science in ancient egypt

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Glossar

Polei-Minze (?)
Definition:

Ägyptisch njꜣjꜣ. Schon Joachim, Papyros Ebers, passim, vermutete hierin eine Minze, speziell die Pfefferminze, gab aber keine Begründung für seine Übersetzung an. DrogWb, 294 hält die Pflanze dagegen für nicht identifiziert. B. Long, A propos de l’usage des menthes dans l’Égypte ancienne, in: Fs Gutbub, 145–159 identifiziert die Pflanze mit der Polei-Minze (Mentha pulegium) oder „une menthe sauvage proche du pouliot“ (S. 157). Als Argumente dienten ihm die verschiedenen Gebrauchsweisen, die auf eine anthelminthische, atmungserleichternde und beruhigende Wirkung hinweisen, und die dafür sprechen, dass die Pflanze ein Geruchsträger sei. Hauptargument für die Identifizierung ist die Verwendung in gynäkologischen Texten (manchmal als alleiniges Mittel), etwa zur Geburtserleichterung. Diese Gebrauchsweisen vergleicht er mit hippokratischen Texten zu Uterusbeschwerden, wo er 10 Pflanzen verwendet vorfindet, davon zwei häufiger, und diskutiert mögliche Ähnlichkeiten des Anwendungs- und Wirkspektrums dieser Pflanzen mit der njꜣjꜣ-Pflanze. Die meisten Übereinstimmungen findet er bei der Pflanze, die im Griechischen γλήχων genannt wird, eine Pflanze, in der man i.d.R. die Polei-Minze vermutet (aber der griechische Name scheint auch gelegentlich für Katzenminze oder Origanum Dictamnus gebraucht zu werden, vgl. den entsprechenden Eintrag bei Liddl/Scott/Jones, A Greek-English Lexicon). Außerdem bespricht Long eine mögliche Verwandtschaft des ägyptischen njꜣjꜣ mit dem arabischen Wort für Minze, „Nana“. S. Aufrère, in: L’univers mineral, 253–254, Anm. g (nicht in: Fs Gutbub, 253–254, wie Germer, Handbuch, 82 und 299 angibt) bekräftigt Longs Identifizierungsvorschlag, v.a. wegen der Geruchswirkung der Pflanze. Germer, Handbuch, 81 und 298 erwähnt Longs und Aufrères Identifizierungsvorschlag, ohne zu dessen Tragfähigkeit Stellung zu beziehen.

L.P.

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