude:) Iat-nebes.
(3. Göttergestalt: schreitender Widder mit Löwenkopf, mit oberägyptischer Krone auf Widdergehörn:) Sein Ba, der auf der Erde lebt. Das Leben wird von ihm erbeten in seiner Dekade in Iat-nebes in dieser Gestalt.
(4. Göttergestalt: stehende Mumie mit Hundekopf und unterägyptischer Krone:) Es ist sein Kultbild in seinem Tempel. Opfergaben werden an jeden Tempel während seiner Dekade in Per-Sopdu gegeben.
(5. Göttergestalt: Mumie auf einer Löwenbahre:) Sein Ba, der ewig lebt (oder: Sein Ba ist am Leben ewiglich). Sein Leichnam wird zu Ruhe gelegt in der Nekropole (oder: Das Zur-Ruhe-Betten seines Leichnams in der Nekropole). Ein schönes Begräbnis wird von ihm erbeten während seiner Dekade in Iat-nebes.
(Beischrift unter der Löwenbahre:) Iat-nebes. Haus-der-Haarlocke.

31. Dekade (2. Register von oben, 5. Szene)

(Bavogel (1. Göttergestalt) mit Stern auf dem Kopf in einer Barke, die über einer Schlange fährt.)
(Text vor dem Bavogel:) Dritter Monat der Sommer-Jahreszeit, (von) Tag 1 bis Tag 10. Ein ꜥꜣb.t-Speiseopfer für diesen Gott seitens des Königs in Iat-nebes durchführen, um das Land vor Unheil zu schützen.
(Text hinter dem Bavogel:) Wasser, Wind/Luft und Äcker/Felder werden von ihm in seiner Dekade in Iat-nebes erbeten.

(Beschreibung des Dekans der 31. Dekade; 3 Textkolumnen vor den 4 weiteren Göttergestalten:) Der große Gott am Uranfang (wörtl.: beim Ersten Mal): Er ist derjenige, der die wḥꜣ-Hautkrankheit (oder: wḥꜣ.t-Augenkrankheit)27 anrichtet, nachdem er das Gemetzel in Heliopolis angerechnet hat (oder: mit dem Gemetzel abgerechnet (?) hat)28. Er ist derjenige, der ein Blutbad gegen den Süden, den Norden, den Westen und den Osten anordnet/ausschickt unter allen Lebenden [von allen Fremdländern (?)] aus/in Iat-nebes, der sich auf dem Land befindet (und) der sich auf dem Wasser befindet.

(4 weitere Göttergestalten übereinander hinter dem senkrechten Text.)
(2. Göttergestalt: falkenköpfiger Sphinx auf Torgebäude mit Pfeil und Bogen in den Händen und Doppelfederkrone auf dem Kopf; ein Falkenschwanz am Hintern des Sphinxes:) Er kulminiert (richtet sich auf) in dieser Gestalt (eines Sterns?) als Herr des Kampfes. Er kommt aus Hut-nebes heraus [in seiner Dekade seines Ausgeschicktseins] auf Erden. Er ist derjenige, der den stechenden (?) Tod gibt/verursacht.
(Beischrift im Torgebäude:) Iat-nebes.
(3. Göttergestalt: schreitender Widder mit Löwenkopf, mit oberägyptischer Krone auf Widdergehörn:) Sein Ba, der auf der Erde lebt. Das Leben wird von ihm erbeten in seiner Dekade in Iat-nebes in dieser Gestalt.
(4. Göttergestalt: stehende Mumie mit Hundekopf und unterägyptischer Krone:) Es ist sein Kultbild in seinem Tempel. Opfergaben werden an jeden Tempel während seiner Dekade in Per-Sopdu gegeben.
(5. Göttergestalt: Mumie auf einer Löwenbahre:) Sein Ba, der ewig lebt (oder: Sein Ba ist am Leben ewiglich). Sein Leichnam wird zu Ruhe gelegt in der Nekropole (oder: Das Zur-Ruhe-Betten seines Leichnams in der Nekropole). Ein schönes Begräbnis wird von ihm erbeten während seiner Dekade in Iat-nebes.
(Beischrift unter der Löwenbahre:) Iat-nebes. Haus-der-Haarlocke.

27 wḥꜣ-Hautkrankheit / wḥꜣ.t-Augenkrankheit (wḥ(ꜣ).wy): Das Determinativ des schlechten Pakets mit Ausfluss (Aa3 𓐏) passt besser zu der wḥꜣ-Hautkrankheit als zu der wḥꜣ.t-Augenkrankheit.

28 nachdem er angerechnet hat (ḥsb.n=f): Leitz, Altägyptische Sternuhren, 29 versteht das Verb als „nachdem er über das Unheil (...) Abrechnung gehalten hat.“ Von Bomhard, Naos of the Decades, 171 mit Anm. (b): übersetzt „once he has established the count of the massacres“. Sie interpretiert die Stelle als: „This concerns the count of enemies as victims of sacrifice.“



32. Dekade (3. Register von oben, 1. Szene)

(Bavogel (1. Göttergestalt) mit Stern auf dem Kopf in einer Barke, die über einer Schlange fährt.)
(Text vor dem Bavogel:) Dritter Monat der Sommer-Jahreszeit, (von) Tag 11 bis Tag 20. Ein ꜥꜣb.t-Speiseopfer für diesen Gott seitens des Königs in Iat-nebes durchführen, um das Land vor Unheil zu schützen.
(Text hinter dem Bavogel:) Wasser, Wind/Luft und Äcker/Felder werden von ihm 〈in〉 seiner Dekade in Iat-nebes erbeten.

(Beschreibung des Dekans der 32. Dekade; 2 Textkolumnen vor den 4 weiteren Göttergestalten:) Der große Gott am Uranfang (wörtl.: beim Ersten Mal): Er ist derjenige, der Böses/Hautkrankheit (?) gibt in [... ...] „Bitternis“. Sein Kopf (?) wird Großes machen (?), indem sein Gesicht (?) verweint (?) ist, indem ... [... ...]

(4 weitere Göttergestalten übereinander hinter dem senkrechten Text.)
(2. Göttergestalt: falkenköpfiger Sphinx auf Torgebäude mit Pfeil und Bogen in den Händen und Doppelfederkrone auf dem Kopf; ein Falkenschwanz am Hintern des Sphinxes:) Er kulminiert (richtet sich auf) in dieser Gestalt (eines Sterns?) als Herr des Kampfes. Er kommt aus Hut-nebes heraus in seiner Dekade seines Ausgeschicktseins auf Erden. Er ist derjenige, der den stechenden (?) Tod gibt/verursacht.
(Beischrift im Torgebäude:) Iat-nebes.
(3. Göttergestalt: schreitender Widder mit Löwenkopf, mit oberägyptischer Krone auf Widdergehörn:) Sein Ba, der auf der Erde lebt. Das Leben wird von ihm erbeten in seiner Dekade in Iat-nebes in [dieser] Gestalt.
(4. Göttergestalt: stehende Mumie mit Hundekopf und unterägyptischer Krone:) [Es ist sein] Kultbild [in seinem Tempel. Opfergaben werden an] jeden Tempel [während seiner Dekade in Per-Sopdu gegeben].
(5. Göttergestalt: Mumie auf einer Löwenbahre:) [... ... ...]

33. Dekade (3. Register von oben, 2. Szene)

(Bavogel (1. Göttergestalt) mit Stern auf dem Kopf in einer Barke, die über einer Schlange fährt.)
(Text vor dem Bavogel:) Dritter Monat der Sommer-Jahreszeit, (von) Tag 21 bis Tag 30. Ein ꜥꜣb.t-Speiseopfer für diesen Gott seitens des Königs in Iat-nebes durchführen, um das Land vor Unheil zu schützen.
(Text hinter dem Bavogel:) Wasser, Wind/Luft und Äcker/Felder werden von ihm in seiner Dekade in Iat-nebes erbeten.

(Beschreibung des Dekans der 33. Dekade; 2 Textkolumnen vor den 4 weiteren Göttergestalten:) Der große Gott am Uranfang (wörtl.: beim Ersten Mal): Er ist derjenige, der leuchtet (?) und die Dunkelheit (?) vertreibt, [... .... Er ist derjenige, der (?)] den Schutz des Königs [macht (?)], der den Schutz gegen seine Feinde, die aufgezählt sind (?), macht; alle Rebellen gegen [... ...] der König [... ...].

(4 weitere Göttergestalten übereinander hinter dem senkrechten Text.)
(2. Göttergestalt: falkenköpfiger Sphinx auf Torgebäude mit Pfeil und Bogen in den Händen und Doppelfederkrone auf dem Kopf; ein Falkenschwanz am Hintern des Sphinxes:) [Er] kulminiert (richtet sich auf) [in dieser Gestalt (eines Sterns?)] (als) Herr des Kampfes. Er kommt aus Hut-nebes heraus in seiner Dekade seines Ausgeschicktseins auf Erden. Er ist derjenige, der den stechenden (?) Tod gibt/verursacht.
(Beischrift im Torgebäude:) Iat-nebes.
(3. Göttergestalt: schreitender Widder mit Löwenkopf, mit oberägyptischer Krone auf Widdergehörn:) Sein Ba, der auf der Erde lebt. Das Leben wird von ihm erbeten in seiner Dekade in Iat-nebes in dieser Gestalt.
(4. Göttergestalt: stehende Mumie mit Hundekopf und unterägyptischer Krone:) Es ist sein Kultbild [in] seinem [Tem]pel. Opfergaben werden an jeden Tempel während seiner Dekade in Per-Sopdu gegeben.
(5. Göttergestalt: Mumie auf einer Löwenbahre:) [Sein Ba], der ewig lebt (oder: Sein Ba ist am Leben ewiglich). Sein Leichnam wird [zu Ruhe] gelegt in der Nekropole (oder: Das Zur-Ruhe-Betten seines Leichnams in der Nekropole). Ein schönes Begräbnis wird von ihm [erbeten] während seiner Dekade in [Iat-nebes].
(Beischrift unter der Löwenbahre:) [Iat]-nebes. Haus-der-Haarlocke.

34. Dekade (3. Register von oben, 3. Szene)

(Bavogel (1. Göttergestalt) mit Stern auf dem Kopf in einer Barke, die über einer Schlange fährt.)
(Text vor dem Bavogel:) Vierter Monat der Sommer-Jahreszeit, (von) Tag 1 bis Tag 10. Ein ꜥꜣb.t-Speiseopfer für diesen Gott seitens des Königs in Iat-nebes durchführen, um das Land vor Unheil zu schützen.
(Text hinter dem Bavogel:) Wasser, Wind/Luft und Äcker/Felder werden von ihm in seiner Dekade in Iat-nebes erbeten.

(Beschreibung des Dekans der 34. Dekade; 2 Textkolumnen vor den 4 weiteren Göttergestalten:) Der große Gott am Uranfang (wörtl.: beim Ersten Mal): Er ist derjenige, der das Land behütet, der seinen (des Landes?) Schutz gegen die Rebellen organisiert. Er ist derjenige, der die Schlangen, die in [der Erde (?) und (?)] im ⸢Fluss⸣ sind, schlägt. Er erscheint gegen sie als roter Stern29 am Himmel in der Nacht, nachdem er sie geschlagen hat [... ...].

(4 weitere Göttergestalten übereinander hinter dem senkrechten Text.)
(2. Göttergestalt: falkenköpfiger Sphinx auf Torgebäude mit Pfeil und Bogen in den Händen und Doppelfederkrone auf dem Kopf; ein Falkenschwanz am Hintern des Sphinxes:) Er kulminiert (richtet sich auf) in dieser Gestalt (eines Sterns?) als Herr des Kampfes. Er kommt aus Hut-nebes heraus in seiner Dekade seines Ausgeschicktseins auf Erden. Er ist derjenige, der den stechenden (?) Tod gibt/verursacht.
(Beischrift im Torgebäude:) Iat-nebes.
(3. Göttergestalt: schreitender Widder mit Löwenkopf, mit oberägyptischer Krone auf Widdergehörn:) Sein Ba, der auf der Erde lebt. Das Leben wird von ihm erbeten in seiner Dekade in Iat-nebes in dieser Gestalt.
(4. Göttergestalt: stehende Mumie mit Hundekopf und unterägyptischer Krone:) Es ist sein Kultbild in [seinem] Tempel. Opfergaben werden an jeden Tempel während seiner Dekade in Per-Sopdu gegeben.
(5. Göttergestalt: Mumie auf einer Löwenbahre:) [Sein Ba, der ewig lebt (oder: Sein Ba ist am Leben ewiglich). Sein Leichnam wird] zu Ruhe gelegt [in der Nekropole (oder: Das Zur-Ruhe-Betten seines Leichnams in der Nekropole). Ein schönes Begräbnis wird von ihm erbeten während seiner Dekade] in Iat-nebes.
(Beischrift unter der Löwenbahre:) [Iat]-nebes. [Haus-der-Haarlocke.]

29 roter Stern (sbꜣ dšr): Für die mögliche Identifikation des „roten Sterns“ siehe Leitz, Altägyptische Sternuhren, 33-35. Er schließt den Planeten Mars aus, während von Bomhard, Naos of the Decades, 177, Anm. (b) ihn nicht ausschließt.



35. Dekade (3. Register von oben, 4. Szene)

(Bavogel (1. Göttergestalt) mit Stern auf dem Kopf in einer Barke, die über einer Schlange fährt.)
(Text vor dem Bavogel:) [Vierter Monat der Sommer-Jahreszeit, (von) Tag 11 bis Tag 20.] Ein ꜥꜣb.t-Speiseopfer für diesen Gott seitens des Königs in Iat-nebes durchführen, um das Land vor Unheil zu schützen.
(Text hinter dem Bavogel:) Wasser, Wind/Luft und Äcker/Felder werden von ihm 〈in〉 seiner Dekade in Iat-nebes erbeten.

(Beschreibung des Dekans der 35. Dekade; 2 Textkolumnen vor den 4 weiteren Göttergestalten:) Der große Gott am Uranfang (wörtl.: beim Ersten Mal): Er ist derjenige, der Re vor Apophis rettet auf den Sandbänken (?) des Ostens. [Er ist derjenige, der] die „Bitternis“ von einem Tag [entst]ehen [lässt]. Man (?) rettet (jemanden) vor seiner „Bitternis“ in großer Bewusstlosigkeit (?), ohne dass er (noch) sprechen kann wegen der Fesseln / des Erbrochenen (?), [nachdem er Bl]ut [erbrochen hat].

(4 weitere Göttergestalten übereinander hinter dem senkrechten Text.)
(2. Göttergestalt: falkenköpfiger Sphinx auf Torgebäude mit Pfeil und Bogen in den Händen und Doppelfederkrone auf dem Kopf; ein Falkenschwanz am Hintern des Sphinxes:) Er kulminiert (richtet sich auf) in dieser Gestalt (eines Sterns?) als Herr des Kampfes. Er kommt aus Hut-nebes heraus in seiner Dekade seines Ausgeschicktseins auf Erden. Er ist derjenige, der den stechenden (?) Tod gibt/verursacht.
(Beischrift im Torgebäude:) Iat-nebes.
(3. Göttergestalt: schreitender Widder mit Löwenkopf, mit oberägyptischer Krone auf Widdergehörn:) Sein Ba, der auf der Erde lebt. Das Leben wird von ihm erbeten in seiner Dekade in Iat-nebes in dieser Gestalt.
(4. Göttergestalt: stehende Mumie mit Hundekopf und unterägyptischer Krone:) Es ist sein Kultbild in [seinem Tempel]. Opfergaben werden an jeden Tempel [während seiner Dekade in Per-Sopdu] gegeben.
(5. Göttergestalt: Mumie auf einer Löwenbahre:) Sein Ba, der ewig lebt (oder: Sein Ba ist am Leben ewiglich). Sein Leichnam wird zu Ruhe gelegt in der Nekropole (oder: Das Zur-Ruhe-Betten seines Leichnams in der Nekropole). Ein schönes Begräbnis wird von ihm erbeten während seiner Dekade in Iat-nebes.
(Beischrift unter der Löwenbahre:) Iat-nebes. Haus-der-Haarlocke.

36. Dekade (3. Register von oben, 5. Szene)

(Bavogel (1. Göttergestalt) mit Stern auf dem Kopf in einer Barke, die über einer Schlange fährt.)
(Text vor dem Bavogel:) Vierter Monat der Sommer-Jahreszeit, (von) Tag 21 bis Tag 30. Ein ꜥꜣb.t-Speiseopfer für diesen Gott seitens des Königs in Iat-nebes durchführen, um das Land vor Unheil zu schützen.
(Text hinter dem Bavogel:) Wasser, Wind/Luft und Äcker/Felder werden von ihm 〈in〉 seiner Dekade in Iat-nebes erbeten.

(Beschreibung des Dekans der 36. Dekade; 2 Textkolumnen vor den 4 weiteren Göttergestalten:) Der große Gott am Uranfang (wörtl.: beim Ersten Mal): Er ist derjenige, der Leben und Tod vergibt, die Jahresseuche, [...] Gemetzel (?), der jegliches Unheil zertrampelt (?). Alle Leiden, sie entstehen gemäß [seiner Pläne im Himmel], auf Erden und in der Unterwelt während seiner Dekade.

(4 weitere Göttergestalten übereinander hinter dem senkrechten Text.)
(2. Göttergestalt: falkenköpfiger Sphinx auf Torgebäude mit Pfeil und Bogen in den Händen und Doppelfederkrone auf dem Kopf; ein Falkenschwanz am Hintern des Sphinxes:) Er kulminiert (richtet sich auf) in dieser Gestalt (eines Sterns?) (als) Herr des Kampfes. Er kommt aus Hut-nebes heraus in seiner Dekade seines Ausgeschicktseins auf Erden. Er ist derjenige, der den stechenden (?) Tod gibt/verursacht.
(Beischrift im Torgebäude:) Iat-nebes.
(3. Göttergestalt: schreitender Widder mit Löwenkopf, mit oberägyptischer Krone auf Widdergehörn:) Sein Ba, der auf der Erde lebt. Das Leben wird von ihm erbeten in seiner Dekade in Iat-nebes in dieser Gestalt.
(4. Göttergestalt: stehende Mumie mit Hundekopf und unterägyptischer Krone:) [Es ist sein Kultbild in seinem Tempel. Opfergaben werden an jeden Tempel während seiner Dekade in Per-Sopdu gegeben.]
(5. Göttergestalt: Mumie auf einer Löwenbahre:) Sein Ba, der ewig lebt (oder: Sein Ba ist am Leben ewiglich). [Sein] Leichnam wird [zu Ruhe gelegt in der Nekropole] (oder: Das Zur-Ruhe-Betten seines Leichnams in der Nekropole). Ein schönes Begräbnis wird von ihm erbeten während seiner Dekade in Iat-nebes.
(Beischrift unter der Löwenbahre:) Iat-nebes. Haus-der-Haarlocke.

37. Dekade (3. Register von oben, 6. Szene)

(Bavogel (1. Göttergestalt) mit Stern auf dem Kopf in einer Barke, die über einer Schlange fährt.)
(Text vor dem Bavogel:) Die fünf epagomenen Tage (wörtl.: die 5 Tage, die über das Jahr hinaus sind). Ein ꜥꜣb.t-Speiseopfer für diesen Gott seitens des Königs in Iat-nebes durchführen, um das Land vor Unheil zu schützen.
(Text hinter dem Bavogel:) Wasser, Wind/Luft und Äcker/Felder werden von ihm 〈in〉 seiner Dekade in Iat-nebes erbeten.

(Beschreibung des Dekans der 37. Dekade; 2 Textkolumnen vor den 4 weiteren Göttergestalten:) Der große Gott am Uranfang (wörtl.: beim Ersten Mal): Er ist das Oberhaupt der Messerdämonen und der Wanderdämonen. Er ist derjenige, der für sie die Pläne über Tod und Leben anordnet, der das Öffnen der Wege für den Gerechtfertigten vor […] veranlasst. [Er] ist derjenige, der den König auf dem guten (d.h. gerechten) Weg führt.

(4 weitere Göttergestalten übereinander hinter dem senkrechten Text.)
(2. Göttergestalt: falkenköpfiger Sphinx auf Torgebäude mit Pfeil und Bogen in den Händen und Doppelfederkrone auf dem Kopf; ein Falkenschwanz am Hintern des Sphinxes:) Er kulminiert (richtet sich auf) in dieser Gestalt (eines Sterns?) (als) Herr des Kampfes. Er kommt aus Hut-nebes heraus in seiner Dekade seines Ausgeschicktseins auf Erden. Er ist derjenige, der den stechenden (?) Tod gibt/verursacht.
(Beischrift im Torgebäude:) Iat-nebes.
(3. Göttergestalt: schreitender Widder mit Löwenkopf, mit oberägyptischer Krone auf Widdergehörn:) Sein Ba, der auf der Erde lebt. Das Leben wird von ihm erbeten in seiner Dekade in Iat-nebes in [dieser] Gestalt.
(4. Göttergestalt: stehende Mumie mit Hundekopf und unterägyptischer Krone:) Es ist sein Kultbild [in seinem Tempel. Opfergaben werden an jeden Tempel während] seiner Dekade in Per-Sopdu gegeben.
(5. Göttergestalt: Mumie auf einer Löwenbahre:) Sein Ba, der ewig lebt (oder: Sein Ba ist am Leben ewiglich). Sein Leichnam wird zu Ruhe gelegt in der Nekropole (oder: Das Zur-Ruhe-Betten seines Leichnams in der Nekropole). Ein [schönes] Begräbnis wird [von ihm] erbeten [während seiner Dekade in Iat-nebes].
(Beischrift unter der Löwenbahre:) Iat-nebes. Haus-der-Haarlocke.


Horizontale Bänderinschrift (Text G)

(Kosmogonischer oder aitiologischer Text30: 9 Textbänder, jeweils 3 pro Seitenwand; die jeweils 3 Textbänder sind pro Wand von oben nach unten zu lesen; zunächst die linke Wand (Besucherperspektive!), dann die rechte und schließlich die Rückwand.)

[...] [Iat/Hut]-nebes, das sbḫ.t-Tor/Portal/Propylon des Himmels. Wenn Re aufgeht, dann ist sein Gesicht zum großen nꜥy.t-Haus/Pflock (?) des (?) [... ... hin gerichtet im] Osten von Ägypten, die geheime Brustwehr/Bastion (?) vorn im Ostgebirge (? oder: vor den Ostgebirgsbewohnern?), der [...] Weg der beiden (?) Himmelsscheiben. (Der Mondgott) Iah fä[hrt] (?) gegenüber von Hut-nebes in der Nac[ht] [...] groß (?), die 36 Sterne, die Arbeitenden/Dekansterne [...]:

Himmel, Erde und Unterwelt sind ihren Plänen (oder: (Sternen)Positionen) unterstellt. (So, wie) sie aufgehen, (so) gehen sie (wieder) unter an/in Richtung auf (?) ihren Tempeln/Häusern in Iat-nebes. [... ... ...] Sie sind diejenigen, die alle Winde in den Himmel geben/verursachen und die den Regen [in/auf ...] geben. Sie sind diejenigen, die veranlassen, dass eine [große (?)] Nilflut hinausgeht [aus] ihrem (d.h. der Flut) [geheimen Ver]steck. Sie sind diejenigen, die Sturmwind geben/verursachen. Sie sind diejenigen, die den Himmel verdecken (?, oder: den Schutz des Himmels bilden?) und die Bewölkung abwehren. Sie verbringen den Tag und sie verbringen die Nacht, sie gehen auf und sie gehen unter, sie erfrischen sich (= regenerieren?) am/beim nördlichen See31. Was den nördlichen See (im) Osten von Iat-nebes angeht, das ist die Duat/Unterwelt des Hauses-der-Messerdämonen in Iat-nebes. Das (d.h. das zuvor genannte Aufgehen, Untergehen und Sich-Erfrischen der Dekanen) ist das Fortschreiten der (Dekan)Götter zum Himmel aus (?) diesem Tor, wenn sie kommen 〈aus〉 der Nekropole in der Duat. (oder: Dieses Fortschreiten der (Dekan)Götter zum Himmel ist aus diesem Tor, wenn sie kommen 〈aus der〉 Nekropole in der Duat.)

Das Kennen der geheimen und verborgenen Geheimnisse der (?) Hathor, der Herrin der Haarlocke, Maat. (oder: Die (?) die Geheimnisse kennt, die die verborgenen Sachen geheim macht, Hathor, die Herrin der Haarlocke, Maat.) Es ist der Zeitpunkt, wenn die Majestät des Re-Harachte im Kampf ist.

30 Kosmogonischer (?) Text: Quack, unpublizierte Habilitationsschrift, vermutet, dass diese Bänderinschriften die Fortsetzung der Kosmogonie (Text E) bilden.

31 nördlicher See (š mḥ.tj): Laut Hannig, HWB, 1188 ist š-mḥ.tj „Nördlicher See“ ein Gewässer im Fayum. Von Bomhard, Naos of the Decades, 198, Anm. (p) kann sich nicht zwischen mr und š entscheiden. Leitz und von Bomhard vergleichen das Verb qbḥ mit der Region Qbḥw, von wo die Zugvögel herkommen und wo sich die Dekane regenerieren (siehe von Lieven, Grundriss des Laufes der Sterne, § 70, 79, 80 und Kommentar S. 156; Edel, Zu den Inschriften auf den Jahreszeitenreliefs der ‚Weltkammer‘ aus dem Sonnenheiligtum des Niuserre, NAWG, Göttingen 1963, 105-110; Egberts, in: JEA 77, 1991, 62-67). Habachi & Habachi, in: JNES 11, 1952, 255 verstehen mḥ.tj nicht als Adjektiv, sondern als Substantiv „Lake of the North“.




Sockelinschriften (Text H-K)

links: Monographie (?) zum Haus der Wanderdämonen (Text H)

(Text in 4 Kol.; 4 Reihen mit 37 Geiern und Sternen; Text in 7 (?) Kolumnen.)

Der Tempel der Wan[derdämonen] in Iat-nebes. Ein großes Nahrungsopfer wird gemacht 〈für〉 (?) den (?), der in ihr ist (?) [...]. Begrüßen/Befragen (?) und Hinausgehen (?) des Armes (?) zum Tempel der Wanderdämonen in Iat-nebes, [... ...] die Stätten (?) des Sandes im Süden des Hauses-[der-Gelockten (?)] [... ...] 36 (Dekanen/Dekaden?) [... ... ...] Götter [...]

[...] Götter [...]

Anfang (des Buches ?) der Erschaffung-des-Lichtes (?)1 im Osten [des] Himmels. [...] ... Nahrungsopfer; Öffnen des Gesichts in allen (?) Ländern (?) [...] offenbaren der verborgenen [...] in ... [...] die geheimnisvollen Türflügel der (?) ... [... ...] Herr der Ewigkeit (?) [...] die Winde ... sie/ihre [...] Land zum [...] Himmel [...].

1 Erschaffung-des-Lichtes (ptḥ wn(y)): Ist der Titel des Priesters von Sopdu in Safṭ el-Ḥenneh. Siehe von Bomhard, Naos of the Decades, 210-211; Leitz, Die Gaumonographien in Edfu und ihre Papyrusvarianten (Soubassementstudien III; SSR 9), Wiesbaden 2014, 359-360; Yoyotte, in: BIFAO 84, 103-104.



rechts: Monographie zum Haus der Wanderdämonen (Text J)

(Text in 9 Kolumnen, gefolgt von 5 hockenden Göttern/Dämonen mit Messern sowie thronendem Thoth; 4 Pfeile (?, Spitze unten) oder Pfeilerstangen, Pflanze.)

Was den Tempel der Wanderdämonen in Iat-nebes angeht, [es wird (dort) gemacht/angerichtet (?)] jeder Tod, jedes Unheil, jede Jahresseuche, [die kommt/ausgeschickt wird (?)2] zur (oder: gegen die) Erde, zum Wasser, zu den Winden, zum Süden und Norden, zum Westen und Osten, zu den beiden Gebirgszügen, zu [allen (?)] Fremdländern [mit (?)] allen ihren Bewohnern (?), durch diese Götter3 [... ...], befindlich auf [...].  [...], sie gehen, sie verbringen die Nacht, um zu [...] alle ihre [...]. (oder: sie gehen und sie legen sich schlafen, bis [...].) Sie geben/verursachen ein Jahr der Furcht ins/im Land, wo die Jahresseuche ist auf/wegen [...]4 [...] den großen Tempel des Thoth, des Vorstehers der Wanderdämonen, in Iat[-nebes (?), ... ... ...].

(vor jedem der fünf Messerdämonen der Name (?).)
(Name (?) des 1. Messerdämons:) [...] Wanderdämonen (?) [...].5
(Name (?) des 2. Messerdämons:) Herr von [...].
(Name (?) des 3. Messerdämons:) Der mit [...] Gesicht. 
(Name (?) des 4. Messerdämons:) [... ... ...]
(Name (?) des 5. Messerdämons:) [... ... ...]
(Textzeile vor Thoth:) [...] Iat-[neb]es.

2 die kommt/ausgeschickt wird (?) (⸮[jwi̯]?.t): Das zu ergänzende Verb ist nicht erhalten, weshalb auch die genaue Übersetzung der Präposition r unklar ist. In der Zeichnung bei von Bomhard, Naos of the Decades, 212, Fig. 95 werden Spuren von Schilfblatt (𓇋) und Wachtelküken (𓅱) eingetragen, in der Textkopie bei von Bomhard, 215, Fig. 98 sind diese beide Zeichen ergänzt, dafür werden die Beinchen mit Fragezeichen sowie t (𓂻𓏏) eingefügt. Das Verb jwi̯ lässt sich vielleicht auf Habachi & Habachi, Taf. XXX erahnen. Man kann r adversativ „gegen“ oder direktiv „in Richtung auf“ verstehen. Von Bomhard, Naos of the Decades, 215 denkt an die Verben jwi̯ „kommen“ und zbi̯ „gehen, aussenden“. Hohneck, Naoi, Bd. 2, 295 übersetzt „alle bösen Geister (...) [kommen] zu Lande, zu Wasser (und) in der Luft, nach Süden (und) Norden, nach Westen (und) Osten, in die Berge (und) in die Fremdländer (...)“. Ob die Präposition r einmal „über“, „mittels“ (lokal o.ä.) und einmal Richtung bedeuten kann, sei dahingestellt. Dass Dämonen ihre Krankheiten durch die Luft übertragen, ist als altägyptisches Konzept bekannt, für Erde und Wasser ist es viel weniger klar.

3 diese Götter (nṯr.w jp.w): Sind die fünf hinter dem Text dargestellten Messergötter gemeint?

4 wegen [...] (ḥr š[__]): Hohneck, Naoi, Bd. 2, 295 ergänzt ḥr š[ꜥ.t ...] „wegen dem Ge[metzel ...]“.

5 Wanderdämonen (?) (⸮___? ⸮šmꜣ.y.pl?): Es ist unklar, ob hier die Namen der fünf Messerdämonen stehen, oder das Ende des Textes vorliegt.



Rückwand: Götterkartuschen (Text K)

(2 oder 3 Einheiten: Anfang Lücke; 2 Reihen von jeweils 9(+x?) Kartuschen (max. 13); pyramidenförmiges Gebäude von Sopdu (?).)

oberes Register
(Kartusche 9:) [... ... ...]
(Kartusche 8:) [... ... ...]
(Kartusche 7:) [... ... ...]
(Kartusche 6:) [... ... ...]
(Kartusche 5:) [... ... ...]
(Kartusche 4:) Die vier (?) Götter6, die Herren des östlichen Fremdlandes, [...].
(Kartusche 3:) [...] in Iat-nebes.
(Kartusche 2:) Die Urzeitlichen (?), die Herren von [...]7, Herr/alle von Hut-nebes.
(Kartusche 1:) [...], Herr des Ostens, Herr [...].

unteres Register
(Kartusche 18:) [... ... ...]
(Kartusche 17:) [... ... ...]
(Kartusche 16:) [... ... ...]
(Kartusche 15:) [... ... ...]
(Kartusche 14:) [... ... ...]
(Kartusche 13:) [... ... ...]
(Kartusche 12:) Die Herrscherin aller Götter und Göttinnen, Rat (?)8, [...].
(Kartusche 11:) Der vollkommene Gott, der Herr des Ostgebirges, Sopdu-Re-Atum (?), der Herr von Iat-nebes.
(Kartusche 10:) Horus-Re (?), [...], Herr des Ostens, Herrscher, Gelobter (?)9 von Iat-nebes.

(pyramidenförmiges Gebäude von Sopdu (?) mit umgebenden Feldern (?).)
(vor dem Gebäude:) Anfang/Bestes (?) der Opfergaben (?) [...].
(Kolumne über dem Gebäude:) [... ... ...]
(Kästchen im Gebäude:) [... ... ...]

6 Vier Götter: Vgl. die vier bekannten Naoi aus Safṭ el-Ḥenneh für Schu (= unser Naos), Tefnut (kopiert in Alexandrien, Aufbewahrungsort unbekannt), Geb (sog. Naos von El-Arisch) und Sopdu (heute Kairo). Hohneck, Naoi, Bd. 2, 299 liest nṯr.w nṯr[.wt] nb.w ḫꜣs.t jꜣb.tt [...] „Alle Götter und Göttin[nen] des östlichen Fremdlandes [...]“.

7 Die Urzeitlichen (?), die Herren von [...] (⸮pꜣw,tj.pl? nb(.pl) [...]): Von Bomhard, Naos of the Decades, 222 erwägt die Lesung nṯr.w pꜣw.tjw ⸮tp.jw? [...] nb.w Ḥw.t-nbs „The Primeval Gods [...] Lords of Ḥw.t-nbs“. Hohneck, Naoi, Bd. 2, 299 liest ⸮Pꜣw.tj? nb rʾ.w tꜣ.w nmt.t nb.t Ḥw.t-nbs: „Der Urzeitliche (?), der Herr der Sprachen der Länder (und) jedes Ablaufs (von) Hutnebes.“

8 Rat (?) (Rꜥ(y).t?): Lesung sehr fraglich. Von Bomhard, Naos of the Decades, 222 erwägt die Lesung „Khensit“, d.h. die Göttin Ḫns.t von Safṭ el-Ḥenneh (LGG V, 760), aber ein Kreis und ein t reichen nicht aus, um diesen Namen zu schreiben. Hohneck, Naoi, Bd. 2, 300 verzichtet auf eine Übersetzung.

9 Gelobter (?) (⸮ḥsi̯?): Lesung sehr fraglich. Von Bomhard, Naos of the Decades, 222 erwägt ḥqꜣ ḥs(ꜣ) „grimmiger Herrscher“ und ḥqꜣ nbs „Herrscher des Christdornbaumes“. Hohneck, Naoi, Bd. 2, 300 liest ḥqꜣ ḥs(wt) (m) Jꜣ.t-nbs: „Herrscher der Gunst (von) Jatnebes.“