science in ancient egypt

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Glossar

pꜣw.t
Definition:

pꜣw.t:
Nur in den Rezepten Eb 61 und in Bln 189 belegt; beide Male in der Phrase wḥꜥ pꜣw.t. Im pEbers mit dem sitzenden Mann mit dem Becher auf dem Kopf, im pBerlin mit zwei pꜣw.t-Broten klassifiziert. Die Frage, welche der beiden Lesungen die signifikantere ist, beeinflusst auch die Identifikationsversuche:

  • B. Ebbell, The Papyrus Ebers. The Greatest Egyptian Medical Document (Copenhagen, London 1937), 35, Wb 1, 498.4 und H. von Deines – W. Westendorf, Wörterbuch der medizinischen Texte. Erste Hälfte (ꜣ-r), Grundriß der Medizin der alten Ägypter VII.1 (Berlin 1961), 258 vermuten als Bedeutung „Last“ und nehmen damit die Schreibung des pEbers als ausschlaggebend an.
  • W. Wreszinski, Der Papyrus Ebers. Umschrift, Übersetzung und Kommentar, Die Medizin der alten Ägypter 3 (Leipzig 1913), 17 hat anscheinend die Version des Berliner Textes als korrekte Schreibung angesehen; jedenfalls wäre das die einzige Erklärung, warum er das Wort mit einem „sic“ versah. Auch J.F. Borghouts, Ancient Egyptian Magical Texts. Translated, Nisaba 9 (Leiden 1978), 46 und Anm. 175 auf S. 106 geht in seiner Übersetzung von Bln 189 davon aus, dass diese Version die korrekte ist, und denkt an das Wort pꜣ(w).t: „Opferkuchen u.ä.“ (Wb 1, 495.6-8), das er als Metapher für „scabs (?)“ deutet.
  • T. Bardinet, Les papyrus médicaux de l’Égypte pharaonique, Penser le médecine (Paris 1995), 52 gibt das Wort als „les morceaux-paout (fur détaché)“ wieder und vermutet hierin eine „référence à l’éviscération de la momie faite morceau par morceau par la fente d’éviscération“ (gefolgt von B. Lalanne – G. Métra, Le texte médical du Papyrus Ebers. Transcription hiéroglyphique, translittération, traduction, glossaire et index, Langues et cultures anciennes 28 (Bruxelles 2017), 47 mit Anm. 18). Vermutlich dachte er ebenfalls an eine metaphorische Verwendung des Wortes pꜣ(w).t: „Opferkuchen u.ä.“. Den konkret funerären Kontext des Spruches in Eb 61 sieht er durch die Nennung der šꜣms-Pflanze gegeben, die von Balsamierern verwendet wurde, weil sie Insekten abwehren würde (vgl. dazu S. Aufrère, L'univers minéral dans la pensée égyptienne, Bibliothèque d’étude 105 (Le Caire 1991), 244-245, Anm. h und S. Aufrère, Études de lexicologie et d'histoire naturelle XVIII-XXVI, in: Bulletin de l’Institut Français d’Archéologie Orientale 87, 1987, 21-44, hier 22-26).

L.P.

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